Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

29.12.2005 um 13:27 Uhr

Nur die Wurst bleibt

von: Fabse



Na schau da mal einer her: Ich bastele nu auch so einen abgeschubberten Jahresrückblick! „Warum nur?“, werden sich nun einige Leute fragen. Ich verrate es euch: 2005 war für mich wohl das eigenartigste Jahr überhaupt. Klar, hat man viel geliebt, gelacht und Blödsinn fabriziert, aber beim Resümieren darüber fühle ich mich gerade irgendwie recht leer und mürbe. Könnte auch daran liegen, dass ich heute mir noch nichts in Richtung Kauspaten geprügelt habe. Auch eine Möglichkeit, die als Erklärung in Frage kommen würde wäre meine (retrospektiv betrachtet) große Ansammlung von Scheiße in den Fingern, die mir einiges an Schamesröte ins Gesicht treibt. Manche meiner Texte werde ich auch weiterhin als uneheliche Kinder betrachten. Teilweise verstehe ich heute selbst nicht mehr, was mich geritten haben muss manchmal selbst die neue Rechtschreibreform so dermaßen zu vergewaltigen. Schiller sei mir gnädig. Festgemauert in der Alden liegt der Mann auf seiner Frau!

Man erinnere mich auch bei Zeiten daran keine Boxershorts mehr bei H&M zu kaufen. Die Dinger zwicken manchmal am Arsch. So Listengeschisse ist mir eigentlich zu wider aber genau deshalb mache ich das jetzt mal um euch zu ärgern:

Filme 2005, die Spaß gebracht haben: (keine feste Reihenfolge)

Sex & Fury, Sin City, Saw 2, Spongebob, Twisted Sisters und viele andere mehr

Filme, die so asozial waren, dass ich brechen musste:

Mortuary, Alone in the Dark, Fantastic Four und andere Missgeburten

Feine Bücher, die den Stuhlgang zum Fest werden ließen:

Hausmaninger - Mediale Gewalt

Röwekamp –Vom Film Noir zur Methode Noire

Korte – Einführung in die systematische Filmanalyse

Seim – Ab 18

Weiterhin unterhielten mich noch die Herrn Lacan, Freud, Adorno und Kant recht königlich.

2005 dauernd gedudelt haben:

Franz Ferdinand

Mando Diao

Queens of the Stone Age

Ramones

The Pubcrawlers

Chixdiggit



Größte Enttäuschungen 2005

King Kong ( Was hat Jackson nur da geritten?)

Der blöde Premiere Kundenservice ( scheinbar alle immer besoffen oder wenigstens auf Crack!)

Kollege Bastian Hampf trinkt und raucht nicht mehr (Warum nur?)

Ich bin nicht der neue Papst geworden

Traurigster Moment 2005

Kurz nach einer gemeinsamen Tour mit Guitar Wolf stirbt der Bassist Hideaki Sekiguchi. Was wir damals zusammen alles weggetrunken haben werde ich nie vergessen. Auch seine Hitler-Parodien waren geil:„Zieg Eil!“ Durch den Mann kam ich in den Genuss japanische Zigaretten zu quartzen.

Schönste Momente 2005

Ganz klar, die Dreharbeiten zu Twisted Sister in Hamburg. Wolfgang und seine Crew sind super!

Interessantester Interviewpartner 2005

Daniel Küblböck (definitiv nicht die Tucke, die alle erwartet haben!)

