23.11.2010 um 20:48 Uhr
14.09.2010 um 22:35 Uhr
Kurz vor dem Sterben...
07.06.2010 um 17:38 Uhr
Schon wieder...
Schon wieder. Ein Mensch geht auf mich zu und erzählt mir, dass sein Hund gestorben ist. Und erzählt mir die ganze Geschichte. Ein älterer Mann, ein waschechter Franke. Mit seinem starken Dialekt, dem verwitterten Gesicht und den blauen Augen, in denen ein klein wenig das Wasser stand sah er so anrührend aus. Es war so eine Mischung aus hart und weich. Ich kannte den Hund von Ferne, und den Mann auch nur von Ferne. Ein Rottweiler, der nach dem Fressen wegen einer Frau, die auf der Brücke stand, immer am Zaun hochsprang, mehr spielerisch... dann ging es ihm plötzlich schlecht, er lief geduckt herum... Der Mann dachte sich noch nichts dabei. Der Hund ist fast immer im Hof. Als der Mann etwas später wieder in den Hof kam, lag der Hund mitten da, mit aufgeblähtem Trommelbauch, steinhart. Er fuhr zur Tierklinik, nicht weit. Aber es war zu spät. Magenumdrehung. Er bzw. sie, eine Hündin, starb. Sie war 11. Das war vor Weihnachten. Während er erzählt krault er ab und zu Felix und man merkt, dass er ein sehr herzliches und natürliches Verhältnis zu Hunden hat. Nicht gekünstelt, nicht "ach wie süß", aber sehr herzlich. Er lächelt, als er sieht wie Felix auf Mäuse lauert und ich ihm erzähle, dass er sie gerne auch frisst, wenn er sie denn bekommt. Seit 45 Jahren hatte er immer einen Hund, sagte er, aber jetzt wär Schluss. Sein Enkel drängt ihn, wieder einen zu holen, aber er will nicht mehr. Es reicht. Nein, nicht weil er die Arbeit mit dem Hund nicht mehr haben will, sondern weil es immer wehtut, sie irgendwann wieder begraben zu müssen. Aber ich glaub's ihm noch nicht ganz. Wir werden sehen... ich komme ja öfter da vorbei.
05.03.2009 um 13:57 Uhr
Zuhause sterben...
Eine Bekannte, die auch einen Hund hat(te), haben wir heute wiedergetroffen. Ohne Hund. Er ist Ende letzten Jahres, also noch gar nicht lange her, an Krebs gestorben. Er war ein lustiger kleine Hund mit einer seltsamen Macke... knurrte immer unsere Hunde an, wedelte dabei aber mit dem Schwanz, und Felix ignorierte das Knurren einfach und wedelte ihn immer freundlich an... nach einer Weile spielten sie dann miteinander.
Als der kleine Hund einige Zeit nach der Krebsdiagnose letztes Jahr mehrere Tage nichts mehr fressen wollte und sehr schwach war, rang sich die Frau durch, ihn beim Tierarzt einschläfern zu lassen. Als der Hund beim Tierarzt auf dem Tisch stand, sprang er von da freiweg wieder runter, stellte sich an die Türe und wedelte mit dem Schwanz. Klar, dass der Tierarzt ihn unter diesen Umständen nicht einschläferte.
Die Frau nahm ihn wieder mit nach Hause. Zwei Tage lang fraß er wieder. Dann starb er. Ruhig und friedlich zuhause in ihren Armen.
01.05.2008 um 18:51 Uhr
Spukende Tiere
In der Schrift "Reiseführer ins Jenseits" von Lotte Ingrisch (22 Seiten, pdf-Datei: http://www.schule.at/dl/Reisefuehrer.pdf) gibt es auch ein Kapitel über spukende Tiere. Sollte jemand der Leser und Leserinnen hier schon mal so eine Erfahrung gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn Ihr darüber berichtet!
