Was ich noch sagen wollte

03.12.2014 um 07:26 Uhr

Eine Frage der Perspektive

von: laisola

Die Situation zwischen uns in der letzten Woche hatte ich tatsächlich falsch eingeschätzt. Ich dachte, du bist weiterhin distanziert zu mir und angespannt - dabei warst du verunsichert, weil ICH distanziert und angespannt war. Schon komisch, wie man manchmal meint etwas zu sehen, was eigentlich ganz anders ist. Dabei hätte ich deine Verunsicherung bemerken können. Ich war aber so sehr mit mir selbst beschäftigt und in meinen Gefühlen gefangen, dass ich es nicht bemerkte und völlig falsch interpretierte. Spätestens am Donnerstag, als wir mittags gemeinsam beim Sport waren, hätte ich es verstehen können. Da fragtest du mich ganz unsicher, ob ich denn am Freitag mit zu dir käme. Ich dachte aber die ganze Zeit, dass du mich vielleicht gar nicht sehen wolltest und erwiderte recht hölzern, dass ich schon vorbeikommen würde, wenn du das wolltest. Du fragtest nochmal nach, ob ich denn wolle. Ja, wolle ich. Da gabs du mir einen zögerlichen Kuss.
Freitags bei dir konnte ich mich immer noch nicht öffnen. Du umarmtest mich und sagtest, dass du froh seies, dass ich da sei und wie schön das wäre. Mich erreichte das immer noch nicht so wirklich. Du fragtest auch, ob noch etwas zwischen uns stehe. Ich habe nur ausweichend treagiert und gesagt, dass uns beiden das Wochenende doch wohl nachgehangen habe. Ja, hast du erwidert, das stimmt aber dir merkt man das noch viel mehr an. Ich sagte nur, dass ich noch einen Moment brauchen würde. Ich hatte keine Kraft es anzusprechen. Ich war so erledigt durch das letzte Wochenende und die Woche, dass ich keine Kraft gehabt hätte wieder Streit zu haben. Da am Samstag dein Sohn vorbei kommen wollte bis Sonntag, hatte ich dann auch genug Zeit für mich bei mir zuhause, um mich zu erholen und zu regenerieren. Als du Samstag beim Frühstück in einem gänzlich anderen Kontext darauf hinwiesen hast, dass es manchmal aber auch nicht einfach mit dir sei, musste ich schon irgendwie lächeln. Das stimmt, das ist es wahrlich nicht aber gut zu wissen, dass du das immerhin weißt und auf verschlungenen Wegen mir auch mitgeteilt hast.

28.11.2014 um 12:35 Uhr

Schweigen im Walde

von: laisola

Die ganze Woche haben wir kaum miteinander geredet. Eigentlich haben wir uns nur auf der Arbeit gesprochen und mir fiel wieder mal auf, wie ätzend das ist, wenn man in der selben Firma arbeitet. Zumindest, wenn es grad nicht gut läuft. Mir war oft zum Heulen zumute und hätte dich am liebsten gar nicht gesehen. Im Privaten haben wir uns weder gesehen, noch gehört. Heute nach der Arbeit fahre ich mit zu dir. Die Stimmung war vorhin ok aber unterschwellig ist sie das eben nicht. Ich weiß genau, du wirst es vermutlich nicht ansprechen. Vielleicht fragen, wie es mir geht. Was soll ich dann sagen?! Sage ich: "Mir gehts echt dreckig, weil wir eine Woche Stress hatten und ich nicht genau verstehe, warum!"? Ich habe momentan Angst damit wieder unkontrollierte Wut bei dir zu entfesseln. Soll ich das sagen oder macht auch das dich dann wieder wütend? Ich bin innerlich verkrampft und verunsichert ... Ich würde mir wünschen, dass du auf mich zugehst und mir zeigst, dass ich Vertrauen haben kann mich zu öffnen. Wut ist da nicht förderlich. Vielleicht bin ich aber auch eine Mimose und andere können mit solchen Situationen weitaus besser umgehen?! Vermutlich. Ich bin eigentlich in allen Bereichen übersensibel ...
Ich würde in jedem Fall gern den Streit klären und aus der Welt schaffen, befürchte aber, dass ich zum einen neuerliche Wut vermeiden will und andererseits - ganz menschlich - mit dem einfachen Weg vorlieb nehme. Alles wieder gut und gut. Keine Gespräche, kein Stress. Aber das wäre falsch, das weiß ich ...

