Kein Ei aus Quälerei!
Am Aussehen sind die Eier von Hühnern, die in tiergerechter Freilandhaltung leben, nicht von denen ihrer Artgenossinnen zu unterscheiden, die in der tierquälerischen Käfighaltung dahinvegetieren.
Mit unserer Lobbyarbeit und mit der Kampagne "Kein Ei aus Quälerei" setzen wir uns seit Jahren für ein Verbot der grausamen Käfighaltung von Legehennen ein. Und wir hatten Erfolg: Mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die seit März 2002 in Kraft ist, hatte die Bundesregierung Käfigbatterien von 2007 an verboten. Eine Mehrheit des Bundesrates versucht jedoch zurzeit allerdings, das Verbot wieder rückgängig zu machen. Die letzte Entscheidung liegt bei Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer.
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Doch Eier aus der tierquälerischen Legebatterien werden auch weiterhin auf dem Deutschen Markt erhältlich sein - unabhängig davon, wie die politische Diskussion um das Käfigverbot ausgeht. Mindestens bis Ende 2006 dürfen Käfigbatterien auch hierzulande noch betrieben werden, im europäischen Ausland auch noch darüber hinaus.
Damit Verbraucher und Verbraucherinnen den Kauf von Käfigeiern vermeiden können, müssen diese Eier für sie erkennbar sein. Dafür haben wir auf europäischer Ebene jahrelang gekämpft - und das mit Erfolg: Seit Januar 2004 müssen alle Eier im Handel mit einem Zahlencode gekennzeichnet sein, der u.a. Auskunft über das Haltungssystem der Legehennen gibt. Seit Juli 2005 gilt dies auch für die auf Wochenmärkten lose angebotenen Eier.
Mit unserer Aufklärungskampagne, die ihren Höhepunkt jeweils um die Osterzeit hat, machen wir auf die Tierquälerei in der Käfighaltung aufmerksam und informieren über tiergerechtere Haltungssysteme. Unter dem Motto „Kein Ei aus Quälerei!" rufen wir in der Presse und an Informationsständen zum Verzicht auf Käfigeier auf. Diese und viele ähnliche Aufklärungsaktionen tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach Eiern aus tiergerechten Haltungssystemen stetig zunimmt.
Der Handel zieht mit
Durch persönliche Gespräche und Appelle konnten Supermarktketten dazu bewegt werden, Käfigeier ganz aus dem Sortiment zu nehmen (wie Aldi-Nord, Filialen von Lidl, Norma, tegut und Plus). Mit anderen Ketten, die sich noch nicht zu diesem Schritt haben durchringen können, haben wir Werbe- und Aufklärungsaktionen über die Haltung von Legehennen durchgeführt – beispielsweise in den Märkten der Metro-Gruppe und bei Tengelmann. Dies hat in den Märkten maßgeblich dazu beigetragen, dass immer mehr Verbraucher zu Eiern aus tiergerechten Haltungssystemen greifen.
Oster-Appell des Deutschen Tierschutzbundes: „Erst recht jetzt gilt: Kaufen Sie kein Ei aus Quälerei! Kaufen Sie kein Ei mit 3!“
Anlässlich des bevorstehenden Osterfestes appelliert der Deutsche Tierschutzbund an die Verbraucherinnen und Verbraucher, mit ihrem Eierkauf vor Ostern ein Zeichen für mehr Tierschutz zu setzen und sich bewusst für Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung zu entscheiden. Nachdem der Bundesrat vergangenen Freitag eine Verlängerung der tierquälerischen Legehennenhaltung auf den Weg gebracht hat, ist es umso wichtiger, dass die Bürger den Hühnerquälern durch ihre Kaufentscheidung die rote Karte zeigen.
„Beweisen Sie an der Ladenkasse, dass Ihnen das Wohlergehen der Tiere etwas bedeutet. Entscheiden Sie sich für Eier aus artgerechter Haltung und gegen die tierquälerischen Käfigeier. Kaufen Sie kein Ei mit 3!“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Sie helfen den Legehennen und unterstützen diejenigen, die das Ende der Qual befürworten und ihre Hühnerhaltung umgestellt haben. Machen Sie den Agrarindustriellen, die nach wie vor Legehennen ohne Rücksicht auf ihr Wohlbefinden ausbeuten, deutlich, dass sie einen Pyrrhussieg errungen haben“, fordert Apel.
Der Verbraucher sollte vor allem beim Kauf von gekochten und vorgefärbten Ostereiern aufpassen. Diese sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Unter der Farbe verstecken sich zumeist Eier aus Käfighaltung, was vielen Verbrauchern nicht bekannt ist. Daher appelliert der Deutsche Tierschutzbund an die Verbraucher, auf vorgefärbte Eier zu verzichten. Auch Eiprodukte enthalten versteckte Käfigeier. Der Tierschutzbund rät daher von Fertigprodukten (wie zum Beispiel Nudeln oder Backwaren) mit Ei ab, solange die Eier-Herkunft nicht auf der Verpackung angegeben ist.
In den letzten Monaten ist der Verkauf der Eier aus tiergerechter Haltung stetig gewachsen – ihr Anteil liegt bereits bei über 50 Prozent. In einzelnen Handelsketten machen sie schon 70 Prozent des Absatzes aus. „Die Verbraucher stimmen mit dem Einkaufszettel ab und der Handel zieht mit. Beide machen vor, was die Eierwirtschaft nicht einsehen will. Es bleibt dabei, kein Ei mit 3 auf den Ostertisch! Der selbstgebackene Osterkuchen mit Eiern von glücklichen Hühnern schmeckt allemal besser“ so Apel.
(www.tierschutzbund.de)