Tierischer Besuch aus dem Jenseits
"Nun, Tiere spuken wie Menschen, und zuweilen erscheinen ihre Geister denen, die um sie trauern. Nicht nur zuweilen, würde ich meinen, sondern stets. Dass wir sie so selten bemerken, liegt an uns selbst. Der Menschsieht, was er zu sehen erwartet. Für das Unerwartete ist er blind. Denn wir halten nur, was wir für möglich halten, für wirklich. Halten Sie alles für möglich, und Ihrer Wirklichkeit sind keine Grenzen gesetzt!
.
Überaus zahlreich sind die Berichte über Erscheinungen toter Tiere, und es haftet ihnen kaum etwas Gespenstisches an. Unsere Gefährten sind so zärtlich, fröhlich und mutwillig wie zur Zeit, als sie noch lebten. Manchmal sieht man sie unverändert, manchmal verschwommen, und manchmal überhaupt nicht.Auch daran ist nichts Erstaunliches, da alles Strahlung und Schwingung ist auf dieser Welt. Tatsächlich hängt es von unserem jeweiligen Zustand, der eigenen Frequenz ab, welche Energien oder Bilder wir in unser Bewusstsein einfließen lassen.
.
Glück jedenfalls hatte das Ehepaar Kresgal, denn es verdankt sein Leben einem toten Hund. Corkys Stimmbänder waren einmal verletzt worden, als auf ihn geschossen wurde, und sein heiser krächzendes Bellen war mit nichts zu verwechseln. Er starb 1953, und zwei Jahre später zogen die Kresgals nach NewYork. Da wurde Mrs. Kresgal eines Nachts durch Corkys heiseres Bellen geweckt. Sie glaubte natürlich, zu träumen. Als aber das Bellen kein Ende nahm, stand sie auf. Sie öffnete die Tür ihres Schlafzimmers. Dicke Rauchwolken trieben sie zurück. Das Haus stand in Flammen.
.
Skeptiker mögen annehmen, die Dame hätte im Schlaf den Rauch gerochen, und ihr Unbewusstes hätte einen Warntraum produziert. Und wahrscheinlich lassen viele Geschichten, in denen tote Tiere als Lebensretter auftreten, mehr als nur eine einzige Deutung zu. Wirklich verbürgen kann ich mich aber für zwei Geschichten. Die eine habe ich selbst erlebt, die andere schrieb mir der Dichter Alexander Lernet-Holenia 1974 in einem Brief aus der Hofburg.
.
,
Die andere Geschichte betrifft meinen goldäugigen schwarzen Kater Wui Wui, der am 21. August 1978 überfahren wurde, und den ich auf unserer Wiese begrub. Seit einigen Jahren führe ich ein okkultes Tagebuch, aus dem ich nun zitiere:
,Rindlberg, 24. August. Heute, 10 Uhr 25, hat Wui Wui sich von seinem lieben Körper getrennt. Ich wendete Heu von 9 Uhr an rund um sein Grab. Nebel, Novemberwetter. Und plötzlich im ganzen Tal und ums Grab herum ein Gezwitscher, ein Brausen, ich weiß nicht, was. Als käme es aus der Erde und stiege in die Luft. Eher wie ein Zischen begann es, an allen Stellen zugleich. Dann kreiste ein schwarzer Vogel um das Grab, so tief, dass er die Erde zu berühren schien, erhob sich in die Lüfte und verschwand. Dies muss genau um die Zeit gewesen sein, als Wui Wui vor drei Tagen getötet wurde. Ich weiß, dass man mich für verrückt halten wird. Nur: Katze, Grab, Vogel - gibt es das an sich? Nein! Es gibt Energie. Felder. Geist. Und wir übersetzen das in Ereignis und Bild. Habe ich richtig übersetzt?'
.
