... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

25.03.2009 um 19:17 Uhr

Wegkreuzungen

von: Wari

Nachdem wir nun einige Zeit Funkstille hatten, bedingt durch Zeitmangel auf beiden Seiten, fühlte sich das heutige Treffen wieder mal sehr gut an. Nur wir beide inmitten dieser Musizierwütigen wussten die kleinen liebevollen Gesten zu deuten, wenngleich die Veränderung zwischen uns spürbar wurde. Ob der Bruch vor einiger Zeit gut oder schlecht war, darüber kann ich nicht urteilen, notwendig auf jeden Fall, um ein gewisses Maß an Umdenken, Umfühlen zu schaffen. Angesichts der Tatsache, dass du in den kommenden Wochen weniger Zeit haben wirst und meine Lebensveränderungen  solch spontane Treffen wie ehemals unmöglich werden lassen, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass wir uns auseinanderleben. Ich bin ehrlich: der Gedanke gefällt mir nicht wirklich besonders gut. Es war schöner, nicht alles planen zu müssen, spontan sein zu können, die kleinen Zwischenmenschlichkeiten nicht per Kalender abstimmen zu müssen. Aber vielleicht ist jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen, an dem wir von unseren netten Gewohnheiten Abschied nehmen müssen, um anders miteinander zu leben. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Zumindest die Freundschaft bleibt. Sie ist in jeder Sekunde spürbar. Und die Angst ist weg, dass auch sie mit jenem großen Streit damals verloren sein könnte.

 

14.03.2009 um 21:25 Uhr

PS:

von: Wari

Langsam bekomme ich Angst vor mir selbst. Von jenen drei Stunden vielleicht fünfzehn Minuten selbst gesprochen. Das erreicht fast Therapeutenlevel einer Erstberatung.

 

14.03.2009 um 21:13 Uhr

Männer!

von: Wari

In manchen Dingen des Lebens, mein Lieber, bist du mir einfach der liebste Typ Mensch. Gerade eben bin ich eingetrudelt von einem Männerbesuch. Er, vor Monaten als Date kennengelernt und für nett befunden, ist immer noch auf der Suche. Gott im Himmel, da bin ich mit meinen Geschichten eine harmlose Version von "Ich back mir meinen Mann/meine Frau doch nicht selbst" - du glaubst gar nicht, welche Anzahl von Dates man in ein Wochenende packen könnte, wenn man wöllte und wievielen potentiellen Partnern man das Herz brechen kann, um dann noch rechtzeitig die Kurve zu kratzen. Und das alles erzählt er mir in drei geschlagenen Stunden. Und was für Details. Auf meine Frage, ob er jeder seiner "Neuzugänge" seine zahlreichen Geschichten offeriert, meint er nur "Nein, dass erzähle ich nur dir, weil du für mich in die Kategorie Freundin gehörst." - Na super ... und ich wollte doch nur ne Runde poppen!

 

13.03.2009 um 21:34 Uhr

Zerreißen hat seine Zeit, Zunähen hat seine Zeit.

