Der Deutsche Lehrerverband Hamburg zur Bildungs- und Schulpolitik

18.03.2008 um 12:51 Uhr

Lehrstellen knapp durch doppelten Abiturienten-Jahrgang?

2010 - das ist das Jahr, in dem in Hamburg einmalig zur gleichen Zeit zwei Abiturientenjahrgänge die grundständigen Gymnasien verlassen werden, die "Turbo-Abiturienten" und diejenigen, die nach 13 Jahren die Abiturprüfung ablegen. Zu Recht warnen das Arbeitsamt, die Handelskammer und der DGB davor, dieses Problem auf die leichte Schulter zu nehmen (vgl. hierzu z.B. die Hamburger Morgenpost).

Sie vergessen dabei aber allesamt, dass ein weiteres Problem jedes Jahr in noch größerem Maße auftritt - nicht nur ein Mal im Jahr 2010: Die Verdrängung der Hamburger Abiturienten durch Bewerber aus anderen Bundesländern. Denn nach einer Untersuchung der Handelskammer Hamburg kommen über 50% der Azubis aus anderen Bundesländern (vgl. unseren Weblog-Beitrag vom Juni 2007). Jedes Jahr erhalten allein aus Mecklenburg-Vorpommern mehr Bewerber eine Hamburger Lehrstelle als sich wahrscheinlich insgesamt durch den doppelten Jahrgang Hamburger Abiturienten zusätzlich um eine Lehrstelle bewerben werden. Insofern relativiert sich das Problem des Doppeljahrgangs erheblich, zumal längst nicht mehr alle Abiturienten in Hamburg ihren Abschluss an einem grundständigen Gymnasium erlangen: Jeder sechste Absolvent kommt mittlerweile von einem Beruflichen Gymnasium und diese weisen keinen doppelten Jahrgang auf, sondern verstetigen die Absolventenzahlen. Die Leidtragenden werden im Übrigen auch weniger die Abiturienten des Doppeljahrgangs sein, sondern die durch sie verdrängten Schüler mit Hauptschul- oder Mittlerem Bildungsabschluss sein.

Angesichts der bisher geringen Erfolgsquote Hamburger Bewerber um Hamburger Ausbildungsplätze fordert der DLH die Bildungsbehörde auf, sich in erster Linie um eine Verbesserung der vorhandenen Schulressourcen (z.B. durch kleinere Lerngruppen) zu kümmern. Hierdurch lassen sich auch kurzfristig Erfolge erreichen, von denen alle Hamburger Schulabsolventen im Kampf um Hamburger Ausbildungsplätze profitieren können - nicht nur die Abiturienten der grundständigen Gymnasien. Die Erfolge einer Reform der Organisationsstruktur würden - wenn überhaupt - erst in vielen Jahren sichtbar werden und damit den Lehrstellenbewerbern im Jahr 2010 nicht mehr helfen.

 

01.03.2008 um 11:03 Uhr

Kein Rechtsanspruch auf eigenes Arbeitszimmer in der Schule

von: VLW_Hamburg   Stichwörter: Arbeitszimmer, Arbeitsplatz, in, der, Schule

Wieder wurde ein Gerichtsurteil veröffentlicht, das auf den ersten Blick negativ für die Lehrer/inn/en aussieht (vgl. dl-hamburg.de -> News): Einem Realschullehrer wurde nicht das Recht auf ein eigenes Arbeitszimmer in der Schule zugebilligt, obwohl er sein häusliches Arbeitszimmer nicht mehr steuerlich (pauschal) absetzen kann und obwohl er im Gegensatz zu vergleichbaren Beamten in der öffentlichen Verwaltung bisher kein Arbeitszimmer in der Schule hat.

Aber:

Erstens ist das erstinstanzliche Urteil noch nichts rechtskräftig und nach unseren Informationen wird hiergegen noch weiter vorgegangen.

Zweitens lässt die Begründung aufhorchen:

Der Lehrer könne zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts die Räumlichkeiten in der Schule nutzen, heißt es da. Es gibt durchaus Lehrkräfte, die durch Sparmaßnahmen und improvisierte Regelungen in den Schulen hierzu derzeit nicht die Möglichkeit haben.

Dies sollte die Betroffenen jetzt mit Verweis auf die Rechtsprechung einfordern und sich nicht mit Hinweis auf organisatorische Schwierigkeiten abspeisen lassen. Das heißt, dass zumindest wochentags während der üblichen Arbeitszeiten freier Zugang zu den Arbeitsmitteln in der Schule gewährleistet sein muss.

Selbstverständlich stehen die DLH-Personalräte Ihnen hierbei mit Rat und Tat zur Seite. Im äußersten Fall lassen sich derartige Ansprüche naturgemäß nur gerichtlich durchsetzen. Die Mitgliedschaft im DLH bietet hier die Möglichkeit des Rechtsschutzes durch das dbb-Dienstleistungszentrum mit spezialisierten Fachanwälten.

Der Deutsche Lehrerverband Hamburg bleibt für Sie hier am Ball und wird weitere Informationen veröffentlichen.