... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

30.06.2010 um 07:25 Uhr

Ich sag adieu.

von: Wari

Wie lange weiß ich noch nicht, aber es könnte länger dauern. Erstens haben die zwei wilden Kerle und ich nächste Woche wohlverdienten Urlaub, worauf wir uns riesig freuen. Und als zweites hat unser geliebter Compi die Hufe hochgerissen und somit ist alle Verbindung ins World Wide Web gestorben. Da finanziell grad nix drin ist außer Leben und eben diese eine Woche Alltagsauszeit, werdet ihr also in den nächsten Wochen verschont bleiben von Mr. Ex-LL und so. Lasst es euch gutgehen!

 

27.06.2010 um 17:11 Uhr

Kleiner Seelenkuss an dich, kleiner Mann!

von: Wari

"Kashka" schoss es mir durch den Kopf, als ich immer noch auf der Suche nach einem Namen für das bin. Ein bisschen afrikanisch angehaucht soll er sein und das widerspiegeln, was er für uns und den tierischen Mitbewohner ist. Mit Kashka hab ich es denke ich mir, denn nicht nur dass der Kleine FREUNDLICH ist, er wird Freund, unserer wie auch des Großen und er verzaubert den anderen Vierbeiner dermaßen, dass der seine Anschläge auf uns bleiben lässt, dass er ihm zeigt, dass die Hand, die sie füttert so viele nette Seiten hat. Horst-Tarzan-Karl-Gustav hat es also geschafft und seiner Seele passend einen Namen bekommen. Wohlklingend, schmeichelnd - genau so wie du bist kleines Katzenkind!

Kashka

 

27.06.2010 um 12:46 Uhr

Lagerfeuerromantik

von: Wari

Den gestrigen Abend bei einem Freund verbracht, einem guten Freund, der vor drei, vier Jahren auch so meins gewesen wäre. Jetzt, wo wir beide Single sind, hält mich irgendwas ab. Einerseits die tatsache, dass er nie Kinder haben wollte (will?) und andererseits finde ich es als heißes Pflaster mit einem Freund in eine Beziehung zu starten, obwohl einem doch eigentlich nichts besseres passieren könnte. Man kennt sich, weiß um einige Macken des Anderen und kann ihn in gewisser Weise abschätzen. Aber vielleicht ist es auch das, was mich abhält, eben weil ich einiges weiß und nicht abschätzen kann, wie ich damit umgehen würde. Seine Anspielungen manchmal lassen durchblicken, dass auch er sich wünschen würde, mit uns zweien würde es klappen. Aber ich komme momentan übers Mögen nicht hinaus und über´s Knie brechen mag ich schon gar nichts. Trotz all dieser Gedanken hatten wir einen wunderschönen Abend am Feuerkorb. Er schwer bewaffnet mit Grillanzünder wurde in seinem Vorhaben total von mir ausgebremst. "Lass mich mal machen, das bekommen wir auch so hin!" Gesagt, getan, da stand ich also meine Frau und bekam das hin, zwar mit einigen Anläufen, aber den Grillanzünder brauchten wir nicht. Und der Freund freute sich wie ein Schneekönig. Endlich mal eine Frau, die das kann. Und anstatt dass ich mich freute, dass er sich freute, zuckte ich zusammen und verfiel in alte Muster, denn dem Vater der Kinder war genau dies immer ein Dorn im Auge. Ich konnte etwas, was seiner Meinung nach niemals meine Aufgabe gewesen wäre. Schon allein das Wissen, dass ich es KANN (nicht TAT!!!), brachte ihn zur Weißglut und hat dafür gesorgt, dass ich all diese Dinge tunlichst vermieden habe. S. freute sich einfach und empfand es als Wohltat, während ich seine durchaus netten Wortte dazu mißtrauig beäugte. (Wie dumm, wie dumm, wie dumm! Ich könnte ja einmal einfach stolz auf mich sein!). Den restlichen abend verbrachten wir mit Spielen. Himmel, wie lang ist das her, dass ich mal ein Spiel mit einem Erwachsenen gespielt habe. Kamisado , frisch vom Lieblingsbücherhaus eingeflogen, zog uns in den Bann. Und wir spielten die Einzelpartie, weil die allein schon 60-90 Minuten dauern sollte. Unsere erste Runde dauerte fünf Minuten, wenn überhaupt. Regeln nicht verstanden, zu dumm für Taktik? Keine Ahnung ... aber je öfter wir spielten, desto länger dauerten die Runden und wir fanden Spaß an diesem Zwei-Personen-Spiel, dass ich eigentlich geholt hatte, um dem Großen mal was anderes zu bieten als "Vier gewinnt". Nachdem der letzte Sonnenschein so weit entfernt war, dass wir auf den schwarzen Spielfiguren keinerlei Farben mehr auseinanderhalten konnten, packten wir das Spiel weg und lamentierten über´s Leben, über unsere Vergangenheiten und Zukunften, Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte und hatten einfach eine wunderschöne Zeit miteinander. Danke für den schönen Abend, das war sehr wohltuend!