,Rindlberg, 6. September. Heute um etwa 3 Uhr nachts hat Wui Wui gespukt. Kater Mümmy schlief zu meinen Füßen und die kleine Katze Gättchen an meiner Wange. Wir schliefen alle drei. Plötzlich erwachte ich. Die Gegenstände auf meinem Nachtkästchen klapperten laut. Auch Gättchen und Mümmy hatten sichaufgerichtet und lauschten. Bald darauf wurden die Füllfedern und Bleistifte auf meinem Schreibtisch hin und her gerollt. Eine Maus, dachte ich. Aber dann wäre Mümmy, der ein großer Mäusefänger ist, längst hin gesprungen. Da roch ich plötzlich Wui Wui's typischen Geruch, den ich so liebte. Ambra? Moschus? Ichweiß nur, dass ich so gern an ihm schnupperte. Und während der ganzen Zeit hatte ich an der Nasenwurzel ein Jucken und Kitzeln und Ziehen, das sich bis zur Stirnmitte erstreckte. Auch hörte ich vor dem Ofen die Geräusche eines sich putzenden Kätzchens. Ohne Licht zu machen - die Sterne schienen durchs Fenster - schliefen wir drei wieder ein. Fakten: Wui Wui spielte immer mit den Gegenständen auf meinem Nachtkästchen. Er liebte es, die Füllfedern und Bleistifte auf meinem Schreibtisch hin und her zu rollen. Mümmy und Gättchen riechen nett, aber ganz anders. Und Wui Wui pflegte sich stets vor dem Ofen zu
lecken. Eine Sinnestäuschung? Aber wir wurden alle drei davon geweckt!'... "
14.08.2007 um 21:18 Uhr
Wiedersehen
Die Regenbogenbrücke
Von Paul C. Dahm aus seinem Buch "The Rainbow Bridge"
Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie "Brücke des Regenbogens".
Auf der anderen Seite dieses Regenbogens liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf Erden für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem schönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen, zu trinken und es ist warm - es ist schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere sind hier wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Es gibt nur eins, was sie vermissen: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf Erden so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines innehält und aufsieht: die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß!!!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt förmlich über die grüne Wiese. Die Pfoten tragen es schneller und immer schneller. Es hat Dich gesehen!!!
Und wenn Du und Dein spezieller Freund einander treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. Dein Gesicht wird wieder und wieder geküsst, und Du schaust in die Augen Deines geliebten Tieres, das solange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, um nie wieder getrennt zu sein.
Diese Geschichte
- auch wenn sie nicht von mir ist -
schenke ich meinem Vater, der am
Mittwoch, den 1. August 2007, um 11:50 Uhr
über die Regenbogenbrücke
zu unseren Tieren gegangen ist -
zu unseren Hunden
Nicky, Blacky, Rocco, Max und Laika
und zu unseren Katzen
Gina, Napoli, Romeo, Jana und Tiger,
die er fast alle selbst begraben hat.
WIR SEHN UNS WIEDER
AM ENDE DER REGENBOGENBRÜCKE !
Ich freue mich darauf,
Dich und unsere Tiere dort wiederzusehen!
14.08.2007 um 20:55 Uhr
Tiertrauer
Wenn unsere Tiere uns vorausgehen
Irgendwann verlassen unsere Tiere ihren physischen Körper und gehen über die Regenbogenbrücke... und so traurig das ist, wir müssen uns vorher schon überlegen, was wir mit dem Körper unseres verstorbenen Tieres machen.
Wer einen Garten hat, kann sein Tier dort begraben, falls das Grundstück nicht im Wasserschutzgebiet liegt. Wer keinen Garten hat, kann das Tier auf einen der 85 Tierfriedhöfe in Deutschland begraben lassen. Auf dieser Seite kann man nachsehen, in welchen Orten es einen Tierfriedhof gibt... die Orte sind nach Postleitzahl geordnet - http://www.loetzerich.de/Abschied/Tierfriedhofe/tierfriedhofe.html
Es gibt ein Deutschland nur ein Tierkrematorium, das ist in München - http://www.tiertrauer.de Man kann sein Tier entweder nach Anmeldung selbst hinbringen oder auch abholen lassen. Man kann in einem Raum der Stille von seinem Tier Abschied nehmen, und bei einer Einzeleinäscherung kann man zu Beginn der Einäscherung dabei sein und die Urne dann mit nach Hause nehmen. Bei einer Sammeleinäscherung wird die Asche mehrerer Haustiere auf dem Grundstück im Münchner Tierkrematorium in einem Sammelgrab beigesetzt oder auf dem Grundstück verstreut. Der Preis richtet sich nach der Größe und dem Gewicht des Tieres. Einen Hund von 25 Kilogramm Gewicht einzuäschern kostet 280 Euro... bei einer Sammeleinäscherung sind es 175 Euro.
