VLW-Jubiläum: 100 Jahre und kein bisschen leise
Ein Verein als juristische Person hat es vergleichsweise leicht, mit 100 Jahren topfit zu sein. Während bei natürlichen Personen – von berühmten Ausnahmen abgesehen – leider keine nennenswerte Schaffenskraft mehr wahrzunehmen ist, wenn die 100 Jahre erreicht sind, ist es für einen Verband wie den VLW genau anders: Wer so lange als Verband existiert, muss sich ständig jung gehalten, Dynamik entwickelt und eine Position erreicht haben, aus der heraus man sich ständig selber neue Impulse geben kann – oder, wie man heute sagt, sich selber ständig neu erfindet.
Dies alles ist dem VLW gelungen, weil er zum Einen in Anlehnung an ein Wort von Goethe bemüht ist, Altes klüglich weiterzuführen und Neues sinnvoll zu retardieren – sofern es geboten ist. Zum anderen steht der VLW aber auch – sofern es nötig ist – für eine Weiterentwicklung in evolutionären Strukturen hin zu zeitgemäßen Konzepten. Die Stärke des VLW liegt in seiner hohen fachlichen Kompetenz für kaufmännische berufliche Bildung, die die breite Spanne von der Berufsvorbereitung über den Erwerb allgemeiner Berechtigungen im Medium des Berufs über vollqualifizierende berufliche Ausbildung an Schulen, die Teilzeitberufsschule im dualen System bis in die Weiterbildung umfasst. Als Ergebnis dieser Breite verzeichnet der VLW ein breites Arbeitsfeld mit einer vergleichsweise hohen Zahl an Interessenbereichen und Ansprechpartnern. Diese Ansprechpartner beginnen wie bei jeder anderen Lehrerorganisation bei den Schulministerien und der KMK, reichen über die Parlamente und die Bundesministerien für Bildung und Forschung, für Arbeit und für Wirtschaft und die Tarifparteien, die Kammerorganisationen, die Hochschulen und das BIBB bis zum Deutschen Beamtenbund mit der Tarifunion als Dachverband und zu den Lehrerverbänden einschließlich des Deutschen Lehrerverbandes. Hervorzuheben ist der BLBS, mit dem der VLW in enger Partnerschaft verbunden ist.
Allen Gesprächspartnern gegenüber kann der VLW nur mit Klasse und nicht mit Masse überzeugen, womit der VLW wieder gut in die heutige Landschaft passt: die aus der Ehrenamtlichkeit der Funktionsträger herrührende enge Bindung an die Realität der Bildungsprozesse sorgt für Authentizität und macht die Ausführungen und Forderungen des VLW glaubwürdig. Die Sachkompetenz der Mitglieder und das aus der Identität mit dem Verband abgeleitete gleiche Verständnis der Aufgaben und Probleme macht den VLW stark in jeder Sachdebatte. Deshalb reichen die leisen Töne aus, um Positionen zu vertreten.
Allerdings kann es kein Ausruhen auf den Lorbeeren der Verbandsarbeit geben, sondern der Verband muss, will er auch in den nächsten 100 Jahren topfit bleiben, sich selber und anderen neue Impulse geben.
Angesichts dieser vielfältigen Herausforderungen muss der Verband die Interessen seiner Mitglieder bündeln: im wahrsten Sinne des Wortes soll der Verband gleiche Interessen verbinden. Dazu gehört eine Optimierung der Kommunikationsstrukturen in alle Richtungen. Der Verband ist dabei, diese Optimierung voranzutreiben. Nichts ist so tödlich für eine Interessenvertretung, wie der bei politischen Parteien häufig anzutreffende Zustand, dass die Informationen in der Organisation erst ankommen, wenn die Öffentlichkeit schon längst informiert ist. Die Verbindung zu halten, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben des Verbandes.
Ebenso wichtig ist die Vernetzung des Verbandes mit allen, die die Anliegen des Verbandes fördern können. Beides war in den letzten 100 Jahren wichtig, es wird auch in der nächsten Epoche der Verbandsarbeit an Bedeutung nicht verlieren.
Es bleibt, allen zu danken, die den Verband in der Vergangenheit geprägt haben durch Mitgliedschaft und Mitarbeit. Der besondere Dank gilt allen, die in Verbandsfunktionen dafür gesorgt haben, dass der Verband in den zurückliegenden Jahren ein Profil gewonnen hat und erfolgreich arbeiten konnte. Der Dank gilt auch allen befreundeten Institutionen und Gesprächspartnern, die durch ihre Unterstützung, ihre Diskussion und ihre Kritik dazu beigetragen haben, dass der Verband in den letzten 100 Jahren gute Arbeit leisten konnte. Dieses Engagement der Mitglieder und Funktionsträger, dieses Miteinander mit befreundeten Institutionen und diese Gesprächsoffenheit aller an der kaufmännischen Bildung Beteiligten wünschen wir dem Verband auch für die nächsten 100 Jahre.