26.06.2010 um 15:10 Uhr

Das Leben ist kein Marmeladenbrot.

von: Wari

Und doch so zuckersüß, denke ich mir, als ich morgens neben zwei wilden Kerlen aufwache, deren Kinoabend ich verschlafen habe. Denn als ihnen um 22 Uhr nach der Party in den Sinn kam, den allfreitäglichen Abend noch durchzuziehen, zog es mir nicht nur den Boden unter den Füßen weg, sondern zwei Minuten drauf die Augenklappen zu. Immerhin kam ich so auf sieben Stunden Schlaf, was in Anbetracht der Vorbereitungen auf den großen Tag des Kleinen schon mächtig viel war. Ich hatte also alle Zeit und Muse der Welt die lieben Kleinen zu beliebäugeln, mich an ihrem gleichmäßigen Atmen zu erfreuen und den gestrigen Tag und den vor gefühlten Jahrhunderten Revue passieren zu lassen. Damals war es MEIN Tag, denn ich hatte die Schmerzen, die Wut, das Gebrüll der Hebamme und dann den Zauber frischgeborener Haut, kleiner Hände, kleiner Füße und eines Menschen, den ich also mein Leben lang auf verschiedene Art und Weise begleiten werde. Ich sog seinen Geruch auf, damals und auch gestern und er riecht immer noch so nach Sommer, nach Leben, nach Freude, nach Liebe. Und er ist immer noch so Sonnenschein, wie es ihn an jenem Tag gab. Und daneben nun heute morgen noch der Große, ebenso schön, ebenso liebenswert, so wundervoll, verspielt, verträumt, gut riechend. So oft sie sich auch streiten, so sehr wachsen sie mit der Zeit zusammen, finden sich und geben neben all ihrem Gezicke dem Anderen Halt. Wundervolle Wesen, schmeichelhaft und verzaubernd, so lieb ich euch. In so mancher Stunde des Streits vergessen, holt mich die Süße ihres Seins heute morgen geballt ein und ich muss an mich halten, sie nicht mit Liebe zu erdrücken, während sie größer werden.  Lächelnd stehe ich am Türrahmen gelehnt, als der Kleine sein Lied singt und dabei wie ein Großer inbrünstig die Augen schließt (glaubt mir, das ist bühnenreif!), während der Ober-Wilde-Kerl seine Finger so gekonnt über die Saiten meiner E-Gitarre gleiten lässt, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft. Das Leben wär nicht mal halb so schön ohne euch, ihr Rabauken!