Ich freue mich darüber, dass es dieses Krematorium gibt und man die Urne dann mit nach Hause nehmen kann. Eine ganz einfache Sache, gegen die man doch nichts haben kann. Ich meine, auch bei Menschen könnte man da nichts dagegen haben. Und doch ist es in Deutschland bis heute immer noch nicht möglich, einen Menschen im eigenen Garten beizusetzen, oder seine Urne zuhause aufzustellen. Ich finde das schlimm. Es hat mit nichts anderem als mit Geldmacherei zu tun. Die Tiere wenigstens dürfen wir in diesem Land zuhause begraben oder ihre Urne zuhause aufstellen.
21.07.2007 um 17:54 Uhr
Tiere und der Tod
Weiter unten in dem Beitrag über Sigmund Freud und seinen Hund heißt es, dass sein Hund Lün den Geruch der Knochennekrose nicht mehr riechen konnte und ihn deshalb mied, kurz bevor er starb. Ich wage zu widersprechen und sage, es war nicht der Geruch, der den Hund vom Zimmer seines sterbenden Herrn fernhielt - der Geruch war nur eine Synchronizität, den Tod anzeigend, und deshalb maximal ein Signal, das Zimmer des Herrn nicht mehr zu betreten, weil dieser starb. Doch hätte Lün dies ohne einen solchen auffälligen Geruch ebenfalls gewusst und genauso gehandelt.
Tiere ziehen sich zurück, wenn sie sterben, und ihre Gefährten, Rudelmitglieder etc. lassen sie in Ruhe, ziehen sich vor ihnen derweil ebenfalls zurück. Das Sterben ist bei Tieren weniger bzw. gar nicht dramatisch und eher ein normaler Vorgang. Ich bin auch sicher, dass sie genau wahrnehmen, wo sich der Verstorbene hinterher befindet, da sie Kontakt auch mit diesem Bereich haben, und halte es für wahrscheinlich, dass sie ihn sogar auf ihre Weise begleiten, aber eben aus körperlicher Entfernung.
Ebenso Lün, Sigmund Freuds Hund. Sein Herr hatte sich in ein Zimmer zurückgezogen und lag dort im Sterben. Es war für Lün eine normale Verhaltensweise, dort nicht mehr hinzugehen und hatte weniger etwas mit dem Geruch zu tun. Da bin ich mir ziemlich sicher. Als zwei meiner Hunde (nacheinander) starben, war jeweils noch ein weiterer Hund dabei, einmal unsere Hündin Laika, das andere Mal unser Rüde Tim. Sowohl Laika als auch Tim ignorierten jeweils das Geschehen und legten sich möglichst weit entfernt hin und schienen zu dösen.
Ich denke, sie waren, während sie so zu dösen schienen, mit dem Sterbenden eng verbunden. Auch hinterher ignorierten sie den leblosen Körper des verstorbenen Freundes, denn darin befand sich dieser ja gar nicht mehr! Was sie hingegen taten, war, mich und meinen Mann zu trösten, und das ausgiebig und hingebungsvoll! Tiere kümmern sich nicht um tote Körper, sondern – Hunde jedenfalls - trösten die, die zurückbleiben und offenbar im Gegensatz zu ihnen selbst damit nicht gut klarkommen. Sie sind ein wirkliches Wunder und ein Segen und man könnte gut daran tun, von ihnen zu lernen...
