... und vergiss nicht, meine Seele zu küssen ...

19.02.2010 um 20:30 Uhr

Kurze Rede, langer Sinn.

von: Wari

Die Urlaubsstimmung und Ruhepause verflüchtigten sich gestern Abend sehr schnell angesichts der Tatsache, dass ich für heute früh noch eine Rede vorbereiten musste, die ich wie immer auf die lange Bank geschoben hatte. Meinen guten Vorsätzen zum Trotz hatte ich genau das am längsten liegen lassen, was durchaus wichtig war - meine Grußworte zur Einweihung unserer neuen KiTa. Aber wie immer auch war es genau der richtige Zeitpunkt, um die Worte zu finden, die notwendig waren, um den Menschen Dank zu zollen, die sich unter erschwerten Bedingungen liebevoll und aufopfernd gekümmert haben:

"Liebe Gäste, liebes KiTa-Team, liebe Kinder!

Die Einweihungsfeier unserer Einrichtung ist für mich ein besonders schöner Anlass, mit Ihnen heute zusammen zu kommen, wenngleich unsere Kinder IHRE KiTa schon mit ganzem Herzen in Besitz genommen haben.

Deshalb habe ich mich sehr über die Einladung gefreut, dass ich als Elternratsvorsitzende einige Grußworte an Sie richten darf.

Dem heutigen Tag ging ein längerer Weg voraus, der sicher für alle Beteiligten nicht immer einfach war.

Als uns Eltern vor ca. zwei Jahren die bevorstehende Sanierung unserer Einrichtung kund getan wurde, hörten wir Aussagen wie "Na endlich!" und "Das wurde ja Zeit!". Ich bin mir sicher, dass keiner der Beteiligten wusste, welche Anstrengungen auf allen Seiten damit verbunden sein würden.

Und so blicken wir auf eine Zeit zurück, die mit dem Umzug in die Ausweicheinrichtung RBR einen ersten Vorgeschmack auf Veränderung bot.

Das Raumangebot hatte wenig gemeinsam mit dem Konzept unserer Einrichtung, die unseren Kindern ein offenes, großzügiges Haus bieten möchte, in dem sie sich frei nach ihren ganz persönlichen Fähigkeiten entwickeln können.

Was wir vorfanden war ein Haus, das durch seine baulichen Voraussetzungen die Erzieher sicher manches Mal auf eine zusätzliche Belastungsprobe stellte und bei einigen Eltern eine gewisse Missstimmung hervorrief. Hinzu kamen die Bedenken jener Eltern, die ihre Kinder im Zeitraum der Auslagerung eingeschult haben und nun den langen Schulweg gesichert haben wollten.

Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Erziehern und der KiTa-Leitung, die mit viel Engagement und zusätzlichem Aufwand für einen sicheren Schulweg sorgten - dies täglich bei jedem Wind und Wetter! (Anm. d.Red.: An dieser Stelle musste die Rede kurzzeitig unterbrochen werden, weil sich unerwarteter Beifall breit machte.)

Der Rückzug in unsere neue alte Einrichtung bedurfte erneut einer großen Anstrengung und dies schon weit im Voraus des geplantes Termines. Um so größer war die Freude und Spannung, als sich am 11. Januar diesen Jahres die Türen in die neue Zukunft unserer Kinder öffneten. Mit glänzenden Augen kehrten sie zurück und entdeckten ihre Lern- und Lebensräume mit großer Freude.

Ein gelungenes Raumkonzept in eine vorhandene Bausubstanz einzubringen, ist nicht immer einfach - dies kann ich Ihnen aus eigener Beruferfahrung bestätigen. Aber ich denke, hier ist allen am Bau Beteiligten eine großartige Leistung gelungen, die unseren Kindern die Möglichkeit gibt, sich frei zu entfalten.

In diesem Sinne möchte ich mich ganz herzlich bei all jenen bedanken, die uns diesen Weg ermöglicht haben - allen, die an diesem Bauvorhaben beteiligt waren, allen Eltern, vorallem jenen, die beim Auszug oder Rückzug der KiTa geholfen haben, dem Elternrat, der stets bemüht war, die Einrichtung zu unterstützen. Vorallem aber dem gesamten KiTa-Team, welches unter den erschwerten Bedingungen am RBR (Ausweicheinrichtun; Anm. d. Red.) eine hevorragende Arbeit geleistet hat und die zwei Umzüge mit viel Kraftanstrengung vollbrachte.

So wünsche ich Ihnen allen, vorallem aber den Kindern eine wunderschöne Zeit in unserer Einrichtung.

Vielen Dank!"

Als diese Worte gesprochen waren, legte sich auch endlich meine ganze Aufregung und ich war glücklich. Weil ich es einerseits geschafft hatte, vor mehr als hundert Menschen (Bürgermeister, Radiosender, etc. inclusive) diese Grußworte zu überbringen (Herzrasen war ein Kikifax dagegen ;-) ) und andererseits, weil ich endlich wirklich von ganzem Herzen jenen Menschen danken durfte, deren Arbeit man all zu oft als selbstverständlich und einfach ansieht.

Dass ich hinterher eine durchweg positive Resonanz erlebte, tat gut und an diesem Punkt wusste ich, dass ich mich in dieser Einrichtung immer wieder gern einbringen werde.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Zwischenweltler schreibt am 19.02.2010 um 20:44 Uhr:Sag mal, Große, hatte ich irgendwann schon mal den Gedanken geäußert, Dich als Ghostwriter zu verpflichten?
    Falls nicht, sollte ich das schleunigst nachholen. ;)
    Hut ab! Gut gemacht!
  2. indalo schreibt am 19.02.2010 um 20:57 Uhr:Oh, das ist wundervoll. Das klingt nicht nur wundervoll, sondern das ist auch ein wunderbarer Anlass :-)
    Heute gehst du bestimmt mit einem Lächeln ins Bett *gg*
  3. grenzgaenger schreibt am 19.02.2010 um 21:01 Uhr:wow. nicht schlecht. schöne worte.
  4. Palunz schreibt am 20.02.2010 um 18:32 Uhr:Herzlich willkommen zurück. ich hoffe doch die zeit war reichlich mit ruhe und gebuss bestückt!

    und noch ein großes lob ob deiner rede! ich weiß ja wie wortgewandt und kreativ du schon immer bist und sein kannst. diese rede ist sehr gelungen und ich denke du hast den richtigen leuten die richtigen worte zukommen lassen. ich wünsche mir für alle nun ein freudiges entdecken ob der ganzen neuen tollen ecken
  5. Palunz schreibt am 20.02.2010 um 18:32 Uhr:genuss meinte ich natürlich... tssss ;o)

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