CDU-Berufsschulpläne stellen Hamburg ins Abseits (Pressemitteilung vom 24.11.2004)
Nach Analyse der konkreten CDU-Pläne stellt der DLH fest, dass die Wirtschaft einen Einfluss bekommen soll, der ihr nach dem Grundgesetz nicht zukommt. Arno Becker (DLH-Vorsitzender) dazu: „Die konkreten Pläne sind schlimmer als wir befürchtet haben.“
Ø In keinem anderen Bundesland hat die Wirtschaft solch einen Einfluss.
Ø Kein anderes Bundesland bringt solch umwälzende Reformen ohne Modellversuche auf dem Weg. Da es keine fehlerlose Planung gibt, fürchtet der DLH, dass alle Berufsschulen und damit die gesamte Hamburgische Berufsbildung Schaden nehmen würde. Die Leidtragenden werden die Schülerinnen und Schüler sein.
Ø Kein anderes Bundesland bringt einen so gravierenden Systemwechsel ohne Unterstützungssystem und Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen auf den Weg.
Ø Kein anders Bundesland plant mehr Bürokratie und Kompetenzwirrwarr, indem zusätzliche Verwaltungsebenen eingeführt werden (Landesinstitut LIB – Berufsschulen mit 2 Vorständen).
Ø Kein anderes Bundesland gibt die Steuerungshoheit bei den curricularen Rahmenbedingungen so weitgehend direkt an die Schulen (z. B. Stundentafel).
Ø In keinem anderem Bundesland hat die Wirtschaftsbehörde ein formalisiertes Mitbestimmungsrecht.
Ø Die Gewerkschaften sind kaltgestellt worden.
Ø Das Modell kann dazu missbraucht werden, Einsparungen auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler vorzunehmen – ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon bemerkt.
Der gewollte Verteilungskampf an und zwischen den Berufsschulen wird zu Lasten lernschwacher Schüler gehen, die den Maximen der Output-Orientierung nicht genügen. Die Pläne sind sogar aus Sicht der kleinen und mittelgroßen Unternehmen problematisch, da deren Interessen wohl kaum von der Senatorin geschützt werden können. Das Volksbegehren „Bildung ist keine Ware“ ist für den DLH weiterhin aktuell, da nach dem Text des Begehrens die Beruflichen Schulen wie bisher unter unmittelbarer und uneingeschränkter Leitung und Verantwortung der Freien und Hansestadt Hamburg bleiben müssen. Nach der CDU soll aber die Senatorin ihre Macht zumindest teilweise aus der Hand geben.