02.07.2007 um 17:32 Uhr
Laikas Geburtstag
Unser Baby
Die Hündin Laika
Die Hündin Laika wäre heute, am 2. Juli 2007, 13 Jahre alt geworden. Sie war unser „Baby“, das war sie und blieb sie auch im Alter, bis zu ihrem Tod... Als kleines Hündchen haben wir sie von ihrem ersten Zuhause abgeholt, wo sie die ersten acht Wochen ihres Lebens mit ihrer Mama, ihren Geschwistern, einigen Katzen, Enten und einer großen Vogelvoliere in einem großen Garten bei lieben Leuten verbrachte. Sie und eine Schwester von ihr waren von dem Wurf noch übrig, als wir kamen. Laikas Mama war übrigens mit ihrem Lover durchgebrannt – einem im Dorf herumstreunenden Berner Sennenhund, es war also keine menschengewollte, sondern eine rein hundliche Liebesverbindung – und herausgekommen waren bildhübsche, sehr unterschiedlich aussehende Welpixe, acht an der Zahl, wovon eines leider bei der Geburt verstarb. Laika war kohlrabenschwarz geraten und als erwachsene Hündin sah sie aus wie eine reinrassige schwarze Schäferhündin mit Bilderbuch-Stehohren und herrlich glänzendem Fell. Von ihrem Vater hatte sie kaum etwas geerbt, im Gegensatz zu den Rüden im Wurf, die alle groß und wuschelig und bunt waren wie ihr Papa.
Laika und die Pflegehunde
Als Laika ca. ein Dreiviertel Jahr alt war, begannen wir damit, Hunde in Pflege zu nehmen. Wer immer Urlaub ohne Hund machen wollte (für uns absolut unverständlich
), konnte seinen Hund auf Urlaub zu uns schicken, mit Garantie auf Familienanschluss und darauf, nicht irgendwo weggesperrt zu werden. Wir nahmen nie mehr als drei, höchstens vier Hunde in Pflege, und die Besitzer jedes Anwärters auf Urlaub bei uns mussten eine Liste ausfüllen mit all den Eigenheiten ihrer Lieblinge, so dass wir ihnen so gut wie möglich gerecht werden konnten. Und jeder Hund musste eine Weile vor dem Urlaub einmal komplette 24 Stunden bei uns gewesen sein, so dass wir sehen konnten, dass die Hunde sich vertragen und wir alle miteinander klar kommen. Das hatte den großen Vorteil, dass so gut wie keiner der Hunde, die je bei uns in Urlaub waren, trauerte, wenn er oder sie bei uns zum Urlaub abgegeben wurden, denn sie kannten uns ja schon und wussten, dass ihr Herrchen und Frauchen sie bei uns auch wieder abholen würden... denn das hatten sie ja schon erlebt.
Max
Eines Tages kam eine junge Frau zu uns und fragte, ob wir ihren Hund auch über längere Zeit montags bis freitags in Pflege nehmen würden, da sie eine Ausbildung machte. Am Freitag würde sie ihn dann zum Wochenende abholen und am Sonntag abend wieder bringen. So lernten wir Max kennen, einen Hund, der mindestens so schön und so speziell war wie Laika. Er war ein Labrador-Pointer-Mischling, sehr groß, mit kurzem, dunkelbraunem Fell, beeindruckenden Muskeln, besonders an den Hinterläufen, und bernsteinfarbenen Augen. Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Laika und Max und auch zwischen uns und diesem außergewöhnlichen Hund. Außergewöhnlich war er nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch wegen seiner Wesensart. Er hasste Ungerechtigkeit und Gewalt. Ja, das klingt sehr menschlich, aber es traf auf ihn zu. Zweimal griff er ein, als Menschen im Hundefreilauf ihre Hunde schlagen wollten, weil sie nicht gehorcht hatten. Er lief schnurstracks hin und warnte diese Menschen mit seinem tiefen Knurren. Die eine Frau hatte die Hand mit dem Regenschirm schon erhoben gehabt, und als sie sie dann wegen Max’ Knurren wieder senkte, hörte er sofort auf zu knurren und entfernte sich langsam wieder von ihr.
