... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

30.09.2009 um 16:42 Uhr

Aber jetzt

von: Wari

geh ich mich erst mal abreagieren. Da muss Mr. Loverlover durch. Ich muss mir seine Stressauswirkungen ja auch immer antun. SO!

 

30.09.2009 um 16:41 Uhr

Überlegungen

von: Wari

Der Chef nervt. Die nichtvorhandene Arbeit nervt. Ich sollte kündigen. Eigentlich.

 

26.09.2009 um 07:46 Uhr

Kleine Schritte, schöne Schritte.

von: Wari

Es geht bergauf. Wenn auch mit schleppendem Schritt und anstrengenderweise zum Teil. Aber bergauf. Die letzten drei Tage durfte ich das Büro alleine hüten, der Chef hatte mit der Messe genug um die Ohren. Die Gratwanderung zwischen ich darf und ich muss Verantwortung tragen war schön und es fühlte sich mehr denn je nach dürfen an. Es mag für einige banal klingen, aber die Verantwortung, die ich für die Meinigen habe, ist manchmal schon sehr, sehr groß, mab und an würde ich davon gern etwas abgeben, wenigstens phasenweise. Und um so schöner war es, mal in einen anderen Verantwortungsbereich zu rutschen, Probleme regeln zu können. Nicht weil ich mir gern Probleme aufhalse, sondern um mir selbst zu zeigen, dass es noch in anderen Lebensbereichen funktioniert. Und mitten in meinen vorletzten Alleintag (Montag darf ich nochmal allein regieren *g*) platzt ein netter Besuch. Lachend steht er vor mir, der Mensch, der neue Emaille für einen alten Badeofen braucht, damit er ihn neu aufpoliert seiner Mutter nach Mosambik schicken kann. Was haben wir beide gelacht, als er mir erzählt, er habe Angst vor diesem Teil, seit ein Freund ihm erzählte, dass er explodieren könnte, wenn man die falsche Armatur daran befestigt. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass mein Chef nicht da ist. Er mag keine Schwarzen, wie er erniedrigenderweise alle Afrikaner betituliert. Mein Freundeskreis ist gefüllt mit ihrem Lachen, ihren Geschichten vom fernen, geliebten Kontinent.

Am Nachmittag schließe ich meine kleinen Großen in die Arme und verbringe noch eine entspannte Stunde mit ihnen bei einem Sozialprojekt. Sie spielen Feldhockey und hinterher ärgere ich mich, dass ich nicht mitgemacht habe. Für´s nächste Mal nehme ich mir vor, dabei zu sein. Als wir daheim eintrudeln, steht ihr Vater schon vor unserer Tür. Er ist entspannter denn je, was mir zu denken gibt, weil darauf seinem Gesetz zufolge irgendetwas Negatives eintritt. Das große Kind überkommt mit einem Mal der Gedanke, dass es viel lieber bei mir bleiben würde. Wütend bekommt der Vater zu hören, dass sie nie ein Wochenende mal nur mit ihm haben, dass immer die blöde Neue und ihr Kind dabei seien (O-Ton des großen Kindes) und dass sie viel zu wenig Wochenenden mit mir verbringen. Es spricht aus, was ich immer dachte. Mit war immer bewusst, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an denen wir die Umgangsregelungen neu besprechen müssten, weil sich die Wünsche der Kinder ändern. Es liegt also wieder mal ein steiniger, harter Weg vor uns. Ohnehin von meiner Seite aus bei Punkt Null angekommen, wird sich die Front verhärten, weil er annehmen wird, ich hätte den Kindern diese Sache eingeimpft. Dass sie von selbst auf diese Gedanken kommen könnten, das sieht er nicht. Und da dies bei ihm auf jeden Fall über Schuld zu klären ist, werde ich diesen Packen aufgebürdet bekommen. Allerdings haben sie just an diesem Wochenende Glück - sie haben ihren Papa mal ganz für sich allein und so kann ich beide trösten. Ich springe über meinen Schatten und rede ihnen die Zeit ein wenig schön, weil ich weiß, wie wichtig genau diese Wochenenden sind. Keine neue Frau an Papas Seite, kein lästiges Prinzesschen, was auf den Thron gehoben die Welt regiert. Nur sie und ihr Papa. Beim Abschied am Auto flüstere ich ihm zu, dass sie gerne zu McDoof gehen wollen. Und sie haben den großen Vorteil, dass er aufgrund der vorangegangenen Szenen meint, er müsse sich nun besonders Mühe geben. Sie gehen zu McDonald, noch am selben Abend. Das weiß ich. :-)

