SweetFreedom

05.12.2017 um 20:08 Uhr

Ma

Hmm, ich weiß es nicht.

Irgendwie geht es mir endlich etwas besser. Hab immer noch dieselben Baustellen, war mit der Kleinen allein und bin immer noch krank, aber die Panik war heute morgen auf einmal weg. Es war, als hätte ich auf einmal einen Schalter umgelegt.

Ich lese viele Blogs von Minimalisten zur Zeit. Ich werde mich selbst nie so bezeichnen, aber wenn ich sehe, was manche ausmisten und zurückbehalten, denke ich, daß ich noch nie viel konsumiert habe - relativ gesehen.

An sich aber ist mir alles momentan zu viel geworden. Ich merke, daß das Herz nicht (mehr) an Dingen hängt, an denen es gestern noch zu kleben schien. Selbst die Murakamis habe ich alle verkauft. Wenn ich mir manches genau ansehe, frage ich mich ehrlich, was ich mir damals gedacht habe, als ich es kaufte. Dekosachen werden nur sehr wenige bleiben dürfen. Obwohl ich da (mal) Marie Kondos Ansicht bestäigen muß , daß das schrittweise Ausmisten stressig ist, kann ich es anders nicht bewerkstelligen und auf einer anderen Ebene merkt man sofort Erleichterung über das Mehr an Raum. Es ist noch viel zu tun, aber da ich den Konsum einschränken bzw. bewußter gestalten möchte und der Drache da begeistert mitzieht, werden wir Schritt für Schritt "abspecken".

Ein interessanter Gedanke ist, daß man Dinge doch loslassen kann, wenn man sich bewußt ist, daß es sie gab. Wenn z.B. die Briefe, die mir Oma ins Ferienlager geschrieben hat, nur immer in der Kiste lagen, ich aber genau weiß, was sie geschrieben hat - wo wäre da der Unterschied, wenn ich die Briefe physisch nicht mehr hätte?

Der Experte hat mir gesagt, daß ich zu flach geatmet habe, mal wieder. Damit wurde das Zwerchfell nach unten gedrückt und setzte einige Organe unter Druck. Bestimmte Verbindungen zum Herzen können dann zu Herzrhythmusstörungen führen. Ab und an gestern habe ich versucht, die Bauchatmung zu verbessern.

Ich weiß, daß Meditation und/oder Atemübungen sehr heilsam für mich sein könnten. Das Problem war aber schon immer, daß ich neue Dinge nur mit Mühe länger als drei Tage durchhalte. Ernährungsformen klappen, wenn ich davon sehr überzeugt bin. Aber schon das Schreiben eines Ernährungstagebuchs - aussichtsloses Unterfangen. 

Mit dem Meditieren habe ich schon x-mal angefangen und wenn dann der Abend kommt, wo ich zu müde bin, ist das Ritual schon wieder keins mehr. Vielleicht hilft aber auch schon, immer wieder mal bewußt zu atmen. 

Vitamin D nehme ich seit ein paar Tagen, keine Ahnung, ob man davon beizeiten was merkt (mein Spiegel war immer nicht schlecht, aber viel hilft da wohl mehr). Habe die Lichttherapielampe wieder neben mein Bett gestellt und lese morgens eine Viertelstunde lang bei dem Licht. Die Anwendung der Lampe hilft erfahrungsgemäß recht schnell, aber ob sie der Grund ist, daß es mir besser geht? Ich war schon sehr tief im Loch versunken diesmal. 

Hoffentlich ist der Spuk erstmal wieder vorbei.  

Hab Mrs. Simplify kontaktiert umd mich mit ihr verabredet, schreibe seit dem letzten Treffen wieder öfter mit K. Momme halte ich auf Abstand und den Bettelbrief der Freundin meines Vaters... war da was? Ich habe das Gefühl, daß ich mich momentan entweder neu erfinde oder aus einer Schale pelle, um zu begreifen, wer ich gerade bin, was in meinem Kopf an Werten und Themen ist. Die Erinnerungsstücke, physisch und mental, dürfen nicht wichtiger sein als das Jetzt. 

Wir malen ja sehr oft, Mimi und ich. Sie malt oft Menschen, die gefangen sind (!!!). Dann malt sie ihnen (wenn ich sie erinnere), aber noch eine Rutsche, Türen und Fenster dazu... Ich male am liebsten Blumen oder Erdhügelhäuser. Es tut gut, nicht perfekt sein zu müssen, wenn wir malen. Am schönsten sieht der erste Pinselstrich aus, den die Mimi macht auf dem weißen Blatt. Sie ist dabei so selbstbewußt und probiert einfach aus. Ich hoffe, daß sie sich das noch lange behält. Ich mußte mir den Gedanken "man darf ausprobieren" in der Reha damals hart erarbeiten.

Manchmal wünschte ich, ich könnte wieder wie ein weißes, leeres Blatt sein. 

 

30.11.2017 um 06:22 Uhr

STOP.

Almost everything will work again if you unplug it for a few minutes, including you.”

(Anne Lamott)

25.11.2017 um 08:03 Uhr

Ausmisten

Aufräumaktionen können allerhand bewegen, sagt man im allgemeinen.

Ömm, aber wie sehr das gerade zutrifft, hätte ich nie erwartet.

Es sieht jetzt so aus, daß ich am Abend des 28. entweder krank vor Sorge, fertig mit allen Nerven oder total happy sein werde. Am 28. ist alles, sämtliche wichtigen Termine. Warum? Es bleibt mir schleierhaft. 

