Anmerkungen zur "Siegesmeldung" der Schulsenatorin hinsichtlich des Rückgangs des Unterrichtsausfalls
Laut Pressemeldung der Schulsenatorin
ist der Unterrichtsausfall in Hamburg auf 0,1% bei den Verlässl.
Halbtagsgrundschulen, 0,89% bei den beiden Speziellen Sonderschulen,
1,49% bei den Förderschulen und 1,8% bei den Beruflichen Schulen
(gewichtetes Mittel; Minimum 1,3% bei BVS, Maximum 2,1% bei dualer BS)
zurückgegangen - um die Spitzenwerte zu nennen. Ins Auge fallen
die relativ hohen Werte bei Gesamtschulen mit 3,73% und
Haupt-/Realschulen mit 3,59%. Es fällt auch auf, dass an den
allgemeinen Gymnasien der Unterrichtsausfall mit 3,38% mehr als doppelt
so hoch ist wie an den Beruflichen Gymnasien mit 1,6%.
Natürlich können wir an dieser Stelle keine empirisch abgesicherte Analyse der Veränderungen liefern. Einige Anmerkungen sind aber gestattet:
1. Laut Personalbericht des Senats liegt die Fehlzeitenquote in der Behörde für Bildung und Sport insgesamt bei über 6%. Wenn der Unterrichtsausfall also insgesamt nur bei 3,4% (allg. bild. Schulen) und 1,8% (Berufl. Schulen) liegt, legt dies den Verdacht nahe, dass in Krankheitsfällen nicht nur aus den dafür vorgesehenen Ressourcen vertreten wird, sondern auch zu Lasten der sonstigen Aufgaben (allgemeine, funktionsbezogene und sonstige Aufgaben gemäß Lehrerarbeitszeitverordnung). Gerade in diesen Bereichen wird das Schulreformgesetz aber erhebliche zusätzliche Aufgaben mit sich bringen, für die es keine zusätzlichen Ressourcen für die Schulen geben wird. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass dort, wo die Eltern und Schüler nicht so hinschauen, zu Lasten der Lehrkräfte gewirtschaftet wird, damit an der öffentlichkeitswirksamen Front des Unterrichtsausfalls Erfolge verbucht werden können.
2. Lehrkräfte sind in den letzten Jahren verstärkt auf Teilzeit gegangen. In unseren Gesprächen mit den Kolleg/inn/en haben wir immer wieder als Begründung zu hören bekommen, dass man nur mit der Teilzeit in der Lage sei, die erheblich gestiegene Arbeitsbelastung durchzustehen. Teilzeitkräfte sind jedoch auf für Vertretungsbedarfe ein flexibles Reservoir, da sie mehr "Luft" im Stundenplan haben, um für erkrankte Kolleg/inn/en einzuspringen. Auch diesen Faktor dürfte die Senatorin gemeint haben, als sie die allgemeine Formulierung "das große und weiter gewachsene Engagement unserer Lehrkräfte und Schulleitungen" als einen Grund für den gesunkenen Unterrichtsausfall erwähnte.
3. Grundsätzlich besteht allerdings die Frage, inwieweit diese Auswertung eigentlich aussagekräftig ist: Erhoben wurden die Daten in der Zeit vom 7.11.05 bis 20.1.06 - ein Abschnitt, in dem in den allgemein bildenden Schulen nahezu keine Prüfungen lagen. Auch die sehr prüfungsintensiven Beruflichen Schulen haben den Schwerpunkt ihrer Prüfungen im zweiten Schulhalbjahr, das in dieser Auswertung nicht erhoben wurde. Zusätzlich sind die konferenzreichen Zeiten vor dem Schuljahresende nicht in dieser Auswertung enthalten, sodass insgesamt festzustellen ist, dass der Unterrichtsausfall in der Realität sicherlich höher als der in der Pressemeldung als Erfolg dargestellte.
Natürlich können wir an dieser Stelle keine empirisch abgesicherte Analyse der Veränderungen liefern. Einige Anmerkungen sind aber gestattet:
1. Laut Personalbericht des Senats liegt die Fehlzeitenquote in der Behörde für Bildung und Sport insgesamt bei über 6%. Wenn der Unterrichtsausfall also insgesamt nur bei 3,4% (allg. bild. Schulen) und 1,8% (Berufl. Schulen) liegt, legt dies den Verdacht nahe, dass in Krankheitsfällen nicht nur aus den dafür vorgesehenen Ressourcen vertreten wird, sondern auch zu Lasten der sonstigen Aufgaben (allgemeine, funktionsbezogene und sonstige Aufgaben gemäß Lehrerarbeitszeitverordnung). Gerade in diesen Bereichen wird das Schulreformgesetz aber erhebliche zusätzliche Aufgaben mit sich bringen, für die es keine zusätzlichen Ressourcen für die Schulen geben wird. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass dort, wo die Eltern und Schüler nicht so hinschauen, zu Lasten der Lehrkräfte gewirtschaftet wird, damit an der öffentlichkeitswirksamen Front des Unterrichtsausfalls Erfolge verbucht werden können.
2. Lehrkräfte sind in den letzten Jahren verstärkt auf Teilzeit gegangen. In unseren Gesprächen mit den Kolleg/inn/en haben wir immer wieder als Begründung zu hören bekommen, dass man nur mit der Teilzeit in der Lage sei, die erheblich gestiegene Arbeitsbelastung durchzustehen. Teilzeitkräfte sind jedoch auf für Vertretungsbedarfe ein flexibles Reservoir, da sie mehr "Luft" im Stundenplan haben, um für erkrankte Kolleg/inn/en einzuspringen. Auch diesen Faktor dürfte die Senatorin gemeint haben, als sie die allgemeine Formulierung "das große und weiter gewachsene Engagement unserer Lehrkräfte und Schulleitungen" als einen Grund für den gesunkenen Unterrichtsausfall erwähnte.
3. Grundsätzlich besteht allerdings die Frage, inwieweit diese Auswertung eigentlich aussagekräftig ist: Erhoben wurden die Daten in der Zeit vom 7.11.05 bis 20.1.06 - ein Abschnitt, in dem in den allgemein bildenden Schulen nahezu keine Prüfungen lagen. Auch die sehr prüfungsintensiven Beruflichen Schulen haben den Schwerpunkt ihrer Prüfungen im zweiten Schulhalbjahr, das in dieser Auswertung nicht erhoben wurde. Zusätzlich sind die konferenzreichen Zeiten vor dem Schuljahresende nicht in dieser Auswertung enthalten, sodass insgesamt festzustellen ist, dass der Unterrichtsausfall in der Realität sicherlich höher als der in der Pressemeldung als Erfolg dargestellte.