24.12.2005 um 11:23 Uhr

We are Assholes-We are fucking Wankers

von: Fabse

Fabse und Peter wünschen allen Bloglesern abartige Festtage

21.12.2005 um 19:07 Uhr

Die kleine Weihnachtsgeschichte mit Freund Glitzi

von: Fabse

Heute offenbare ich allen Leuten, die bisher dachten mich gut zu kennen ein paar Geheimnisse. Zu allererst möchte ich euch mal erzählen, dass ich entgegen anderer Behauptungen doch recht viel vom Weihnachtsfest halte. Das liegt an meiner Konfession: Bin nämlch gar kein Agnostiker sondern Kiwuistisch-Orthodox. Wie,ihr kennt diesen Glauben nicht? Der Kiwuismus ist dem römisch-katholischen Glauben recht ähnlich. Nur ein paar Zusätze gibt es dabei noch. Einerseits ist unser Weihnachtsfest bereits am 21. Dezember angesetzt und zum zweiten wird dieses vor einer Fichte zelebriert, die von mindestens drei Hunden bepieselt und von vier Sadomasochisten auf Knasturlaub mit Hilfe eines Snickers-Riegels gefällt wurde. Der recht strengen Lehre des Kiwuismus folgend, muss dieser Baum dann mit Speiseresten und gefüllten Lümmeltüten behangen werden, bevor die Feierlichkeiten abgehalten werden können. Hab ich dann auch alles so gemacht. Als ich kurz vor dem unheiligen Abend dann auf dem Klo saß , überlegte ich was man seiner Liebsten denn nun so schenken solle, auf dass die sich dann so freue, bis vor Glück der Teppichboden ruiniert ist. Ich bin ja nun seit weit mehr als sieben Jahren verheiratet und weiß ja was die Ehemamselle  so wünscht. Hab ich meiner Frau Anja dann so ne Papiertüte besorgt (Sie liebt Papier über alles) und fein gefüllt mit Blümchen und dem letzten Schrei an der Topfscheuerfront. Glitzi heißt das Produkt, das Frauenherzen höher schlagen läßt und die Schmocke aus der Bratpfanne zaubern kann. Kurz bevor wir dann Bescherung machen wollten klingelte es an der Türschelle und ein rothaariger Franzosenmann bat um Eiinlass. Er erzählte uns, dass er Hunger leide und an unser Fichte nagen wolle. Den Kerl haben wir dann erstmal in den Sessel gebeten und fingen mit dem Beschenken an. Gerade als ich der Anja dann das wunderbare Paket mit ihrem heiß ersehnten Glitzi überreichte schrie der Franzacke laut rum: "Bei uns in Frankreich schenkt man dem Eheweibe kein Glitzi, sondern geile Feinrippunterhemden!" Na, doll gemacht! Als Anja das hörte brach ein Streit aus und sie sagte mir wo ich mir Glitzi hinstecken sollte. Der Franzmann sprang just darauf hin auf und knippste unseren Ehestreit mit seiner Sozialkamera. Heute morgen erblickte ich dann unseren Streit in der BILD. Was lernen wir daraus? Lasse nie den Franzmann in deine Butze und deine Frau scheuert glücklich mit Glitzi!

15.12.2005 um 21:05 Uhr

Neues aus dem Sägewerk

von: Fabse

Ja, was is das denn? Hat der Fabse etwa nix zu tun, dass der an einem Tag gleich zwei Einträge hier reinfurzt? Keine Angst, ich beabsichtige nicht mir nen vierer zu hartzen. Vielmehr bin ich in weihnachtlicher Geberlaune. Dazu habe ich mir sogar gerade nen Mistelzweig in den Anus geschoben und hänge mir jetzt bunte Glitzkügelchen an den Puller.  Bemerkenswert wie die Sequel-Maschinerie in Hollybutt voran zieht, gibt's was neues von der Fortsetzungsfront: namentlich Scary Movie 4.
Muss schon sagen, dass wenigstens das erste Plakat klasse ausschaut.




15.12.2005 um 17:17 Uhr

Von Melmac an den Gay-Sack

von: Fabse

Der Verfall einstiger Publikumslieblinge ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Erst erwischte man Kate Moss beim Koksen, dann drehte Tom Sizemore Privatpornos mit Prostituierten für den Verkauf und nun hat es noch jemanden erwischt:

Max Wright, der Willie Tanner aus ALF ist unter die Cracksüchtigen gegangen und dreht nun Gay-Pornos!


11.12.2005 um 09:58 Uhr

Auf Maul!

von: Fabse

10.12.2005 um 14:20 Uhr

Feuchte Wände und die Gefahr des Schimmelns

von: Fabse

Heute bin ich beim täglichen Internetforenstreifzug mal wieder auf etwas recht debiles hingewiesen worden. Filmforler Deep Red ist diesmal auf eine sehr interessante Site gestossen, auf der ein sensationelles Buch beworben wird.

96 % der Kunden, die dieses Meisterwerk der Literaturgeschichte ihr Eigen nennen freuen sich also über nie enden wollende Fickabenteuer mit den Schönsten der Schönen. Die restlichen 4%  sind schlitweg Analphabeten oder zu doof.  Wirklich sehr interessant.  "Nach Genuss des utopischen How-to-Knatter-Führers ist man also der Mann, der alle Hyperschnitten buttert. Für mich stellen sich da ein paar Fragen, die mir die anpreisende Homepage nicht beantworten mag:

1. Was sollen Männer mit dem Dingens anfangen, die gar nicht ALLE Frauen bügeln wollen?

2.Wie soll man seinen Lebensunterhalt verdienen  wenn man(n) also damit beschäftigt ist sämtliche  non-penilen Menschen der Weltpopulation zu  rammeln? 

3. Was ist mit Leuten, die lieber den Sud  am eigenen Geschlecht abstossen mögen? Bioleck und von Praunheim mögen doch auch glücklich sein wollen.