Gestern war auch toll. Kaum hatte ich irgendwas hinter mich gebracht, kam schon der nächste Mist. Leute melden sich, die ich echt zur Zeit nicht brauchen kann. Nein, z.B. brauche ich keinen Bettelbrief der Freundin meines Vaters, ich solle ihn Anteil an meinem Leben nehmen lassen. Vielleicht dachte sie, sie würde was Nettes tun, aber es war leider nur ein Bärendienst. Obwohl ich weiß, was ich tun werde, formuliere ich seit gestern innerlich Antwortmails. Vielen Dank. Ich brauche meinen Kopf für Leute, die sich ab und an auch mal um mich gekümmert haben. Angst vor Zurückweisung? Von mir? Jetzt wird es ganz absurd. Meine Diagnose: Winterdepression gepaart mit effekthascherischem Augenaufschlag Richtung Freundin (die immer alles kitten will). Ach, armes Hascherl. 

"Warum kannst Du das nicht? Was kannst Du denn überhaupt?" Wie oft hast Du mich das gefragt?

Armseliger Wurm. Deine eigenen Unsicherheiten hast Du mir aufgedrückt. Und nun, mit Mitte 60, schaffst Du es noch immer nicht, EIN klärendes Wort zu sagen. Und wenn ich das versuche, blockst Du alles... Wer bin ich denn? Depp vom Dienst?  

Ausmisten. Dazu gehören auch bestimmte Beziehungen. So ist das einfach. Was ich auf jeden Fall in die Tonne gekloppt habe, ist deshalb das aussichtslose, weil einseitige Bestreben, mit meinem Vater eine halbwegs "normale" (?) Beziehung aufbauen zu wollen.

Gestern meldete sich auch nach über einem Jahr eine Geschäftspartnerin und faltete mich am Telefon zusammen. Ich gab mir selbst die Parole "ruhig atmen" und sagte dann meine Wahrheit auf.

Momentan meint man wieder verstärkt, man könne aus 60% Tarif 110% AT rauspressen. Da irren sie aber. 

Ich muß jetzt den 28. überleben. Alles andere ist zweitrangig.

Ich habe jetzt schon sehr viel entsorgt, verkauft, verschenkt. Wir merken, daß wir uns wohler fühlen. Es ist noch ein weiter Weg bis ich sagen kann, daß ich zufrieden bin.

Mimi ist jeden Tag wacher, aufmerksamer und cleverer. Am Dienstag ist auch der Besuch der Therapeutin. Bin gespannt, was es zu finden geben soll.

 

20.11.2017 um 21:18 Uhr

Concrete.

Oh Gott, was für eine Fahrt...

Hab gerade "Locke. No turning back" geguckt. Hatte den Film schon ewig auf der Wunschliste gehabt.

Bin jetzt total fertig. Wie die das gemacht haben, daß man Herzklopfen kriegt und weint, obwohl da "nur" einer telefoniert auf einer langen Autofahrt... Wahnsinn, wie gut man diesen Ivan Locke kennenlernt und versteht. 

Was für ein toller Film!!! *heul* Ach, Mensch...

 

19.11.2017 um 21:56 Uhr

Danshari

Hab' ein paar Seiten des entsprechenden Buches gelesen, dann losgelegt. Marie Kondo mag ich nicht, Hiteko Yamashita spricht mir aus der Seele. 

Der Drache macht freudig mit beim Ausmisten. 

Wir sind keine Messies gewesen, aber wir haben in der Küche kein gutes System und sehr wenig Platz. Unser eingebauter Kühlschrank ist winzig. Es gibt schon Ecken im Haus, die vom Entrümpeln profitieren können.

Seit mein Ernährungsding gescheitert ist, bin ich netter zu mir geworden. Ich will versuchen, nicht mehr 100 % anzustreben. Da wir stark von unserer Darmflora abhängig sind, die aber vielen, oft nicht erkennbaren Faktoren unterliegt, könnte es von Vorteil sein, sich nach der tatsächlichen Stimmung zu richten, nicht nur nach Studienlage bezüglich Mikro- und Makronährstoffen und menschenhirnentsprungenen Theorien und Trends.

Da mir das Fasten immer ganz gutgetan hat, faste ich oft 16-18 Stnden am Tag, aber nicht immer. An manchen Tagen fällt mir das schwer und da höre ich auf mich und esse, worauf ich Lust habe.

Ich merke schon, daß ich durch manche Dinge wieder Entzündungsproblematiken herbeirufe, aber wichtig ist vor allem, daß ich nicht wieder ins Loch falle. Offensichtlich brauche ich eine gewisse Menge Kohlenhydrate -  und offensichtlich mehr davon als früher.

Ich bin nicht bei 100 % meiner möglichen Fitness, wahrlich nicht, aber das ist auch nicht mehr mein Ziel.

Das Buch über Danshari hat mich an vieles erinnert, was mir früher wichtig war in meiner kleinen Wohnung. Da hab ich regelmäßig jedes Ding angefaßt oder die Ecken ausgeräuchert, instinktiv nach Feng Shui eingerichtet. Heute räume ich täglich meinen beiden Liebsten das Zeug hinterher, bin ich im Herzen aber Minimalistin und Ordnungsliebende.

