Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

31.08.2005 um 23:16 Uhr

Filmtagebuch-News: The Devil's Rejects (2005)

von: Fabse



 Da ist er nun, der vielerorts herbeigesehnte neue Film von uns Multitalent Rob Zombie. Bevor allerdings die Frage geklärt wird, ob den nun das Folgewerk von „House of 1000 Corpses“ die hochgesteckten Erwartungen erfüllt, mal flugs den Plot um die neuen Geschichten der Familie Firefly hervorgekramt. Hat irgendjemand wirklich gedacht, dass Captain Spaulding und die locker flockige Killersippe nach den lustigen Halloweenspielen im Erstling ungestraft davon kommen würden? Kurzum: „Texas is“ hier mal ausgenommen nicht „the Reason.“ ( Man verzeihe mir mal diesen Schenkelklopfer!) Mit Vollgas in die Hölle lautet hier die Devise des Maestros Zombie und genau deshalb wird das Titelgebende Haus hinten links sodann von einer Ballerfreudigen Schar Polizeigesocks durchsiebt. Während Mutti Firefly von dem Rachsüchtigen Sheriff Wydell zu weiteren „Vernehmungen“ mit in den Knast gezerrt wird, können gerade mal Baby und Otis lebend die Flucht nach vorn antreten. Was tun wenn Not an Mann ist? Da ruft man unser aller Lieblings Hähnchenbrutzler und Clown Captain Spaulding an. Der lässt sich ganz klar nicht lumpen und zieht mit Thelma und Louise Richtung Highway to Hell. Man ahnt schon was wohl Sache ist: Das flüchtende Trio zieht eine nette blutige Schneise durch Texas. Tja, wer jetzt erwartet, dass hier die stilistischen Pfade des Vorgängers weiterhin für Stimmung sorgen würden, dem zeigt Mr. More Human than Human getrost den Stinkefinger in das ungewaschene Hillbilly-Gesicht: Anstatt sich durch MTV-Schnittgewitter, verstörenden Nudie-Inserts und Videoclip-Ästhetiken hervorzutun wie im Prequel , regiert bei Devil’s Reject der Roadmovie-Satan in seiner dreckigsten 70’s Inszenierung. Irgendwo zwischen sleazig triefenden Bildern eines I spit on your Grave, der von Haremswächterin Ilsa hinterrücks bestiegen wird und Roland Klick’s nihilistischem Deadlock, der grobkörnig den Erstickungstod am fernen Hügeln mit Augen sucht rangiert hier das astreine Remake von „The Empire strikes back“! Richtig gelesen: Zombie’s zweite Teufelei ist ein Star Wars-Remake der unglaublichsten Sorte! Während im Haus der 1000 Leichen noch ordentlich den 60s Pin-ups , Leatherface , B-Film Doublefeatures und dem House of Frankenstein gefrönt wurde knallt in Teil 2 der Firefly-Saga der gebotene Mix an Verbeugungen gegenüber den Genre-Faves komplett aus jeglichen erdenklichem Rahmen. Doch nicht nur was die Erzählstruktur und differente Inszenierung angeht stellt Devil’s Rejects die Horror-Konventionen auf den Kopf: Fieberte der Zuschauer zuerst mit der Teeniebande mit, die das Geheimnis um Dr. Satan ergründen wollte und anschließend in die Hände der Irren Familie fiel, so darf man nun den einstigen Antagonisten den Antihelden-Status quittieren. Das diese verquerte Situation, die zunächst für Verwirrung sorgen dürfte auch viel Raum für tiefschwarze Gags und ausufernde Quälereien bietet erklärt sich von selbst. Ein Schuft ,der bei den fröhlichen Erniedrigungen im Motel etwa an einen gewissen Wes Craven-Film denken mag. Der Beackerung des intertextuellen Feldes niemals müßig präsentiert man uns noch Dawn’s Ken Foree als Spauldings Halbbruder, einen (mal wieder) fiesen Danny Trejo ( Wir haben ihm Spy Kids hoffentlich vergeben!) und als Kirsche auf dem Dessert noch einen längst verschollen geglaubten Kannibalenkollegen: Michael Berryman ist zurück! Insgesamt hat da der Rob Zombie wieder ein Paket geschnürt, das Herzen öffnet! Damit sei wohl die Nachfolge von Krug & Company in gute Hände gelegt. Dieses Werk prescht mit einer wunderschönen Geschwindigkeit auf den finalen Roadblock zu und läßt’s im Geäst fein wackeln. Auch wenn einige „House“ Fans sich von Devil’s Rejects geprellt fühlen mögen: Ich habe mich königlich amüsiert. Da wage ich mal den Versuch mich als Nostradamus zu verkleiden und behaupte frech, dass hier wohl ein weiterer Klassiker von Morgen gebastelt wurde. 10 von 10 verängstigten Kindern

