... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

06.02.2010 um 11:32 Uhr

Ich will doch nur ein wenig Spaß.

von: Wari

Dass ich den meinigen Ex auflisten lasse, was ER für einen gemeinsamen Urlaub mit seinen Kindern bentötigt, empfinden manche doch tatsächlich schon als spitzfindig. Meine Mom allen voran. Sie ist die Lebendigkeit der "Das muss doch nicht sein und halte dich zurück"-Fraktion. Sie ist für eine heile Welt um jeden Preis. Wenn´s sein muss, auch um meines Preises willen. Nachdem die Kinder verabschiedet sind, trudle ich bei ihr ein, berichte neuesten Klatsch und Tratsch und nehme seltsame Veränderungen an ihr wahr. Meine Anspielungen auf Ex-Schwiegermutterns Kontrollwahn bezüglich meiner choatischen Lebensweise (ja, sie hat mich gestern in JEDES Zimmer begleitet, um zu sehen, ob ich immer noch so unordentlich sei!), krönt sie mit der Aussage: "Wenn sie was sagt, dann sag ihr doch einfach, dass sie doch auch mal so unordentlich war und du ja noch ein wenig jünger bist und somit die Hoffnung noch nicht aufgegeben hast, genauso ordentlich zu werden, wenn du in ihrem Alter bist." Und jetzt meine noch einer, ich sei spitzfindig!

 

06.02.2010 um 10:40 Uhr

Gestern noch.

von: Wari

Meinte ich zur Lieblingsproblemfreundin: "Hey, er hat es verstanden. Mr. Ex-Loverlover. Kluges Kerlchen, lässt mich jetzt einfach in Ruhe." Ich hätt´s nicht aussprechen dürfen. Nicht mal dran denken dürfen. Denn heute Morgen prangte mir in großen Lettern ein schöner Gruß von Mr. Ex-LoverLover im Mailfach entgegen. Schnött! Dingelingeling! Da war er also wieder. Mr. Ich-geb-nicht-auf! Hat also doch nichts kapiert. Nicht die abweisenden Gespräche in den ersten zwei Januarwochen, nicht die absolute Abwesenheit meinerselbst in den Musizierstunden, nicht die gnadenlose Stille auf meiner Seite dazwischen. Und sollten wir uns jemals irgendwann, auf irgendeine Art und Weise wieder begegnen, wird er wahrscheinlich auch noch aus allen Wolken fallen, wenn ich ihm unschonend beibringe, dass er in diesem Jahr viel Zeit haben wird, sich voll und ganz auf seine Familie und seine Arbeit zu konzentrieren.

06.02.2010 um 09:33 Uhr

Ich bin so allein.

von: Wari

Ich bin so allein. Die meinigen Eltern wurden gestern Abend in den Urlaub verabschiedet. Sieben Tage Schnee *seufz* ... ich will auch ...

Meine Schwester, auch als "ich schaff´s nicht" bekannt, spricht mir aufs Band "Du ich schaff´s heute nicht mehr, die Cd´s bei dir einzuwerfen. Wenn es wirklich dringend ist, dann meld dich nochmal, dann werf ich sie morgen ein, bevor wir in den Urlaub fahren." Sieben Tage Schnee *seufz* ... ich will auch. Nein Schwesterherz, es ist nicht dringend, ausser, dass ich eine Woche lang auf Rupa und Dota verzichten muss. Nein, es ist nicht schlimm, ausser dass ich dich dafür gerne abmurksen würde. Oder mich. Weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben hatte, dass mich dein "ich schaff´s nicht" nicht ereilen würde.

Und die meinigen Mitbewohner. Sie wurden gestern in den Urlaub entlassen. (Sieben Tage. ohne Schnee. *seufz* Ich will trotzdem!) Das kleine Menschenkind legt seine Meisterprüfung zum Meistermusterkind ab, als alle (zwei Ex-Schwiegermütter, ein großer Mitbewohner und eben jener kleiner Mitbewohner) startbereit im erdenklich kleinsten fahrbaren Untersatz sitzen und in ein Wochenende mit den Omas, anschließend in eine Woche mit ihrem Vater starten wollen: "Mama, wenn uns die Omas zurückbringen, kannst du mich dann abholen? Ich will nicht zum Papa." - "Mein Kind", denke ich mir "du bist großartig." Die rechten Worte zur rechten Zeit mit einem sagenhaft unschuldigem Blick so verdammt ehrlich ausgesprochen. Dafür liebe ich dich so sehr. Alle im Auto Sitzenden schweigen betreten. Wie immer. Also muss ich mal wieder retten. Wie immer. "Hey," stupse ich das kleine Menschenkind an, "mach dir doch erst mal eine schöne Zeit bei den Omas und wenn du bei Papa angekommen bist, rufst du mich an und erzählst mir, was ihr Schönes gemacht habt!" Ich heuchle nicht gerne, denn ich weiß, es WIRD für´s kleine Menschenkind nicht schön. Es braucht gerade jetzt wieder bedingungslose Liebe, Anerkennung, Schmusezeiten, Aufmerksamkeit - eben all das, wonach ein kleines Menschenkind sich sehnt. Die Aufzählungen über das, was es erwartet, erspare ich mir, in der Hoffnung, dass die Woche einfach schnell vorrübergeht und wir danach den weltbesten Urlaub haben werden, der die Entbehrungen der davorliegenden Woche ganz schnell vergessen macht.

