Der Deutsche Lehrerverband Hamburg zur Bildungs- und Schulpolitik

20.04.2006 um 01:05 Uhr

Hört, hört: Bezahlung von Lehrkräften offenbar nicht unwichtig für Qualität von Schule

Dieser Tage liest man vieles über Probleme an Schulen, wobei nicht nur das Thema Gewalt, sondern auch generell über die Qualität von Schule und die diese Qualität bestimmenden Faktoren geschrieben wird.
Schön, dass man hierbei auch auf den Faktor "Bezahlung der Lehrkräfte" hinweist: So fragt Prof. Lehberger völlig zu Recht "Warum bekommen dann die (Hauptschul-) Lehrer nicht Gehälter wie ihre Gymnasialkollegen? Kaum eine pädagogische Aufgabe ist so herausfordernd wie die an der Hauptschule. In der Bezahlung schlägt sich dies nirgendwo nieder." (DIE ZEIT Nr. 16,  12.04.2006, S. 39; http://www.zeit.de/2006/16/B-Lehberger-Interview.xml) Auch wenn sich durch eine bessere Bezahlung von Hauptschullehrkräften nicht automatisch alle dortigen Probleme von selbst lösen, ist Professor Lehberger zuzustimmen, dass eine der Aufgabe angemessene Bezahlung der Lehrkräfte erheblich zur Motivation beitragen würde.
Vor dem Hintergrund der geplanten Schulreformen in Hamburg ("selbstverantwortete Schulen", die über Ziel-Leistungsvereinbarungen gesteuert werden sollen,  mit Schulleiter/inne/n als Dienstvorgesetzten der Lehrkräfte) besitzt der warnende Hinweis aus der Neuen Zürcher Zeitung Brisanz: Die schwedische nationale Bildungsagentur Skolverket weist darauf hin, dass dort "in den Klassen 7 bis 9 nur 60 bis 70 Prozent der Unterrichtenden eine fachliche und pädagogische Ausbildung hätten - ein Vorwurf an die zuständigen Kommunen, die für die Anstellung von <<billigen>> Lehrern verantwortlich sind." (NZZ Nr. 90 vom 19.04.2006, S. 5, Autor: Gerhard Austrup - Der Artikel ist leider nicht in der kostenlosen Internet-Ausgabe der NZZ enthalten.) Und dies wird vom Skolverket u.a. für die inzwischen deutlich schlechteren Leistungen der schwedischen Schüler bei internationalen Tests wie PISA und TIMMS verantwortlich gemacht.
Daher kann man die Warnung des DLH wiederholen vor der Schaffung von Bedingungen in Hamburger Schulen, die das Einstellen von "Billiglehrern" ermöglichen bzw. fördern, wie es in der beabsichtigten Schulgesetzreform Hamburgs enthalten ist.