Ich selbst bin durchgefroren, hatte mich, was die Ausßen­tem­pe­raturen angeht, maßlos überschätzt und will nur noch eins: in die Wanne. Aber mich erwartet noch ein Abendessen mit meiner besten Freundin. Ihr Dankeschön für´s spontane Aufnehmen ihrer Kinder am Wochenanfang. Wir verbringen einen schönen Abend miteinander, tauschen die neuesten Neuigkeiten aus und stellen fest, dass sich unsere Freundschaft so grandios vertiefen konnte, weil ich/wir getrennt wurde(n). Es ist mir seit langem mal wieder bewusst, wie viel Freiheit ich eigentlich gewonnen habe, um wie vieles es uns besser geht, seit wir aus dem Käfig zum Freiflug entlassen wurden. Mit geschwächten Flügeln fliegen zu wollen, ist nicht leicht, aber allmählich werden die Schwünge kraftvoller. Wir lernen, auf die Vorzüge des goldenen Käfigs zu verzichten und auf das zu schauen, worauf wir aus vollem Herzen stolz sein können.

In den letzten Tagen bin ich umgeben von Menschen, die es gut mit mir meinen und die mir jeder auf seine Art Kraft und Liebe senden. Meine geliebte Cousine, die meint, sie hätte mich mit den Angelegenheiten bezüglich der Bestattung ihrer Mum zu sehr in Anspruch genommen (hast du nicht, meine Liebe!), Mr. Loverlover, der mir sein Herz ausschüttet, obwohl er das nie wieder tun wollte und mir die Gelegenheit gibt, einfach für ihn da sein zu dürfen, ohne es zu müssen, meine Freundin, die mir gerührt sagt, dass wir drei für sie wie ihre Familie sind, der Freund, der mir am Ende des Telefonates sagt, dass wir schon viel zu lange nicht mehr so nett miteinander geplaudert haben, ein alter Bekannter, der sich gestern bei mir gemeldet hat - all das sind Dinge, die ich so am Leben liebe. Ich kann mich langsam wieder bewegen.

Kleine Schritte sind es, aber wohlig zu gehen.

 

24.09.2009 um 14:32 Uhr

Ist der Mann wirklich so brutal?

von: Wari

Das frage ich mich, wenn ich den Text unter diesem Bild lese ...

 

Edit: Der Beitrag ist leider hinfällig, weil der Schläger jetzt wieder ein Schlager ist ...

 

24.09.2009 um 11:25 Uhr

Du.

von: Wari

Geliebter Problemfreund. Ich glaube, wir passen im Moment gerade richtig gut zusammen. Jeder hat ein so großes Paket zu tragen, dass es sinnlos wäre, dem Anderen etwas von den eigenen Problemen abzugeben. Dass all das eingetreten ist, worauf ich dich in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder mit der Vorschlaghammermethode hingewiesen habe, tut mir leid für dich. Deshalb spare ich mir auch die flotten Sprüche wie "Siehste, das hab ich dir immer wieder gesagt!". Manche Dinge muss man wohl selbst erleben. Nur hätte ich dir gewünscht, es wäre eine positive Erfahrung gewesen. So stehen wir also mit unser beider missbrauchter Vertrauen und können nur noch den Kopf schütteln. Was wohltuend ist, sind deine Pläne für die Zukunft, wenngleich du noch nicht weisst, wie einiges umzusetzen sein wird. Aber es tut gut, dass du losgehen wirst. Und zwar diesmal nur für dich, ohne immer an Andere zu denken. Gestern Abend nach unserem problembeladenem Gespräch musste ich schmunzeln. Mit unseren neuen Erfahrungen, mit unseren oftmals gleichen Ansichten und unseren Zukunftsvisionen passen wir so herrlich gut in diese, unsere Freundschaft. Es ist eine neue Ebene von Nähe hinzugekommen, die sich spannend anfühlt, positiv spannend. Und ich bin irgendwie stolz auf dich, der Löwe in dir ist wieder erwacht. Hach!

