Trollfutter

27.09.2017 um 18:14 Uhr

Worte

Wir benutzen leere Worte um volle Bilder zu malen! Ein Wunder, dass wir uns überhaupt verstehen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenmijoni schreibt am 27.09.2017 um 19:55 Uhr:Und dann auch noch in "Deutsch" ... Eine wahrlich schwere, harte, differenzierte Sprache ... 😎
    "Wir" verstehen uns? ... 🤔 ... nö. Meist verstehe ich so gar nichts von dem, was andere so von sich geben und es scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen, was tröstlich und beruhigend ist ... 😂😂😂
  2. zitierenFrau_VonUndZu schreibt am 27.09.2017 um 20:53 Uhr:Gegenseitiges Verständnis scheitert doch schon an der unterschiedlichen Interpretation der Bilder, die mit den leeren Worten gemalt werden. Oder daran, dass man einander einfach nicht zuhört, was bei anspruchsvollerer Formulierung leicht mal der Fall sein kann.
  3. zitierenmijoni schreibt am 27.09.2017 um 22:37 Uhr:Das was ich sage, ist nicht das, was du verstehst ... Immer wieder.
  4. zitierenlautlos schreibt am 28.09.2017 um 12:34 Uhr:Selbst wenn Bilder mit richtigen Farben gemalt wurden, sieht jeder etwas anderes darin. Wie sollte es da mit leeren Worten anders funktionieren können?
    Allerdings war mir neu, daß wir uns verstehen. Wen meinst du mit "wir"?
  5. zitierenLyriost schreibt am 28.09.2017 um 14:36 Uhr:Auf der verbalen Ebene verstehen wir uns besonders dann, wenn wir nicht in der Lage oder willens sind, uns so darzustellen, wie wir sind. Das aber ist meistens der Fall. ;-)
  6. zitierenAmanita schreibt am 30.09.2017 um 23:28 Uhr:Es ist vollkommen egal, ob jemand etwas versteht. ... Alles ist Text. Der Text ist unendlich. Die Sprache, oder allgemeiner gesagt, alles, was aus Zeichen und Regeln besteht, ist das große "Es gibt..." Der Text ist Gott und das Nichts. "Im Anfang war das Wort" (wir erinnern uns) :)
  7. zitierenLyriost schreibt am 01.10.2017 um 12:02 Uhr:Im Anfang war nach meiner Erinnerung, liebe Amanita, nicht das Wort, sondern das χάος. So lesen wir bei Hesiod. Und auch in der Genesis im Alten Testament ist die Erde erst mal "wüst und leer". Später dann entschlüpfte einem Herrn das Wort. Erst im Neuen Testament bei Johannes lesen wir dann, nach Luther: "Im Anfang war das Wort." Wenn wir dieses Wort zurückwenden auf den Urbeginn, dann ist das eine retrospektive Projektion und sehr wagemutig wie alles, was Enstehungsgeschichte und Religion vermischt.
  8. zitierenlautlos schreibt am 02.10.2017 um 19:51 Uhr:Wenn für dich vollkommen egal ist, ob jemand etwas versteht, dann ist das deine Meinung.

    Wozu Worte...Texte...wenn nicht unser Bestreben das Verstehen wäre?
  9. zitierenlautlos schreibt am 02.10.2017 um 19:52 Uhr:Mein Kommentar galt Amanita.
  10. zitierenAmanita schreibt am 18.10.2017 um 08:16 Uhr:Das, was wir allgemein "Verstehen" nennen, ist die Denkarbeit des Empfängers, nicht des Absenders, und ein Absender, der beim Empfänger ein Verständnis in seinem eigenen Sinn erzeugt, hat sich eines logozentristischen Textes bedient. Er unterscheidet sich dann in nichts vom Übermittler einer Nachricht oder einem Propagandisten.

    Schon gut, ich höre ja schon auf - ich kann mir vorstellen, dass Paul de Man und Jacques Derrida heute an den Unis nicht mehr gelesen werden :)))
  11. zitierenLyriost schreibt am 24.10.2017 um 16:20 Uhr:Paul de Man, liebe Amanita, wurde meines Wissens an den hiesigen Unis nie sonderlich beachtet oder höchstens in Vorlesungen über antijüdisches Denken erwähnt. Der Derrida-Kult war eine Mode vor allem des Dekonstruktionstheaters der achtziger Jahre. So vergänglich wie der wissenschaftliche Jargon (mit Ausnahme von Paradigmenwechsel und Rekurriergeschwätz). Und der Fliesengeschmack.

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