Manchmal kommt es einfach darauf an, in die richtige Richtung zu gehen. Man kommt am Ende vielleicht viel später an als man sich wünschen würde, aber man bewegt sich vorwärts.  

Ich habe in den letzten Tagen immer mal ein paar Dinge aussortiert, die ich verkaufen, verschenken oder entsorgen werde. In der Küche kommen wir jetzt zumindest einem neuen Konzept näher, auch wenn wir dort immer Probleme haben werden. Ich habe unsere Tafel mit den Terminen geändert, den Kühlschrank gereinigt und abgeräumt usw. Ein paar Kleinigkeiten sorgen schon dafür, daß man sich besser fühlt. Mimi hatte den Eßtisch im Wohnzimmer mit Mal- und Spielsachen belagert, heute habe ich ihr eine Kommode dafür freigeräumt, das fand sie toll. 

Wir werden Schritt für Schritt ausmisten und sortieren. Falls wir doch ausziehen wollen oder müssen in absehbarer Zeit, wird das Einpacken dann leichter fallen. Mein Kleiderschrank ist ohnehin seit Jahren schon sehr leer und nun werde ich auch noch viele Bücher verkaufen. Ich habe von früher viele winzige Dekosachen eingelagert. Habe noch keine Ahnung, was ich damit machen werde. 

Auch dem Drachen tat das heute gut - das war schön zu sehen. Er hat einen ähnlichen Hintergrund. Unsere Väter haben uns das Sammeln vorgelebt - und wir haben es gehaßt.

Ich fühle mich irgendwie ganz wohl, weil was vorwärts geht. Das Aufräumen befreit einen.

Ich bin gestern in der City gewesen. Danshari bzw. das Thema im Kopf zu haben, hat dazu geführt, daß ich merkte, was nicht mehr zu mir paßt und wo ich mich wohlfühle oder wo nicht mehr. Da war dieses Bistro, wo ich schon lange einen Stammplatz hatte usw., aber jetzt haben sie so viel Erfolg, daß sie komisch werden und die Leute vergessen, die in den ersten Tagen kamen, Feedback gaben und überall für sie warben... Schade. Vielleicht auch nicht. So ist das eben. Man denkt manchmal, daß man jemanden gut kennt, aber Menschen verändern sich.

Und das ist Danshari: Das was heute ist und zu mir paßt, das zählt. Nicht die Phantasie von mir selbst, wie ich sein könnte und möchte, und auch nicht die nostalgische Betrachtung der gestrigen Begegnungen. 

 

04.11.2017 um 11:06 Uhr

Whole30 Ende

Es geht mir nicht mehr gut.

Ich glaube, daß die Darmflora nicht o.k. ist, obwohl ich mir nicht denken kann, was passiert ist. Vor einigen Tagen kippte ein Schalter um auf "depressiv verstimmt" - und das geht auf die Dauer nicht.

Ich bin irgendwie gefrustet, weil ich nach wie vor annehme, daß das Essen, was ich über einen Monat lang konsumiert habe, absolut nicht schädlich sein sollte.

ABER wir sind eben keine Maschinen, jeder ist einzigartig. Der Darm ist mein Schwachpunkt und er macht oft was er will.

Ich habe keine Ahnung, wie ich nun weitermachen soll.

 

03.11.2017 um 10:08 Uhr

Amen!

Danke.

Bei "Ru Paul's Drag Race" hat dieses Jahr wie auch letztes Jahr genau die richtige Queen gewonnen. Perfekt, sie war meine Favoritin, so clever und originell.  

Hach! Herrlich. *freudentränchenwehwisch*

Hab mir was eingefangen... und die Stimmung war im Keller, seit langem mal wieder... Jetzt geht es mir besser. Diese Sendung geht so ans Herz (auch wenn ich mir vorstellen kann, was den Queens abverlangt wird). 

Ru Paul fragt ja immer:  If you can't love yourself, how the hell are you gonna love somebody else? 

Ich füge hinzu: Wenn du niemanden außer dir selbst (deinesgleichen) liebst, wie kannst du dich dann selbst akzeptieren? 

 

28.10.2017 um 09:01 Uhr

Whole30 Fazit

30 Tage sind geschafft. Ich habe viele tolle Ergebnisse erzielt. Die wirkliche Herausforderung beginnt jetzt. Auf die Wiedereinführung bestimmter Dinge habe ich keine Lust, das hat aber auch Zeit.

W30 hat mir weniger Willenskraft abverlangt als gedacht und ich habe mich gut daran gewöhnt, mindestens zweimal täglich zu kochen, (vor allem) Fleisch und Fette nur in Bioqualität zu essen. Man braucht etwas mehr logistischen Aufwand, aber daran gewöhnt man sich. Was vorher "Klamotten gucken" war, ist jetzt "Lebensmitteljagd". Früher haßte ich Lebensmitteleinkäufe, aber das Aufspüren von "Quellen" macht Spaß. Einkaufen ist eine teure Angelegenheit, aber eine Frage der Priorisierung. Der Drache sagt, ich sei zu 100% wieder die von "vorher" (vor der Schwangerschaft, in der ich anfing, wieder mehr Kohlenhydrate zu essen). 

- Gewichtsabnahme: unklar, mir ist das Bauch-Gefühl wichtiger. Fotos habe ich gemacht, die reichen. Körperfett wurde auf jeden Fall abgebaut.