24.11.2014 um 16:58 Uhr

Schlaflos

von: laisola

Die letzte Nacht habe ich viele Stunden wach gelegen, weil mir meine Gedanken keine Ruhe ließen. Ich fühle mich heute dementsprechend gerädert. Aber auch so stehe ich völlig neben mir - fühle mich paralysiert. Ich verstehe einfach nicht, was dich so maßlos wütend gemacht hat und würde mir wünschen, dass du es mir erklärst. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?! Unser Leben fließt dahin und am Ende wird unweigerlich einer von uns den anderen zu Grabe tragen - vorausgesetzt, wir sind dann noch zusammen - und diese Vorstellung ist für mich so erschreckend, dass ich bis dahin die Zeit nicht mit solchen blöden Streits verbringen möchte. Es ist doch so unnötig! Was um Himmels Willen ist passiert?! Ich wollte in dem Moment nicht reden - konnte es nicht. Das war alles? Das macht dich über Tage so dermaßen wütend auf mich? Das kann doch gar nicht sein?! Als ich Sonntag versuchte ein klärendes Gespräch zu führen und du völlig ausflipptest, warfst du mir tatsächlich an den Kopf, dass ich ja wohl nicht immer bestimmen könne, wann geredet würde und wann nicht. "Ich"? "Immer"? Ich erinnere mich nicht, wann ich zuletzt ein Gespräch aufschob oder nicht führen wollte. Ich erinnere mich aber sehr wohl an unzählige Versuche meinerseits reden zu wollen, die du abblocktest und Gespräche, die du abgebrochen hast. Ich bestimme?! Ich habe den Eindruck, dass du bestimmst. War es das? Das Gefühl in dem Moment nicht die Kontrolle zu haben?! Du warst heute immer noch angespannt mir gegenüber. Ich auch - natürlich. Letztlich würdest du mir vermutlich vorwerfen, dass ich mich nicht normal benehme, sondern eben angespannt bin und somit schuld daran, dass die Situation immer noch angespannt ist. Aber es bedingt sich doch - wir bedingen uns gegenseitig! Es geht außerdem nicht um Schuld, finde ich. Ich würde die Situation gerne klären aber gerade eben verlässt mich diesbezüglich auch die Kraft und ja, eine kleine Bockigkeit macht sich auch langsam breit bei mir. Was ist das nur bei dir? Du bist sonst der liebevollste Mensch, den ich kenne aber manchmal ... Das ist wie Mr. Hyde, der aus dir heraus bricht und ich erkenne dich kaum wieder. Ist das Jähzorn? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es nicht mag und verletzend finde.

