\"Gordian\"

03.01.2006 um 17:43 Uhr

Das Elend mit dem CH

von: Vaysh

Stimmung: :D

So. Nachdem ich die letzten beiden Tage damit verbracht habe, mein Schlafdefizit vom Wochenende auszugleichen, habe ich nun Rückenschmerzen und eine dicke, dicke Erkältung mit Husten, Schnupfen und allem was dazu gehört. Und heiser bin ich auch, was aber warscheinlich an der Vergewaltigung meiner Stimmbänder in den letzten Tagen liegt.

Fangen wir also bei Donnerstag an. Diesmal haben wir Bilstein gefunden, ohne uns nur ein einziges mal zu verfahren, was daran liegen könnte, dass wir diesmal nach dem Bilstein mit ohne E gesucht und es gefunden haben. Auf dem Weg noch kurzerhand entschlossen, C. vom Bhf abzuholen und Weihnachtgeschenk überreicht. Man sieht also, meine Vorsätze standen wirklich wirklich fest! Das Ankommen auf der Burg ist immer wieder ein "Hach.... Zuhause!"-Gefühl. Ich liebe sie einfach und viele schöne Erinnerungen sind an sie geknüpft. Dann erstmal erfahren, dass unsere liebe SL die falsche Uhrzeit ins Plotbuch geschrieben und die erste NSC-Sitzung schon angefangen hat. Also Taschenkram in die Taverne gefeuert und hochgerast (was bei DIESEM Burghof und dem zu diesem Zeitpunkt liegendem Schnee absolut mörderisch ist) und in die voll besetzte Sitzung geplatzt. Gab erstmal ein großes "Hallo" und dann die obligatorischen Erklärungen und Erläuterungen zum Plot. Danach erstmal ganz viele Umarmungen und ein echtes Hochgefühl als ich feststellte, dass so ziemlich alle vom letzten Silvester wieder da waren, unter denen einige ziemlich liebe Menschen, die ich sehr vermisst hatte. Bei der Zimmerverteilung erstmal festgestellt: Himmel, ich hab die genialsten Leute alle bei mir! Chris(obwohl ich bei ihr anfangs echt noch dachte: Och nööö und sich dann doch herausstellte, dass sie toll ist), Simon (ich habe erfahren dass die beiden seit 9 Jahren eine offene Beziehung führen und das hat mich echt nachdenklich gemacht), André (dazu später mehr) und das Highlight: Michael und Christian (manchen Leuten auch als "die Sofakissen" bekannt). Juchu!!! Besser hätte es nicht kommen können. Der erste Abend war direkt schon sehr lustig, wie immer wurden zuerst Familien- und Bekanntschaftsverhältnisse geklärt, wobei sich ergab, dass ich die Lehr-Hebamme von Mladenka wurde, verheiratet war mit Anjoscha (Christian), verschwägert war mit Sergej (dargestellt von Michael, und da es zwei Sergejs auf diesem Con gab, wurde sein Name in etwa so betont: Sergay ;) ), meine Schwestern waren Anna und... achje... Namen... also noch wer, mein Onkel Andrej, mein Vater war Nicolai und meine Mutter war mit dem neu geboreren Boris zu Hause geblieben. Anjoscha und ich hatten einen Bauernhof mit 14 Ziegen, wobei wir die 13. aber verkauft hatten, weil diese ja bekanntlich Unglück bringt. Anjoscha wollte nicht, dass ich Hebamme werde sondern auf dem Hof helfe, warum er Mladenka ständig als Hexe hinstellte und hoffte, dass sie verbrannt würde.... An diesem Abend kam auch die Sache mit der Heiligen Kartoffel auf. Jeder der Scheibenwelten gelesen hat, wird wissen, worums geht. Auf jeden Fall entwickelte sich so ein lustiger, nicht geplanter Nebenplot, wo es darum ging, dass wir Dorfbewohner den Spielern unmengen Kartoffeln verkauften, da wir sehr abergläubisch waren und an die Kartoffel glaubten. Die natürlich nicht wirkte, da die SL das nicht vorgesehen hatte. Aber bleiben wir noch bei Donnerstag. Auf jeden Fall war das zweite große Hinderniss die Sprache. Silvester 04/05 wars der relativ einfache französische Akzent. Dieses mal galt es, russisch zu sprechen. Nicht wirklich einfach. Es dauerte lange, bis man in das "da" und "njet" reinfand und in das "ch" und das rollende "r". Aber als wir dann drin waren, ging es so gar nciht mehr, anders zu sprechen. Noch schlimmer als im Französischen. Outtime haben wir letztendlich nur noch eine Mischung aus russich und deutsch und das mit ganz unmöglichen Konstellationen geprochen. Und das führte dazu, dass ich heute klinge wie ein Reibeisen.