- Energie: morgens komme ich besser hoch und abends bin ich schlagskaputt und schlafe schnell ein. Freie Tage fühlen sich auch so an, an Nachmittagen habe ich noch Kraft zu kochen, zu spielen etc.

- Streßresistenz: erhöht gegenüber vorher. Fahrten ins Krankenhaus und so ein Mist bleiben eine Herausforderung.

- Beziehung zum Essen: Zwischen den Mahlzeiten habe ich wenig Hunger und wenn, versuche ich, Minimeals zu essen. Es klappt nicht immer, aber wenn ich sehe, was manche Paleoleute an Süßkram essen, bin ich immer noch gut dabei. Ich esse nicht mehr gedankenlos irgendwas, habe keine Heißhungerattacken und habe mehr Wertschätzung für alles, was ich esse. In der ganzen Zeit habe ich nur sehr wenig Dinge gekauft, die ich nicht verbraucht habe. 

- Kochen: Ich lerne dazu. Das macht Spaß und entspricht mir mehr als Tüten und Verpackungen aufzureißen.

- Migräne: Bis auf die seltsamen krampfartigen Schmerzen zwischendurch könnte ich mir eine Verbesserung einbilden. Kaffee hilft gegen Kopfschmerzen, da ich so gut wie keinen mehr trinke.

- Darm: Durchfälle sind seltener geworden. Das bleibt aber meine Schwachstelle. AIP werde ich nie machen, ich brauche Eier auf dem Speiseplan. Spinat vertrage ich nicht gut. Zuckerschoten sind innerhalb der W30 erlaubt, haben mir aber einige Wehwehchen beschert. Manche Kräuter und Gewürze, Knoblauch habe ich innerhalb des letzten Monats besser vertragen als vorher. 

Heute fahre ich wieder zum Biomarkt, gutes Fleisch, Ghee etc. holen. Die neue Art Shopping. ;-)

 

27.10.2017 um 22:10 Uhr

Selbstreflexion

Ab und an blitzt da schon was auf... "Mama, ich mache mal eine kleine Pause."

Es sind kleine Anzeichen von etwas, was mir für Mimi extrem wichtig ist. Selbstreflexion.

Ich spiegele sie, von Anfang an, schon immer.

Sie hat noch Probleme mit der Impulskontrolle, aber durch Spiegeln kann sie lernen, daß sie mehrere Möglichkeiten der Reaktion hat. Alles was sie tut, tut sie mit Vehemenz. Auch das Kuscheln! :-) Mir ringt ihre Power große Bewunderung ab. Sie wird sich einmal große oder auch kleine Ziele setzen, ich bin mir total sicher, daß sie sie erreichen wird. 

Es gibt viele Wahrheiten, die ich ihr beibringen möchte. Ein Menschenbild bzw. Frauenbild, das immer nur Individuen beachtet, nicht Klischees bedient. Selbstbewußtsein, das die Kenntnis von Schwachstellen (Überstimulation, Ruhebedarf) mit einschließt. Das Recht auf ein "Nein", egal worum es sich dreht. Resilienz und Motivationstechniken, da die Welt ab und an die Schilde durchbrechen und Schaden anrichten wird. Neugier, Mut und Offenheit. Flexibilität. Du hast Einfluß, aber nicht die Kontrolle. Abwarten und Reagieren sind ab und an wichtiger als das Vorpreschen. Du brauchst nicht viele Leute, aber gute. Schau nach links und rechts, bevor Du Ellenbogen ausfährst.  

Ich vertraue Mimi zu 150 %. Sie wird jeden Zweifler Lügen strafen, wenn sie erst 6 oder 7 ist. Alle, die jetzt müde lächeln, werden dann mit offenem Mund staunen. Im Gegensatz zu den tumben Erzieherinnen habe ich Zugang zu diesem großartigen Menschen und ich werde ihn nutzen. Das was man bei mir verbrochen und zerbrochen hat, werde ich Schritt für Schritt in ihr stärken. Ich liebe sie nicht nur dann, wenn sie mir etwas zum Gefallen tut. Ich liebe sie, weil ich sie lieben muß, so wie sie ist. Und das weiß sie.

Angepaßte Frauen gibt es schon genug. Die Stimmen in meinem Kopf reichen aus. Wenn Mimi diese Sätze, die mich so sehr verunsichert haben, nicht hören wird, habe ich schon 100 Punkte. Ich bin eine alte Mutter. Ich hatte genug Zeit, um mir bewußt zu werden, was zählt. Ich kann mich nicht mehr um die eigene Achse drehen, ohne einen Drehwurm zu kriegen, kein einziges Mal, und wenn wir herumtollen, meldet sich mein Rücken - aber es gibt doch so einiges was ich mit 25 z.B. nicht gesehen hätte...

Keine Garantien gibt es, das ist klar... Sie darf mich später auch hassen und beschimpfen, sie soll ihr Leben leben. An mir selbst sehe ich, daß man seine Eltern sehr lieben und gleichzeitig massiv ablehnen kann. Es ist niemandes Schuld. Es ist eine Auswirkung von Umständen, die viele viele Jahre her sind. Es ist, wie es ist. 

Ich bin auch weder verpflichtet, noch willens, Mimi zum glücklichsten Menschen der Welt zu machen, weil ich glaube, daß wir nur dann wirklich leben, wenn wir Gegensätze erfahren. Ich zeige "Schwächen" und kommentiere sie. Ich verweise auf positive Aspekte, aber verheimliche nicht, daß nicht alles immer toll und easy sein kann. Wenn ich es mir selbst zugestehe, "Fehler" machen zu dürfen, ist es auch für sie leichter. Sie sieht ein gleichberechtigtes Elternpaar - extrem wichtig. 