von: Wari

Nur du warst dieses Gespräch lang wichtig. Das was dich bewegt und was soll ich sagen, es tat gut, mal die andere Seite einzunehmen, die die nur zuhört, die vielleicht hier und da eine Winzigkeit einwirft, hinterfragt, so als Gedankenstupser. Ansonsten aber schweigt. Das erste Mal wohl, dass es nur um dich ging und wir dabei weit entfernt waren von jener Position des ewig körperlich Begehrenden und der ewig wartenden Geliebten. Ein nettes Gefühl und durchaus tragbar, hoffentlich herüberrettbar in die Zukunft. Vielleicht war es deine leise hingehauchte Sehnsucht zur Freundschaft, die es mir leichter machte, diese Begegnung auf einem Schlachtfeld auszutragen, welches so gar nicht meines ist, wo ich nicht hingehöre. Dein Bedarf an jemandem, der dir einfach zuhört war neu. Noch nie habe ich dich so viel in ein Gespräch packen sehen wie heute, noch nie die Chance gehabt, einfach nur zu zuhören und mal wirklich für dich da zu sein, ohne mich ausgenutzt zu fühlen, ohne hinterher meinen zu müssen, es sei mal wieder alles für die Katz gewesen. Es fühlte sich heute so ein bisschen nach einer Freundschaft an, die es zwar schon gab, deren Tiefgründigkeit aber erst nach jenem katastrophalen Streit und dem Überdenken des eigenen Standpunktes auf beiden Seiten zum Tragen kommen konnte. War der bis jetzt temporär immer wieder verworfene Gedanke an echte Freundschaft doch nicht falsch, ist meine Intuition doch noch richtig. Mal wieder einen Schritt aufeinander zu. Einen großen sogar. Und dazu bedurfte es nur dieser kleinen winzigen Eingebung just im rechten Moment.

Hab Dank für´s Zuhörenlassen!

 

11.03.2009 um 19:02 Uhr

Hakuna Matata

von: Wari

Na siehste, es geht doch. Entspannte Musizierstunde und hinterher bleibt das du ein du und das ich ein ich. Und deine Probleme, sind deine, meine eben meine. Auf der Ebene könnte es also tatsächlich doch noch irgendwie was werden mit uns zweien. Und das fühlt sich ganz nett an. Übrigens, nur mal zuhören, ist meinerseits zwar ungewöhnlich, aber durchaus angenehm. Zumal es diesmal klappte mit dem Nicht-Annehmen deiner Probleme. Es kann also weitergehen mit dem gewohnten Programm "freundschaftlich mündlicher Austausch" einmal wöchentlich, was zugegebenermaßen mehr als fehlte. Das einzige, was anders war und ein wenig irritierend wirkte, war die Tatsache, dass du nicht mehr in der Lage warst, mir in die Augen zu schaun. Und dass meine Aussage, dass es mir gut gehe, wohl nicht gerade auf großen Beifall bei dir stieß. Aber wir sind ja beide schon groß und können damit umgehen. Dann warten wir mal gespannt auf die nächsten Begegnungen.

 

10.03.2009 um 19:37 Uhr

weia!

von: Wari

Was war denn das heute für ein Tonfall am Telefon? Kann es sein, dass du mehr als leicht angesauert bist? Tssss, komisch, dabei müsste doch ich diejenige sein, die rumsäuert, weil immer noch irgendwie was mit einem Gespräch war, wenn ich mich recht entsinne. Aber nein. Du grummelst. Na das kann ja heiter werden morgen, beim Musizieren. Naja, so lange du nicht wieder jene Show abziehst, wie vor gefühlten fünfzig Wochen, dann soll es mir egal sein. Denn ich will mich einfach nur mal wieder entspannen. Und wenn´s hinterher mal wieder krachen sollte, dann wird es spannend. Denn dann komm ich so richtig in Fahrt!

 

07.03.2009 um 22:40 Uhr

Himmelherrgottnochmal

von: Wari

Ich hatte es doch so gut im Griff. Es ging mir doch gut dabei. Und dann fragen drei Leute an einem Tag, wie es so mit dir und mir sei. Und mit einem Mal gerät alles ins Wanken. Weil man mir wieder Gelegenheit gibt, über dich nachzudenken. Weil eine nett parfümierte Person all die Erinnerungen an dich zurück bringt. Weil sich an der Situation eigentlich noch gar nichts geändert hat und wenn es nach meinem Gefühl geht, auch irgendwie nichts ändern wird nicht so schnell was ändern wird. Der einzig sichere Hafen wäre wohl auf Bali!

