... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

22.04.2011 um 13:10 Uhr

Herzensschöner.

von: Wari

Ich liebe dein Lachen. Deine Augen, deine Schulter, dein Festhalten und dein Loslassen im richtigen Moment, deine Anstupser, deine helfende Hand, deine Wahrheiten mir gegenüber. Ich liebe dich morgens nach dem Aufstehen, ich liebe dich mitten im größten Trubel und ich finde dich jeden Tag in meinen Armen. Ich spüre dich in jeder Zeile aller nicht geschriebener Mails, sende dir meine Liebe in all den nicht abgeschickten Briefen, in all meinen Lebensträumen und ich mag dein Dasein, deine Anteilnahme an meinem, unseren Leben. Ich schaue sie oft an, die nicht geschossenen Fotos und sehe die unendliche Weite, die Nähe, die Freude, sehe dich lachen, sehe dich in deinem Büro vor deinen wichtigen Aufgaben, inmitten all deiner Kreativität, sehe dich lächelnd, wenn dich die Sonne an der Nasenspitze kitzelt oder wir zwei einen Ausflug an den See machen. Ich spüre die Liebe, die uns verbindet. Immer und ewig. Und ich schöpfe Kraft aus alls diesen kleinen Momenten. Es liegt so viel darin, wenn ich unserem  (vermeintlichen) Schweigen lausche. Wie sehr ich deinen Platz in meinem Herzen liebe, wie sehr ich doch dich liebe.

 

 

Irgendwann spiel ich´s dir vor.

 

22.04.2011 um 11:13 Uhr

Aus Steinen, die einen in den Weg gelegt werden ...

von: Wari

Gestern mal wieder ein Termin bei der Kinderpsychologin bezüglich des Großen. Und hinterher die Erkenntnis, dass wir nur weiterkommen und ihm ein guter, liebevoller Begleiter sein können, wenn wir die Lehrerschaft mit ins Boot bekommen, die sich immer wieder quer stellt und ihn ins Ratser pressen will. Neulich erst wieder trampelt die Musiklehrerin alles kurz und klein, was wir gerade mühsam erarbeitet hatten. Der Große ist ein Kind mit teilweise wenig Selbstbewusstsein. Oder sagen wir anders: er braucht oft einen sehr sichern Hafen, damit er sich Dinge traut, von denen ER meint, er könne sie nicht. Er braucht Sicherheiten und die Gewissheit, keinen Fehler zu machen. Uns ist allen klar, dass Fehler zum Leben dazugehören, nur wie bekommt man dies an ein Kind herangetragen, dass sich durch diese negativ bestärkt fühlt und sich dann in den entsprechenden Situationen immer mehr abschottet?

Wir hatten ihn also in Bezug auf´s Vorsingen so weit bekommen, dass er sang. Allein mit der Ersatz-Musiklehrerin. Nach der Stunde. Es war eine Glanzleistung der Lehrerin und unser Kind bekam diese Leistung seinerseits mit einer Zwei gewürdigt, was absolute Spitzenleistung war!!! Ich stolz wie bolle und voller Lobes! Und just stand letzte Woche wieder Vorsingen an und der Große, nun mit der eigentlichen Musiklehrerin konfrontiert, macht dicht und will nur allein vorsingen. Und die Lehrerin in ihrer Verzweiflung (???) sagt ihm mitten ins Gesicht: "Also jetzt muss ich wohl mal mit Frau H. reden. Wir können wegen dir nicht immer solche Extravaganzen machen!"- *Krawumms* - und schon hatte sie die ganze Mühe, die ganze Arbeit, vorallem die Fortschritte durch die andere Lehrerin zerstört und in ihm wieder dieses Ohnmachtsgefühl hervorgerufen. Manchmal frage ich mich, inwieweit einige Lehrer ihren Beruf verstanden haben. Lehrer zu sein bedeutet nicht nur Wissen in die Kinder hineinzuprügeln und Ergebnisse aus Kindern herauszusaugen. Es bedeutet ebenso liebevolle Begleitung der Kinder durch´s Leben. Dazu muss ich nicht einmal Pädagogik gelehrt bekommen haben, um das zu wissen. Und mit aller Macht auf dem fehlenden Selbstbewusstsein eines Kindes herumzutrampeln, ist wohl mehr als dumm und unzulänglich und entlockt mir irgendwie gerade Unverständnis und blankes Kopfschütteln.