Mein Standardsatz von jeher ist "Probier es mal aus." Mein Vater hätte gesagt: Warum kannst Du das nicht, meine Mutter "warum bist Du nicht wie andere Kinder"? Probieren schließt mögliche Ablehnung, "Fehler" oder gänzlich "Versagen" mit ein. 

Der alte Weg des Drucks und der eingeimpften Stimmen endet hier bei mir.

 

26.10.2017 um 21:24 Uhr

Bügelperlen

Arggh!

Ich habe es auch gemacht in dem Alter: mir eine Perle in die Nase gesteckt. Kann mich gut erinnern. War toll! 😐

Sagen wir mal so: Wenn man nach einem Arbeitstag und nach dem tollen Verkehrschaos noch Langeweile hat, könnte man doch nochmals losfahren und sich von Klinik zu Klinik schieben lassen, weil angeblich die entsprechenden Instrumente nicht da sind... Are You fucking kidding me? Seh' ich so blöd aus, Ihr Dummies? Das nächste Mal bringe ich mir das alles selbst mit - und wie lautet Eure Ausrede dann?

Hmm... ich frage mich dann, wie das Leute ohne Auto und ohne Geld machen und ob es clever ist, vollkommen gesunde Leute in einer Krankenhausstation zu behandeln, direkt neben den ernsthaft Kranken/ Infizierten? Aber es stand ja nett an der Wand. Da las man von Krankenkassen, Kostenübernahme usw. und was sie alles nicht mehr dürfen... Armes Deutschland. 

Hätte ich was gehabt, um meinem Ärger Luft (boom!) zu machen, hätte ich es getan.

Die Bügelperlen hebe ich fein auf... Ist ja der Burner mit den Dingern. Gestern ist Mimi hingefallen, Bügelbild kaputt, stundenlang geweint. Heute neues Bild, zwei Perlen abgebrochen und ... ähem... "Mami, kannst Du die Bügelperlen wieder rausmachen?" Oh Gott!

Ich habe jetzt "Mr. Robot" geschaut zum Runterkommen. Bin wieder halbwegs da. Was eine Odyssee.

 

25.10.2017 um 09:30 Uhr

Whole30 XXVIII

Bin ein neuer Mensch. 

Habe mehr Streßresistenz, sehe die Welt mit neuen Augen, sehe sehr anders aus (habe eine schönere Taille, Bauch ist flach, Gesicht sieht jünger aus, Haut ist schön).

Der Darm wird wohl immer mein Problem bleiben. Ab und an vertrage ich Dinge nicht, aber der Verzicht auf Gluten ist obligatorisch. Nach dem Ausrutscher mit den Muffins ging es mir sehr schlecht. Ich war wie betrunken, depressiv, müde, antriebslos. Sehr eindrucksvoll diese Demonstration der dunklen Seite der Macht gewesen ist. ;-)

Ich koche nach wie vor zweimal täglich (dafür hätte ich füher nie die Power aufgebracht). Mimi kriegt alle meine fancy Gemüsegerichte angeboten, ißt dann aber lieber Nudeln mit Soße. Es tut mir leid, aber zumindest SIEHT sie Essen kochende Eltern und eine Gemüse liebende Mutter.  

Ab zum Rudern! Mittlerweile schaffe ich auch wieder Bewegung und "LowCarb" (weiß keine genauen Werte, weil ich nichts kontrolliere, bleibe aber sicher in einem niedrigen Bereich) zu kombinieren. Das brauchte etwas Umstellungszeit. 

Werde nach den 30 Tagen grundlegend den Regeln von W30 folgen und wenn es Besonderes gibt (Baisertorte, Sushi usw.) auch mal abweichen, aber eben so, daß ich diese Ausrutscher wieder ausgleichen kann.

 

21.10.2017 um 21:37 Uhr

Whole30 XXIV

Tag 24.

Die Woche war tough. Gestern abend saßen der Drache und ich erstmal schweigend nebeneinander... es dauerte eine Weile bis wir in der Lage waren zu reden.

Diese besch... Hand-Mund-Fuß-Geschichte hat Mimi und mich ereilt. Diese Schmerzen! Ach, es ist eine fiese Geschichte. Mimis Handgelenk ist ganz dick angeschwollen vorgestern, ich habe angefangen zu hyperventilieren, als ich sie weiter absuchte (hab's zum Glück gemerkt). Konnte das Erscheinungsbild erst nicht einordnen. Normalerweise jucken die Bläschen am Anfang nicht. Sie hat es nur am Handgelenk, aber ich erinnere mich gut an diese Nervenschmerzen, Übelkeit usw. und es war klar. EIN anderes Kind in der Einrichtung hatte HMF, wir kriegen es auch wieder. Wir rufen anscheinend sehr laut "wir auch".

Hing heute etwas in den Seilen. Es ist merkwürdig. Ich hatte quasi Energieschübe ohne Ende, war aber krank und geknickt. Paradox und demütigend.

Hab heute mit Mimi Muffins gemacht und auch zwei gegessen. Mein erster Ausrutscher oder sagen wir: Ich habe mich bewußt gegen die Regeln entschieden. 

Der Drache hängt noch in den Seilen nach der Arbeitswoche.

