Unausgesprochen

14.09.2007 um 15:32 Uhr

Der Countdown läuft...

von: clare

...noch 1,5 Stunden arbeiten, dann gehts ab nach Sylt.
Freu mich drauf, bin trotzdem seltsam angespannt. Vor den Urlauben mit Eff war ich irgendwie relaxter.

Naja, meld mich danach mit einem Reisebericht wieder.

P.S. Gestern kam eine MMS von Eff, ein Bild einer malerischen Dünenlandschaft, darunter stand nur "Wish you were here"

04.09.2007 um 21:16 Uhr

Abschied

von: clare

Wir haben uns am Telefon verabschiedet. 

"Mit wem fährst Du nach Sylt?"
"Mit Jott"
"Endlich ist es raus. Ich wünsche Dir, dass Du wieder glücklich wirst."

Unerträgliche Stille, Erinnerungen, die im Zeitraffer durch meinen Kopf jagen.
Seit dem Telefonat höre ich unser Lied in Endlosschleife, ich habe es nach unserer ersten Nacht morgens unter der Dusche gehört.
Totale Leere in mir und nur ein Gedanke:

Habe ich einen Fehler gemacht?

 

Study your face and fade the frame
Too close for comfort now
We can recall the harmony
that lingured but turned sour

 

30.08.2007 um 10:13 Uhr

Müde und genervt

von: clare

11 Stunden arbeiten pro Tag plus Antidepressiva, die mich schlagartig in einen nich enden wollenden, komatösen Schlaf fallen lassen - das ist mein Tagesablauf zur Zeit. Keine Zeit für Freunde (die sich mengenmäßig sowieso so reduziert haben, das alle zusammen locker in ein Dixi-Klo passen würden und da noch Paartanz veranstalten könnten).
Wenn man so deprimiert ist, dass die "Freunde" nur noch genervt von den ewig gleichen Geschichten sind, reduziert sich der Freundeskreis blitzartig. Entweder sie halten mich für bekloppt - oder es interessiert sie einfach nicht. Also sage ich nichts - man will ja nicht zur Last fallen.

Ich bin frustriert. Genervt und müde.

Gut, dass meine beste Freundin ab Montag einen Monat in meiner Stadt ein Praktikum macht. Hoffe, das zieht mich wieder ein bißchen hoch.

Ansonsten gilt: Noch 12 Arbeitstage bis zum Urlaub. Wenn mein Chef ihn nicht streicht.

21.08.2007 um 21:21 Uhr

Rückfall II

von: clare

Eff hat an dem Abend noch zurückgerufen. Und ich, die seit Wochen nicht mehr weinen kann, brach allein beim Hören seiner Stimme in Tränen aus. Eine Viertelstunde später stand er mit meinem Lieblingsobst vor der Tür. Wir saßen zwei Stunden auf meinem Sofa, völlig still, er hat mir nur beruhigend übers Haar gestrichen und mich ganz fest im Arm gehalten.
Als ich fast schon eingeschlafen war, hat er mich ins Bett gebracht und sich wie selbstverständlich neben mich gelegt.
Es war so unglaublich schön, am nächsten Morgen neben ihm aufzuwachen.
Trotzdem ist es nicht gut, denn jedesmal beginnt alles wieder von vorn.

13.08.2007 um 21:58 Uhr

Rückfall

von: clare

Meine Nase ist zu, ich habe Fieber, huste mir die Lunge aus dem Körper und mir tut jeder Knochen weh.
Kurz: Ich habe eine Bronchitis und es geht mir bescheiden.

In solchen Situationen hilft mir nur eins: Mich von meinem Liebsten pflegen lassen, der mir Obst und Medikamente bringt, liebevoll über den Kopf streichelt und mir sagt, dass alles wieder gut wird. Eff hätte das getan. Hat es immer getan, wenn es mir nicht gut ging.
Also schreibe ich Jott eine SMS, in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten: "Wo bist Du?".
Er antwortet "Bin in 15 Min. zu Hause". Er war bei IHR und seinem Sohn. Es ist egoistsch, aber ich bin enttäuscht. Ich hätte ihn heute gebraucht und er war nicht da.
Ich weiß nicht, ob ich für eine Beziehung geschaffen bin, in der mein Partner neben mir noch ein zweites Leben hat. Eins, das ich selbst gern gehabt hätte. Jott hat einmal treffend gesagt "Für manche Dinge gibt es nur ein erstes Mal...alles was danach kommt, wird nicht dasselbe sein."

