Es ist immer gut,
einen Tim in der Nähe zu haben
Tim - auch genannt Timmy, Schlimm, Schlimmibu, Timbu - ist ein wunderbarer Freund, ein Tröster in Zeiten der Trauer oder der Krankheit, einfach ein riesengroßer Schatz. Als seine Laika gestorben war, da tröstete er mich. Er lag die halbe Nacht bei mir, und „hielt meine Hand"... tatsächlich, er legte seine Pfote in meine Hand, und so schliefen wir ein... Als ich aufwachte, lag Tims Pfote immer noch in meiner Hand.
Tim-Seele
Tim kam zu uns, als wir ein Jahr lang nur mit Laika alleine waren. Laikas Gefährte war bis dahin Max gewesen, der ganz plötzlich eines Sonntag morgens starb... im Wald einfach umfiel und starb. Ein Jahr lang waren wir dann mit Laika allein, wollten gar keinen zweiten Hund mehr zu uns holen... doch Laika hatte genug vom Alleinsein mit uns. Ein Jahr war gut gewesen... sie hatte es genossen, unser alleiniger Mittelpunkt zu sein und unsere Aufmerksamkeit mit keinem anderen teilen zu müssen, weder mit Max noch mit irgendeinem Pflegehund. Doch jetzt vermisste sie einen vierbeinigen Gefährten... sie wurde traurig, scheinbar müde, unlustig, hatte keinen Appetit mehr. Wir kamen gar nicht auf die Idee, dass sie krank sein könnte, sondern es war irgendwie gleich klar, was Laikas Wunsch und Bitte war: einen neuen Freund zu haben.
Wie Tim dann zu uns kam, ist schon im Nachruf an Laika „Laikas Geburtstag - Unser Baby" in diesem Blog beschrieben. Er passte perfekt zu uns und zu Laika und fühlte sich vom ersten Tag an bei uns sehr wohl. Einige Wochen, nachdem wir ihn zu uns geholt hatten, kehrten wir noch einmal zu dem Heim zurück, wo er gewesen war, um den Leuten dort zu zeigen, dass es ihm gut geht. Als wir die Autotüre öffneten, stieg er aus, sprang über den fast zwei Meter hohen Zaun in den Garten des Hauses, begrüßte seine ehemaligen Kumpels, sah sich dann aber ein wenig ängstlich um, ob wir noch da seien, sprang schnell zurück und mit einem Satz ins Auto. Der Mann aus dem Heim freute sich. Tim hatte hiermit gezeigt, dass er sich hier wohlgefühlt hatte, aber auch deutlich gemacht, dass er jetzt zu uns gehörte. So sollte es sein.
Tim ruht
Es war offensichtlich, dass Tim sehr streng erzogen worden war... einerseits folgte er sehr gut, andererseits gab es Situationen, in denen er völlig verspannte, wenn er ein Kommando bekam, und es nicht ausführen konnte. Wir gingen dazu über, nicht mehr streng oder laut „Platz!", sondern mit freundlicher, sanfter und leiserer Stimme: „Leg dich hin" zu sagen. Das half. Er blieb locker und konnte sich hinlegen.
Bis heute müssen wir vorsichtig sein, wenn wir Männern auf der Straße begegnen... bei manchen bekommt Tim einen komischen Blick und dann müssen wir ihn eng zu uns holen, weil es dann sein könnte, dass er zuschnappt. Von der Optik her kann man keine Schlüsse ziehen, welche Männer Tim nicht mag... vielleicht ist es ein bestimmter Geruch. Das können wir leider nicht nachvollziehen. So müssen wir eben immer darauf achten, wie Tim schaut und ob er verspannt. Von den Männern, die wir kennen und die Tim nicht mag, stellte sich im Nachhinein immer heraus, dass sie in irgendeiner Weise nicht ganz „in Ordnung" waren... aber dazu wollen wir lieber nichts weiter sagen...