Deswegen mein Großer, meine Hommage an dich:

Dein großes Herz ist unübersehbar und so voller Liebe. Deine Ängste darin manchmal ebenso groß und heftig, dass du nicht weißt, wie du sie in Worte fassen kannst und den dir bekannten Weg des Verschließens wählst. Nur Menschen, die dich kennen, Menschen, die sich die Mühe machen, dich kennen zu wollen, können dann noch an jene Stelle vordringen, die es möglich macht mit dir in Kontakt zu bleiben. Es ist schwer für dich, das weiß ich. Aber ich sehe auch all die kleinen Fortschritte, die du gemacht hast. Ich sehe dich vor der Klasse deinen Vortrag halten, der dir eine Nacht vorher Kopfschmerzen bereitet hat. Ich sehe dich all deinen Mut zusammen nehmen und vor deiner Mathe-Lehrerin singen (und ich weiß, wie sehr sie deine Stimme mag!!!)und wie sie deinen Mut lobt und dich mit dieser für Musik gandenlos guten Zensur würdigt! Ich spüre deinen Stolz und ich weiß, dass wir beide wieder einen Schritt weiter sind. Wir können diesen Weg nur gemeinsam gehen, Schritt für Schritt. Manchmal müssen wir stehen bleiben, weil es gilt, ein paar Steine aus dem Weg zu räumen. Und ich versuche, dir zu zeigen, wie du diesen und jenen alleine beseite schaffen kannst.

Weißt du, es heißt immer so schön, man solle nicht zurückschauen, sondern nach vorn! Und dennoch, für dich schaue ich gern zurück, denn dann sehe ich, wieviel DU schon gemeistert hast, wieviele Schritte du gegangen bist und wieviele Steine du weggeräumt hast. Für dich und mich ist gelegentliches Zurückschauen also keine Hoffnungslosigkeit, kein Wehmut, sondern Ermutigung, genau so weiterzumachen.

Für mich gilt es, dich immer mehr zu befähigen, es allein zu schaffen, aber in manchen Situationen die helfende Hand zu bieten. Und ich bin mir sicher, dass du es schaffen wirst.

Gestern mein Großer sprach ich mit einer Freundin über dich, die dich bei uns daheim schon wütend, aufbrausend, aber ebenso liebevoll und zerbrechlich erlebt hatt, dich dennoch wenig genug kennt, ABER die Fähigkeit beitzt, mit dem Herzen zu sehen. Sie beschrieb dich als einen wertvollen, sehr reifen und sozialkompetenten Menschen, der seinen Weg gehen wird. Sie sah dein großmütiges Herz ebenso wie deinen Schmerz und wusste, dass du die gelebte Liebe bist. Es tat gut das zu hören und ich wünschte mir nur einen Bruchteil ihres Herzenssehens bei deinen Lehrerinnen. Nur ein kleines Stück davon.

Obwohl du diese Zeilen vermutlich nie lesen wirst, obwohl ich manches Mal gerne alles hinwerfen würde, weil auch ich sehr viel Kraft aufbringen muss und manches Mal erschöpft bin, möchte ich dir sagen, dass du wunderbar bist. So wie du bist! Du kannst stolz auf dich sein (ich bin es!) - sehr stolz!