 

24.09.2009 um 11:10 Uhr

Ich.

von: Wari

Es geht mir nicht gut. Und das seit ein paar Wochen. Ich bin permanent übermüdet, quäle mich abends in den Schlaf und morgens aus dem Bett. Versuche, mir vor den Kindern nichts anmerken zu lassen und ihnen die liebevolle Mutter zu sein, die sie brauchen. Nur in ganz stillen Momenten überkommt mich dieses Gefühl der Ohnmacht und des Zusammenbrechens. Ich habe meine Kraft verloren, weil ich Dinge an mich herangelassen habe, die mir sehr zu schaffen machen. Die gut gemeinten Ratschläge meiner Ärztin und meiner Therapeutin, dies alles von mir fern zu halten, scheitern an meinem momentanen Nicht-Können. Die wenige Kraft, die ich habe, investiere ich in das Liebste in meinem Leben - meine Schützlinge. Der Rest an Kraft wird aufgeteilt in Freunde und Belange seitens der Kinder in Schule und Hort investiert. Und dann ist Schluss. Für mich selbst bleibt gerade nicht viel oder besser gar nichts. Ich quäle mich durch den Alltag und frage mich, wie lange ich das auf diese Art und Weise noch aushalten kann. Diese Art von nervlichem Wrack kenne ich nur aus der Zeit meines damaligen Mobbingchefs und ich gestehe, ich fühle mich ähnlich. Nur dass die "Bedrohung" diesmal von einem Menschen ausgeht, der mir viele Jahre nahegestanden hat und der jetzt alles was war gekonnt mit Füßen tritt und mir immer wieder einen Schlag in die Magengegend versetzt. Sind bis jetzt alle Versuche, mich derartig tief zu treffen daran gescheitert, dass ich prinzipiell ein Mensch bin, der gerne vertraut, weil ich damit bisher am weitesten gereist bin in meinem Leben, so bin ich ín Bezug auf diesen Menschen an einem Punkt angekommen, an dem alle Alarmglocken aufschrillen, wenn der Satz auftaucht: "Du musst ihm vertrauen." Ich habe es mit vielen Rückschlägen immer wieder probiert, habe mir gesagt, es liegt allein an meiner Einstellung dazu, um jetzt erkennen zu müssen, dass dem nicht so ist. Und so werde ich mein Verhalten grundlegend ändern und schauen, dass es mir wieder gut geht. Denn momentan bin ich weit davon entfernt, sagen zu können, dass ich lebe. Ich existiere. Irgendwie. Gut genug, um die mir Anvertrauten bestens zu versorgen und ihnen die notwendige Liebe zukmmen zu lassen und ihnen gegenüber meine innere Ruhe zu bewahren. Mich selbst aber habe ich in den letzten Wochen sehr schlecht behandelt. Sei es in der Vernachlässigung von Auszeiten, sei es in der Ernährung, in gesundheitlicher Hinsicht. Vor drei Tagen habe ich mir den ersten Ruck gegeben und meinem Körper seit Jahren mal wieder etwas Gutes gegönnt. Das allererste Mal eine Stunde Gesichtspflege durch eine professionelle Kosmetikerin. Ich hatte lange überlegt und fast wieder abgesagt, weil es a) weder wirklich in die finanzielle Lage passte, noch b) meinen durch eine Freundin umgeworfenen Zeitplan mehr als durcheinander brachte. Aber irgendwas innen drin schrie förmlich nach dieser Entspannungsstunde und ich habe sie mir gegönnt. Es war gut so, denn daran anschließend konnte ich diese Entspannungszeremonie mittlerweile auf daheim übertragen, gönne mir jetzt morgens und abends dieses Mehr an Zeit für´s Verwöhnen. Es sind kleine Schritte, die ich jetzt gehe. Mehr ist nicht drin. Was den Kindsvater angeht, so habe ich für mich strikte Regelungen festgesetzt, an die ich mich zu meinem eigenen Schutz halten werde. Das wird auf seiner Seite kein Verständnis hervorrufen, das ist mir klar. Aber mit seiner letzten "Anklage" hat er sich bei mir alles verwirkt, was ich ihm an möglichem Entgegenkommen zugestehen konnte. Die von ihm gewünschte elterliche Freundschaft ist nicht möglich, so lange er immer und immer wieder mein Vertrauen missbraucht. Ich werde dieses Szenario von Mobbing kein zweites Mal mitmachen, denn das habe ich mir schon vor elf Jahren versprochen.