Und wenn die junge, ungestüme und sehr selbstbewusste Laika mit einem guten Schuss Alpha im Blut und immer hocherhobener Rute, andere Hunde ein wenig terrorisieren wollte, dann ging Max dazwischen und brachte sie zur Raison. Und wenn andere Hunde miteinander kämpfen wollten, ging er mit seiner imposanten Erscheinung und seiner natürlichen Autorität dazwischen, schaute die Kontrahenten links und rechts abwechselnd scharf an, bis sie freiwillig aufhörten.
Nach einer Weile stellte sich heraus, dass Max’ Frauchen starke psychische Probleme hatte, die sie kurz vor ihren Abschlussprüfungen dazu brachten, vom Balkon zu springen. Körperlich war ihr bis auf einen angeknacksten Knöchel nichts passiert, und so wurde sie nach der Behandlung des Knöchels gleich in die Psychiatrie überwiesen. So war Max erst einmal ganz bei uns. Nach einigen Wochen gab sie uns bescheid, dass sie wohl noch lange brauchen würde, um wieder auf die Beine zu kommen, und sie wollte uns Max ganz geben, wenn wir ihn wollten. Wir wollten.
Laika und Max
Die beiden liebten sich wirklich. Max wusste, was Hündinnen lieben. Die beiden robbten und wälzten sich gemeinsam am Boden und er beißelte zart in Laikas Hals, was sie sichtlich genoss und wovon sie immer mehr wollte. Mehr allerdings erlaubte sie ihm nicht. Als sie läufig wurde, litt er drei Tage lang sehr, denn egal wie hochläufig sie auch war, sie ließ keinen Rüden an sich heran, auch Max nicht. Das mag daran liegen, dass sie eine schwache Hüfte hatte, die ihr Dank der Homöopathie zwar keine Probleme bereitete, die aber dennoch ein Schwachpunkt war, den sie selbst sehr gut kannte und spürte, und wir denken, dass sie deshalb keine Kinder in die Welt setzen wollte. Tiere haben so ein inneres Wissen ja. Es wäre für sie wahrscheinlich zu anstrengend geworden.
Der arme Max hatte in den drei hochläufigen Tagen natürlich keinen Appetit, und da er einen athletischen Körper mit keinem Gramm Fett zuviel besaß, sah man nach zwei Tagen schon die Rippen und wir genierten uns schon auf der Straße, weil er so aussah, als bekäme er nicht genug zu Essen von uns. Aber nach den drei Tagen hatte er sich sein Idealgewicht in kürzester Zeit wieder angefressen. Er liebte übrigens Bananen sehr. Und Butterbrote...
Max geht
Als zwei Jahre mit Max vergangen waren, kam ein Sonntag morgen, den ich nie vergessen werde. Ich ging mit den beiden hoch in den Wald. Max rannte vorneweg, blieb plötzlich seitlich am Hang stehen, schrie dreimal auf eine Weise, wie ich das noch nie von einem Hund gehört hatte und brach zusammen. Ich wusste in dem Moment sofort, dass er dabei war, zu sterben. Ich rannte wie irre hin zu ihm, zog ihn den Hang hoch und legte seinen Kopf auf meinen Schoß. Ich schrie und heulte, und trotz all der Tränen konnte ich sehen, wie er seinen letzten Atemzug tat und wie seine Seele seinen Körper über die Augen verließ. Ich war darüber wahnsinnig gerührt. Es war schön und schlimm zugleich.
Laika bekam alles mit, sie kam aber nicht herbei, sondern ignorierte das Geschehen, wie es schien. Max war erst sechs Jahre alt gewesen. Doch irgendwie hatten wir das Gefühl, dass dieser Hund so perfekt war, dass es einfach an der Zeit für ihn war, zu gehen. Wenn man davon ausgeht, dass sowohl Tiere als auch Menschen hier auf Erden sind, um Dinge zu lernen und zu erkennen, dann war für Max nichts mehr zu lernen und nichts mehr zu erkennen... er konnte alles, kein Mensch und kein anderer Hund hätten ihm noch etwas beibrinen können. Und so ging er weiter. Es tat furchtbar weh, doch die Erinnerung an diesen wunderbaren Hund kann im Gegensatz zu seinem Körper niemals sterben.