 

17.04.2011 um 10:40 Uhr

Dann versucht er es eben jetzt wieder anders.

von: Wari

Bestechlich sind Kinder ja immer! :-) Zumindest so sie noch jung genug sind. Der ehrenwerte Herr Kindesvater fragt also an, ob er dem Jüngsten zu Ostern (!!!) ein Star Wars Lichtschwert schenken darf, weil ich es dem Kleinen ja nicht kaufen werde. Richtig, werd ich auch nicht, weil Ostern weder Weihnachten, noch ein großes Wunschkonzert ist. Und weil ich Kinderzimmer voller Spielzeug liegen habe, welches UNBEDINGT gekauft werden musste, um dann stilvoll vor sich hinzugammeln. Aber ich bin ja eine gute Mutter und wenn der Herr Kindesvater sich mal wieder einschleimen muss, dann büdde sehr. Soll er mal machen. Hab ihn dann freundlich daran erinnert, dass der Große sicher auch eins haben will. Mensch, mensch, mensch, schon wieder Geld gespart und Kinder glücklich gemacht. Sie wissen schon, wie sie bekommen was sie wollen. :-) (Da bin ich zugegebenermaßen gern mal die böse Mama, die so vieles verbietet.)

 

15.04.2011 um 13:05 Uhr

Nein, das mach ich nicht!

von: Wari

Ich wusste es ja eigentlich schon vorher, dass er nicht ganz richtig tickt. Sich aber beim Jugendamt hinzusetzen und allen Ernstes von sich zu geben, dass er nicht bereit ist, auch nur einen Schritt für die Kinder zu tun, wenn diese an seinem Wochenende etwas von ihrem alltäglichen Leben hinübergeschoben bekommen (Einladungen zu Kindergeburtstagen,etc.), das grenzt in meinen Augen an ziemliche Blödheit, denn schlimmer könnte man es nicht öffentlich machen, dass Mann nicht bereit ist, etwas für seine Kinder zu tun. Ich hab´s gewusst und hätte mich nicht aufregen brauchen. Und dennoch. Es regt mich auf. Sehr sogar. Weil nämlich ich dann den Kindern wieder erklären darf, wieso und weshalb sie nicht zu diesem und jenem Freund gehen können.

Kann mal bitte jemand die vier fünf Jahre, die es braucht, bis die Jungs selbst entscheiden können, ob sie wollen oder nicht, ganz schnell vordrehen?

Ich hab ihn soooo satt und seine Verleumdungen erst recht. Da ist er sich zu nichts zu fein.

W****

A****

R****

I****

Ich hasse ihn.

Mantra an mich: SEI MIR DOCH EGAL!

 

 

14.04.2011 um 12:38 Uhr

Ich bin ein Ampelmännchen.

von: Wari

Okay, stimmt nicht, aber was die Essgewohnheiten betrifft, schaltet die Ampel leider oft genug auf Rot. Als ich mit meine Lieblingschefin neulich übers Nähen sprach, waren wir uns nach geraumer Zeit einig, dass Sommerkleider erst wieder drin sind, wenn wir ein bisschen von diesem lästigen Winterspeck losgeworden sind. Die Woche drauf gab´s die Liste mit den Ampelpunkten und seither ist mein geliebter Cappu am Morgen tabu (kann ich jetzt verkraften), Nutella darf ich nur noch für die Kinder kaufen (Wer kann mir abends mal auf die Finger hauen, wenn ich heimlich an den Vorratschrank gehen will?) und ich schleppe Tonnen von Obst und Gemüse an und stopfe diese in mich rein und lese nebenher noch amüsanterweise "Arm aber Bio". Wenn´s nach den Erfahrungen der Autorin geht, wären alle HartzIV-Empfänger gertenschlank, denn bis Tag 11 ihres Experiments hat sie außer exorbitanter Zuckeraufnahme noch keinen blassen Schimmer, wie man sich von 131 Euro Essenzuwendung gesund und kalorienreich ernährt (das erklärt einiges) und ich musste herzlichst über eine ihrer ersten Feststellungen schmunzeln: "Das Buch soll ja nicht "Abnehmen mit HartzIV" heißen." Vielleicht wäre das ja aber mal ne Variante. Da könnte die ARGE doch nen Kurs draus machen. Übrigens hat Herr Sarrazin ausgerechnet, dass man sich von dem zur Verfügung gestellten Geld sehr wohl ausreichend und gesund ernähren kann. Ich würde das gern überprüfen, komme aber leider an Bücher, die von einem der größten Rassisten geschrieben wurden, nicht heran. So werde ich wohl dumm sterben, irgendwann. Jetzt aber nehme ich erst mal ab und kümmere mich derweil liebevoll und fürsorgend um meine Kinder, damit die lieben Kleinen der faulen, dummen Unterschicht vielleicht eines Tages dem Herrn Sarrazin zeigen können, dass es durchaus noch Tugenden und Anstand im Untervolk gibt. Mein Lohn dafür? Besser als jeder stinkig rübergschobene Cent: Ein Lachen meiner Jungs und die Dankbarkeit für alles, was ich ihnen Gutes angedeihen lasse. Und eine Beraterin, die unserem Großen eine fantastische soziale Kompetenz bescheinigt hat. Es mag manches Mal ermüdend und nervenaufreibend sein, auch diese Warterei, dass nach Ende des Geldes auch der Monat endlich zuende gehen mag, aber um nichts in der Welt würde ich die wilden Kerle hergeben.

