Damenwahl
Lotti Galoppi hat es nicht leicht. Eingezogen ist sie in eine WG zusammen mit drei Freunden, die sie von Kindesbeinen an kennt. Zwei davon haben einander geheiratet und Nummer 3 ist geflohen, sobald sich der Nachwuchs ankündigte. Wer hat schon Freude an einem plärrenden Balg, wenn es nicht das Eigene ist? Warum ist Lotti eigentlich schon wieder mit kochen dran? UND WARUM IST SIE IMMER NOCH ALLEINE? Während der kleine Sameh halbnackt auf dem Boden rumrutscht, die dummeTrulla auf dem Sofa über den kaputten Fernseher klagt und der Mann des Hauses nach Bier und Essen schreit, grummelt Aschenputtels Magen bereits zum Herzerweichen. Zum Glück kommt die liebe Nachbarin und nimmt ihr wenigstens die Reparatur des Fernsehers ab.
Während Elisabeth also schraubt und nagelt, mal sehen was von beidem ein Resultat erzielt,
und zehn Minuten später an der Seite eines geheimnisvollen Fremden das Haus durch die Wand verläßt, ist Alfred im Park und versucht sich anhand von Elisabeth Beispiel in Freundlichkeit und Gutheit. (muahahaha, habe ich nun gespeichert oder habe ich es nicht)
Alfred ist von Natur aus kokett und hat eine gewisse Begabung im Umgang mit Frauen. Heute hat er gute Laune, denn das Wetter ist schön und so geht er freundlich auf die Nächstbeste zu. Sie ist zwar ein grässliches Knochengestell mit Spargelbeinen, aber er möchte ein wenig üben und außerdem jemandem Freude bereiten, der mit größerer Warscheinlichkeit schon lange darben muss. So macht Alfred der Unscheinbaren mit der großen Nase ein nettes Kompliment in der Hoffnung auf ein unschuldiges Erröten gepaart mit Dankbarkeit.
Doch Eulalia Lutzenbacher reagiert anders als erwartet. Eine Frau aus gutem Hause mag sich nicht von jedem beliebigen Halbaffen anschwatzen lassen. Sie will einen Ritter, einen Grafen oder Schlagerstar, keinen Niemand und Loser wie Alfred einer ist.
"Geh mir aus dem Licht, du crétin, imbéciles. Ein richtiger Mann könnte vorbeikommen und mich für geschmacksverirrt halten, in solch schlechter Gesellschaft."
Wem würde nicht die Hand ausrutschen?
Doch Alfred hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Eulalia ist mit zwei Brüdern aufgewachsen und es steckt Kraft in ihren zarten Händen... welch eine schmachvolle Erfahrung.
Nun könnte man meinen, er hätte daraus gelernt und würde sich vor dieser Familie hüten, doch Alfred hat anscheinend noch nicht genug. Erbost stürzt er sich auf Agatha Lutzenbacher um sie erneut mit dem Vorwurf zu bedenken, in der Kindererziehung ganz grässlich versagt zu haben.
Doch Agatha ist immer noch sauer,
schließlich ist Alfred ein ungezogener Bengel gewesen,
kein Respekt vor dem Alter
und Erziehung ist schließlich wichtig, stimmts Alfred?
Verlassen wir Alfred an dieser Stelle. Ich glaube er möchte eine Weile allein sein.