Tim kommt
Ein ganzes Jahr lang waren wir dann mit Laika alleine. Wir wollten nicht unbedingt wieder einen zweiten Hund, das war ja auch zuvor gar nicht geplant gewesen. In diesem Jahr hatten wir noch oft Pflegehunde zu Besuch und so wurde es Laika nicht langweilig, sie war von Anfang an abgelenkt. Dann zogen wir um, und wir hatten keine Pflegehunde mehr. Und da fing Laika an, zu trauern. Sie aß weniger, war lustlos, wollte kaum noch spazieren gehen, geschweige denn spielen. Wir sahen uns an und es war klar, was wir als nächstes tun würden.
Wir gingen ins nächste Tierheim, um einen neuen Partner für Laika zu finden. Wir wollten ein bisschen „gut“ sein und fragten, ob sie einen Hund hätten, der schwer vermittelbar wäre. Und da war wirklich einer. Ein siebenjähriger Schäferhund, der halb blind war und den keiner haben wollte. Ein sehr netter Kerl. Wirklich. Wir hätten ihm so gern eine Chance gegeben. Aber Laika gab ihm keine. Nichts zu machen. Jedesmal wenn er auf dem Probespaziergang zu uns kam und wir ihn streicheln wollten, biss sie ihn ärgerlich weg. Bis er schließlich keine Lust mehr hatte und freiwillig zurück ins Tierheim lief...
Dann, als wir im zweiten Tierheim unser Anliegen vortrugen, sagte man uns, dass das hier eigentlich kein Tierheim sei, sondern ein Gnadenhof für alte Tiere, deren Herrchens und Frauchens weggestorben wären, und die fühlten sich alle wohl hier und sollten gar nicht mehr weitervermittelt werden. „Aaaaaaber“, sagte der nette Mann lächelnd, „ich glaube wir hätten da trotzdem was für Sie, warten Sie doch einen Moment hier draußen.“ Wir warteten vor dem großen Wohnhaus und nach einer Weile kam der Mann mit einem hübschen schwarzen, etwas schüchternen, schlappohrigen jungen Hund heraus. Er sagte: „Der hier ist kürzlich in der Nähe der Autobahn aufgelesen worden und bei uns abgegeben worden. Das Tierheim ist überfüllt, also haben wir ihn genommen. Der ist noch jung und passt gar nicht so recht zu all den Alten. Den könnten Sie haben, wenn er zu Ihnen passt.“
Laika sah Tim (diesen Namen hatte ihm die nette Familie auf dem Gnadenhof gegeben und dabei blieb es dann auch), ging auf ihn zu, beschnupperte ihn, setzte sich neben ihn hin und schaute uns mit einem Blick an, der einen wirklich davon überzeugt, dass Tiere denken können. Dieser Blick hieß eindeutig: „Den nehmen wir!“ – Tja, sie wollte eben keinen alten, invaliden Opi, sondern einen jungen, kräftigen Kerl, der sie zur Not auch mal beschützen könnte... Am nächsten Tag wurde Tim zu uns nach Hause gebracht, und sofort fingen die zwei im Garten an zu spielen, und die Gnadenhof-Leute waren ganz beruhigt und sicher, dass Tim den richtigen Platz gefunden hatte. Und dem war auch so!
Eine schöne Zeit
Die beiden verlebten schöne Jahre miteinander. Es war allerdings nicht ganz so stressfrei wie mit Max, der ja immer die Streits zwischen den Hunden geschlichtet hatte. Tim ließ sich von Laika anstacheln und „vorschicken“, wenn wir auf andere Hunde trafen, und sie schoss dann hinterher, um den anderen Angst zu machen... was für ein Heidenspaß, wenn diese dann mit der Rute zwischen den Beinen flüchteten... Wir Menschen fanden das nicht so schön, und wir versuchten es zu unterbinden, aber das gelang nicht immer.