Ich weiß, daß ich arg gebeutelt werde von den Viren (HMF UND Herpes dazu) - deshalb kann die Denkerin machen was sie will, ich nehme meine Gedanken erst wieder ernst, wenn ich die Viren wieder los bin. Es gibt so Zeiten, wo man einfach in der Luft hängt. Ich treffe jetzt keine wichtigen Entscheidungen und sage auch nichts zum Erfolg von Whole30. Ich habe schon viele Dinge festgestellt, aber heute bin ich gaga im Kopf.

 

18.10.2017 um 13:06 Uhr

Whole30 XXI

"When it comes to eating out, You have to be willing to be THAT person."

O.k., I'm in.

Hat auch  gar nicht wehgetan... Komplett o.k. war das Essen nicht, aber so gut es eben ging.

Fand auch gut, daß ich die Gruppe am Nebentisch nicht im geringsten beneidet habe. Das hätte ich nie gedacht, daß ich mal denke: Apfelstrudel mit Sahne, Kakao dazu - igitt, viel zu süß...

Hab jetzt alles erledigt, uns mit Lebensmitteln eingedeckt. Werd' die Mimi morgen zu Hause lassen. Hatten heute einen tollen Ausraster morgens. Schade, daß sie es auch macht, wenn einer alleine ist.

Trotz des Stresses denke ich, daß uns die Woche zusammenschweißt. Vieles was sie sagt und tut, läßt mich staunen. Leider vergesse ich oft, die Dinge direkt aufzuschreiben und nach wenigen Minuten sind sie schon vergessen. 

Sie ist ein ganz besonderes Mädchen, das sehr viel Dankbarkeit zeigt. Es ist ein seltsamer Schwebezustand gerade. Ich warte. Auf die Firma und ihre Neuigkeiten, auf die Beraterin und ihr Urteil... 

Fast täglich kommt mal so ein Glücksgefühl hoch, bei dem ich denke, daß es von der Darmflora kommt.

Ich hatte seit langem, "seit Gluten" eine Schwellung am Bauch. Die Gastro. hat die nicht gejuckt, im US sah man nichts. Aber wenn du jeden Morgen diese Schwellung bemerkst und spürst, daß was nicht stimmt, willst du was ändern. Der Experte drückt mir regelmäßig auf dem Bauch herum: Diaphragma-Problem, Rippenhochstand, Leber/Galle schwach... auch bei Paleo war das und auch in der I.F.-Zeit.

Die Schwellung ist weg. 😎

***

Heute im Bus: Ein Kind fragt "Oma, kann ich zu Hause einen Apfel essen?" Die so: "Zu Hause, ich weiß nicht. Die waren teuer. Erst gibt es mal Mittagessen." Das Kind dann: "Und was gibt es als Nachtisch?" - "Weiß noch nicht." ... Ömm, hallo?????

 

 

17.10.2017 um 17:45 Uhr

Whole30 XX

So...

Es läuft ganz gut.

Ich lerne jeden Tag dazu und komme gut zurecht. Selbst Schokolade fehlt mir nicht. Der Geschmackssinn hat sich verändert. Besonders Süßes ist viel süßer als "vorher".

Daß ich Kaffee nicht mehr regelmäßig trinke, ist gut. Bei Whole30 ist er ja erlaubt, aber er macht mich unruhig und am nächsten Tag weiß ich auch wieder, wer mein "Untermieter" ist. Koffein betrachte ich mittlerweile als Kopfschmerzmedikament. 

Das Whole30-Forum ist teilweise lustig und motivierend, vor allem wenn es um Dinge geht, die andere zu dieser Ernährungsweise sagen. Das blüht mir noch bei der Schulung nächste Woche, ich habe nämlich nicht vor, Mehlsoßen oder ähnliches beim "gemeinsamen Mittagessen" zu verdrücken. Die Kollegin würde noch nicht mal merken, wenn ich auf meiner Seite des Schreibtischs ein Hühnchen rupfen würde, K. hat sich bisher gar nicht weiter geäußert und der Drache unterstützt mich, wo er nur kann. Ich wurde gebeten, meine Meinung zu einem Nahrungsergänzungsmittel abzugeben, das die Tante nehmen möchte... Ich konnte dazu nicht viel sagen, Obst- und Gemüsepulver in Kapseln halte ich für Geldmacherei. Momme schrieb das typische "Ich könnte das nicht." Absolut der häufigste Satz. In LowCarb-Zeiten habe ich den beinahe täglich gehört.  

Heute bin ich müde und dadurch etwas geknickt. Hab so gut wie nicht geschlafen, alleine mit der Kleinen im Haus. Sie war ab 12 extrem unruhig und heute morgen um fünf stand sie im Zimmer und meinte "Ich will aufstehen." Dafür ist sie jetzt fit und ich hänge herum. Wir haben etwas im Garten gearbeitet, das hat gegen die Müdigkeit geholfen. Hoffentlich wird die nächste Nacht besser. 

 

15.10.2017 um 14:33 Uhr

Whole30 XVIII

Der Tag ging nicht gut los, dem Drachen und mir war schlecht...

Aber jetzt röste ich schon wieder Karotten und hab meinen flachen Bauch bewundert (jetzt sehe ich es auch).