31.08.2005 um 19:35 Uhr

Der Umtrunk mit Shane MacGowan: Folge 1-Wein!

von: Fabse

Heute beschäftigen wir uns mal frei nach Herrn Knigge mit dem Fachgerechten vernichten von Wein.  Damit uns dabei auch keine Fehler unterlaufen, zeigt uns Shane MacGowan wie man's richtig anstellt.


31.08.2005 um 08:07 Uhr

TV-Tipp:" Was macht der Tote auf der Wäscheleine?"

von: Fabse

Heute kann sich Volk glücklich schätzen, welches des Koflers Premiere-Film im Abo hat: Ab 20:15 Uhr läuft auf dem Pay-TV Sender Premiere 5 eine wahre Köstlichkeit namens "Student Bodies" aka "Was macht der Tote auf der Wäscheleine?" (1981) ! Diese Teenie-Horror-Persiflage sollte man sich unter keinen Umständen entgehen lassen. Immerhin haben wir es hier mit dem Urvater solcher Folgewerke wie der Scary Movie Reihe oder Samstag der 14te zu tun.  Hab den mal vor ewigen Jahren gesehen und da bis jetzt noch keinerlei dt. DVD-Vö. in Sicht ist werde ich den feinen Streifen auch mal heute aufzeichnen.


30.08.2005 um 17:02 Uhr

Impressionen vom Filmdreh: Twisted Sisters

von: Fabse


Wie einige vielleicht schon mal mitbekommen haben fanden Kollege Chris Neumann und ich uns im vergangenen Februar in Hamburg ein um Wolfgang Büld und seine Crew beim Dreh des neusten sleazigen Thrillerstreiches mit Namen "Twisted Sisters" zu unterstützen. Neben einigem Making-Of Material, Interviews und kleinen Rollen im Film haben wir natürlich auch ordentlich Fotos vom Set mitgebracht. Da die Postproduction des Streifens jetzt beendet ist und wir uns schon sehr auf die DVD-Auswertung freuen, die in nächster Zeit ansteht, gibt's heute mal nen paar Backstage-Pix hier zu bestaunen.

29.08.2005 um 19:18 Uhr

On Air

von: Fabse


Passend zum neuerlichen Rob Zombie Wahn, den Devil's reject (Filmtagebuch-Eintrag folgt noch) bei mir ausgelöst hat rotiert mal wieder das feine Astro-Creep 2000 Remix Album im Player.

29.08.2005 um 11:48 Uhr

Filmtagebuch-News: Land of the Dead (2005)