 

17.09.2009 um 23:20 Uhr

Morgen.

von: Wari

Nach all dem Trubel der letzten Wochen, nach all dem Ärger und den Problemen erwartet mich etwas, wofür mich alle anderen für verrückt erklären. Ich werde morgen total geplant und mit riesiger Vorfreude erwartet fünf kleine Racker in diesem Hause haben. Ich werde Kinderstimmen durch die Zimmer wirbeln hören und Fragen gestellt bekommen, die ich jetzt schon kenne (Frage Nr.1 - Was ist da drin? ... wenn ich das Essen auf den Tisch stelle), ich werde Papierflieger basteln und durch unseren Flur segeln lassen, weil ich die beste Papierfliegerbastelweltmeisterin bin. Ich werde Küsschen von den Freunden meiner Kinder bekommen und werde vorallem die beste Mutter sein, die sich Freunde meiner Kinder wünschen können, wenn wir abends zu sechst in meinem Bett liegend vielleicht Garfield oder Wallace&Gromit schauen. Ich werde wahrscheinlich Ich-will-doch-lieber-zu-meiner-Mama-Kullertränen wegtrösten müssen, und später todmüde auf den Augenblick warten, dass endlich Ruhe einkehrt, weil ich weiß, dass die Nacht noch viel eher vorbei sein wird, als sonst. Aber nichts könnte mich davon abhalten, mich auf diesen Abend zu freuen. Kinderlachen, Seelenbaumeln, Quatsch machen, Zeit haben, Herumtollen, Kuscheln ... Himmel, das ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Das macht alles wieder gut, was in den letzten Wochen schlecht lief. Alles!

 

16.09.2009 um 22:38 Uhr

*puff*päng*

von: Wari

Ach Mr. Loverlover, du hast es geschafft, mich zu erheitern. Kein leichtes Unterfangen in meiner heutigen Zeit. Und vorallem hast du meine Sorgen klein gedrückt. Nicht durch´s Wegschieben, sondern mit dieser einen Aussage und dem Auspacken deiner Sorgen. Da wusste ich, dass es mir doch eigentlich gut geht. Natürlich sind jede Menge deiner Probleme wie üblich von dir selbst gebacken, nur hilft das Wissen darüber gerade auch nicht weiter. Ich kann sie dir auch nicht nehmen und weiß, dass meine grandiosen Versuche, dich zum Aufwachen zu bewegen auch nicht gerade das sind, was du dir vielleicht erhoffst. Aber da deine Probleme auch die deinen bleiben sollen, muss ich sie mir auf meine Art und Weise vom Leibe halten. Immerhin ist eine Bewegung sichtbar, die kleine, minimalste Schritte deinerseits aufzeigt. Und das fühlt sich wunderbar an. Du bist immer noch in der Lage, deinen Blickwinkel zu verändern. Ich sehe, dass du nicht nur nicht geredet hast, sondern dass das, was ich sagte, bei dir angekommen ist. Meine Worte haben die richtige Stelle in deinem Herzen berührt. Was könnte ich mir besseres für dich wünschen? Und schön, dass wir uns beide über deine Nicht-Antwort auf meine Frage letzten Mittwoch köstlich amüsieren konnten. Ich weiß, wie ich diesen "Tatbestand" einzusortieren habe und du liebst meine Art, damit umzugehen. Dieses Stück Vertrautheit ist wohltuend. Dass du Mails nur beantwortest, wenn in ihnen eine Frage enthalten ist, hatten wir schon mal geklärt.

Dass dieses Fragezeichen sehr groß sein muss, wusste ich bis dato noch nicht. Aber da ich ja zuhören kann, somit nicht nur nicht rede, sondern das Gesagte auch in meinem Herzen einen rechten Fleck finden lasse, schrieb ich ihm also heute eine ganz kurze Mail, mit einer einzigen Frage und die sah so aus:

Betreff: Bitte beantworten Sie diese Frage!

 

 

Sie ist rein rhetorischer Natur und eigentlich ziemlich platt, denn wir alle kennen die Antwort, aber der Gedanke, dass er daraufhin endlich mal wieder spontan lachen kann, der gefällt mir sehr.

