... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

11.09.2011 um 13:14 Uhr

Geschlossen

von: Wari

Dass Kinder ihre Eltern bedingungslos lieben, egal, was diese mit ihnen anstellen, ist allen klar. Dass sie jedoch keinen Schaden nehmen, wenn man ihnen nimmt, was sie sind, das stelle ich stark in Frage. Nein, ich weiß es, dass es durchaus einen großen Schaden anrichten kann. Dass die Seele sich verschließt und man nur schwer wieder den Kontakt zu sich selbst herstellen kann. Dass man nicht ist, wer man sein sollte. Und es kann so verdammt hart sein, diesen Weg zu gehen. Ich hab es mir leicht gemacht und bin die ersten 123 km gefahren. Bin noch lange nicht am Ziel, aber immerhin schon unterwegs. Mit vielen Gedankenverstrickungen, mit tränenreichen Seelendurchquerungen im Schleudergang. Froh jetzt allein zu sein und sich nichts und niemandem erklären zu müssen. Wütend. Traurig, Ängstlich. Gebeutelt mal wieder. Am Anfang mal wieder. Bereit, einen anderen Weg zu gehen, um nicht den selben Fehler zu machen, wie eine Generation vor mir. In die ohnehin hier vorherrschende Stille wird noch ein bisschen mehr Schweigen treten. Weil es für manche Wege keine Beschreibung gibt ...

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Tigerschnute schreibt am 11.09.2011 um 13:49 Uhr:Ich hab den Text jetzt drei mal gelesen... und ich erahne worum es gehen könnte, aber ich verstehe ihn nicht... Nur das Herz zieht sich zusammen und weint mit... :(
  2. Zwischenweltler schreibt am 11.09.2011 um 14:42 Uhr:Mir geht's grad wie der Schnute. Mehr als der Hauch einer Ahnung ist es noch nicht. Gerne hätte ich Dich vorhin noch gefragt... der Schatten war bereits zu spüren. Doch Du weißt selbst, weshalb das nicht ging.
    ((@))
  3. Wari schreibt am 12.09.2011 um 08:27 Uhr:Wenn sich das Zentralthema der Kindheit, das ich durchaus gut "im Griff" hatte, schwallartig ins Seelenleben ergießt, dann haut es den einen oder anderen Menschen erst mal hernieder. Womit es mich gestern früh heftigst erwischte. (Leider also wieder Außermittigkeit bei einem sehr schönen Treffen!) Nicht gesehen und gehört werden - es ist all die Jahre ein unsichtbares Band, dass sich durch´s Leben schlängelt. Und das ich begonnen habe, bei meinen Kindern weiter auszurollen ...
    Ich bin in der Theorie eine supergute Mutter, im manchmal stressigen Alltag mache ich aber genau den gleichen Fehler, wie meine Eltern und wundere mich über das Ergebnis.
    Zwei nette Baustellen, was?
  4. Zwischenweltler schreibt am 12.09.2011 um 10:17 Uhr:Ich sehe da nur eine Baustelle... und ich sehe eine Baustellenleitung, die sehr kompetent agiert.
    Solange Du weiter so reflektierst wie derzeit, muss ich mir um Deine Jungs keine Sorgen machen. Die perfekte Eltern-Kind-Beziehung wird es wohl niemals geben. Aber ich bin überzeugt davon, dass es Dir gelingen wird, diese "Vererbungskette" zu durchbrechen.

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