von: Fabse


Der George A. Romero macht das was er am Besten kann und lässt die Untoten wieder los! Mittlerweile hat sich die Menschheit damit abgefunden, in einer Koexistenz mit den leben Toten zu vegetieren und residiert in einer abgeriegelten Zone namens „Fiddlers Green“. Macht über diesen in soziale Grenzen unterteilte Zufluchtsort übt ein Despot namens Kaufman aus, dem jedes Mittel recht ist dem reichen Pöbel ein bevorzugtes Leben in seinem errichteten Paradies neben der Apokalypse zu garantieren. Das Glück scheint nicht endlos zu sein, als ein Trupp von unliebsamen Söldnern gegen ihren Herrn rebelliert und die Zombies unter der Führung eines Intelligenten Anführers vor den Stadttoren anklopfen. Land of the Dead macht genau da weiter, wo einst die Utopie der Vorgänger ansetzte: Das unvermeidliche Chaos der plötzlich wandelnden Leichen ist aus der Normalität nicht mehr weg zu denken und man hat sich mittlerweile soweit damit arrangiert, dass eine strukturierte Gesellschaft unter einer diktatorischen Führung erwachsen ist. Was wäre wohl mehr nach dem gewünschten Gusto, dieses Idyll ordentlich an die Wand schmettern zu lassen? Hier lässt sich der „Meister des Zombiefilms“ keineswegs lumpen und legt den Nachfolger seiner genialen Trilogie genau dort an wo wir es uns so sehr gewünscht haben. Neben einiger kleiner Zugeständnisse an die Populär Kultur ( Der Piercing-Huber!) scheint nach Day of the Dead so gut wie keine gefühlte Zeit vergangen zu sein. Zwar gibt sich das Land der Toten offensiv Action-Orientierter als seine Vorreiter, doch mit ebenso wuchtiger Intensität haut’s einem mal wieder mit interessanten Charakterzeichnungen und Sozialkritischen Engagement um die ungewaschenen Ohren. Als Schmankerl wandelt auch Tom Savini wieder unter den Fleischfressern und der Gorefaktor steht den klassischen Romero-Vehikeln in nichts nach! Ach ja: Der nihilistische Look des Ganzen lässt einen auch frohlocken. 9 von 10 gepanzerten Bussen

28.08.2005 um 16:38 Uhr

Webfundstück des Tages

von: Fabse

Was passiert wohl, wenn ein Rudel gestörter Kinder Vatis Videokamera klauen und sich auf die Fahnen geschrieben haben, den "härtesten" und "Brutalsten" Splädder-Fuim" aller Zeiten zu drehen?
Klarer Fall: Schwachfug der debilsten Sorte!
Nebenbei ruft der Kasperverein um die Macher dazu auf ihnen ein Feedback zukommen zu lassen unter der Adresse gorehound@gmx.at Bleibt abzuwarten ob die Vielzahl der eintrudelnden Mails mit Betreff "Tracht Prügel" wohl von den Kids beachtet werden mögen. Hier mal der Link zum Trailer des urkomischen Blödsinns namens "Revenge beyond Death"


Hirnschaden total!

28.08.2005 um 14:12 Uhr

Howling at the (Sheri ) Moon

von: Fabse


28.08.2005 um 00:01 Uhr

Ballermann 666

von: Fabse


Heldenhaftes Gedröhne auf der Metaebene stand heuer auf dem Programm, das die Passion namens Beruf auf den Teller geballert hatte. In diesem Fall tarnte sich die Beleidigung aller meiner Sinne unter der Bezeichnung Oberstufenfete des Abiturjahrganges 2007! Die Jahreszahl hinter dem Mumpitz tut dem eigentlichen Geschehen, welches mir Hirnkrämpfe bereitet eigentlich auch keinen Abbruch. Bringen wir es doch mal ganz genau auf den Punkt: Das Jungvolk, welches mir die Rente finanzieren dürfte taugt mal absolut nichts! Unsereins war ja zu seligen Schulzeiten noch damit bemüht dem anrückenden Journalistenvolk mit schwachsinnigen Antworten und provokanter Verachtung entgegen zu stehen. Was davon heute als rebellisches Überbleibsel vernommen werden darf? - Ein frenetisches Jauchzen darüber, dass man mit seinen grenzdebilen Freundinnen für ein Zeitungsfoto posieren darf! Scheiß ins Bett, so was Lemmingartiges läge mir da doch fern. Hier ein Bild des Trauerspiels Scheuerrüben unter sich Na dann, jutes Nächtle 2000 years of culture

26.08.2005 um 20:59 Uhr

Favoriten Update

von: Fabse

Hab mal des Chris neuen  Blog mit in die Favoriten geklatscht! Viel Spaß damit.