 

14.10.2017 um 17:35 Uhr

Whole30 XVII

Die Compliance ist immer noch gut. Aber es wird langweilig. Ich komme zurecht, aber schaue schon neidisch auf das Eis, das meine Lieben nach dem Waldspaziergang verdrücken (dabei würde ich es auch dann nicht essen, wenn ich "dürfte"). So ist der Mensch. 

Angeblich soll sich der Charakter von Belohnungen innerhalb der 30 Tage wandeln können. Na ja, bis jetzt sehe ich das nicht. Ich mache diszipliniert mit, aber ich sehne mich nach Schokolade und denke irgendwie, daß es nicht ganz verkehrt ist, wenn Essen AUCH MAL Trost spendet. Jedes Extrem ist schwer durchzuhalten und nicht gut für den Kopf, der Verzicht genauso wie die Völlerei. 

In den letzten zwei Tagen hatte ich starke Kopfschmerzen, die neuartig krampfartig waren. Zu einer richtigen Migräne kam es nicht. Ich weiß noch nicht, wie ich das nun einordnen soll. Da hilft nur die Beobachtung über einen längeren Zeitraum.

Meine Haut hat sich wirklich sehr verbessert, an den Beinen ist sie auch straffer. Solche Dinge sind nett, aber waren anfangs gar nicht auf der Agenda. Meine Problemzone ist nur der Bauch. Der Drache sagt, er sehe den Unterschied, ich weiß es nicht so richtig. Es geht mir besser, was das ganze Bauchgefühl angeht. Ich weiß, daß vor allem der Verzicht auf Zusatzstoffe den Crohn beeinflußt. Glutenausschluß ist ganz wichtig für mich. Ich werde nach den 30 Tagen auch nur noch ganz selten Gluten (oder andere Getreideeiweiße) zu mir nehmen. Früher klappte das auch gut. Aller Jubeljahre mal ein Stück Torte in meinem Lieblingscafé, das habe ich dann richtig genossen. Das war so schön dort damals. Wie die gekocht haben... Paleo, obwohl das damals keiner kannte...

Heute hatte ich seit langem mal Durchfall. So richtig verstehe ich es nicht. Auch hier hilft nur Beobachtung.

Fange nun wieder an, regelmäßig Curcumin zu nehmen und merke, daß ich Bitterstoffe brauche. Curcumin wird nicht ausreichen. Wenn ich leicht wütend werde, liegt das an Leber/Galle. Der Experte wird es mir nächste Woche bestätigen. Man bombardiert die Leber schon regelrecht mit Fett und entgiftet sicherlich auch ordentlich, habe ja z.B. auch viele Kokosprodukte auf dem Speiseplan, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter, alles Dinge, die entgiftend wirken. 

Weiter geht's...

 

 

11.10.2017 um 18:16 Uhr

Mädchen

Gestern habe ich was über unsere Nachbarn herausgefunden... Sie sind Betrüger.

Sie ziehen ein angebliches Hilfsprojekt auf, das Geld landet aber in der eigenen Tasche. Wir hatten uns immer über die dicken Autos gewundert, weil sie ja nicht arbeiten... Ömmm...  Bei genauerer Betrachtung wird es einem klar. Die Polizei war auch schon da... na ja... was dort drüben abgeht, will ich manchmal gar nicht wissen. Die nehmen das Projekt als Geldwäschemaschine, das auch noch. Ob ich will oder nicht, ich muß das alles immer beobachten, sie fahren ja vor unserem Küchenfenster vor... 

Man könnte nun alle Spendensammler in einen Topf schmeißen. Mache ich aber nicht.

Eine Organisation, die korrekt arbeitet, zeigt am besten offen, wer was verdient. Natürlich braucht jede Art Organisation eine Verwaltung und vielleicht auch einige Vollzeitangestellte. Aber dann zeigt man auch Bilder von Projekten, hat einen Jahresabschlußbericht usw. und es kommt immer rüber, daß man versucht, Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten. 

Schwall ins All. Ich nehme den Internationalen Mädchentag zum Anlass, über Terre des Femmes zu spenden. Mein Konto ist leer, ist aber wurscht. Muß jetzt mal sein!

 

11.10.2017 um 09:24 Uhr

Whole30 XIV

Boundless energy has kicked in.

—-

Bin mal gespannt, wie es mir nach 30 Tagen gehen wird. Heute bin ich aber doch sehr begeistert, weil dieser Mittwoch so anders ist als andere. Normalerweise kriege ich mittwochs die komplette Ladung Cortisol ausgekippt über mir, obwohl ich frei habe und ausruhen könnte. Heute bin ich ruhig, aber fit und positiv aufgeladen. 

Wenn Whole30 mir jetzt mal gezeigt hat, was es erreichen kann, ist das schon gut so und reicht mir schon fast als Ergebnis aus.

Mal sehen, wie das Fazit nach 30 Tagen aussehen wird. Ich mache auf jeden Fall weiter. Heute hatte ich wieder Spaß am Kochen. Das einzige was mir wirklich fehlt, ist Schokolade. 

___

Ich hatte vergessen, wie lecker Anchovis sind! :-) 

 

10.10.2017 um 20:51 Uhr

Whole30 XIII

PMS und Heißhunger auf Schokolade. Kein guter Whole30-Tag.

Hätte heute fast das Handtuch geschmissen. Ich mache alles gut weiter, esse vielleicht zu viele Datteln, habe mir aber nie einen groben Schnitzer geleistet... trotzdem fühle ich mich wie ausgek... Vermutlich ist der Elektrolythaushalt durcheinander. 