Freitag hatten wir dann noch sehr viel Zeit, die wir mit Ausschlafen, laaaaange Frühstücken und einem Besuch im Dorf (in Gewandung natürlich) verbrachten. Im Supermarkt wurden erstmal alle Bestände von Knoblauch, Kartoffeln und Salz aufgekauft (wir sind ja schließlich ein sehr abergläubisches Völkchen gewesen). Wieder oben habe ich den Rest der Zeit, bis die Spieler anreisten, bei strahlendem Sonnenschein und Pulverschnee mit meinen 5 Zimmergenossen im Wald verbracht, wo wir Dinge zusammen gesucht haben, die wir als Talismane verarbeiten konnten. Die ein oder andere Schneeballschlacht ließ sich nicht vermeiden und es war eine sehr schöne Zeit. Auch später noch, als wir alle bei Wein und Keksen auf dem Zimmer saßen, Talismane gebastelt und viel geredet und gelacht haben. Dabei habe ich gelernt, dass wohl wirklcih alle schwulen Männer eine Muschi-Phobie haben (ich habe mich da lange und ausführlich mit den Sofakissen drüber unterhalten). Dann war nochmal Tanzen angesagt. Diesmal leider nicht so schön wie die höfischen Tänze letztes mal, wir haben zwei russische Tänze gelernt. Und nach der nächsten NSC-Sitzung ging es endlich Intime. Die Spieler wurden in den Wald geschickt und wir bereiteten uns für die Hochzeit vor, die den Anfang machen sollte. Als Frauen brachten wir mit Fackeln die Braut unten auf den Hof, wo bereits die Männer mit dem Bräutigam warteten. Es gab einen kurzen "Streit"-Dialog zwischen Männern und Frauen, dann wurde die Braut an den Bräutigam übergeben. Die Trauung wurde vollzogen und wir tanzen ausgelassen, wärend die Helden die Burg erreichten. Diese waren natürlich von anderen NSC in Wolfsgewandung angegriffen worden, was aber uns nicht weiter kümmerte, wer war denn auch schon so dumm und ging nachts im Winter in den Wald? Die Feier war wirklich lustig, sehr laut und mit viel Vodka. Bei der Gescheknübergabe dann wurde die Braut plötzlich erstochen und ein Baby wurde von einer vermummten Gestallt geraubt. Die ersten Kämpfe begannen. Und damit endete so fast der erste Tag.

Freitag begann damit, dass André mir eine Kanne Kaffee verstecken musste, weil ich nicht aus dem Bett kam und das Frühstück damit flach fiel. Und dann muss ich überlegen. Uhm..... Viel mit Mladenka rumgezogen.... Langes Gespräch mit Jenny geführt, langes Gespräch mit Chris geführt, langes Gespräch mit Simon geführt... Es ist wunderbar, wenn man nach langer Zeit mal wieder das Gefühl hat, dass einer einem richtig zuhört und auch auf das eingeht, was man sagt. Dass man nichts verstecken muss, dass man offen sein kann und Rat bekommt.... das war sehr befreiend. Und ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig als Chris meinte, dass sie mich gerne mal als Elbe sehen würde, weil sie wenige Leute kennt, die das können und sie denkt, dass ich eine der wenigen wäre. Sowieso hat mein Ego verdammt viele Streicheleinheiten bekommen an diesem Wochenende. Und dann wurde das verschwundene Baby geopfert, die Mutter rannte verzweifelt in den Wald, ich hinterher. Resultat: Ein kaputtes Knie (wie irgendwie immer). Jedenfalls wurde die traumatisierte Mutter zurück gebracht, und dann war irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo ich als Hebamme den Hintergrund der Geschehnisse rausrücken musste (jedes dritte Kind ein Wolfskind, diese werden ausgesetzt blabla.....). Endlich mal volle Entfalltung meiner Rolle. Ich habe noch nie so viel intime geweint und Verzweiflung gespielt. Für diese Nacht dann war Nachtaktionen angesagt. Christian und Michael hatten den ganzen Nachmittag schon rumgepienst, dass sie die beiden Heiligen darstellen wollen. Diese Pläne wurden von der SL immer wieder umgeschmissen, bis die beiden so angepisst waren, dass sie meinten, dass es ihnen jetzt egal wäre. Um 1 war dann Nachtaktionstreffen, wo nur ich erschien (ich sollte die Heilige des Trios darstellen), mit geliehenem Kleid (ein Traum aus goldenem Brokat und dunkelgrünem Samt) und es hieß, dass wir in einer halben Stunde geschminkt und fertig sein sollten. So. Jetzt war die große Herausforderung: Finde mal die beiden Männer! Nach langem Suchen hab ich sie gefunden. Ziemlich angetrunken. Und war sauer. Da jörmeln die beiden die ganze Zeit rum und dann ist es so weit und sie sind voll! Junge Junge. Wir also runter zu Maike, die mich als erstes geschminkt hat. Das dauerte 3 Minuten. Die beiden Jungs brauchten insgesamt eine 3/4 Stunde (!), weil sie sich nicht einigen konnten, wie wo was, dann stellten wir fest, dass wir keinen Plot für den Traum der Heiligen hatten und uns diesen selbst ausdenken mussten, was zu einigen Streitereien führte. Moah.... "Ich will das aber so." "Das ist aber doof so. Was hälst du denn davon?" "Mir egal." "Nein, sag mal deine Meinung!" "Ist doch eh egal." UND SO GING DAS DIE GANZE ZEIT!!!!!!!!!! Zicken. Verdammt anstrengend. Fettnäpfchen: Ich zu Olli: "Moah. Männer!" Er: *räusper* Ich: "Oh... ich meinte natürlich, Moah, schwule Männer!" Er: *RÄUSPER* Lalala.... Als wir endlich angezogen, umgezogen, geschminkt waren und einen vagen Plot hatten, konnten wir endlich in den Dungeon. Dort gabs dann NOCHMAL Diskusionen, weil Jenny das alles nochmal anders haben wollte und unsere zwei Herren so dermaßen perfektionistisch und nervös waren, dass ich kurz davor war, alles hin zu schmeißen. Aber dann durften wir endlich loslegen und ließen 5 Spieler träumen, dass wir, die drei Heiligen des Dorfes, ihnen zeigen, was sie tun müssen. Das war toll. Dann mussten wir aber abbrechen, weil SL-André und SL-Vincent noch einen anderen Traum geplant hatten, für den sie mich brauchten. Chris und ich zogen uns um 4 Uhr nachts also sexy an, heißt Korsage mit tieeeeeefem Dekoltee, Rock, barfuß, offene Haare. Und dann ließen wir die Spieler ein zweites mal in dieser Nacht träumen. Wir sind zu ihnen in die Betten geklettert, haben sie umgarnt, verführt und gestreichelt. Dann war Timefreeze, sie mussten die Augen zumachen, wir zogen uns Wolfsmasken über und haben sie dann, in ihren Träumen halt, gefressen. Es war suuuuper lustig. Die Spieler haben so schön mitgemacht und Chris und ich sind zu Urbanen Legenden dieses Cons geworden. Am nächsten Tag haben wir jeder 2 Gold geboten bekommen, wenn wir den Traum nochmal wiederholen. *g* Wir sind dann also gegen 6 ins Bett.