 

14.09.2009 um 08:48 Uhr

Heute ändert sich alles für dich.

von: Wari

Netter Spruch vom Herrn Glückkeks. Nur ist das genauso schwammig, wie die Aussage, dass sich diesen Monat durch eine frische Brise Wind irgendwas zum Positiven wendet. Das Einzige, was sich bis jetzt gewendet hat, ist das Verhältnis zum Kindesvater, der es geschafft hat, aus einer kleinen Bitte meinerseits einen handfesten Streit herbei zu führen, mich mal wieder zu beleidigen, die Trennung als von uns beiden gewollt hinzustellen und mir zu schreiben, dass ich mich für das Leben, so wie es jetzt ist, selbst so entschieden habe. Da frage ich mich, an welcher Stelle dieses Films ich durch eine Stuntfrau ersetzt wurde. Oder hat er ein anderes Drehbuch als ich? Hab ich an einer entscheidenden Stelle irgendwas verpasst? Ich kann es drehen wie ich will, es wird nicht besser. Und nett wie er ist, bietet er mir ein Von-Ex-Partner-zu-Ex-Partner-Gespräch an. Damit ich mir dann unter vier Augen die Beleidigungen anhören muss und mich im Nachinein auf nichts berufen kann? Nein, so blöd bin ich dann doch nicht. Wenn er schon seine äußerst fragwürdigen Aussagen machen muss, dann soll er das doch bitte vor einer Mitarbeiterin des städtischen Sozialdienstes tun, die dann im Notfall eingreifen kann. Wenn er nämlich ein Problem damit hat, dass ich nicht nach seinem Gutdünken funktioniere, so darf er dies liebend gerne unter Zeugen aussagen, aber nie wieder in einem Unter-vier-Augen-Gespräch. Das hatten wir zur Genüge und das tu ich mir nicht mehr an.

Das Wochenende habe ich statt in der Horizontalen meine Nasennebenhöhlenentzündung auskurierend mit dem Umräumen zweier Zimmer verbracht und mir dafür strahlende Blicke meiner Kinder eingefangen, die nach dem Papa-Wochenende wiederkamen und restlos begeistert waren. Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Ordnung einigermaßen zu halten, wäre ich (fast) wunschlos glücklich.

Mr. Loverlover übrigens hat sich nicht mehr gemeldet.

 

09.09.2009 um 20:52 Uhr

Mein Gefühl am Abend.

von: Wari

Danke, Zebulon, für diesen netten Spruch. Dieses Gefühl ist einzigartig, schwebend fast. Es sind nicht alle Sorgen ver­schwun­den, aber sie wurden verteilt auf mehrere Schultern. Auf die des Lieb­lings­problem­freun­des und meine. Und das fühlt sich gut an. Er konnte zuhören, trotz ei­ge­ner Sor­gen und es war wie in gu­ten Zei­ten ein ge­gen­sei­ti­ges Auf­fan­gen und Weg­wi­schen der Be­den­ken, der schlech­ten Ge­füh­le, ein Hin­zau­bern gu­ter, lie­be­vol­ler Emo­tio­nen. Weg­küs­sen ging nicht. Ich woll­te mei­ne Rüs­sel­seu­che nicht wei­ter­tra­gen und muss­te fest­stel­len, dass der kör­per­li­chen Lie­be et­was fehlt ohne je­ne Zärt­lich­kei­ten. Es war nicht gar nicht gut, aber eben ... ko­misch. Ich möch­te es jetzt nicht mit di­ver­sen Da­men ver­glei­chen, weil de­nen ja auch noch zu­sätz­lich die see­li­sche Nä­he zum Ge­gen­über fehlt. Aber es ist und bleibt sehr merk­wür­dig, die­ses Ge­fühl. Zu­mal wir uns bei­de für die­sen Mo­ment et­was an­de­res ge­wünscht hät­ten. Als wir uns über das kom­men­de Wo­chen­en­de un­ter­hiel­ten, über meine Pläne dies­be­züg­lich und ich in ei­ner Mi­schung aus Spaß und pu­rem Ernst mein­te "Fahr mit mir Rich­tung Han­no­ver, wir könn­ten dort zu­sam­men mu­si­zie­ren und hät­ten ein Wo­chen­en­de nur für uns. Du kämst endlich mal raus hier und könn­test ab­schal­ten, ein we­nig run­ter­fah­ren.", da sah ich, wie es in ihm ar­bei­te­te. Sei­ne er­staun­te Aus­sa­ge, dass es viel ist, was man für die­ses Geld ge­bo­ten be­kommt, war das völ­li­ge Ge­gen­teil von dem, was ich er­war­tet hat­te. Kein spontanes "Nein, das geht nicht. Ich kann nicht.", sondern ein Blick, der mei­ne ei­gent­lich ziem­lich spin­nige Idee in sei­nem Kopf hin und her wen­de­te. So ließ ich ihn ziehen. Um ihm eine Mail hin­ter­her zu schicken, dass er bit­te, bit­te, bit­te mit mir kom­men soll. Ich konn­te nicht an­ders, ich muss­te das schrei­ben, weil es ge­nau das war, was mein Bauch­ge­fühl mir sagte. Es war eine 20 Se­kun­den-Mail, die in we­ni­ger als ei­ner Se­kun­de ab­ge­schickt wur­de. Kein gründ­li­ches Durch­den­ken, kein Drü­ber­schla­fen, so spon­tan wie sie ge­schrie­ben war, so spon­tan wur­de sie ver­schickt. Denn in ihr liegt ein seit min­des­tens zwei Jah­ren ge­heg­ter Wunsch - ei­nen ein­zi­gen Tag in al­ler See­len­ru­he mit ihm ver­brin­gen. Oh­ne Ter­min­ka­len­der im Nacken, oh­ne ein "Oh, ich muss jetzt aber los.", oh­ne ir­gend je­man­den, der auf ei­nen von uns bei­den war­tet. Ein ein­zi­ges Mal woll­te ich ei­nen Tag mit Mr. Lieb­lings­pro­blem­freund sei­ne und mei­ne Lieb­lings­pro­ble­me hin und her wäl­zen, ohne dass wir uns Ge­dan­ken über Zeit ma­chen müs­sen. Und dies­mal ha­be ich es aus­ge­spro­chen. Auch auf die Ge­fahr hin, dass ge­nau die­ser eine Tag süch­tig ma­chen wür­de ...