Dies alles ist dem VLW gelungen, weil er zum Einen in Anlehnung an ein Wort von Goethe bemüht ist, Altes klüglich weiterzuführen und Neues sinnvoll zu retardieren – sofern es geboten ist. Zum anderen steht der VLW aber auch – sofern es nötig ist – für eine Weiterentwicklung in evolutionären Strukturen hin zu zeitgemäßen Konzepten. Die Stärke des VLW liegt in seiner hohen fachlichen Kompetenz für kaufmännische berufliche Bildung, die die breite Spanne von der Berufsvorbereitung über den Erwerb allgemeiner Berechtigungen im Medium des Berufs über vollqualifizierende berufliche Ausbildung an Schulen, die Teilzeitberufsschule im dualen System bis in die Weiterbildung umfasst. Als Ergebnis dieser Breite verzeichnet der VLW ein breites Arbeitsfeld mit einer vergleichsweise hohen Zahl an Interessenbereichen und Ansprechpartnern. Diese Ansprechpartner beginnen wie bei jeder anderen Lehrerorganisation bei den Schulministerien und der KMK, reichen über die Parlamente und die Bundesministerien für Bildung und Forschung, für Arbeit und für Wirtschaft und die Tarifparteien, die Kammerorganisationen, die Hochschulen und das BIBB bis zum Deutschen Beamtenbund mit der Tarifunion als Dachverband und zu den Lehrerverbänden einschließlich des Deutschen Lehrerverbandes. Hervorzuheben ist der BLBS, mit dem der VLW in enger Partnerschaft verbunden ist.
Allen Gesprächspartnern gegenüber kann der VLW nur mit Klasse und nicht mit Masse überzeugen, womit der VLW wieder gut in die heutige Landschaft passt: die aus der Ehrenamtlichkeit der Funktionsträger herrührende enge Bindung an die Realität der Bildungsprozesse sorgt für Authentizität und macht die Ausführungen und Forderungen des VLW glaubwürdig. Die Sachkompetenz der Mitglieder und das aus der Identität mit dem Verband abgeleitete gleiche Verständnis der Aufgaben und Probleme macht den VLW stark in jeder Sachdebatte. Deshalb reichen die leisen Töne aus, um Positionen zu vertreten.
Allerdings kann es kein Ausruhen auf den Lorbeeren der Verbandsarbeit geben, sondern der Verband muss, will er auch in den nächsten 100 Jahren topfit bleiben, sich selber und anderen neue Impulse geben.
- Das beginnt mit der Frage des Beschäftigungsverhältnisses, dessen Anpassung an moderne Strukturen nicht bedeuten darf, dass die Attraktivität durch Senkung die Qualität der Ausgestaltung des Beschäftigungsverhältnisses oder eine weitere Senkung der realen Entlohnung zur Disposition gestellt werden kann. Das bedeutet aber auch ein klares Bekenntnis zur leistungsgerechten Entlohnung und zur qualitativ hochwertigen Arbeitsleistung. Kein Zukunftskonzept ist die Ausdehnung der zeitlichen Belastung der Lehrkräfte – denn das kann realistisch gesehen nur zur Senkung der „handwerklichen“ Qualität führen – wer etwas anderes behauptet, tut dies wider besseres Wissen. Hierher gehört es auch, ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung im Tarifbereich zu haben, der für die Verbandsarbeit an Bedeutung gewinnt.
- Das geht weiter mit der Frage nach der Zukunft der kaufmännischen Schulen und der kaufmännischen Bildungsgänge. Die aus Europa kommenden Anstöße haben im Hochschulbereich Änderungen initiiert, die stärkere Auswirkungen auf die kaufmännischen Schulen haben werden als sich dies für viele als vorstellbar erweist. Hier ist der Verband gefragt: Er muss alles tun, um die kaufmännischen Schulen auch unter veränderten Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu machen. Das geht nur, wenn die Qualifizierungsarbeit der kaufmännischen Schulen wettbewerbsfähig ist, die Zeugnisse ein hohes Niveau bescheinigen und die Schulen nicht nur einen Abschluss, sondern auch den Anschluss bewusst gestalten. Wichtig ist auch die Positionierung der kaufmännischen Schulen in der Bildungslandschaft – die Ansätze der regionalen Bildungszentren und der Innovationszentren weisen die Richtung.
Angesichts dieser vielfältigen Herausforderungen muss der Verband die Interessen seiner Mitglieder bündeln: im wahrsten Sinne des Wortes soll der Verband gleiche Interessen verbinden. Dazu gehört eine Optimierung der Kommunikationsstrukturen in alle Richtungen. Der Verband ist dabei, diese Optimierung voranzutreiben. Nichts ist so tödlich für eine Interessenvertretung, wie der bei politischen Parteien häufig anzutreffende Zustand, dass die Informationen in der Organisation erst ankommen, wenn die Öffentlichkeit schon längst informiert ist. Die Verbindung zu halten, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben des Verbandes.
Ebenso wichtig ist die Vernetzung des Verbandes mit allen, die die Anliegen des Verbandes fördern können. Beides war in den letzten 100 Jahren wichtig, es wird auch in der nächsten Epoche der Verbandsarbeit an Bedeutung nicht verlieren.
Es bleibt, allen zu danken, die den Verband in der Vergangenheit geprägt haben durch Mitgliedschaft und Mitarbeit. Der besondere Dank gilt allen, die in Verbandsfunktionen dafür gesorgt haben, dass der Verband in den zurückliegenden Jahren ein Profil gewonnen hat und erfolgreich arbeiten konnte. Der Dank gilt auch allen befreundeten Institutionen und Gesprächspartnern, die durch ihre Unterstützung, ihre Diskussion und ihre Kritik dazu beigetragen haben, dass der Verband in den letzten 100 Jahren gute Arbeit leisten konnte. Dieses Engagement der Mitglieder und Funktionsträger, dieses Miteinander mit befreundeten Institutionen und diese Gesprächsoffenheit aller an der kaufmännischen Bildung Beteiligten wünschen wir dem Verband auch für die nächsten 100 Jahre.
Wolgang Kehl Annette Orth