26.08.2005 um 00:43 Uhr

Good Fabs Hunting!

von: Fabse

Im wahren Rausch des euphorischen Müßigganges bin ich mal schnurstracks in ein Spielchen namens "Postal 2" abgetaucht. Und eines kann ich euch dazu sagen: Alles was man so über diese programmierte Geschmacklosigkeit erzählt ist wahr! Egal, ob man Passanten anpinkelt, Elefanten verbrennt oder einfach nur Katzen als Schalldämpfer für die Pumpgun zweckentfremdet: Postal scheißt auf alles was einem heilig sein kann! Da fühlt sich der Waschbär von Welt sehr wohl und der Pädagoge von umme Ecke schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

24.08.2005 um 16:16 Uhr

Update:Link zum Filmtagebuch bei Filmforen.de

von: Fabse

Gerade frisch eingefügt: Der Link zu meinem Filmtagebuch in der Favoritenliste.





Cheers




24.08.2005 um 10:51 Uhr

They call her one-eye

von: Fabse

24.08.2005 um 00:08 Uhr

Was der Fabs0r gerade so liest......

von: Fabse

23.08.2005 um 23:48 Uhr

Die große Favoritenliste

von: Fabse

So! Damit auch jedermann/-frau  weiß mit wem er es in diesem meinem neuen Blog so zu tun hat, gibt's hier nun eine Zusammenstellung meiner Lieblingssites und Links zu Seiten von Freunden. Here we go:

www.cinefacts.de - Die größte deutsche Community zum Thema Film

www.filmforen.de - Die beste Forum zum Film ,wo es geben tut!

www.christiankessler.de - Der Filmgelehrte Christian Keßler ist nicht nur ein lieber Freund und Wegbegleiter sondern hat auch eine fantastische Homepage zu bieten.

www.christoph-neumann.com - Kollege Chris und dem seine Site: Fotographie, Kamera und Designs. Kein Wunder, das man oft zusammen arbeitet.

www.monstrula.de - DIE Site über Monster, Mutanten, Mutationen

www.darkblackfilms.com - Wolfgang Büld's Produktionsschmiede. Hier gibt's Filme über die dunkelen Seiten des Lebens, die höllischen Spaß machen.

www.ofdb.de - Die Online Film Datenbank ist immer hilfreich wenn es darum geht, sich über diverse DVDs zu infomieren.

www.wicked-vision.com - Das große Projekt zum phantastischen Film. Ehemals auch mal Wirkungskreis von mir.

www.laldila.de  - Site des L'Aldila Filmclubs: Ein Gemeinschaftsprojekt von Chris und mir.

www.buio-omega.de  - DER Exploitation-Erlebnispark schlechthin! Wer diesen Filmclub nicht kennt, dem ist echt nicht mehr zu helfen!

www.imdb.de - Die International Movie Database inkl. meiner Filmographie als Schauspieler

www.comingsoon.net - Die Anlaufstelle No. 1 bei  der Suche nach aktuellen Filmen

www.doener-anal.de.vu  - Meine Band!

www.mitternachtskino.de   Des Plani's Site zum abseitigen Film

www.aintitcool.com -Harry's  berühmte Filmsite mit der Hollywood-Gerüchteküche

www.senseofview.de - Carsten Henkelmann präsentiert ne Menge interessantes rund um den phantastischen Film

www.thetoydolls.com - Englands beste Oi-und Funpunk-Kapelle

www.shanemacgowan.com - Der Pogues Frontmann Shane ist mal nebenbei der genialste Songwriter aller Zeiten

www.chixdiggit.com -Powerpop made in Canada: Groß!

www.guitarwolf.net - Japan rocks!

www.newgrounds.com - Das Flashgame-Eldorado

www.dervierteakkord.de -Punkradio bei dem ich ab und an mal aushelfe

www.simulationsraum.de - Stefan Höltgens Site: Filmwissenschaft at it's best!

www.djmacbest.de   Unser DJ Matthias mit vielerlei Interessanten zum Film

www.come-on.de  Der MZV meine Brötchengebende Redaktion

www.altedruckerei-luedenscheid.de  Meine Stammkneipe

www.wenzelstorch.de   Deuschlands Wunderfilmer

www.donedmunds.com  Der Ilsa-Regisseur berichtet von seinem Schaffen

www.neverhorst.de  Filmschmiede von Kollegas Simon und Thilo Gosejohann.