09.09.2009 um 14:25 Uhr

Und ganz plötzlich du.

von: Wari

Ich hatte gerade so einen wunder­schö­nen Eintrag verfasst, hatte den von einer auf die andere Sekunde auf­tau­chen­den Ge­ruch dei­ner war­men, wei­chen Haut auf­ge­so­gen. Ich hatte mich in ver­gan­gene Zei­ten kata­pul­tiert und genoss die­sen Au­gen­blick so vol­ler un­ver­mu­te­ter Wär­me und Lie­be. Mir husch­te ein Lä­cheln übers Ge­sicht, als ich an deine wun­der­schö­nen Au­gen dachte, an dei­ne hin­ge­hauch­ten Lie­bes­er­klä­run­gen, an dei­ne Um­ar­mun­gen see­li­scher Na­tur. Als ich an dich den­ken musste, völlig aus dem Nichts heraus. Dann musste ich abbrechen, den Eintrag löschen. Was ich jetzt noch zu sagen habe, ist, dass ich mich einfach auf dich freue. Du bist und bleibst mein Lieb­lings­pro­blem­freund. Mit und ohne Pro­bleme.

 

08.09.2009 um 22:51 Uhr

Ich frage mich.

von: Wari

Was um alles in der Welt haben die Damen und Herren der Schöpfung sich bei dieser Kampagne gegen AIDS wohl gedacht? Oder besser noch, wie wenig haben sie sich gedacht? Ich bin ehrlich gesagt entsetzt. Sprachlos. Fassungslos. Nicht, dass ich die Problematik herunterspielen möchte. Angesichts der immer noch hohen Infizierungsraten sollte dieses Thema weiterhin in unseren Köpfen präsent sein. Und die Dokumentation Mein Herz schlägt in Afrika hat dem Ganzen zusätzlich einen nachdenklichen Charakter ver­lie­hen. Angesichts der Tatsache jedoch, dass es genügend Menschen gibt, die sich nicht aus eigener Schuld mit diesem Virus infiziert haben, empfinde ich es als Häme und Verleumdung ihnen gegenüber, wenn in dieser Aktion sämtliche HIV-Infizierte als Personifizierung des Bösen oder aber gar im Vergleich mit Hitler herhalten müssen, auch wenn dies angeblich von den Machern des Regenbogen.e.V anders geplant war. Mysteriös nur, dass gerade heute, wo diese Kampagne so ins Rampenlicht rückte, die Seite eben jenes verantwortlichen Vereins vom Netz ging ...

08.09.2009 um 10:53 Uhr

Für morgen.

von: Wari

Ist gutes Wetter angesagt. Zumindest in meinem Ta­ges-Hor­ror­skop: "Die Welt begrüßt Sie heute Nachmittag mit einem Lächeln." Na da bin ich aber mal gespannt! Immerhin ist das mein Lieb­lings­tag in der Woche ...

