Oranje - Leben in Amsterdam

12.11.2005 um 18:30 Uhr

Endlich wieder ein Eintrag.

von: VicVega

In letzter Zeit fehlte mir eben diese oder ich hatte einfach keine Lust etwas zu schreiben, da ich die letzten Tage nicht gerade fit war und mir deshalb letzte Nacht mal eine 13 Stunden Schlafsession gegönnt habe. Heute ist mir immernoch etwas schwummerig aber ich bin wenigstens nicht so elendig müde. Bei der Arbeit habe ich vor dem Computer gesessen und nicht wirklich etwas gearbeitet. Wäre wohl besser zu Hause geblieben. Naja, jetzt kuriere ich mal übers Wochenende aus und wenn es mir am Montag immer noch schummerig ist, dann bleibe ich halt mal zu Hause.
Momentan geht hier die Sinterklaasmanie los und es ist tatsächlich so wie meine Kollegen es mir beschrieben haben. In den Kindersendungen sieht man den Nikolaus auf einem Schiff mit schwarzen Sklaven nach Holland schippern um den Kindern ihre Geschenke zu bringen. Für Menschen die in Geschichte nicht so bewandert sind sei gesagt, dass die Niederländer als eine der kolonialen Grossmächte sehr viel Geld mit der Ausbeutung von Sklaven verdient haben. Man könnte jetzt meinen, dass es vielleicht nicht wirklich politisch korrekt ist, wenn Sklaven in einem Land mit solcher Geschichte im Kinderfernsehen den Nikolaus in die Niederlande schippern, aber es sind die Schwarzen selbst, die in den Niederlanden die Sklaven erhalten wollten, als man darüber beriet sie aus ethischen Gründen zu ersetzen. Mein Supervisor hat mal bemerkt, dass es schon peinlich ist, dass das bekannteste niederländische Wort in der Welt das Wort Apartheid ist, denn die Niederlande waren nicht immer so tolerant und multikulturell wie sie es heute sind. Das Überbleibsel der niederländischen ostindischen Kompanie, ein Nachschubhafen für niederländische Schiffe am Kap der guten Hoffnung die auf ihrem Weg nach Indien um Afrika segeln mussten, ist nämlich Südafrika. Man baute dort den Hafen, wo heute Kapstadt liegt. Es wurden Bauern aus den Niederlanden eingeschifft um dort Nahrungsmittel herzustellen. Schiffen auf ihrem langen Weg aus den Niederlanden dienten diese Nahrungsmittel als Proviant für den restlichen Weg nach Indien. Diese Bauern, auf niederländisch Boeren, auf deutsch Buren, gründeten dann den Burenstaat, das was heute Südafrika ist. Der Geist der Kolonialisierung hat man dort am längsten erhalten, die Unterdrückung anderer durch Bereicherung seiner selbst, ganz im Sinne des von den Niederländern erfundenen Merkantilismus. Aber heute hat man selbst am Kap der guten Hoffnung erkannt, dass dieses Relikt aus alten Zeiten nicht alos erhaltenswert angesehen werden kann.
Ein anderes Kap, nämlich das Kap Hoorn, hat auch etwas mit den Niederländern zu tun. Ich glaube ich habe es schonmal bemerkt, das erste Schiff, welches auf der Suche nach neuen Seewegen für die Ostinische Kompanie um das Kap gesegelt ist, war ein Schiff aus Hoorn. Nun ist Hoorn eine Stadt in den Niederlanden, welche selbst an einem Kap liegt, deshalb trägt diese Stadt auch den Namen Hoorn, da Hoorn das niederländische Wort für Kap ist. Kap Hoorn heisst also eigentlich Kap Kap.