Wir machten in unserem Wohnmobil eine lange schöne Reise durch Frankreich und Italien. An einem Stück Strand in der Nähe von Venedig parkten wir das Wohnmobil und gingen an den Strand. Nach einer Weile merkte mein Mann, dass er etwas vergessen hatte und wollte zurückgehen. Er fragte Tim, ob er ihn begleiten wolle, und Tim wollte! Und wie er wollte, er sprang weit voraus, so dass mein Mann schon nicht mehr nachkam, und auf Rufen reagierte Tim nicht. Dann hörte mein Mann Tims Gebell... und als er am Parkplatz ankam sah er Tim „breitbeinig" dastehen... Das Schloss der Beifahrertüre war aufgebrochen und die Scheibe kaputt... es fehlte jedoch nichts. Tim war rechtzeitig gekommen und hatte die Diebe in die Flucht geschlagen.
Der Philosoph
Als wir das einem Freund von uns erzählten, lachte er und sagte: „Es ist immer gut, einen Tim in der Nähe zu haben!" Das ist seither bei uns ein geflügeltes Wort und vor allem auch ein wahres Wort! Dazu gibt es noch eine Begebenheit zu erzählen, wo Tim seinen Beschützerinstinkt auslebte:
Wir lebten fünf Jahre lang in einem kleinen Ort bei Potsdam, und ganz in der Nähe unseres Hauses war ein Lager für die polnischen Erntehelfer. Es war gerade die Zeit der Spargelernte, und das Lager war voll belegt. Da hörten wir des nachts jemanden an unserem Balkon. Mein Mann ging mit Tim hinaus und schaute, was los war. Einer der Polen stand betrunken und blutend vor ihm und versuchte ihm irgendetwas zu erklären, er sprach jedoch überhaupt kein Deutsch. Tim stand wie ein Fels in der Brandung vor seinem Herrchen und fixierte den Betrunkenen, so dass dieser sich meinem Mann nicht nähern konnte. Einige Male versuchte er es - in welcher Absicht auch immer -, da ging Tim nach vorne und drohte. Mein Mann rief schließlich die Polizei. Es ging wohl um eine Schlägerei zwischen den betrunkenen Männern im Lager... Auf Tim ist Verlass, und offensichtlich kann er in solchen Situationen seinen Einsatz auch richtig dosieren... d.h. er beißt nur im Notfall zu, ganz im Gegensatz zu den Situationen, wenn er Männern begegnet, die ihn wohl an seine unschöne Vergangenheit erinnern... dann hat er solche Angst, dass er sogar von hinten zuschnappen würde.
Nachdem Laika über die Regenbogenbrücke gegangen war, dauerte es nicht lange, und Felix, der Glückliche, kam zu uns. Felix „passierte" uns einfach... es war unvermeidlich, dass er zu uns kam. Eigentlich war ich innerlich noch sehr zurückhaltend, was einen neuen Hund so kurz nach Laikas Tod betraf, und eigentlich wollten wir - wenn überhaupt - wieder eine Hündin... aber da war diese Griechin vom griechischen Restaurant, die uns vehement zum Nachbarshaus schickte, wo es „süße schwarz-weiße Hündchen" gab. Wie in Trance gingen wir hin und schauten... und dann geschahen die Dinge eben einfach, das kann man nicht mehr kontrollieren. Es waren nur noch zwei Rüden zu vergeben, keine Hündin. Und Felix hatte uns von Anfang an angeschaut. Und als wir das zweite Mal hinkamen, kam er sofort auf uns zugewatschelt... und das im Alter von 6 Wochen! Und er hörte beim dritten Mal schon auf den Namen Felix!
Tim wacht
Tim kümmerte sich immer liebevoll um den Kleinen und tut es auch jetzt noch. Die beiden verbindet eine tiefe, liebevolle Freundschaft. Ihnen beim Spielen, Raufen und Schmusen zuzusehen ist die reinste Wonne... Schnauzenzärtlichkeiten werden ausgetauscht, wobei Felix brummt, als sei er „der Große"... das ist aber alles nur Mache... Wenn Tim nur einmal leise knurrt oder ihn scharf von der Seite anschaut, kuscht er, wie sich das für einen jungen Kerl einem Alten gegenüber auch gehört.
Tim ist eine Seele von Hund, der auch im Altenheim immer für gute Stimmung sorgt. Er ist geduldig, lässt sich streicheln, geht zu allen Menschen hin, und selbst die, die sonst Angst vor Hunden haben, fürchten sich vor Tim nicht. Wir freuen uns sehr, seine Menschen sein zu dürfen.