 

23.08.2005 um 12:40 Uhr

Die neuste Kostbarkeit im CD-Regal

von: Fabse

23.08.2005 um 12:15 Uhr

Filmtagebuch News- War of the Worlds (2005)

von: Fabse

 Da setzt der Verleih schon im Voraus Sperren fest, damit niemand vorab über die inhaltlichen Qualitäten, sofern sie gegeben sind, Bericht erstatten kann und dann zieht sich die neue Popcorn-Schelte vom spielzwergischen Kind im Manne selbst am Ringelschwänzchen. Nähern wir uns mal dem vermeintlichem Rohrkrepierer in Spe ganz langsam an um zu erfahren ob die zweifelhafte Erwartungshaltung gegenüber der neuen Spielberg/Cruise Kollaboration berichtigt war. Hafenarbeiter Jay stiefelt nach der Maloche los ins Wochenende um die Freizeit mit seinen beiden Kindern aus einer gescheiterten Ehe zu verbringen. Da Daddy ein ziemlicher Loser ist und auch die Früchte seiner Lenden sich dessen bewusst sind ist verständlicher Weise keines der Bälger übermäßig beglückt, seine Zeit mit dem unliebsamen Erzeuger zu verbringen. Doch bevor man Vati das ganze Ausmaß seiner Ablehnung entgegenbringen kann kracht’s und knallt’s enorm. Außerirdische Invasoren versuchen sich daran erbarmungslos den Planeten Erde auszulöschen. Grund genug für Jay, seiner Verantwortung gegenüber der Kids zu entsagen und diese zurück zu Muttern zu chauffieren. Doch der Weg zur Ex gestaltet sich nicht gerade als Zuckerschlecken, da Allerorts dreibeinige Kampfroboter der Marsianer die Menschheit auszurotten. Nach diversen Ausflügen in Kriegs-Drama- Gefilde und unsäglichen Blockbuster-Toiletten wie „Minority Report“ oder „Catch me if you can“ befindet sich Spielberg scheinbar auch wieder auf dem Weg zurück zu alten Tugenden, die einst seine modernen Klassiker wie „E.T.“ oder „Jaws“ zu denkwürdigen Genre-Meilensteinen machte. Mit der Neuverfilmung von H.G. Wells Evergreen um den Angriff aus dem All greift Hollywoods einstiges Wunderkind wieder die autobiographischen Bezüge auf, die eine Weiterführung seiner Pre-Schindler’ Liste- Phase aufzeigen und es gelingt ihm dabei sein bislang bester Film über den zweiten Weltkrieg, ohne dass dieser dabei plakativ verortet zugegen ist. Die Charakteristika seiner frühen Helden, die über latenten Pubertätspfade heraus die Rückkehr zu den sicheren Grundstrukturen der Familie zurückgefunden haben setzt sich in der Rolle von Tom Cruise wieder vollends durch. Der Dramaturgie der Heldenwanderung verpflichtet, in der der Weg das Ziel darstellt, unterzieht sich Jay innerhalb einer Krisensituation der Rückführung des kollektiven Gemeinschaftsgefühls familiärer Sicherheit. Nach anfänglicher Ablehnung gegenüber seiner Verantwortung führt ihn die anarchistische Gegebenheit des Angriffs aus dem Alls ,mit all seinen Gegebenheiten und Auswirkungen auf das soziale Miteinander zurück zur Sehnsucht der wieder herstellungswürdigen Harmonie. Während die Menschen, denen Jay auf der Suche nach einem Zufluchtsort begegnet, grenzenlos das Bild der Egomanie verkörpern, wird der Familienvater selbst nur zum moralisch verwerflichen Taten genötigt, sobald der neu errungene Zusammenhalt Risse aufweist. Der gewaltige Schauwert der Rahmenhandlung um die Invasion tut noch ihr übriges darum, dass „WotW“ wieder ein Spielberg Film aus reinstem Guss geworden ist, bei dem selbst das leicht überstilisierte, pathetische Ende im Gesamtkontext nicht wirklich deplaziert auffällt. Des Stevens Alien-Abwasch ist definitiv um Klassen besser als Emmerichs Patrioten-Geschleime beim vermeintlich thematisch Artverwandten „Independence „Blödsinns“ Day“ 8 von 10 Tripods