23.11.2014 um 17:32 Uhr

Besorgnis

von: laisola

Sorgen um uns - unsere Beziehung. Ich kann gar nicht verstehen, was passiert ist - so plötzlich und unerwartet. Die letzten Wochen, ja Monate waren wunderschön! Wir haben uns so wundervoll verstanden, waren gelöst und lustig miteinander. Dann hast du mir erzählt, dass deine Ex-Frau dein altes Smartphone haben möchte. Du hast dir grad ein neues gekauft und sie braucht wohl ein neuen Handy. In mir stieg eine unfassbare Wut hoch. So groß und mächtig. Ich konnte nicht begreifen, warum sie das Smartphone geschenkt bekommt. Seit fast 5 Jahren hat sie es nicht geschafft sich einen Job zu suchen und lebt weiterhin allein von deinem Geld, was du ihr leicht machst, denn ihr habt ja immer noch ein gemeinsames Konto. Neulich erst sagte ich zu dir, dass sie nichts ändern würde, denn sie hat ja alles - es herrscht keinerlei Not bei ihr. Klar, sie nutzt es nicht aus, weil sie dir nicht das Konto leer räumt, doch sie nutzt es dennoch indirekt aus, wie ich finde, denn sie ruht sich auf der Situation aus und sucht sich eben keine Arbeit. Ja und nun bekommt sie auch noch dein Smartphone, das immerhin noch 80€ wert ist, die du nicht bekommst, denn sie gibt dir ja kein Geld dafür, was auch witzlos wäre, denn es ist ja eh dein Geld. Ich fragte mich (und dich), was sie mit dem Smartphone will - immerhin kann sie ja noch nicht mal einen Kaffee-Vollautomaten bedienen. Was soll sie dann mit dem Smartphone? Außer Telefonieren und SMS-schreiben macht sie doch nichts damit. Selbst bei ihrem alten Handy hat sie die SMS-Funktion technisch bereits überfordert. Wie soll sie das mit deinem Smartphone hinbekommen? Außerdem ärgerte mich, dass sie es sich wie selbstverständlich schenken lässt. Sie bekommt doch eh schon mehr als genug und trägt durch nichts zu ihrem Unterhalt bei! Ich war so wütend ... wütend auf sie aber auch wütend auf dich, weil du indirekt ihre Lethargie unterstützt und es noch nicht einmal merkst.
Mich beschäftigte das noch die ganze Woche. Mich beschäftigte auch, warum ich so unfassbar wütend geworden bin. Wo kommt diese Wut nur her und warum ist sie so heftig? Letztlich könnte mir ja auch egal sein, dass sie weiter auf deine Kosten lebt und sich auch noch beschenken lässt!?
Dann passierte noch etwas, was mich nachhaltig beeinflusste: eine Freundin ist gerade mit einem Mann zusammen gekommen. Er ist verheiratet und hat Kinder. Die Kinder hat sie bereits kennen gelernt - gleich zu Beginn und alle mögen sie und alle verstehen sich. Genau so lief es auch bei einer anderen Freundin. Bei uns - bei uns nicht. Ich kenne deinen Sohn bis heute nicht. Ich verstehe deine Ängste, die wohl hauptsächlich durch deine Kindheit verursacht sind, dennoch traf mich ihr Bericht bis ins Mark. Ich spürte den Wunden Punkt bei mir, der getroffen wurde und brach unvermittelt in Tränen aus. Fast 5 Jahre und ich kenne niemanden aus deiner Familie. Wie soll man das verstehen so letztlich?! Ich könnte niemandem so wirklich erklären, warum das so ist und niemand würde es wohl letztlich verstehen.
Ich schlief die Nacht schlecht, lag wach und meine Gedanken quälten mich. Du merktest am nächsten Tag gleich, dass etwas los ist und fragtest was. Ich wollte nicht darüber reden, weil ich befürchtete dann wieder schlecht zu schlafen und weil ich den Eindruck hatte letztlich selbst damit klar kommen zu müssen, denn zwischen uns war zu beidem bereits hinreichend etwas gesagt worden. Nun wurdest du wütend. Wütend, weil ich nicht reden wollte. Diese Wut traf mich und ich verstand sie auch nicht. Zumal ich erklärte, warum ich gerade nicht reden wolle. Ein andermal ja aber nicht gleich. Unser Telefonat endete unschön. Als ich Freitag zu dir kam, stieß ich auf Ablehnung. Ich spürte deine Wut und traute mich nicht dich anzusprechen. Egal, was ich getan oder gesagt hätte, es wäre falsch gewesen und du wärest an die Decke gegangen. Samstag erwachte ich mit Migräne - mich wunderte das nicht. Als ich mich einigermaßen davon erholt hatte, sprach ich dich an. Du bist förmlich explodiert. Ich war schockiert und wieder getroffen. Ich verstand diese Wut nicht aber ich konnte dich auch nicht danach fragen, woher sie kam. Das ist der Punkt, der mir Sorge bereitet: wir schaffen es nicht Konflikte auszutragen und vor allem: aufzulösen. Statt dessen gehen wir darüber hinweg. Wir kriegen uns nach einer Weile wieder ein - klar, doch es bleibt jedes Mal etwas zurück. Statt den anderen besser zu verstehen, bleibt Unverständnis und Verletzung zurück - sicherlich auf beiden Seiten. Genau das ist es, woran Beziehungen auf Dauer zerbrechen. Nicht schnell und plötzlich aber schleichend. Das Schlimmste ist, dass ich nicht weiß, wie es es aufhalten soll, denn ich schaffe es nicht klärende Gespräche mit dir zu führen. Da blockierst du sofort oder fühlst dich angegriffen. Ich bin ratlos, was ich da machen soll und besorgt - besorgt um uns.