In meinem Fieberwahn wähle ich die erste Nummer, die mir einfällt. Effs Nummer. Er ist nicht da. Ist wahrscheinlich besser so. Keine Ahnung, was ich ihm sagen wollte.

06.08.2007 um 18:46 Uhr

Just another manic Friday...

von: clare

Freitag ist für mich der schönste Tag überhaupt. Der letzte fing besonders erfreulich an.
Mein Chefchen schickte mich als Belohnung für die diversen Überstunden der letzten Wochen um 16 Uhr nach Hause, der Wetterbericht sagte Strandwetter für das komplette WE an und ich freute mich auf zweieinhalb sonnige, entspannte Tage mit Jott.

Naives Schäfchen.

Freitagabend, 23 Uhr. Jott und ich mit zwei Freunden von ihm im einer "In-Location" der Stadt. Ich steh an der Bar und warte sehnsüchtig auf meinen ersten Cuba Libre (der läutet mein WE im allgemeinen ein). Freudig nehme ich unsere Drinks entgegen, drehe mich um und schon wußte ich: Das wird definitiv nicht nicht nicht mein Abend. Jotts Frau, aufgestylt bis in die manikürten Nägel, die sich gerade freudestrahlend Jotts Freunden um den Hals wirft. Jippieio. Jott, der in solchen Dingen ein grandioses Timing hat, ist auf der Toilette. Wie schafft er es nur immer, nicht anwesend zu sein, wenn ich IHR über den Weg laufe? Und warum, zum Teufel, schafft SIE es, mich durch Ihre bloße Anwesenheit völlig zu verunsichern?
SIE ignoriert mich völlig, schaut noch nicht mal ansatzweise in die Richtung, in die ich auch nur atmen könnte.
Puh, Glück gehabt, Jott kommt zurück. Seinem Gesicht sehe ich an, dass er sich seinen Freitagabend auch anders vorgestellt hat. Gequält nimmt er SIE in den Arm und schaut gleich beruhigend zu mir. Genau das habe ich gebraucht. Na denn, auf zu meinem Lieblingsspiel. Ich mime die Coole.
SIE bleibt demonstrativ 20 Minuten neben uns stehen. Ebenso demonstrativ küsst mich Jott. Guter Mann.

 


Fortsetzung folgt...

01.08.2007 um 17:27 Uhr

Buchstabensuppe Reloaded

von: clare

Ich hatte mich mit Eff darauf geeinigt, dass wir unseren Kontakt abbrechen. Vorläufig - denn man soll ja nie nie sagen, auch wenn man am liebsten "NIE!!!!" schreien würde, das ist eine der wenigen Erkenntnisse der letzten Wochen.

Ganze 10 Tage hat das auch funktioniert - keine Mail, keine SMS, kein ICQ. Und es begann etwas Wunderbares: Zum ersten Mal seit Monaten entspannte ich mich. Keine quälenden Nackenschmerzen, keine Migräne, und Hunger habe ich auch wieder.
(Der einzige Punkt, der in dem Chaos der letzten Monate zu einer gewissen Befriedigung meinerseits geführt hat. Ich habe es fast wieder, mein Gewicht von vor 7 Jahren! Der Traum jeder Frau wird wahr! Lasst die Korken knallen und holt die Jeans von 1999 wieder raus!).
Der Mangel an Zucker führt offensichtlich gerade bei mir zu massiven Wahnvorstellungen.
Ich hol mir mal kurz ein Mars.

Jedenfalls entspannte ich mich. Bis gestern mittag. Eine Mail von Eff.

