Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

28.03.2006 um 22:04 Uhr

FTB-News: V for Vendetta (2006)

von: Fabse




Bald traue ich mich schon fast gar nicht mehr Einleitungen zu Comic-Verfilmungen zu tippen: Soll ich jetzt etwa wieder aufzählen, welche Heiterkeit und welch chronische Schmerzen mir die ganze Bande an vergangenem Ideenrecycling eingebracht haben oder soll ich nun einfach hinter jeglichem Namen der für die Leinwand adaptierten Werke einfach nur eine Zahl von eins bis zehn klatschen? Bei V for Vendetta zeichnet sich diesmal wieder Alan Moore für die Graphic Novels verantwortlich. Bereits in der jüngsten Vergangenheit wurde schon mit den Stoffen des Comic-Künstlers Schindluder betrieben, dass es nur so rauchte. Nach der Schändung die Moores Stoffe durch die Filmfassungen von From Hell (immerhin nett anzuschauen) und LXG (Liga der außergewöhnlichen Grütze) erfuhr, veranlasste der Maestro des Zeichenstiftes nun von vorn herein, dass sein Name nicht in den Credits der neuesten cineastischen Light-Version seiner Ideen auftauchen sollte. Wenn man bedenkt, dass sich die Waschowski-Brothers als Produzenten beteiligten und mit James MacTeigue ein Zögling aus George Lucas Umkreis den Regieposten inne hatte, wohl nicht die dümmste Idee.


England in naher Zukunft: Nach Krisen, Bürgerkriegen und anderen Katastrophen erhebt sich auf der Insel ein faschistisches Regime unter der Führung des Kanzlers Sutler. Der totale Überwachungsstaat, der seine Untergebenen durch sämtliche Medienorgane manipuliert und Abweichungen im Denken der Individuen mit dem Tod bestraft bestimmt den Alltag. Kleriker, die sich mit Minderjährigen für Verschwiegenheit auszahlen lassen, Sprachorgane, die öffentlich Andersartige diffamieren und vertuschte ethnische Säuberungen :Alles könnte so wunderbar scheiße in Great Brittan sein, wenn nicht plötzlich ein Terrorist mit einer Guy-Fakwes-Maske auf der Bildflächer erscheinen würde. Innerhalb eines Jahres plant der maskierte Rächer namens V das Regime von innen heraus zu zerstören und den Sieg gegen das System mit der Sprengung des Parlaments zu besiegeln. Nach einigem hin und her gelingt es V schließlich auch die junge Evey zunächst unfreiwillig doch später umso gefestigter von seiner Idee zu überzeugen, das totalitäre Regime zu stürzen.


Einst als bösartiger Tritt in die Fresse des Thatcherismus von Alan Moore und seinem Mitstreiter David Lloyd aus der Taufe gehoben, präsentieren uns hier die Mannen hinter der Matrix-Kacke die Leinwandversion der Story. Dass man die epische Auslegung und die detailversessenen Querverweise des Originals nicht in zwei Stunden Hollywoodware pressen kann war eigentlich klar, doch so wie der Film die Bedrohungen durch das System visualisiert bleibt der Schrecken der Endzeitvision weit hinter dem der Vorlage zurück. Wie gewohnt schmeißen Hollywoods Mittelschul-Philosophen Wachowski wieder mal mit bedeutungsschwangeren Fragmenten um sich und verprellen die No-Brainer-Klientel genauso wie die Fans der Graphic Novels. Um die Substanz der Vorlage auf die Leinwand zu übertragen fehlt es V for Vedetta in Filmform einfach an den Möglichkeiten, die Story angemessen zu vertiefen. Viel zu komprimiert kommt hier ein Film vorbeigehüpft, dem man zu jeder Zeit seine Zurechtstutzung auf ein Popcorn-Publikum anmerkt.