06.09.2009 um 08:53 Uhr

Wenn mich jemand sucht.

von: Wari

Ich bin dann mal weg. Ganz tief unter meiner Bettedecke ver­gra­ben. Neben dem Zuviel des Moments kommt jetzt noch ne fette Er­käl­tung und die Sehn­sucht, mich auf­grund dieser ganz und gar de­pri­mie­ren­den Kon­stel­lation jemandem in die Arme zu werfen. Und just traf gestern Abend vom Jemand eine SMS ein, ob wir uns treffen würden. Ich konnte ihm nicht antworten, weil ich innerlich zerissen war. Auf der einen Seite, der Wunsch, dass er mich einfach in Ruhe lässt, auf der anderen Seite jener, der rief "Du hast ihm ja noch nicht mal eine Chance geben, sich zu äußern, was los war." Und ich selbst möchte da auch ei­ni­ges klarstellen. Es funktioniert eben nicht durch weglaufen. Gestern Abend hat­te Wie ein einziger Tag sämtliche nah an der Ober­flä­che lie­gen­den Ge­füh­le heraus­ge­las­sen ... so was brauch ich jetzt. Ich kuschel mich jetzt ein und mach´s mir bequem beim Wiedersehen in Barsaloi ....

05.09.2009 um 08:34 Uhr

Neben der Spur

von: Wari

Musik: Reflections von Apocalyptica

 

Es geht immer alles weiter. Irgendwie. Manchmal im Zeit­lu­pen­tem­po, manchmal, in dem man sich einfach mal neben sich stellt und von außen auf das Ganze schaut, manchmal aber scheint alles zu stocken und die Kraft für entscheidende Schritte fehlt. Nicht, dass ich jetzt in völliger Verzweiflung auf dieses Stück Lebenszeit schaue. Aber es fehlt der Glanz, es fehlt das, was man himmelhochjauchzend nennt. Auch wenn ich weiß, dass es eine Phase ist, so ist diese doch entscheidend mühsam. Ich kämpfe mich durch Probleme an mehreren Ecken gleichzeitig, halte mich an mir selbst fest, um nicht zu stolpern. Auf´s Herz zu hören fällt mir schwer, wenn innen alles denkt. Der Plan für die nächste Woche sah so toll aus .... nächstes Wochenende zum Musizieren gen Hannover düsen, alte Bekannte treffen, die sich auf meinen Besuch freuen, vielleicht schon das Baby meiner Freundin in den Arm nehmen dürfen oder wenn ich Glück habe, der Geburt beiwohnen. Ein paar Tage Auszeit, entspannte Zeit, Ausruhen, Seele baumeln lassen. Was jetzt kommt, sieht ganz anders aus, denn ich werde weiterreisen Richtung Bremen, um meinen Cousinen beizustehen, werde die wenige Zeit, die ich habe, unseren Schmerz teilen, werde Gespräche bezüglich der Be­er­di­gung führen, weil meine Tante hier bei uns in ihrer ehe­ma­li­gen Heimat beerdigt werden soll. Ich werde wohl nicht ganz so aus­ge­lassen musizieren und dennoch hoffen, dass ich dadurch getragen werde, ein Stück weg aus dem Jetzt hinein in eine kleine Wunderwelt der Freude, des Abschaltens. Ich bin nicht auf meinem Weg. Momentan.

 

03.09.2009 um 23:49 Uhr

Mr. Jungspund

von: Wari

Deine Nachricht kommt zum falschesten aller falschen Zeitpunkte, zumal ich am Wahrheitsgehalt so meine Zweifel habe.

Jetzt musst DU warten. Und ich weiß noch nicht wie lange ...

 

03.09.2009 um 23:41 Uhr

Schlaflose Nächte.

von: Wari

Deren Bedeutung(en) sich langsam schlagartig in meinen Kopf einhämmern. Die mich wissen lassen, die Verbindung zu manchen Menschen ist größer, als ich es zulassen will. Ich hatte mich distanziert, weil ich nicht verstehen wollte, wo all das Lebensfrohe hin geglitten war, wo der Mensch geblieben war, den ich kannte. Oder den ich mir in einem festgelegten Bild eingebrannt hatte, dessen Veränderung ich nicht wahrnehmen wollte, weil doch mein Leben geradewegs bergauf ging. Durch viele tiefe Täler hindurch zwar, aber immerhin immer wieder bergauf. Und ich hätte diesen Menschen gern an den Schultern gepackt und gesagt: "Wach endlich auf und sieh, was DU mir immer versucht hast zu zeigen. Dass ER für dich da ist, egal wohin du gehst!" Die Gedanken, was sein wird, wenn dieser Mensch nicht mehr da ist, was mit den Kindern passiert und wie es für alle Beteiligten weitergeht, der schlich die letzten Wochen immer wieder durch unsere Köpfe. Was mir in diesem Moment bleibt, ist Sprachlosigkeit. Und die Nachricht meiner Cousine:

"Heute morgen um 7:25 Uhr schlief unsere Mutter für immer ein."