 

24.06.2010 um 21:42 Uhr

Sommernachtsträume

von: Wari

Die Kinder hatten spontan entschieden ihre Freunde zu besuchen und so wurde aus dem unverplanten Nachmittag ein wahres Feuerwerk der Emotionen. Wir saßen zusammen, die lieben Freundinnen und ich, schnakten, wälzten Vergangenheiten und fanden dieses und jenes im Jetzt besonders schön. Wir genossen die Sonne unterm grünen Baumkronendach, baumelten mit unseren Seelen und lachten, scherzten und herzten uns, dass es eine wahre Wohltat war. Und obwohl wir auch traurige Themen hin und her wälzten, war es ein Gefühl von "so soll es sein". Immer. Auf dem Heimweg wurde mir bewusst, dass es diese Art von spontan bald nicht mehr geben würde und mir genau an dieser Stelle unendlich viel fehlen wird. Meine Liebe, es war schön, es ist schön und es wird sicher auch schön werden, was immer auch kommen mag. Aber es wird auch so sein, dass hier in dieser Ecke etwas fehlen wird! Sehr sogar. Es wäre egoistisch zu sagen, du sollst bleiben. Aber es wäre so sehr mein Wunsch, unser Wunsch. Auf jeden Fall danke für diesen wundervollen Nachmittag, an dem ich dir so nah sein durfte, wohltuend, entspannend, liebevoll. Nichts würd ich lieber festhalten wollen als genau diese Momente unseres Wir ...

 

24.06.2010 um 14:45 Uhr

Ich für dich!

von: Wari

 

 

 

24.06.2010 um 11:08 Uhr

Derjenige, der den Berg abtrug, hat mit kleinen Steinen angefangen.

von: Wari

Es bricht gerade alles. Nichts zusammen, aber um. Ich muss umbauen in vielerlei Hinsicht. Die beste Freundin geht weg und ich gestehe ehrlich, dass nichts mehr sein wird, wie bisher. Die Strecke ist zu groß, um die Freundschaft auf der Ebene weiterzuführen, wie sie bisher lief. Sie war nahe, sehr nahe, sicher in den letzten Wochen nicht immer einfach, weil ich so manches Mal vermutlich die falschen Worte fand, weil ich selbst zwischen den Stühlen stand, emotional zu sehr eingebunden war und seit ein paar Wochen so verdammt harmonsiesüchtig (ja, ich gebe zu, streitende Menschen bringen mich zur Zeit sehr schnell aus der Fassung und ich möchte dann abwechselnd weglaufen oder vermitteln, obwohl beides keine Lösung ist). Für die Kinder wird es noch schwer werden, wenn auch sie damit ihre Freunde verlieren. Ich weiß, meine Liebe, ihr seid nicht aus der Welt, aber aus Sicht der Kinder wird sich so vieles verändern und es sind die kleinen Zwischenbesuche, die Spontaneitäten, die diese Freundschaften so besonders werden ließen, die unsere Kinder gemeinsam wachsen ließen. Und glaub mir, ohne jammern zu wollen, ohne vorwurfsvoll sein zu wollen, all das wird einfach nicht mehr so sein, wie es war.

Und in die andere Richtung geschaut sehe ich den Freund, der sich nach dem Auftritt im Szeneviertel und dem sich anschließenden Abend Hoffnungen macht. Nicht bei mir, sondern der Freundin, die ihn zwar auch nett findet, aber für die es entscheidende Dinge gibt, die da einfach nicht passen. (Hätt ich mal den Mund gehalten!)

Und dann Mr. Ex-LL. Was machen wir nur mit ihm, meine Vernunft und ich? Wär er doch nur nicht so liebenswert, so lustig, seine Haut nicht so besonders weich auf der meinen. Und würde ich mich doch nicht so gern an die bunten Momente im Wir erinnern, während ich die Negativität bei aller Liebe so gekonnt auf eine Ebene verschieben kann, die dann ganz schnell in Vergessenheit gerät. Einerseits ist das ja wünschens- und lobenswert, denn es ehrt mich doch auf meine Weise, wenn ich Negatives vergessen bzw. verzeihen kann, aber es kompliziert die Sache etwas. Es wäre manches Mal besser, man würde beides im Blick behalten und versuchen, es in die Waage zu bringen. Denn das würde es uns ermöglichen, mit dem zu leben und zu lieben, was möglich ist, ohne uns zu verleugnen. Es würde Verbindungen Raum schaffen, die wohltuend sind, ohne einen von uns beiden einzuschränken. Wir würde uns beide sehen und wahrnehmen können. Was bliebe, wäre die in den letzten Jahren schwer erarbeitete Wertschätzung und die Liebe, die damit Einzug gehalten hat. Haben wir uns doch so lange gegenseitig gezähmt, dass man meinen könnte, den Anderen mittlerweile besser zu kennen, als sich selbst. In den kommenden Wochen werde ich viel Zeit haben, mich zu fühlen und vorallem zu fühlen, was ist und was ist nicht. (Man konnte ihm ansehen, wie wenig er sich über die Gezwungenermaßen -Trennungswochen freute.) Vielleicht ist es ja der richtige Moment, um es zuzulassen, dass er mich liebt ...