Während der Actionkostkonsument sich schier zu Tode langweilen wird, erleidet auch der Zuschauer, der einen intellektuellen Anspruch hegt, die Gewissheit, dass die pessimistische Erwartungshaltung gegenüber V for Vendetta begründet war. Über bleibt ein nicht wirklich übler Streifen, dessen schauspielerische Leistungen durch die Bank weg durchschnittlich bleiben (John Hurt, Stephen Fry, Natalie Portman , Hugo Weaving und Stephen Rea bleiben hinter ihrem Potenzial zurück) und vereinzelt Ansätze zeigt, die schnell wieder vergeigt werden. Einzig die zweite Stunde des Films weiß da etwas rauszureißen und verleiht auch dem ansonsten recht phlegmatisch erscheinenden Streifen etwas an Spannung und Dynamik. Über die angepappten Versatzstücke der aktuellen US-Politik in V schweigt man sich dann besser aber aus. Wenn das etwas wie subversive Kritik an der Bush-Administration darstellen soll, ist sie an dümmlicher Plakativität kaum zu überbieten. Der Mainstreamhardliner, der schon die Analphilosophie aus Matrix in den Himmel lobte und dessen Tiefgründigkeit abseits vom erbärmlichen Product-Placement vermutete, wird auch bei der V-Adaption frohlocken.


5 von 10 Fingermännern

28.03.2006 um 00:45 Uhr

FTB-News: Bloodrayne (2005)

von: Fabse




Was gibt’s schöneres als Comic-Verfilmungen und dusselige Remakes? Ja, da war doch noch was,…genau: Computerspiele auf der Leinwand. Wer an fiese Filmverbrecher in Verbindung mit verfilmten Pixeln denkt, dem schießen gleich die Namen Paul W.S. Anderson und Uwe Boll durch den Schädel. Zweiterer Terror-Regisseur aus Deutschland lässt die Fans von Video- und Computergames erschaudern, wie kein anderer. Wem kommt nicht unweigerlich das Kotzen und Gruseln wenn er an die Machwerke House of the Dead und Alone in the Dark denken muss? So beliebt wie die Spiele sind, so unweigerlich verschüttet man seinen Mageninhalt beim Beglotzen der Kinoversionen. Ja, der Uwe Boll, der Mann der regelmäßig die englische Sprache vergewaltigt, bei Audiokommentaren pöbelt und lügt und uns Filme bescherte, die die Welt nicht braucht hat wieder zugeschlagen! Bei der Übertragung des Horror-Adventures „Bloodrayne“ hat uns Uwe sogar ordentlich Verstärkung mitgebracht: Neben abgehalfterten Hollywoodstars hilft auch der berüchtigte, deutsche Splatter-Proll Olaf Ittenbach mit Gore-FX aus. Und wie sieht’s mit der Geschichte aus?


Die Halbvampirdame Rayne, welche von Terminator 3- Babe Kristanna Loken dargestellt wird, ist auf dem Weg in Richtung Ben“Gandhi“ Kingsley um ihn zu zerhackstücken. Begründet liegt das Handeln der gerade aus dem Freak-Zirkus entflohenen Bratze in Form einer gemeinen Vergewaltigung ihrer Mutter durch den Oscar-Preisträger. Bevor Rayne allerdings ihren Erzeuger meucheln kann, verschlägt es sie noch in Meat Loafs Harem und in ein Kloster um Indiana Jones-Prüfungen zu bestehen. So nebenbei darf dann sogar Michelle Rodriguez getötet werden. Ach ja: Matthew Davis und Michael Madsen blamieren sich hier auch noch bis aufs Blut, ebenso wie sich auch kurz Udo Kier und Billy Zane vor die Kamera verirren. Machen wir’s kurz: Sämtliche Beteiligte an diesem Stück Dreck machen sich durch ihre unterirdischen Darbietungen im Film lächerlich. Als absoluter Tiefpunkt der Darstellerriege kann Ben Kingsley glänzen, der vom ehemaligen Charakterdarsteller scheinbar zum Steven Seagal-Double mutiert ist. Selten sah man ihn so deplaziert mit drei verschiedenen Gesichtsausdrücken chargieren.