O.k., nach einer Nacht mit sehr, sehr wenig Schlaf ist es fast ein Wunder, daß ich arbeiten konnte, die Mimi früher als sonst holen und wirklich gerne mit ihr spielen... Ein Wunder. Dabei ist mir noch einmal ganz deutlich aufgefallen, welches Kind bestimmt keine Autistin ist! Selbst die "autistischen Züge" sollen sich die E. sonstwohin stecken... Weiß noch immer nicht, was die richtige Entscheidung ist. Ich will von den Tussen meine Lebenszeit zurück, die draufgeht durch sinnlose Grübelei und schlaflose Nächte. 

Als der Drache heimkam, baute ich ab und dachte, so, jetzt fällste einfach um...

Uff, ich muß ins Bett. Bin total am Ende. Hoffe, daß ich in ein paar Tagen besser drauf sein werde und wieder mit mehr Herzblut dabei.

Eins ist sicher: Spinatfrittata sieht lustig aus, mag mein Bauch aber nicht. Geschmeckt hat sie, aber ich werde mir sowas nicht noch einmal machen. Dagegen war der Bobotie sowas von lecker und bekömmlich. Mit der Abwandlung (Banane statt Ananas, Pastinake statt Sellerie) hat er ganz fein geschmeckt und man hat immer das Gefühl, das ist ein Essen, das einen wärmt und stärkt. 

 

09.10.2017 um 20:08 Uhr

Whole30 XII

Kein toller Tag.

Der Drache ist sehr früh zur Arbeit gefahren, also mußte ich die Maus allein "fertigmachen" für den Kindergarten. Kam dort schon das erste Mal schweißgebadet an.

Dann Verkehrschaos. Ich kann nur sagen: Dümmer geht's immer. Am besten, wir lassen uns Flügel wachsen, vielleicht kommen wir dann noch zur Arbeit. Es ist bald nicht mehr lustig. 

Der Arbeitgeber mutet uns zur Zeit einiges zu, wo ich einfach sage: Ich bin hier nicht der Depp! Wenn es ganz hart kommt, werden ganz schlimme Zeiten folgen. Wir haben einen Termin mit Betriebsrat ohne Agenda - ich fürchte, was da kommt, wird keinem gefallen. Bin beizeiten nach Hause gefahren, mit den Nerven am Ende. Ich kann's nur verdrängen momentan. Was ich nicht verstehe ist, wie man jetzt noch das Geld aus dem Fenster schmeißen kann... alle stecken den Kopf in den Sand und warten ab. Ist es nicht Zeit, mal konkretzuwerden? Vielleicht bei dem besagten Termin. Ich hab' Angst.

Das heißt, daß die Wohnungssuche am Arbeitsort fürs erste beendet ist. Aus einem weiteren Grunde auch: Mimi.

Man hat uns heute gesagt, daß sie autistische Züge haben könnte und wir sollten das prüfen lassen. DAS war es, was so dringend, gleichzeitig so nebensächlich war, daß wir unbedingt zu zweit da aufschlagen mußten, aber egal wann, notfalls auch erst im Dezember... und hätten auf glühenden Kohlen gesessen... ohne eine Andeutung... Sie sind bestrebt, die Gruppe zur Integrationsgruppe zu machen. Ist Mimi ein Bauernopfer? Der neue Status wäre für alle Kinder gut, ist doch der Personalschlüssel echt mies.

Whole30 läuft gut, aber ich bin ganz fertig jetzt. Ich würde Mimi, bis sie 5 ist, immer nur Vertrauensvorschuß geben, erst ein Jahr vor Schulbeginn würde ich genauer hinschauen und mir Gedanken machen. Nur leider geht es hier nicht um uns. Hier geht es darum, daß eine Einrichtung ihren fehlgeleiteten Ansatz im nachhinein aufbessern will. Wäre ich selbst in einem Kindergarten mit offenem oder halboffenem System gewesen, hätte ich mich vielleicht ähnlich introvertiert gezeigt wie Mimi jetzt. Sie braucht mehr Zuspruch, sie haßt Veränderungen. Sie ist sensibel und leicht zu überfordern, wie ihre Eltern auch. In einer kleinen Gruppe Gleichaltriger war ich gut behütet, sie fällt aus dem Raster des Einheitsbreis. Oh je... meine kleine Maus. Ich würde sie so gerne in eine andere Einrichtung geben, aber wie wir heute gehört haben, ist sie sehr auf ihren besten Freund angewiesen. Ich werde sie nicht von ihm trennen, wenn ich nicht muß.

Eine harte Zeit... Ich glaube, "auf Zucker" hätte ich es alles noch schlechter weggesteckt.   

Na ja... Man kann jetzt nur Schritt für Schritt vorwärtsgehen. Mommes Neurinom ist verschwunden, aber sie sorgt sich mehr um Tante als um sich selbst und mehr, als die sich selbst Sorgen macht. Es kann alles So oder SO laufen. Da wir den einen Weg schon erlebt haben, machen wir uns Sorgen.

Ich habe das Gefühl, daß die Baustellen nie weniger werden. Hab seit Monaten nicht mit Vater gesprochen. Das liegt mir auch auf der Seele...

Dann noch irgendwie wieder was an der BWS verknackst bei der Arbeit vor lauter Anspannung...

Brrr... echt kein guter Tag. Und nächste Woche wird hart... Wenn es dicke kommt, dann richtig.