ER FEHLT...
Woran liegt es nur, dass nach all den unklaren Monaten und zahlreichen, sorgenvollen Momenten, nachdem nun alles ausgesprochen und dieses 'Dings da' zwischen uns beendet ist, er es noch immer ist, an den ich in vielen Situationen als erstes denke? Noch immer will ich so viel mit ihm teilen, noch immer schießen diese fiesen kleinen Impulse durch meinen Körper, noch immer verkrampft mein Herz, wenn ich dann aber wiederum feststelle, wie weit entfernt der falsche Prinz bereits ist und wieviel Zeit seit dem letzten wahren gemeinsamen Augenblick vergangenen ist. Ganz oft bin ich kurz davor, zum Handy zu greifen und ein "Verdammt noch mal, Du fehlst mir..." als SMS zu versenden. Doch ich tu's nicht. Was soll ich einem Nein auch entgegnen? Einem zweifachen Nein, wohlgemerkt! Kann eine Botschaft deutlicher und vor allen Dingen entwaffnenter sein?
Für mich ist die Tatsache, dass wir im alltäglichen Dasein genau an diesem Punkt wieder angekommen sind, an dem wir vor einem Jahr noch waren, einfach nicht zu greifen: Anonym, versteckt, unauffällig, keine Aufeinandertreffen, kein einziges Wort - weder gesprochen noch geschrieben. Es hätte nicht so kommen müssen, doch haben wir es nun mal zugelassen und zu dem werden lassen, was es nun ist. Es ist wie eine Reise zurück in die Vergangenheit, doch ist der erneute Aufenthalt dort aufgrund der Last der Erinnerungen und schmerzlichen Erfahrungen verdammt hart. Wie kann dieses Dazwischen einfach so verschwinden? Und kann einem Menschen so ein Dazwischen tatsächlich so sehr fehlen, auch wenn es kein bißchen perfekt war?
Es sieht so aus. Er fehlt...