4.Mit dem im Buch enthaltenen Wissen sollen die Weibchen angeblich innerhalb eines kurzen Gespräches schon Rhein und Weser im Schritt beheimaten.  In der Praxis wird das ne Menge Ärger geben.  Zeigt mir mal einen Kneipenwirt, der euch nicht was vor's Maul haut, wenn sein Inventar triefend nass  durch euer Balzverhalten geworden ist.

Speziell mit der Feuchtigkeit  hat es der Texter dieser Site ja recht extrem.: Feucht, feuchti, feucht, feucht! Ne ganze Regentonne voller Feuchtigkeit hat man da nach 15 Zeilen schon im Kopp. Wie schaut das dann erst im Buch selbst aus? 5432 mal feucht auf 200 Seiten?
Ich stelle mir das dann so vor:

Lieber feuchter Leser,

vielleicht haben Sie sich schonmal gedacht, wie feucht es sein könnte, wenn Sie jetzt nicht in ihrer feuchten Wohnung sitzen würden. Schauen Sie sich allein ihre feuchte Hose und die feuchten Wände an. Wollen Sie den Rest Ihres feuchten Daseins Ihre  feuchten Gelüsten für sich selbst aufheben? Raus mit dem feuchten Körper und mit der  Feuchtigkeitsgarantie die feuchten Schnecken befeuchten.  Befeucht,...äh,..bevor es los geht, blättern Sie in unserem feuchten Ratgeber wie Sie die gewünschte Feuchtigkeit Ihres potenziellen Fickopfers bewerkstelligen. 

So oder ähnlich liest sich das dann wohl.
Ich gehe jedenfalls mal jetzt meine feuchten Haare fönen.

07.12.2005 um 23:50 Uhr

Interview mit Roland Seim

von: Fabse


So, jetzt gibt's exklusiv hier das ungekürzt Interview mit dem Soziologen und Kulturhistoriker Dr. Roland Seim. In einer kürzeren Form, bei der es generell um Videospielzensur und Verbote geht findet es sich auch auf der "Jungen Seite" des MZV. Hier aber mal die komplette Version.


1. Was glauben Sie, inwiefern das Verbot der so genannten Killerspiele sinnvoll ist.

Dr. Roland Seim: Verbote sind immer der einfachste Reflex bei Überforderung. Da aber weder die Medien noch das Konsumbedürfnis damit aus der Welt geschaffen sind, schüren sie eher die Neugier. Im liberaleren Ausland, im Internet oder bei ebay.com sind solche Spiele ja weiterhin erhältlich. Globalisierte Informationsströme sind kaum zu kontrollieren, es sei denn, die Herstellerindustrie entschärft selbst die Sachen. Letztlich kann alles, was das Belohnungssystem im Gehirn so reizt, wie es Ballerspiele offenbar tun, süchtig machen. Die Menge macht das Gift. Prohibition und Alkohol hat nicht funktioniert. Ob es bei Killerspielen klappt? Mir erscheint eine Förderung der Medienkompetenz und Kulturtechniken sinnvoller als weitere Gesetze und Verbote.

2. Wie schätzen Sie die gegenwärtige Zensur-Situation in der BRD ein?

Seim: Auch wenn unsere Medienfreiheit international gesehen vergleichsweise groß ist, so gibt es derzeit doch etwa 5.000 Indizierungen der Bundesprüfstelle und rund 600 gerichtliche Totalverbote von Filmen, Büchern, Tonträgern, PC-Spielen etc. wegen so genannter "sozialschädlicher" Inhalte. Das hat eine hohe Symbolwirkung, ist doch Deutschland einer der größten Märkte. Die Unterhaltungsindustrie will keinen Ärger mit den Behörden und entschärft lieber im Veröffentlichungsvorfeld oder lässt Gewagteres sein. Selbst die Schweizer Kantonspolizei nutzt deutsche Verbotslisten bei der Verfolgung von "Brutalo-Filmen". Freilich vermeiden Rechtsstaaten den Begriff Zensur. Vielmehr begrenzen Jugendschutz, Strafrecht, Kontrollgremien, Zoll und Gerichte die mediale Spielwiese.

3. Ist Ihrer Meinung nach die BPjM in den letzten Jahren liberaler geworden?
Seim: Jugendschutz bedeutet ja nicht gleich Zensur. Nicht alles ist für alle geeignet. Meistens werden rechtsextreme Inhalte indiziert. Die Bundesprüfstelle treibt die Sorge um das Wohl der Halbwüchsigen um. Aber selbst bei der BPjM wirken sich Zeitgeist und Wertewandel aus, wenn sie z.B. "Counterstrike" oder CDs von "50 Cent" nicht indiziert. Andererseits zeigen Entscheidungen etwa gegen Aggro-Rapper, diverse Sex- oder Okkultbücher und Computerspiele, dass die alten Prinzipien der Bewahrpädagogik immer noch vorherrschen.