Hey,

wollte nur mal kurz hören, wie es dir geht!
...ich konnte es am WE nicht lassen und hab noch mal ein paar eurer Mails aus deiner Sicherung gelesen...oh mann tut immer noch weh...schon komisch...vielleicht ist ja Jott doch der Richtige für dich? 
Hab viel an dich gedacht..hoffe dir gehts langsam besser...und du kannst wieder lachen!

Eff

Nach dieser Mail holte ich tief Luft, nahm mir eine Zigarette, fuhr mit dem Aufzug runter und stellte mich auf unseren Firmenparkplatz. Dann fing ich laut an zu schreien.

In den letzten Tagen meines vorherigen Jobs bat ich Eff, meine privaten Mails zu sichern. Er wollte wohl auf Nummer Extra-Sicher gehen und hat direkt eine Kopie mehr gemacht, die er dann *hüstel* bei sich in Verwahrung genommen hat. Ohne mein Wissen.
Jetzt weiß ich, wie man sich fühlt, wenn der Ex-Freund auf die gesamte private Email-Kommunikation der letzten zwei Jahre zugreifen kann: Nackt.

Gut, dass ich mich auf Jott verlassen kann. Nach dem SMS Desaster haben wir eine ganze Nacht durchgequatscht und alles, wirklich alles auf den Tisch gepackt. Danach fühlte ich mich unglaublich erleichtert.

In diesem Zuge haben wir unseren ersten richtigen gemeinsamen Urlaub geplant, 5 Tage Sylt.
Kein Eff, keine (noch) Ehefrau von Jott, kein Jott junior - Entspannung pur. Ick freu mir.

18.07.2007 um 11:31 Uhr

Kann das mal jemand abstellen?

von: clare

Montag Nacht mit Jott:
Geredet, gegessen, getrunken, geraucht...

Dienstag Nacht mit Eff:
Sex, Sex, Sex...

Heute morgen mit mir selbst:
Mit Migräne aufgewacht und erstmal zur Arbeit gequält. Selbst das Geräusch der sich auflösenden Aspirin im Wasserglas treibt mich in den Wahnsinn. Vom klappern der Tastatur ganz zu schweigen.

Die Migräne war wohl nur der Startschuss zu einem weiteren, unvergesslichen Tag im Leben von mir und den beiden Anwärtern zum "Man of the year 2007". Eine Email von Jott. Er hat Montag abend meine SMS mit Eff gelesen und mir alle schön säuberlich in einer Mail runtergeschrieben. Darunter nur noch:

Was soll ich dazu sagen? Vertrauen?

 

Ich glaub, ich leg jetzt meinen Kopf auf die Tastaur und schlafe. Gute Nacht.

14.07.2007 um 10:45 Uhr

Kamera, Licht uuuuuunnndd...ACTION!

von: clare

Mein Freund Jo hat mich letztes Wochendende gefragt "Warum hast Du Dich eigentlich letztendlich von Eff getrennt?"

Es wäre einfach zu sagen "Wegen Jott". Stimmt aber nicht.  Es war meine verdammte Neugier. Die ganze Ex-Geschichte machte mich misstrauisch...wenn er seine Verflossenen schon so offensichtlich an der Wand hängen hat, was mag sich dann wohl in den diversen Schubladen, Kisten und Festplatten verbergen?

Ich weise daraufhin: DIE FOLGENDEN HANDLUNGEN SIND NICHT ZUM NACHAHMEN GEEIGNET!! ES KÖNNEN SCHWERE IRREPERABLE HERZ- UND HIRNSCHÄDEN AUFTRETEN!!!

Was soll ich sagen? Eines Morges war ich allein bei ihm und ein klitzekleiner Blick in den einen Karton da hinten kann doch nicht schaden, in den, der so verführerisch zu rufen scheint "Öffne mich, Clare...in mir verbergen sich Geeheeeeiiiimniiiisseeee". Also - zack - Vernunft aus, Miss Marple klärt ihren neusten Fall.
Wenn ich eine Sache der letzten Monate ändern könnte, um mich heute besser zu fühlen, dann wäre es dieser Moment gewesen. Shit happens.