 

24.06.2010 um 09:40 Uhr

Ehre die Vergangenheit, aber lebe für den Augenblick.

von: Wari

Ich wollte nicht jammern, sondern stark sein. Und gab mich dann einfach der Wahrheit hin. Das musste er ertragen können, wenn er mir mitten in die Stille ungefragt dieses "Ich hab dich so vermisst!" hinwirft, woraufhin ich ihm gefühlsmäßig den letzten Auftritt und vorallem das Danach auseinander nahm. Tiefer Seufzer von ihm. "Du wolltest wissen, wie´s mir geht!".

Während wir heimfahren, krabbelt es empor: er ist immer noch schön (blöde Feststellung, er wird es immer bleiben! :-) ) und wir können immer noch gemeinsam über kleine Dinge lachen. Das ist wohltuend, ebenso wie dieser eine kleine Kuss zum Abschied. Vernunft, ich wünschte, du könntest mich mal! :-)

 

23.06.2010 um 01:03 Uhr

Notiz an mich!

von: Wari

Glücklich zu sein, bedeutet zu spüren, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Jorge Bucay

 

21.06.2010 um 09:49 Uhr

Vielleicht sollten wir das mit den Seelenküssen lassen.

von: Wari

Ein Wochenende voller Emotionen. In jede Richtung. Wir haben gefeiert, gelacht, getanzt, die Seele baumeln lassen. Wir haben Musik gehört, die jeden Muskel zucken ließ und hinterher deutlich machte, wie schnell man in selbigen einen Kater bekommen kann, wenn man sich nicht ausreichend sportlich betätigt. Wir haben zwei Mal das Publikum begeistert mit Rhythmen, die so viele Menschen in den Bann ziehen und dennoch den wenigsten den Mut geben, das Tanzbein zu schwingen. Die meisten lieben den schwarzen Kontinent (jetzt zur WM besonders), aber die wenigsten schaffen es, sich von seinem innersten Frohsinn anstecken zu lassen. Erst spät am Abend und mit genügend Alkohol überwinden sich Grenzen und lassen die Menschen ausgelassen und fröhlich sein. Ich hätte es auch ohne Whisky Cola geschafft, aber ein bisschen Spaß muss sein. Also zogen wir durch´s schönste aller schönen Szeneviertel und genossen den Abend. Drei Menschen mit ein wenig Wehmut im Herzen. Drei Singles, die sich umgeben sahen von Paaren, Familien, Harmonie. Und all dem voraus ereilte mich das, was ich in den vergangenen Monaten so erfolgreich ad acta gelegt zu haben schien. Oder besser abgeschlossen. Oder was auch immer. Aber nichts von alledem scheint wahr zu sein. Denn mitten beim Auftritt war sie wieder, die alte Vertrautheit, das Verstehen durch einen einzigen Blick. Wenngleich es in jenem Moment auch mehr dem Auftritt selbst galt und er mir zu verstehen gab, dass er dankbar war, dass ich zum richtigen Zeitpunkt zumindest zum Muziszieren zurückgekommen bin und die Gruppe an jenem Abend vor einem wilden Spektakel bewahrte, weil ich mich immer noch in der Rolle als Hintergrundmusikerin wohlfühle und in dieser Position alle Nerven bewahren kann, auch wenn ringsherum alles zusammenbricht, so schwang sich mit diesem stillen Verstehen all das nach oben, was ich Annehmen, Wahrnehmen, und Achten nennen würde. In den letzten Monaten hatte ich selbst geglaubt, es wäre möglich, sich zu entlieben. Es ging doch wunderbar ohne ihn. Doch wenngleich es so viel leichter war, hätte ich lügen müssen, wenn ich gesagt hätte, ich würde nicht mehr lieben. Auf dem Heimweg kreisten meine Gedanken darum, sie wendeten dieses und jenes hin und her und schlichen immer wieder um die Frage: Was ist es, was ich an ihm liebe? - um irgenwann zu dem Schluss zu kommen, dass es kein Was gibt. Es gibt kein: weil er für mich da war (ich könnte tausend Situationen aufzählen, in denen er nicht da war) und kein: weil er mich liebt (es gibt genügend Szenen, die einem das Gegenteil vermitteln würden). Mit dieser Liebe ist es so verdammt schwer, weil sie einfach darauf basiert, dass er er ist. Könnte ich sie an bestimmten Dingen festmachen, wäre es leichter, sie loszulassen. Dann könnte ich das eine positive mit vier negativen bekämpfen. So aber bleibt mal wieder eine Menge Herzschmerz seit zwei Tagen und die Gewissheit, dass ich dagegen nur mit viel Vernunft angehen kann. Es kann so wahnsinnig schwer sein, sich selbst zu verleugnen.