Samstag dann fiel Frühstück absolut aus, aber wieder rettete mir jemand meinen nötigen Kaffee. Der Rest des Tages lief ganz entspannt ab, ich entband Svetlana von ihrem Baby, wobei sie starb und ich den Rest des Abends mit dem Baby im Arm herumlief (welches die gleiche Puppe war, die auch das andere Baby dargestellt hatte). Die Spieler gewannen die Endschlacht, bei der ich mich erfolgreich darum drückte, kämpfen zu müssen sondern ein Knicklicht bekam und SL spielen durfte, und es wurde erst ausgiebig gegessen und dann die ganze Nacht noch lustig gefeiert. Wirklich lustig, ohne dass ich betrunken war.  Um 12 hatte ich dann meinen melancholischen Moment. Ich brauche das irgendwie, diesen Rückblick auf das Geschehene, auch wenn wieder Tränen geflossen sind. Und ich hatte super liebe Menschen um mich, die mich aufgefangen haben. Um 6 sind wir ins Bett, haben auf dem Zimmer noch ziemlich lange rumgeblödelt, André, der unter mir im Bett geschlafen hat, und ich hatten noch ein sehr intensives "Taubstummengespräch" und dann wurde geschlafen bis um 11. Dann hieß es Abschied nehmen und schon lange nicht mehr fand ich es so dermaßen hart, die Leute gehen zu sehen. Viele sehe ich erst in einem Jahr wieder, manche vielleicht nie.

Das Resümee des Con:

- Ich habe gemerkt, dass C. und ich absolut keine gemeinsame Basis mehr haben. Wir haben kaum miteinander gesprochen und wenn ich sie in meiner unmittelbaren Umgebung hatte, ging sie mir einfach nur auf die Nerven. Gründe will ich nicht hier erläutern.

- Mein Schwert wurde mir gestohlen.

- Ich besitze ein Kleid mehr. Dialog: "Ohhh.... das Kleid ist soooo toll!" "Möchtest du es mir abkaufen?" "Was????" "Ja, mir passt es nicht." Mir passt es perfekt und es war recht billig und... es ist einfach toll.

- Spieler und SL waren begeistert von uns NSC, von unseren Gewandungen, von unserem Spieltalent. Honig!!!!

- André und ich haben uns bis jetzt mehrmals geschrieben. Er möchte am Wochenende herkommen und wir gehen zusammen auf Bóheme-Taverne.

-Ich war überhaupt gar nicht betrunken, habe mich nicht daneben benommen und war nicht peinlich!

 

So. Das war mein Con-Bericht, wen es interessiert findet Bilder unter www.twilight-team.de. Einiges hab ich weggelassen, weils einfach nicht interessiert. Morgen treff ich mich mit Jenny und fahre dann in die Eifel.  


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