 

03.09.2009 um 05:57 Uhr

Mir ist so ....

von: Wari

Die Lehrerin des großen Kindes hatte mich gestern zu sich gebeten, um den Elternabend zu besprechen. Mir schwante nichts Gutes, weil ich vor ein paar Tagen ein paar Probleme mitbekommen habe zwischen einigen Eltern und ihr. Und genau das ist der Knackpunkt. Sie bat mich, sie darin zu unterstützen, diese Diskussion aus dem Elternabend herauszuhalten. Das ging mir gestern Abend lange im Kopf herum, verursachte schlimmstes Bauchweh, was mir wiederum sagte, dass es falsch wäre, alles abzublocken. Ich werde ihr also heute Morgen sagen, dass ich es als wichtig erachte, dass man darüber sachlich diskutiert. Denn nur wenn die Eltern sich in ihren Problemen ernst genommen fühlen, kann Vertrauen entstehen und das ist meines Erachtens die wichtigste Basis zwischen Eltern und Lehrer. Zum ersten Mal seit Jahren ist mir kotzübel angesichts einer Sache, die ich klären muss. Und ich kann euch noch nicht mal sagen, wieso. Es ist doch eigentlich das Einfachste, auf sein Bauchgefühl zu hören und danach zu handeln. Vielleicht ist es der Punkt, dass ich weiß, welch hitzige Diskussion entstehen wird.

 

02.09.2009 um 20:41 Uhr

Ich wünschte mir.

von: Wari

Dass der Herzensschöne so langsam aber sicher mal etwas mehr Ruhe finden würde. Immer wenn ich denke "Okay, jetzt hat er einen wichtigen Meilenstein geschafft, jetzt wird´s ruhiger.", dann findet sich etwas Neues bei ihm ein, was sein Kopfchaos beherrscht. Heute hat er mich in Grund und Boden geredet, mir sein Herz ausgeschüttet, seine Probleme auf einem goldenem Tabelett serviert, durchnummeriert, damit ich irgendwann sagen kann "Lass uns nochmal Problem einhundertachtundzwanzig besprechen." Und ich stand mal wieder da und dachte mir: "Junge, gönn dir mal Zeit für dich, hör auf, in der Gegend herum zu hetzen und dich von unseren deutschen Uhren antreiben zu lassen. Du hast nur dieses eine Leben und das solltest du langsam mal genießen." Aber er will es nicht. Auf jeden Versuch, ihm meine Gedanken nahe zu bringen, folgt unweigerlich die Aussage, dass er keine Zeit hat, dass er sich keine Auszeit gönnen kann. Ich bin mir sicher, er könnte, wenn er wöllte. Aber nur mal Zeit mit sich zu verbringen, hat er nicht gelernt. Dass er permanent irgendwie irgendwo in der Gegend herum kutschiert, beruflich wie privat, macht die Sache für ihn nicht leichter. Ich wünschte, ich könnte bei ihm einfach mal einen Notschalter drücken und das System runterfahren. Mit seinem "Du hörst gut und gerne zu." drückte er mir zum Abschied ein zartes Danke auf die Wange.

PS: Mr. Jungspund hat auch ein Problem, wenn nicht sogar zwei ... die Aussagen zu seinem letzten Wochenende mir gegenüber und gegenüber dem Herzensschönem sind so was von deckungsungleich. Die Frage ist, wen er anlügt. Und Frage Nummer zwei. Warum? Mir jedenfalls braucht er mit "Ich wünsche dir einen schönen Tag und ich will dich sehen." nicht mehr zu kommen. Wenn nämlich neben dem, was war auch noch jegliches Vertrauen flöten geht, wüsste ich keinen ernsthaften Grund, noch irgendeine Basis für irgendwas zu schaffen.

 

02.09.2009 um 15:46 Uhr

Nachher.

von: Wari

Es sind die Gemeinsamkeiten, die Beziehungen so angenehm machen, aber es sind die kleinen Unterschiede, die sie interessant machen.

Todd Ruthmann