 

18.06.2010 um 14:22 Uhr

Und dann ...

von: Wari

noch Regen. An dem Tag, an dem das große bunte Sommerfest im Hort stattfindet. Bravo. Super. Genial. Oberklasse!

Es ist KEIN Tag. Eindeutig.

 

18.06.2010 um 13:29 Uhr

Und dann war da noch ...

von: Wari

Das Gespräch am Mittwoch. Und einer, der wieder versucht hat, mein Herz für sich zu gewinnen. Einer, bei dem ich innerlich am Kämpfen war, um nicht schwach zu werden, nur weil ich mich schwach fühle. Einer, bei dem ich mein momentanes Ausgelaugtsein nicht verwechseln darf mit wirklicher Liebe, Hingabe, mit Verbundenheit, mit seelischem Tiefgang, der fehlt und der mich manchmal einfach innerlich zerreißt. Mr. Ex-Loverlover frugte also, was denn los sei mit mir, ich hätte mich so verändert und dann sprudelte mit einem Mal alles aus mir raus. Ich ließ das Gespräch zwischen der Mutter seiner Kinder und mir von letzter Woche Revue passieren, die Probleme, die sich aus all dem Lieben und Geliebtwerdenwollen, dem nah und fern Sein, dem Warten, dem manchmal einfach Habenwollen, dieser an so etlichen Tagen unglaublich dummen Verbundenheit ergaben, all das sprudelte aus mir heraus und wurde aufgefangen von einem: "Möchtest du, dass wir es öffentlich leben?". In jenem Moment kollabierte ich innerlich und schrie äußerlich auf, dass dieser Gedanke wohl der ziemlich dümmste sei, den man in diesem Fall denken könnte. Das käme einer öffentlichen Hinrichtung gleich. Wenn ich mir täglich nichts anderes wünschte, als öffentlich hingerichtet zu werden und die Liebe mit Füßen getreten zu sehen, dann hätte ich justament JA gesagt. Aber weil noch ein klitzekleines Bisschen Verstand in mir wohnt und ich langsam aber sicher beginne, das eine Gefühl nicht mit dem Anderen zu vermengen, machte ich ihm klar, dass die Situation so wie sie jetzt gerade sei, sicher nicht für ihn optimal laufe, jedoch auf weite Sicht für mich die Beste sei. Ob ich ihn noch liebe, spielt dabei keine Rolle, denn was nützt die Liebe in Gedanken? Immerhin ist die Liebe kein Einweckglas, das man irgendwann mal öffnet, dessen Inhalt verzehrt und es dann entsorgt, wegwirft. Mir war von vornherein klar, dass er einiges sicher nicht verstehen möchte. Aber er verstand, er sah mich, er sah die Problematik, auch wenn ich diesmal gnadenlos Illusionen einer schönen heilen Welt zerstört habe. Aber immerhin habe ich mich nicht verleugnet. Nicht einmal, als er mich fragte, ob ich ihn noch liebe ...