Hier und da verspritzt man etwas Blut, reiht Szenen wahrlos aneinander, die wohl gerne einen auf Herr der Ringe machen wollen und markiert das Highlight des Streifen mit einer Sexszene in der Kristanna Loken ihre Schlauchtitten lutschen lässt und die an erotischer Inszenierung besser im neuen Rocco Siffredi-Porno aufgehoben wäre. Positiv herauszuheben ist, dass Michelle Rodriguez die Hälfte ihrer On-Screen-Einsätze das Maul hält und nicht so zu tun braucht als wenn sie je schauspielern könnte. Bloodrayne ist definitiv der neueste Asi-Kracher aus der Boll-Schmiede, der nur nicht völlig im Mülleimer landet, weil er dann doch Qualitativ den Vorgängerfilmen leicht überlegen ist. Sozusagen vergleichbar mit einer fiesen Darmerkrankung: Während House of the Dead und Alone in the Dark die Diarrhoe der ersten Leidenswoche darstellen ist Bloodrayne der erste halbwegs feste Stuhl, der in der schmierigen Unterhose landet. Freuen wir uns lieber auf die baldige DVD-Veröffentlichung in Deutschland ( Aufgrund der katastrophalen Einspielergebnisse in den USA kommt der Rotz nicht in unsere Lichtspielhäuser), die dann wieder mit einen Audiokommentar des Meisters des unfreiwillig Komischen aufwarten kann.


1 von 10 matschigen Mönchen

27.03.2006 um 23:31 Uhr

FTB-News: Ultraviolet (2006)

von: Fabse




Ein Blick in die aktuellen Kinostartlisten kann momentan recht monoton ausfallen: Mehr und mehr regieren hier Remakes von unvergessenen Klassikern oder zu Recht verdrängten Kintoppkloppern. Eine andere Gattung, die den Studios als sichere Bank für die klingelnden Kassen gilt ist die hundsgemeine Comic-Verfilmung. Speziell an dieser Genre-Front durfte der geneigte Zuschauer ja in den letzten Jahren Unmengen an ausgeweideten Lizenzen genießen: Koste es was es wolle-Jeder hingekritzelte Superheld muss auch die Leinwand! Manchmal geht das dann auch recht gut, wie zum Beispiel X-Men, Sin City und Batman Beginns beweisen, doch überwiegend wirft man dem Publikum cineastische Kotzbrocken der Marke Catwoman, Elektra oder Fantastic Four entgegen. Jetzt präsentiert uns aber der Equilibrium-Regisseur Kurt Wimmer den originellsten Output auf dem Gebiet der Graphic Novel-Adaptionen: Ultraviolet ist die Comic-Verfilmung, zu der es keine gekritzelten Abenteuer zu bestaunen gibt. Voll von absoluter Raffinesse erschlägt einen da schon die Story des Films, der komplett um seine Hauptdarstellerin Milla Jovovich gestrickt wurde:


Gegen Ende des 21. Jahrhunderts (originell!) schaut’s auf Mutter Erde leicht anders als vorher aus: Durch ein künstlich geschaffenes Virus ist ein Teil der Menschheit zu einer Art Vampiren mit Superkräften mutiert. Da der Staat die selbst erschaffene Rasse mit einer neuen Geheimwaffe vernichten will macht sich die ebenfalls infizierte Untergrundkämpferin Violet auf, um die Waffe zu stehlen und ihre Gattung vor dem Untergang zu bewahren. Allerdings entpuppt sich die vermeintliche Gefahr als ein 9-jähriges Kind namens Six. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern versucht Violet das Geheimnis um das Klonkind zu lüften.