Ich wühlte mich durch diverse Urlaubsfotos mit seinen Ex...nicht besonderes, hat ja jeder. Ich wollte den Karton fast schon wieder zumachen und mich eine Paranoikerin schimpfen, als mir ein Umschlag in die Hand fiel. Na gut, da auch noch mal nen Blick reinwerfen, nu ist ja eh zu spät. Entgegen fielen mir eine Serie von Fotos von Eff mit Jackie, seiner letzten Freundin. Die Fotos zeigten die beiden in Nahaufnahmen während munteren Sexspielen, in deren Verlauf sie offensichtlich Gefallen daran gefunden haben, sich diverse Gegenstände in diverse Körperöffnungen zu stecken. Ich bin nicht prüde...keineswegs...aber es gibt Dinge, die will ich einfach nicht sehen.

Sorry, dass ich so deutlich werde, aber ich glaube nur so kann man sich ansatzweise vorstellen, wie kotzübel mir in diesem Moment geworden ist. Mein Magen drehte sich komplett nach außen...so hab ich mich erst mal auf seinem Klo übergeben.
Schon lustig, ich habe Jackie noch nie kennengelernt, aber seit ich die Fotos gesehen habe, könnte ich schwören, ich kenne ihr Innerstes (HA!). Scheiss Galgenhumor.

Nachdem ich mich einigermaßen wieder gefangen hatte, habe ich ihm die Fotos auf den Wohnzimmertisch gelegt, seinen Haustürschlüssel dazu und einen Zettel "Dein Auto bringe ich Dir am Wochenende".

Auf der 100 km-Fahrt nach Hause habe ich nur geheult. 

13.07.2007 um 14:45 Uhr

Retrospektive

von: clare

7 Monate zuvor.
Ich habe Eff auf einer Abschiedsparty eines Kollegen kennengelernt.
Eigentlich hatte ich einen Blick auf jemand anderen geworfen - aber wer läßt sich schon ernsthaft mit einem Mann ein, den alle "Chico" nennen? Da kann ich ja gleich ne Nummer ziehen und mich hinter zwölf sonnenbankgebräunten, blondierten, kichernden 20jährigen anstellen...ne kinners, dat jeht nich jut.

Eff ist mir gar nicht besonders aufgefallen. "Nett" beschreibt den ersten Eindruck am besten. Ein Kumpeltyp. Ein bißchen hyperaktiv (diese Eigenschaft hat mich im Laufe der Beziehung an den Rand des Wahnsinn getrieben).
Aber das erste, wirklich erste was sich dachte, war "Der ist unter Garantie schwul".
Doch auch dieser Umstand hat sich schnell geklärt. In unserer ersten Nacht...knick, knack, Ihr wisst schon.

Die ersten drei Monate waren unwirklich schön. Chillige Wochenenden, Trips nach Spanien, Berlin und Kopenhagen...nach 6 Monaten Single-Zeit (die bezeichnenderweise längste Phase bis dato...Nachtigall, ick hör Dir trapsen) tat mir das alles gut. Es fühlte sich richtig an.

Leider weigere ich mich grundsätzlich, meine rosarote, wie erwähnt, nicht TÜV-zertifizierte und mit Strasssteinchen besetzte Sonnenbrille abzusetzen. Zumindest, bis selbst ich erkenne, dass die Sonne längst untergegangen ist.

Es passte alles. Ich war mehr oder weniger unzufrieden in meinem Job und wollte mir was Neues suchen. Und wenn man eh auf Wolke 7 schwebt, warum nicht die 100 km Distanz auf...sagen wir....öhm...20 cm (zur anderen Bettseite) verkürzen? Ein toller Job war schnell gefunden.
Aber Eff sah die Distanzverkürzung offensichtlich mit anderen Augen. 20 cm sind zu nah für jemanden, der 35 Jahre allein gelebt hat. 3-4 km langen doch völlig.