23.08.2005 um 12:13 Uhr

Filmtagebuch News- Andy Warhol's Dracula

von: Fabse

Graf Dracula verlässt auf der Suche nach Jungfrauenblut seine rumänische Heimat und landet in Italien der 20er Jahre. In der Hoffnung, dass die katholische Hochburg wohlerzogene Mädchen bereithält quartieren sich der Graf und sein Helfer bei der Adelsfamilie Fiore ein. Doch sich am unschuldigen Blut derer vier Töchter zu laben scheint ein schweres Unterfangen zu sein, da die Mädchen vom Hausdiener Mario permanent mit sexuellen Dienstleistungen versorgt werden. Holla! Was Paul Morrissey aus dem Dunstkreis der Namensgebenden Warhol Factory hier auftischt, mischt munter die erotische Komponente der Dracula-Figur mit der Freizügigkeit der 70er, sowie dem offenkundigen stilvollen Kunstanspruch. Dass uns ganz im Gegensatz zum "Flesh For Frankenstein" des selbem Teams hier keine Goregranate erwartet, sollte vielerorts bereits erwähnt worden sein. Obwohl das wenig versöhnliche Ende ordentlich vom Leder splattert. Der ganze Film versteht sich eher als Tour de Farce indem man mehr darauf hofft, dass Dracula sein bemitleidenswertes Leben fortsetzen kann, anstatt sich dauernd zu erbrechen, weil die angeblichen Jungfrauen sich lieber durch die Gegend vögeln lassen. Udo Kiers Darstellung als kranker Vampir überzeugt vollends auf ganzer Linie, so dass sich sämtliche Sympathien auf diese Figur übertragen und man vom Treiben der immergeilen Schwestern nur enttäuscht wird. Ob sich Dracula nun mit minutenlangen Erbrechen von Blut oder mit schweren Bauchkrämpfen plagt, jeder dieser Szenen wird von Kier so intensiv dargestellt, dass man keine andere Wahl hat als mit diesem Wesen zu leiden. Die dekadente und nur aufs Geld fixierte Familie Fiore tut mit ihrer habgierigen Einstellung noch den Rest dazu. Auch der immer von Revolution schwallende Hausdiener geht einem ziemlich schnell auf die Nerven. Als dieser noch erklärt, um was für ein Wesen es sich bei Dracula handelt und zur Axt greift, ist der Ofen völlig aus. Noch nie war der vermeintliche Held ein dermaßen großes Arschloch! Selbst wenn der Graf kurz davor ist sein kraftspendendes Blut zu bekommen, wird mal schnell im Stehen eine Vierzehnjährige entjungfert. Wenn der völlig kaputte Graf dann noch angekrochen kommt und das erste Blut vom Boden schleckt, ist der dramaturgische Faktor am Höhepunkt angelangt. Im Gegensatz zu solchen Notlösungen stehen die höchst erotischen Aussagen angeblicher Jungfrauen. Wenn der Graf am Hals nuckelt, scheinen die Mädels neue orgastische Höhepunkte zu erreichen und stöhnen sich einen zusammen, dass man glauben könnte, die Fangzähne wären ein Phallusersatz. Auch von der optisch ansprechenden Seite präsentiert sich "Andy Warhol's Dracula" äußerst überzeugend. So erstrahlen die Dekors im authentischen sowie mitunter nihilistischen Licht. Abschließend bleibt noch festzuhalten, dass die Symbiose aus Bram Stoker's Geschichte und 70er Ästhetik eine durchaus nette Erfahrung ist, bei der auch mal einfließende Elemente folgender Vampirfilme im Gedächtnis hängen bleiben. Ein hervorragend aufgelegter Udo Kier steht sowieso außer Konkurrenz.

23.08.2005 um 12:06 Uhr

Ab sofort wird gebloggt!!

von: Fabse