Meine Damen und Herrn, bitte halten Sie sich jetzt gut auf ihren Stühlen fest: Ist man es normalerweise gewohnt, die besten Szenen eines Actionfilms bereits im Trailer bewundert zu haben, so ist Ultraviolet knapp 88 Minuten genau so wie wir es in der Vorschau gesehen haben! Optisch beeindruckend und mit rasantem Tempo vorbeischwirrend reiht sich Actionszene an Actionszene und Milla Jovovich verprügelt und erschießt Hundertschaften namenloser Ninja-Schergen. Überall knallt’s und fetzt’s in diesem Mischmasch aus Underworld, Aeon Flux, Matrix und Kill Bill-Choriographien. Beiläufig streut man noch etwas christliche Symbolik in das CGI-Demo und wirft die Handlung eigentlich komplett in die Tonne. Warum jetzt Frau Jovovich ständig Sonnenbrillen, Haarfarbe und Bodysuits bei jedem Kampf wechselt und wie einige üble Anschlussfehler ( Warum hat das Kind jetzt wieder die Jacke an?) zu erklären sind ist da beiläufig genauso egal wie die Story, der innerhalb des ganzen Filmes knapp 15 Minuten spendiert werden. Trotz Dauerbeschuss geht dem Streifen dann beim Finale die Luft komplett aus: Selten sah man so eine miese Highlander-Duellszene mit brennenden Schwertern. Bis auf dieses Manko erfreut Ultraviolet allerdings No-Brainer-Fans mit optischen Highlights und gilt wohl als neuer Kultfilm der Jovovich-Ansabberfraktion. Alle anderen sollten aber wohl besser den Kinobesuch meiden.


5 von 10 Hologrammen

27.03.2006 um 21:45 Uhr

Ihre Meinung zählt

von: Fabse

So, damit ich weiß wie ich die Medien- und Gezuppelwelt für alle Leser noch besser gestalten kann, bitte ich euch an der aktuellen Umfrage in der Seitenleite teil zu nehmen.

23.03.2006 um 00:30 Uhr

FTB-News: The Hills have Eyes (2006)

von: Fabse



Vorschußlorbeeren ohne Ende und Anpreisungen noch und nöcher begleiteten Alexandre Ajas Remake des 1977er Backwood-Exploiters „Hügel der blutigen Augen“. Hatte der recht junge Franzose sich durch Haute Tension doch als viel versprechendes Talent empfohlen, dem es zu zutrauen wäre Hollywoods derzeitiger Ideenlosigkeit frischen Wind in die Segel zu blasen. Die Flut an Neuinterpretationen von 70er und 80er Schmuddelware, die über den Kinogänger in vergangener Zeit hereingebrochen war reißt nun also auch Wes Cravens nihilistisches Texas Chainsaw- Ripp Off mit sich und ob das wirklich einen Grund zur Freude darstellt muss leider recht zwiespältig bejaht werden. Kommen wir zunächst mal zum recht vertrauten Plotkonstrukt:

Eine US-Familie aus der Schublade der Stereotypie reist samt Wohnwagen und Schäferhunden im Gepäck durch die Wüste. Bedingt durch eine Autopanne findet sich der fröhliche Reigen dann plötzlich inmitten der Einöde wieder und es dauert auch nicht lange bis sich erste Eigenartigkeiten bemerkbar machen, denn im Outback sind auch einige kannibalistische Freaks beheimatet, die der Familie alsbald einen unangenehmen Besuch abstatten.

Um ohne Umschweife mal Klartext zu reden: Rein vom Gehalt der der Story, passt diese sicherlich genauso gut in einen Fingerhut! Machen beispielsweise neuere Genre-Beiträge wie „Hostel“ keinerlei Geheimnisse darum, dass ihre Geschichte nicht mehr als Selbstzweck darstellt um möglichst schnell alle Handlungsorte und expliziten Einstellungen abzuarbeiten, so lebte Cravens Original durch viele kleine Details, die das Interesse des Zuschauers an das Schicksal der Charaktere fesselte. Das zentrale Element des 77er Streifens bestand aus dem Konflikt, den zwei unterschiedliche Familien miteinander austragen. Auf der einen Seite, die durch christliche Werte, Zusammenhalt und Spießbürgertum geprägte Familie Carter und zum anderen ein Clan von bestialischen Missgebildeten, der aufgrund von Atomtests degenerierte. Freddy Kruegers geistiger Vater ließ uns damals gleichermaßen Einblicke in beide Parteien und ihre Motivationen erhaschen und genau daran scheitert Aja haushoch: Zu sehr auf eine (wirklich gelungene) elegante und zugleich dreckige Atmosphäre und die straighte Inszenierung bedacht, werden alle Details, die das Original mit Spannung anreichern weggeworfen.