 

18.06.2010 um 12:46 Uhr

piss off!

von: Wari

Heute ist ein KEIN Tag. So einer, den man komplett in die Tonne treten darf, im Kalender durchstreichen. Einer, dem man komplett aus dem Weg gehen sollte, weil man irgendwann feststellen muss, dass den schon einer anderer benutzt hat. Einsortiert in die Kategorie "Alles nervt!" oder "LMAA!"

Festellungen für heute:

1. Ordnungsamt nervt!

2. Ex-Männer nerven!

3. Einige Lehrer nerven!

4. Dazu passend: einige Eltern nerven!

5. Schule nervt. Nicht nur die Kinder.

6. Das Wetter nervt.

7. Kranke Tiere nerven (und kosten Geld).

8. Flöhe nerven.

9. Haushalt nervt. Weil der sich nicht von allein macht.

10. Ich nerve. Weil ich grad mega unzufrieden bin.

Ich brauche Schlaf. Dringend. Eine ganz besonders große Portion. Also werde ich vermutlich beim heutigen Kinoabend erfolgreich einschlafen. Noch vor den Kindern.

Ich bin so genervt, dass ich wohl den besten aller allerbesten Räuber im Theaterstück abgeben werden und heute sicherlich ganz besonders grimmig bin. Sie alle werden mich lieben und mich lobpreisen, wie toll ich doch den bösen Räuber gespielt habe, nichts ahnend, dass ich mich heute kaum verstellen muss.

Ich brauche heute ein Mantra:

"Ich bin ganz ruhig. Ich atme tief ein und aus. Ich werde den restlichen Tag genießen. Ich bin."

GENERVT!

 

13.06.2010 um 15:16 Uhr

Vom Tellerwäscher zum ....

von: Wari

Millionär oder so ähnlich hieß es doch oder?

Horst-Tarzan-Karl-Gustav legt sich dafür mächtig ins Zeug! 

 

06.06.2010 um 21:46 Uhr

Sommerträume

von: Wari

Es glich tatsächlich einem Traum, einem, den man schon so lange hegte, dass man gar nicht mehr an die Erfüllung dessen glaubte. Drei Tage Sonnenschein! Himmel, was für ein Geschenk, nach diesem wochenlangen Frösteln. Die zwei Mitbewohner wünschten sich Frühstück auf der Wiese, baden, Rad fahren, Inliner fahren, einfach Spaß im Freien. Und den hatten wir. Angefangen mit dem schönsten Frühstück seit langem. Wir lümmelten uns auf der Picknickdecke unter den Baum vorm Fenster und mussten zusehen, dass Nutella und Konsorten nicht den mit einem Mal hervorblitzenden Sonnenstrahlen zum Opfer fielen. Wir entdeckten den Morgen ganz neu. Und den gemütlichen Nachmittag am Baggersee mit Hund und Freundin. Quietschend steckten wir erst den einen Zeh ins noch kühle Nass und dann den anderen, um irgendwann todesmutig ganz unter zu tauchen. Wasser! Endlich! Und heute, nachdem ich den zweien freundlich aber bestimmt mitteilte, dass wir erst wieder in die Fluten stürzen, wenn die Hausaufgaben erledigt und die Zimmer aufgeräumt sind, konnten wir den Nachmittag im Freibad verbringen, wo wir auf Schulfreunde der Lütten trafen, mit denen zusammen sie natürlich noch viel mehr Spaß hatten. Der Kleine, seinerseits ein seins-gestreichelter, umgarnte mich, kuschelte was das Zeug hielt und genoß, dass ich mal nur Zeit für ihn hatte. Nur die Sache mit der Rutsche ging in die Hose - er hatte wohl erwartet, dass man ohne Kopfeintauchen hinunter käme, so dass das Geschrei riesengroß war. Die Abendzeremonie mit Bruzzeln auf dem Steingrill entschädigte aber tausendfach für´s Untertauchen und so war der Abend gerettet, das Wochenende für uns drei wunderschön und ich hoffe nun einfach, dass die Sonne uns in den nächsten Tagen einfach mal erhalten bleibt. Ich möchte im Büro endlich mal ohne wärmendes Obendrüber dasitzen können.