4. Warum findet die mittlerweile widerlegte Katharsis-These immer noch Zuspruch in der Öffentlichkeit.

Seim: Medienwirkungstheorien sind schwer zu beweisen oder zu widerlegen, u.a. da vergleichende Langzeituntersuchungen kaum möglich sind. Man kann Laborbedingungen schlecht auf alltägliche menschliche Verhaltensweisen übertragen, die nicht monokausal zu erklären sind. Wer weiß schon, wie viele Verbrechen eben nicht verübt wurden, weil das Aggressionspotenzial in anderer Form abreagiert wurde, oder zu wie vielen Vergewaltigungen es nicht kam, da es Prostitution gibt. Der Sinn von Ventilsitten, zu denen auch Karneval, Sportveranstaltungen und Rock-Konzerte zählen, ist, gesellschaftlich geduldet "die Sau rauslassen" zu können. Pech für "Ego-Shooter", dass die sensibilisierte Öffentlichkeit sie z. Zt. nicht dazu zählt, sondern im Umkehrschluss fürchtet, dass hier aus Fiktion Realität wird. Die Millionen von verhaltensunauffälligen Spielern sind kaum keine Schlagzeile wert. Only bad news are good news.

5. Würde eine Reform des Schulsystems mögliche Amokläufe wie in Erfurt verhindern können?

Seim: Mitmenschlichkeit, Empathie und Zukunftsperspektiven stehen selten auf dem Lernplan. In Erfurt wirkten viele ungünstige Faktoren zusammen, bis hin zum Verweis ohne irgendein Abschlusszeugnis. Ein verbessertes Schulsystem - z.B. mehr Ganztagsschulen, Lehrerfortbildungen, höhere Bildungsetats usw. - wäre ein richtiger Schritt. Ähnlich wichtig scheint mir aber auch eine Optimierung von Kinderbetreuung und Unterstützung durch Tagesmütter vor allem von Eltern in Problemsituationen zu sein. Finnland z.B. erzielt damit gute Erfolge, wie nicht nur die PISA-Studien zeigen. Einzelne Verzweiflungstaten lassen sich aber leider nie verhindern.

6. Wie ist Medialog entstanden und was sind die Ziele und Arbeitsweisen des Vereins?

Seim: Repressive, aber angesichts des Internet häufig sinnlose bzw. unwirksame Jugendschutzmaßnahmen gaukeln eine Sicherheit vor, lösen aber kaum die Probleme beim Umgang mit Medieninhalten. Ein Ziel von Medialog e.V. ist es, Medienkompetenz zu fördern, aber auch Vorurteile und Berührungsängste zu verringern. Wir möchten einen Dialog von Eltern und Kindern, von Pädagogen und Medienwissenschaftlern ermöglichen, damit sie wissen, womit sie es zu tun haben und wo mediale Stärken und Schwächen liegen. Dazu setzen wir auf Aufklärungsarbeit über das Internet, auf Tagungen und Seminaren. Der Medialog e.V. gründete sich in Zeiten vorschneller Rufe nach undifferenzierten Verboten aus der Notwendigkeit heraus diesen zu begegnen, nicht zuletzt, um Medien zu entmystifizieren und einen sinnvollen Umgang nachhaltig gewährleisten zu können. www.medialog-ev.de

Roland Seim, *1965, Kunsthistoriker (M.A.) und Kultursoziologe (Dr. phil.), Autor und Verleger (www.telos-verlag.de)

06.12.2005 um 23:22 Uhr

Saugstark

von: Fabse

Was tun wenn der Staubsauger den Dreck nicht ordendlich vom Teppich bekommt?  Da kann nur der neue Kate Moss-Saugaufsatz helfen!

06.12.2005 um 20:10 Uhr

Die linke Socke

von: Fabse

Da ich gerade nen bisschen zu faul bin, die neuesten FTB-Einträge fertig zu stellen gibt's nen kleines Link-Update. Findet ihr dann in der Liste rechts neben euch.

Roland Seim: Page von Roland Seim (echt jetzt!)

Ben's Blog:  Benjamin Rotwang, der liebenswerte Studi der Literaturwissenschaften führt jetzt auch nen Blog! Pflichtklick!

Telos Verlag: Da gibt's Roland Seims wirklich gute Bücher zur Zensur in der BRD

Medialog: Verein der sich kritisch mit der Zenurproblematik in der BRD auseinandersetzt. Lobenswert.

Persona Non Grata: Absolut geniales Popculture-Magazin. In der Januar-Ausgabe finden sich auch meine Gedankengänge zum Thema Rausch

Paddy Rock Radio:  Kiss my irish Ass! Meiner Meinung nach das genialste Webradio ever.


02.12.2005 um 13:10 Uhr

Deutschland begrüßt den Dezember

von: Fabse