"Allein" ist ein gutes Stichwort für die Wolken, die nach und nach aufzogen. Wenn ich bei ihm war, waren wir nämlich nie wirklich allein. Dutzende von Postkarten seiner Exfreundinnen schmückten seine kleine, chaotische Altbauwohnung. Nach und nach stellte sich heraus, dass er offensichtlich ein sehr entspanntes Verhältnis zu seiner Vergangenheit pflegt. Nicht, dass er mir das erzählt hätte...aber manche Dinge lassen sich eben nur schlecht verbergen.
Bin ich eigentlich der einzige Mensch auf der Welt, der es seltsam findet, wenn der Freund alle auf der Welt existierenden Kommunikationsmedien nutzt, um mit seinen Exfreundinnen in Kontakt zu bleiben? Da wird gemailt, gesmst, geicqt, geskypt, geschrieben und telefoniert, was das Zeug hält.

Was ich daran eigentlich irritierend finde, ist die Tatsache, dass es nicht EINE Ex ist, sondern ALLE. Egal wie sehr sie ihn munter-fröhlich verarscht und hintergangen haben - ein Weihnachtsgeschenk und ein Anruf zum Geburtstag gehört zum guten Ton. Und ein Anruf an Neujahr. Und ein Treffen im Beachclub. Und ab und zu mal Kaffee trinken gehen. Und ab und zu mal Sex wenn sich die Gelegenheit ergibt...ok, das war gelogen. Alles andere stimmt.




 

12.07.2007 um 22:20 Uhr

Und täglich grüßt...

von: clare

Heute war es Eff, der vor meiner Tür stand. Um mir zu gestehen, dass er mich noch liebt? Um vor mir auf die Knie zu fallen und mir alles zu verzeihen? Um mich leidenschaftlich küssend in die Wohnung zu drängen, um mich dann hemmungslos im Flur zu vögeln?

Nein.

Um mir einen Waschmaschinenschlauch zu bringen.
Das muss Liebe sein.

Muss das Liebe sein?
Kann das Liebe sein?

Wir schlafen noch miteinander...aber das heißt nichts. Heute haben wir es nicht getan (nicht, dass ich nicht gewollt hätte, ganz im Gegenteil) - er hatte nicht viel Zeit. Haben uns für Montag verabredet, ruhiger Abend, zusammen kochen oder so. Wir wissen beide, wie es endet...und ich liebe es.
Ich weiß nicht, ob ich wieder richtig mit ihm zusammen sein will...dafür haben wir uns gegenseitig zu sehr verletzt.

Hab Jott vorhin angerufen...ich hab sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Dafür habe ich einen Radar. Derselbe schlägt übrigens auch stets bei Schuhen aus, die preislich nicht in mein Gehaltsgefüge passen. Aber das ist ein anderes Thema.
Öhm...ach ja, Jott. Wenn alles okay ist, flötet er ins Telefon als ob es kein Morgen gäbe. Ich hasse das, seine Stimme rutscht dann immer eine halbe Oktave tiefer und bekommt etwas wehleidig-verweichlichtes...
"Naaaa Schaaaatz, wie geeeeehts Dir???"
Als ob er an einer schweren Krankheit leiden würde und der Arzt ihm keine zwei Tage mehr geben würde. Wie kann ein Mann in Anwesenheit anderer so unglaublich tough sein und kaum ist man zu zweit, wird seine Stimme glibberig wie Wackelpudding?

Ich schweife ab. Jott geht also ans Telefon und ist verdächtig zurückhaltend. Kühl.
Seine Frau hätte fast einen Auffahrunfall gehabt und sei nun bei ihm. Sie stünde noch völlig unter Schock, aber es sei ja noch mal gut gegangen.

Er meldet sich später wieder.

12.07.2007 um 10:21 Uhr

Vertrauen

von: clare

Als ich gestern nach Hause kam, war Jott da.
Ich habe ihm geschrieben, dass ich es für keine gute Idee halte, ihn zu sehen. Zurück kam "Zu spät, ich stehe bereits vor Deiner Tür...weil ich Dich liebe und es nicht ertragen kann, wenn Du so bist. Könntest Du bitte anfangen, mir zu vertrauen?".
Vertrauen ist so eine Sache, wenn man zwanghaft kontrollsüchtig ist...wie ich.