 

04.06.2010 um 10:52 Uhr

Ausgeflogen.

von: Wari

Und mitten hinein ins graue Nass des Lerntages. Mitten hinein in klitschnasse Wieden und Wälder, so dass vom Lerneffekt eigentlich nur ein Punkt mit heimgenommen werden konnte: Wer sein Kind nicht wetterfgemäß kleidet, hat am Ende eines solchen Tages ein massives Kleidungsproblem mit heimbekommen. Durchnässte Hosen, Jacken und verfrorene Kinder, bei denen sich mir die Frage stellt, wieviel Verantwortung übernehmen manche Eltern noch und wieviel Hilfestellung brauchen Eltern? Was die Frage an sich aufwirft, welche Erziehung lasse ich meinem Kind angedeihen, wo bin ich Hilfe- und Weichensteller, welche Beziehung führe ich zu meinem Kind? Angesichts der Individuen, die sich gestern auf einen Haufen einfanden, wurde wieder ganz deutlich, in welchem Maße sich die Gesellschaft und die Eltern verändert haben. Es ist zum Teil erschreckend, auch für mich selbst. Ich konnte das große Kind von einer nicht ganz unbekannten Seite sehen und dennoch ein bisschen neu kennenlernen und ich weiß, in den kommenden Wochen, Monaten liegen viele, viele Steine auf unserem Weg. Ich, die ich bis dato ohnehin schon ausgebrannt und ferienreif bin, die ich tagtäglich Verantwortung für zwei kleine Leben übernehmen muss, ohne dies hinterfragen zu dürfen, geschweige denn ein Stück von dieser Verantwortung abgeben zu dürfen, an den, der sich doch so gern einmischen würde, sehe mich einem Wust von Erziehung gegenüberstehen, an dem ich leider nicht ganz unschuldig bin und in dem ich mich gern hinter der Floskel "Ich habe auch nicht immer Kraft, alles perfekt und konsequent durchzuziehen, weil ich alles allein managen mus!" verstecke. Und ich frage mich seit ein paar Monden, was läuft hier verkehrt, wo muss ich ansetzen? Ist die Beziehung zu meinen Kindern, die die sie sein sollte? Was ich mir niemals absprechen würde, ist die bedingungslose Liebe zu meinen Zweien. Aber das Wissen, dass diese nicht ausreicht, um ihnen eine gute Mutter zu sein, bringt mich leider an diesem Punkt nicht weiter. Ich weiß, dass wir drei Hilfe von außen benötigen, weil unsere Beziehung ins Stocken geraten ist und ich erziehungstechnisch bald am Kollabieren. Also werde ich mir den ohnehin schon gefüllten Terminkalender mit Gesprächen in diversen Beratungsstellen zubombadieren, um auch die letzte aller Chancen mit einbezogen zu haben. Nicht die Kinder müssen sich ändern, sondern der Ansatz muss von meiner Seite aus kommen. Ich sehe es noch nicht mal als negativ an, dass dieser Tag gekommen ist, an dem ich um fremde Hilfe bitte, sondern als Chance für mich als Mutter und somit auch als Chance für meine Kinder. Bücher allein helfen eben nicht immer weiter und da die Zeiten des Umbruches, Aufbruches, des Loslaufens sowieso schon im vollsten Gange sind, ist es doch nicht verkeehrt, mal wieder ein wenig den Blick zu verändern.