Nach derartigen Verabschiedungen bin ich kopflos und weiß nicht, wohin ich mich in den eigenen vier chaotischen Wänden zuerst drehen soll. Soll ich jetzt doch mal aufräumen, soll ich nichts tun, soll ich endlich das Zimmer des großen Kindes umräumen, soll ich mich ins Bett legen, soll ich ...

Ich telefoniere. Telefonieren ist immer gut, es lenkt ab, man kann rausblubbern lassen, was in einem herumwabbelt. Mrs. Unsere-Kinder-waren-ein-Fehler-sagt-ihr-Mann-Freundin braucht mich - das Schnittmuster ist für sie wie ein Buch mit chinesischen Schriftzeichen, wobei sie diese aller Wahrscheinlichkeit nach noch viel eher entziffern könnte, als kleine bunte gezackte, gestrichelte, gestrichpunktelte Zackenlinien, die wild ineinanderverzwirbelt auf einem Butterbrotpapier herübergereicht wurden. "Ich komme nachher vorbei und dann machen wir das zusammen."

Ich telefoniere weiter. Mrs. Palunz wartet auf einen Rückfall was Mr. Ex-Loverlover angeht und ich kann es ihr nicht verübeln. Lässt man das Blog hier im Schnelldurchlauf Revue passieren, so kann man Rückfälle in jeglicher Hinsicht wohldatiert auflisten. Aber, aber. Es ist ja nicht mehr 2009, sondern schon einen Schritt weiter.Was mich daran erinnert, dass ich das Kennzeichen am fahrbaren Untersatz ändern lassen wollte. Jawoll, Montag wird es dran glauben müssen. Nur was nehme ich ... NO 2010, NW 2010 ... Mist. Ich weiß es nicht. Mrs. Unsere-Kinder-waren-ein-Fehler-sagt-ihr-Mann-Freundin meinte: "Denk doch mal an dich. Nimm deine Initalen." Örgs. Ich finde nichts schlimmer als in initialisiertes Nummernschild, aus dem man womöglich noch Geburtszahlen des Fahrers herauslesen kann. Mr. Ex-LAB fährt von daher mit dem peinlichsten aller peinlichen Nummernschilder herum, weil er sich und seine Gutste verewigen wollte. Jetzt trägt er einen BH auf seinem Auto spazieren. Das lässt sich an Peinlichkeit nur noch durch alleinige Initialisierung übertrumphen. "Nein, Lieblingsproblemfreundin, DAS mache ich ganz bestimmt nicht.", offeriere ich ihr geistengegenwärtig. Irgendwas Doppeldeutiges wäre doch nett. Es ist ja noch Zeit. (Vorschläge dürfen gern hier angeboten werden!)

Übrigens schläft die Freundin mit dem gestrichpunktelten Zackenlinien-Wirrwarr im Kopf noch auf dem Sofa ein, bevor ich irgendetwas entwirren konnte, so dass ich es vorziehe, heimzufahren. Die Ruhe daheim wohltuend und ich wende mich kreativen Arbeiten zu.

Heute morgen nur eine kleine Störung. Der halbe Kater versucht mich freundlichst daran zu erinnern, dass es Zeit ist, seiner Hoheit kleingehackte Fleischportiönchen vorzuwerfen. Irgendwann gibt er auf und erträgt geduldig meinen unausgesprochenen "Noch fünf Minuten"-Gedanken. Jetzt pennt er wieder. Und ich werde es mir in meinem warmen Badewasser gemütlich machen, ein Buch lesen und mich danach wieder unter die Bettdecke mummeln. Zeit zum Ausspannen, denn ich bin so allein.