Hier kommt ein sehr interessanter Artikel ber Schmetterlinge von dem Biologen Thomas Schmidt - gefunden auf seiner Webseite *klick*. Vielleicht hat man ja schon mal gehört, dass man Schmetterlingflügel nicht anfassen darf, weil sie sonst nicht mehr fliegen könnten. Und vielleicht hat man schon Schmetterlinge mit zerfledderten Flügeln gesehen. Was es damit auf sich hat, erklärt Thomas Schmidt in diesem schönen Artikel.
Wenn Schmetterlinge
älter werden
Wenn ein Eulenfalter aus Südamerika mit zerzausten Flügeln durch die Luft torkelt, dann liegt das wohl mehr am Alkohol im Saft alter Bananen als an seinen demolierten Flügeln. Ein Flugzeug stürzt ab, wenn seine Tragflächen zerfetzt und durchlöchert sind, der Falter kann jedoch weiterfliegen.
Wichtig ist nur, daß die Adern in seinen Flügeln nicht zerstört sind. Sonst ist nämlich die Blutzufuhr unterbrochen, und es fehlt die Kraft für die Flugbewegung. Manchmal sieht ein Schmetterling wie ein Fischgerippe aus, weil nur die stabilen Adern übriggeblieben sind. Aber auch diese Jammergestalt kann noch fliegen, allerdings erinnert das dann mehr an ein hüpfendes Häschen.
Schon bei den ersten Flügen nach seiner Geburt stößt der Falter immer wieder gegen Zweige und Blätter. Teile der dünnen Flügel brechen ab. Auch beißen manchmal Vögel kleine Stückchen heraus.
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Papilio aegeus mit zerzausten Flügeln: Er ist »abgeflogen«, wie der Lepidopterologe sagt. Von Geburt an stößt der Schmetterling bei jedem Flug an Zweige und Blätter, so daß Teile der empfindlichen Flügelmembran abbrechen
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Je älter ein Schmetterling wird, desto zerzauster und zerpflückter sieht er aus. Er fliegt zwar jetzt nicht mehr so elegant, aber er erreicht problemlos die Blüten, um Nektar zu trinken. So kann er sein kurzes Leben von nur drei Wochen beschließen, ohne verhungern zu müssen.
Bei einem älteren, abgeflogenen Schmetterling werden auch die Farben immer blasser. Das liegt an der Veränderung der Farbstoffe in den winzig kleinen Schuppen auf seinen Flügeln. Außerdem gehen beim Fliegen ständig Schuppen verloren. Das passiert auch, wenn jemand einen Falter anfaßt. Allerdings ist es ein Aberglaube, daß der Schmetterling dann nicht mehr fliegen kann. Das beweisen die Schmetterlinge, die ohne Schuppen auf den Flügeln geboren werden: die sogenannten Glasflügler.
Ein abgeflogener Schmetterling kann zwar noch fliegen, aber einen eleganten Hochzeitsflug bringt er nicht mehr zuwege. Wenn zuviele Schuppen verloren gegangen sind, dann verschwindet das bunte Farbmuster, und die Partner können sich nicht einmal mehr erkennen. Das ist aber nicht so schlimm, denn die Hochzeit findet statt, wenn die Falter jung und schön sind.
Copyright bei Thomas Schmidt Naturfoto
Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Schmidt hier in meinem privaten Blog veröffentlicht.