Und du weißt wie es mit dem Universum ist. Denn in all dieses "ich muss dann doch mal wieder mehr an dich denken", schickst du mir zu meinem Glück eine neue Freundschaftsanfrage über eine neue Seite. Und nur weil ich mich nicht schon wieder dir zuliebe irgendwo anmelden will, wird auch diese in Schall und Rauch aufgehen. Und du wirst es falsch verstehen, wirst der Meinung sein, ich wollte nichts mehr, was irgendwie mit dir zu tun hat.

Himmelherrgottnochmal - wenn du irgendwie Kontakt haben möchtest: Ich habe ein Handy. Ich habe ein Telefon. Und ich habe immer noch die selbe Wohnung. Ist denn das so schwer zu verstehen?

PS: Auf diese Art und Weise des Nicht-Umganges zwingst du mich zu Auszeiten, die ich absolut zum Kotzen finde. Du weißt, wie sehr ich die Musikstunden vermisse!

PS2: Und trotzdem bleib ich allein.

 

05.03.2009 um 22:11 Uhr

Du

von: Wari

fehlst. 

Und jetzt werden meine geliebten Freunde und Kopfwäscher aufschreien und sagen: na hab ich es doch gewusst - sie hält das keine zwei Wochen durch!

Dem ist nicht so. Aber ich vermisse dich als Mensch, dein Lachen fehlt, unsere Gespräche und unterschiedlichen Ansichten, unsere unterschiedlichen kulturellen Hintergründe. All das, was das Zwischenmenschliche ausgemacht hat. Es fällt mir schwer, es so anzunehmen, wie es gekommen ist, weil ich zwischen uns doch manchmal etwas Besonderes sehen konnte. Vielleicht hineingeschummelt, vielleicht an manchen Stellen schön geredet. Mag sein. Aber Liebe will nun mal nichts von den Schattenseiten wissen, Liebe macht bekanntlich all zu oft blind. Und Liebe will lieben! Es ist schwer, sich im Kopf zu entlieben. Verdammt schwer, wenngleich ich weiß, dass alles andere so viel mehr als Selbstbetrug auf beiden Seiten ist. Noch schlimmer ist aber die Tatsache, dass es diese Tiefe der Verbindung in Zukunft nicht mehr geben wird, weil sie nur möglich war, wenn wir uns auch auf einer anderen Ebene nah waren. Erkennen zu müssen, dass ich Dinge loslassen muss, an denen mir etwas gelegen war, die das Herz zum Lachen brachten, das tut weh. Und es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis dieser Punkt überwunden ist. Vielleicht wird es nie aufhören. Vielleicht.

Und trotzdem bleib ich allein.

 

01.03.2009 um 09:29 Uhr

Und an wen geht der Punkt?

von: Wari

Ich überlege gerade, was sich an der Gesamtsituation geändert hat. Du bist weg. okay, hatten wir öfter mal. Ich warte. Auch das kennen wir. Ich versuche dich aus meinem geschredderten Hirn zu bekommen. Fehlanzeige. Dabei gebe ich mir doch alle Mühe. Ich gehe auf Kindergeburtstage, ohne die eigenen Krümel mitzuführen (was für ein billiger Trick). Ich lasse mich anschließend bis Mitternacht bei einer Freundin voll laufen, damit mal was anderes mein Denken blockiert als du. Und werfe am Ende - schon mächtig angeheitert - in den Raum, dass ich aber schon irgendwie wie ein angeschossenes Reh leide. (Ob mir das jemand glaubt, wenn ich beteuere, dass ich nur so ausgelassen bin, weil ich viel konsumiert habe? Alkohol wohlgemerkt.) Ich fahre in diesem ZUstand nach Hause. Allein. Wir fassen also zusammen:

Du bist weg - Ich bin hier. (Altbewährt.)

Du meldest dich nicht - Ich spiel das Spiel mit. (Hatten wir auch schon.)

Ich lenke mich ab. (Das ist neu.)

Wir haben keinen Sex. (Das ist Scheiße!)