Da Tim kastriert war, fiel der Stress in der Läufigkeit weg, aber er beschützte sie vor jeglichem potentiellen Anwärter, und das fand sie offensichtlich sehr angenehm. Tim war jung und ungestüm und eben nicht so „perfekt“ wie Max... er musste auch das zarte Schmusen, das Laika so liebte, erst mit der Zeit lernen. Er war anfangs grob und wild... doch irgendwann kapierte auch er, was sie gerne mochte.
Laika geht
Vor drei Jahren verließ unser Baby im Alter von 10 Jahren – viel zu jung – ihren Körper. Es war mitten in einem Umzug und mitten in einem allgemeinen Umbruch in unserem Leben. Sie konnte und wollte das vielleicht nicht mehr mitmachen. Unsere Tierheilpraktikerin war in Urlaub, wir selbst viel zu gestresst und hysterisch, um die Ruhe zu bewahren und sie selbst zu behandeln, so vertrauten wir sie den normalen Tierärzten an. Diese wussten trotz aller möglichen Untersuchungen nichts, ahnten nur, „doktorten“ herum, während es Laika zusehends schlechter ging. Sie hing am Tropf und lag nur noch da, in der Tierklinik, völlig geschwächt. Es war so furchtbar.
Ich besuchte sie jeden Tag dort mehrere Stunden, und eines Tages, als ich mich schon von ihr verabschiedet hatte und im Auto saß und losgefahren war, um heimzufahren, trat ich plötzlich auf die Bremse, wendete, fuhr zurück zur Tierklinik, rannte hinein und sagte: „Ich will Laika mit nach Hause nehmen.“ Niemand weigerte sich, sie wussten ja eh nicht, wie sie sie noch behandeln sollten und waren froh, von der Verantwortung entbunden zu sein. Ich trug sie auf meinen Armen, legte sie sanft auf den Rücksitz und fuhr mit ihr nach Hause, wo Tim auf mich wartete. Jedoch ignorierte er die sterbenskranke Laika, genauso wie Laika den sterbenden Max ignoriert hatte. Ich bettete Laika auf mein Bett, rief dann doch noch eine Tierheilpraktikerin an, die mir ein paar Mittel sagte, die ich auch alle zuhause hatte... aber es half nichts mehr. Sie war schon zu schwach. Nachts um 3 Uhr starb sie in meinen Armen.
Wer selber Tiere hat, der weiß genau, wie furchtbar das ist, wenn ein Tier nach vielen Jahren geht... ich bin nur froh, dass ich dabei sein durfte, als sie starben. Es war zwar schlimm, aber irgendwie auch tröstend, dass wir zusammen waren.
Laikas Anblick
Ich weinte fürchterlich, umarmte sie, und fiel schließlich in einen unruhigen Schlaf. Als ich erwachte, waren zwei oder drei Stunden vergangen, Tim lag neben mir auf dem Bett und seine Pfote lag in meiner Hand. Laikas toten Körper hatte ich auf das Sofa gelegt. Ich ging zu ihr hin und konnte gar nicht begreifen, was ich da sah: Sie lag seitlich, ein wenig eingerollt, ganz entspannt sah sie aus, mit einem wunderhübschen Gesicht, das aussah, als schliefe sie und hätte die schönsten Träume. Ihr Fell, das während der Krankheit ganz stumpf geworden war, glänzte auf einmal wieder wie früher, und ihre Ballen, die - wie das ja meistens bei älteren Hunden ist - etwas gefurcht gewesen waren, waren spiegelblank und zart wie bei einem neugeborenen Welpen. Sie sah so unendlich friedlich und froh aus, dass auch ich trotz aller Trauer innerlich froh war.
Laika, wir werden Dich niemals im Leben vergessen. Du warst „die beste“ und „die klügste“ und „die schönste aller Hündinnen“... und unser Baby.
