... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

22.01.2012 um 15:17 Uhr

Retter in der Not.

von: Wari

Ja, die Stimmung war nicht gerade die beste, die ich beim Empfang meiner Freundinnen gestern Abend hatte und es half auch nichts, dass sie gemeinsam mit mir auf Herrn "Ich hab keine Geduld mit dir" schimpften. Ich bin also leicht lädiert in unsere Frauenrunde eingestiegen. Das tut mir leid, weil es ein herrlicher Abend werden sollte. Da aber bekanntlich die Zeit alle Wunden heilt, meinte die es besonders gut mit mir und half relativ schnell. Dies aber auch unserem abendfüllenden Programm geschuldet.

Im Lieblingsszeneviertel der Stadt angekommen, gaben wir uns Audrey Tautous neuestem Werk "Bezaubernde Lügen" hin, welches mich so erheiterte, dass die Hälfte des Saales sich wohl auch über meine permanenten Lacher köstlich amüsiert hat. Ob das meinen lieben Freundinnen peinlich war oder nicht, darauf konnte ich leider keine Rücksicht nehmen, denn wenn man gern und (normalerweise) viel lacht, dann muss raus, was raus muss. Ich saß also von den 90 Minuten Audrey mindestes zwei Drittel lang gackernd in meinem Kinostuhl und bog mich hin und her. Sehr erfreulich zumindest für mich. In zweierlei Hinsicht. An einigen Stellen gehörte ein bisschen das Vermögen dazu, vorauszudenken, um schon vor dem eigentlichen Gag lachen zu können. Ich gebe es zu, manchmal ist es ungewöhnlich, sich giggelnd auszuschütten, während der Rest des Saales (noch) ziemlich schweigsam in den Sesseln hockt ... aber gut, irgendeiner muss ja die Vorreiterposition übernehmen. :-)

Nun ja, Audrey hatte es also geschafft, mit ihren bezaubernden Lügen meine Stimmung so auf Hochglanz zu polieren, dass ich dem erst fast von mir abgewählten Tanzabend voller Zuversicht entgegen blickte, auch wenn ich der Müdigkeit geschuldet einige Probleme auf mich zu kommen sah. Alkohol tut dann sein Übriges, aber wenn die erste Fuhre Abgeschlagenheit erst mal erfolgreich hinutergespült ist und man beginnt, Beine, Arme und Hüften gekonnt im Takt der Mucke zu schwingen, dann geht´s nur noch vorwärts. Ich war also bereit, die Party zu schmeißen und schmiss. Feine Sache das! Und der positive Nebeneffekt: Männer! Ich hatte ja nun freie Wahl und konnte meine Blicke schweifen lassen. Und lecker Sahnetörtchen gab es zu sehen. Ins Auge sprangen mir natürlich dezent die älteren Herren der Schöpfung, gern auch schon ergraut auf dem Haupthaar. Fein, fein, fein. Also hier und da mal ein Blick riskiert und im rechten Moment geblinzelt, ein Lächeln erhascht und dann gesehen, dass die ihren Blicke auch hin und wieder zu mir wanderten. Hey, stolz geschwellte Brust, juchhey! Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich bin zwar nicht aus der Tanzübung, obwohl ich vor elf Jahren das letzte Mal offiziell in einer Disco war, aber das mit dem Flirten muss ich dann wohl doch mal wieder ein wenig üben.

Sehr nett auch jener Kandidat, der schon bevor wir die Lokalität eroberten, seinen Blick immer wieder zu uns schweifen ließ. Nun weiß man ja nie so genau, wen von drei jungen Damen sie ins Visir nehmen, wenn man geballt in einer Ladung Freundinnen zusammen sitzt, aber mit der Zeit ließ sich der eine oder andere Blick gezielt orten. Und wenn dann noch der potentielle "Ich blinzel dich an holde Maid"-Kandidat dem entspricht, was man sich unter einem potentiellen "Schieb mir doch mal deine Telefonnummer rüber. JETZT!"-Kandidaten vorstellt, dann ... ja dann kommt man hach schwuppdiwupp in Flirtlaune.

Seine Telefonnummer hab ich leider trotzdem nicht.