Vielleicht sollte ich endlich mal den Gedanken, dass jeder, der sich in die Politik begeben möchte, erst mal zwei Jahre lang HartzIV-Epfänger sein möge, endlich an der richtigen Stelle vortragen. Da würde  sich so mancher Hohlkopf zumindest erstmal auf dem Boden der Tatsachen wiederfinden und lernen, sich auf´s Wesentliche im Leben zu besinnen.

Und ich .... geh dann mal wieder abnehmen mit HartzIV ;-)

 

12.04.2011 um 22:46 Uhr

Begegnungen der dritten Art.

von: Wari

Oder auch: erneute Randerscheinungen einer Trennung.

Na klar. Irgendwann musste es uns (oder mich) ja mal wieder erwischen. Wie heißt es doch so schön: Wenn´s am schönsten ist, soll man aufhören. Das trifft es grad voll und ganz, denn ich war mit uns im Reinen und der Kindesvater konnte mich mal. Gepflegter Abstand sozusagen. Ich halt meine Klappe, du die deine und alles wird gut. So passt es ihm aber nicht und es flatterte mir ein Einschreiben ins Haus. Ein Einschreiben! Ja, so weit isser jetzt. Na gut, ob der Tatsache, dass er ne finanzielle Änderung wollte, liegt es nahe, mir bösen und geldgierigen Mutter dies per Einschreiben mitzuteilen. (Findiger Anwalt, cleveres Bürschen!) Zu dumm nur, dass ich mich nach dem ersten Schock wie Bolle freute, endlich, nach vielen, vielen Jahren die Rechtsschutzversicherung einsetzen zu können, die mich bisher ne Menge Kohle gekostet hatte, aber Gott sei Dank nie gebraucht wurde. Schon den fleißigen Steuerzahler wieder entlastet. 

Tja, wie soll ich´s sagen. Aus der immensen Unterhaltskürzung wird leider nichts, zumindest nicht in der geplanten Höhe. Da hilft auch das neue Geschwisterchen der Kinder nur eine Stufe nach unten. Denn wenn der Anwalt des Kindesvaters meint, ich sei blond, dann muss ich ihn enttäuschen. Und wenn der Kindesvater meint, man könne beim Arbeitsweg noch fleißig diverse Fahrtroutenverlängerungen einrechnen, die Google so ausspuckt, dann täuscht auch er sich. Google spuckt nämlich ebenso den kürzesten Weg aus und mehr kann er leider nicht ansetzen.

Ich fürchte, dass mein Antwortschreiben nicht gerade auf Gegenliebe stößt und werde es wohlweislich so rausschicken, dass es nicht vor unserem von ihm anberaumten Klärungsgespräch bei der Beratungsstelle eintrifft, sonst bekommt er sich gar nicht mehr ein. Reicht schon, wenn er sich über fehlende Strumpfhosen und Unterhemden (wir erinnern uns kurz!) und Geburtstagregelungen streiten wird, die eindeutig seit Festlegung der Umgangsregelung bestehen, von ihm aber nicht eingehalten werden wollen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich Null Bock auf dieses Gespräch, aber bitte sehr. Wat mutt, dat mutt.