Heute morgen habe ich Eff angerufen. Wir haben ein paar Tage nicht mehr telefoniert. Obwohl wir nicht mehr zusammen sind, macht ihm die Sache mit Jott zu schaffen. Wenn er mich einen Abend lang nicht erreicht, kann ich meinen Schuhschrank darauf verwetten, dass ich im Laufe des Abends immer wütendere -Schrägstrich- verzweifeltere SMS von ihm bekomme.

Wo bist Du?
Warum kann ich Dich nicht erreichen??
Ich kann Dir so nicht mehr vertrauen...was machst Du???
Ist Jott da????
WO BIST DU?????

Und zum Finale der Dolchstoß:

Ich bin enttäuscht von Dir.

Jedenfalls habe ich Eff erzählt, dass ich im Dezember Urlaub in New York plane...mit Jo, einem guten Freund. Eff hat Dänemark gebucht, surfen mit seinen Freunden, wie jedes Jahr. Letzes Jahr um die Zeit kannten wir uns noch nicht mal.
Wir driften auseinander...versuchen unser Leben ohne einander zu gestalten. Allein der Versuch fühlt sich wie eine Absage an eine mögliche gemeinsame Zukunft an. Scheiße, scheiße...tut das weh.

11.07.2007 um 14:08 Uhr

Die Tücken der Technik

von: clare

Gerade eine MMS von Jott bekommen: "Es denkt grad jemand an Dich und sehnt sich danach Dich in die Arme schließen zu können. Liebe Dich, mein Schatz."
Dumm nur, dass das angehängte Bild seine Frau zeigt. Noch dümmer, dass es mich kaum berührt, nur ein kleiner, pieksiger Stich im Bauch, mehr nicht...wahrscheinlich bin ich durch Eff schon abgehärtet, was das angeht.

Ja, Jott ist verheiratet. Noch. Sie ist vor 4 Monaten aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, kurz bevor unsere Affäre anfing. In seinem Handy hat sie offensichtlich lebenslanges Wohnrecht.

Nun gibt es zwei Varianten: Entweder galt die MMS ihr und nicht mir, dann könnte ich ihn zum Teufel jagen und hätte ein Problem weniger. Frage: Käme mir das ungelegen? Offensichtlich nicht wirklich, sonst wäre es nicht ein kleiner Stich gewesen, sondern es hätte mir mit der geballten Kraft einer Handgranate den Magen weggeballert. Ähm...ja. Variante zwei: Er ist einfach zu dämlich, um mir das richtige Bild zu schicken.

Und wie auf Kommando eine Email von Jott. Oh scheisse, tut mir leid, bin genau um ein Foto abgerutscht.

Wie würde Jott jetzt sagen? Aua.

11.07.2007 um 11:06 Uhr

Warum tue ich das eigentlich?

von: clare

"Schreib es endlich auf"
O-Ton des leicht klischeehaft aufgedrehten, aber unwiderstehlichen Freundes (aka Beistand in allen Lebenslagen).
Und ich gestehe: Ich habe schon länger darüber nachgedacht.

Man nehme: Die klassische Dreickssituation. A liebt B and the other way round...alles schick, rosarote Sonnenbrille inklusive (offensichtlich nicht TÜV-zertifiziert). Denn: Tataaaa!! C kommt daher und schmeißt einfach alle Bauklötze um. Stellt alles auf den Kopf, was man sich so feinsäuberlich in seinem stepfordschen' Hirn zurechtgeträumt hat.
Jott oder Eff, das ist also das Thema (A und B waren natürlich nur wohlklingende Platzhalter - ha!). Und mittendrin moi.

Ich bin in eine fremde Stadt gezogen und habe meinen Job gewechselt, um bei dem Mann zu sein, den ich liebe.

Das alles gehörte DEFINITIV NICHT zu meinem Plan.