Nun denn, wenn das mal kein Grund ist, wieder mal das Tanzbein an genau der selben Stelle schwingen zu gehen :-)

Danke für´s Mitschleifen der alten Dame ;-), meine lieben Seelenretterinnen, das war SEHR wohlig und tat gut!

 

21.01.2012 um 18:41 Uhr

Abgedatet

von: Wari

Da hilft nur noch Klavier spielen oder gute Musik hören!

 

19.01.2012 um 11:29 Uhr

(Up)Gedatet

von: Wari


Sie hat es also tatsächlich getan. Frau Wari hat sich mit einem Vertreter der männlichen Spezies verabredet. Auf ewig ist Alleinsein mit sich ja auch nix und ein wenig Abwechslung tut gut. Den Entschluss, NIE WIEDER übers Internet Kontakt zu jemandem aufzunehmen, hatte ich am ersten Feiertag in dieser "Wir haben uns alle lieb"-Weihnachtsstimmung gekonnt über Bord geworfen *platsch* und eine neue Seite aufgetan, die den meinen Vorstellungen am meisten entspricht. Und mit einem Mal tauchte er auf, schob sich gekonnt mit einer netten Mail in mein Leben und schaffte es dann, dass ich tatsächlich meine Telefonnummer herausgab. Er wollte lieber telefonieren, Mails seien nix für ihn. Und als er irgendwann feststellte, dass wir ja schon ziemlich lange miteinander an der Strippe hingen, stellte ich nur trocken fest, dass es wirklich Zeit wird, ins Bett zu gehen. Jo! Auch eine Art, jemanden auf Abstand zu halten. Er sah es mit Humor und hätte mich am liebsten am nächsten Tag getroffen, so dass bei mir justament alle Alarmglocken schrillten. ´Hey, da will jemand irgendwas von dir - also Finger weg!´ Das ideale Motto, um vielleicht einen neuen Partner zu finden. Aber wer glaubt, dass ihn meine blöde Ansage irgendwie abgeschreckt hat, täuscht sich. Der Mann ließ nicht locker. Was ich während des Telefonates nicht wusste: Er hatte schon mein Foto gesehen. Also half das als vermeintliche Abschreckung auch nicht weiter. *hmpf* Da hatte ich mir ja wieder ganz toll was an die Backe genagelt! Nach einer gewissen Schweige- und Gedankensortierzeit meinerseits, fragte er ein wenig beunruhigt nach und ich ließ mich auf ein weiteres Telefonat ein - ein Gespräch voller Herzlichkeit und jeder Menge Lachen, in dem er feststellte, dass ich eine gute Portion Humor habe (kann man so sagen) und nun konnte er es gar nicht mehr erwarten, mich zu treffen, so dass wir also den anvisierten Date-Tag vorverlegten. Von Samstag auf gestern Nacht. :-)

An der Stelle, an der wir uns trafen, hatte ich schon mal gewartet (Blöd oder, sich am selben Ort zu treffen, wie mit dem Prinzen damals. Da kann man so herrlich déjàvuieren!) Und als er so angeschlendert kam, setzte meine Atmung das erste Mal aus und Worte waren wohl etwas, was man im Duden sehr viel eher gefunden hätte, als in meinem Kopf. *pling*plong*schnappatmen*lufthechel*wortesuch* Ich fand sie wieder, nachdem ich mich selber zur Ruhe zwang und dann ergab sich doch noch ein sehr lockeres Gespräch, aber diese Blicke immer ...

Wie wir alle wissen, sollte man beim ersten Date mit potentiellen Kanditaten dies nicht und jenes nicht ...! Sollte man nicht? Was aber, wenn diese warme Hand einem plötzlich liebevoll über die Wange streichelt und der Mann dazu den Blick eines jungen Hundes auflegt, dem Frau wahrlich nicht widerstehen kann? Der Kuss war ebenso weich und warm und herzlich, wie das Telefonat und fühlte sich einfach nur HACH an. Ich konnte meine Blicke nicht von diesem Mann lassen und schwebe auf Wolke EINHUNDERTsieben!

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Wohliges Erwachen heute Morgen!

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Allerdings fragte ich mich allen Ernstes, wie ich diesem Mann am Samstag in die Augen schauen soll, wenn wir uns wirklich das erste Mal treffen. Wie bekomme ich diesen Traum von heute Nacht wieder aus meinem Kopfkino? *hmpf*

 

:-)