Gerade die momentane Remake-Unsitte, alles innerhalb des „Höher,schneller, weiter“-Kosmos anzusiedeln bricht The Hills have Eyes 2006 das Genick. Hinter den Hügeln leben in einer Geisterstadt Mutationen, die vom Vater des entführten Babys weggematscht werden müssen, ohne dass irgendwo das Zusammenleben der Schar an Feinden und Übeltätern charakterisiert werden müsste. Einerseits hält sich Aja zwar geradezu sklavisch an die Vorlage, doch in den Momenten, bei denen die Nähe zum Original einen guten Film verspricht bricht er mit seiner Version stark ein. Was nützt da die tolle Optik und ein ansehnlicher Gore-Gehalt, wenn keine Spannung mit an Board sein will? Das Gerüst „Autopanne-Überfall-Rache“ funktioniert von Grund auf einfach nicht, wen einen das Schicksal der Protagonisten dermaßen am Arsch vorbeigeht, wie in Ajas Fassung. Da reißt auch das Mutanten-Make-up von KNB nichts mehr raus. Dass hier Wes Craven selbst als Produzent mit am Werke war beweist eigentlich nur noch mehr die Wechselhaftigkeit seiner Fähigkeit als Geschichtenerzähler. Genau wie Nightmare on Elm Street, Last House on the Left oder Scream glückte ihm mit The Hills have Eyes damals auch nur ein Kultfilm, weil der Meister mal wieder finanziell und kreativ am Boden lag. Daher noch verwunderlicher, dass ein Alexandre Aja, dessen brillanter Haute Tension so gewaltige Resonanz erfuhr, für die Neuinterpretation eines aus der Not heraus geborenen Kultfilms nach Amiland geholt wurde. Nett, aber an verschenkten Potenzial sicherlich eine der Enttäuschungen des Jahres.

6 von 10 Schäferhunden

19.03.2006 um 23:02 Uhr

Muttiiii, der Mann hat so komisch glasige Augen!

von: Fabse


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Jawohl, ja! Da ja demnächst die neue PNG erscheint, gibt's nun hier für alle, die meinen Rausch-Text aus der No67 verpasst haben, den Mann man mit dem Drogen,...äh,..Rauschedingens:

Der Mann mit dem Rauschebart


Die Tage fallen im Moment schon mehr als kurz aus: Einerseits hastet man von einem wichtigen Termin zum nächsten und bemüht sich immens alle Personen im beruflichen und privaten Kreis standesgemäß zufrieden zu stellen, doch andererseits erweist sich das mehr als schwierig. Schon mal versucht an einem Tag drei Fototermine, zwei Interviews und sieben Seiten Text fertig zustellen und dabei noch Zeit für die Angetraute und ein gutes Buch zu finden? Der Mensch von Welt hat es manchmal schon nicht leicht und gleitet auch des Öfteren ab, um sich Bewusstseinerweiternden Substanzen hinzugeben. Aber wenn schon nicht gerade diesen, dann sollte es wenigstens Endorphine hageln oder eine kleine Verschnaufpause leicht nebelig gestalten. Das „Wie“ bereitet da nur ab und an ein paar Probleme: Geh ich jetzt mal ein Bier kaufen und setze mich vor den Computer um eines dieser mittlerweile in Verruf gekommenen Killerspiele a la Postal 2 zu zocken? Frage ich etwa den netten Bahnhofsdealer, der gerade auf Bewährung raus ist um etwas Crack und beginne die systematische Dezimierung der sich mir als Gesetzestreuen Bürger offerierenden Menschen in der U-Bahn? Könnte vielleicht ein Besuch bei einem Ex-Klassenkameraden, der passionierter Schmauchmeister ist von Nutzen sein? Noch viel mehr als diese Fragen plagt mich dann ja wohl die Suche nach der sich anschließenden Freizeitaktivität: Synthetischen Firlefanz fressen und dann in die Stadtbekannte Techno-Zappelstube? Nach einer Flasche Doppelkorn die alten Lehrer aufsuchen, die einem sprachliche Defizite bescheinigten und ihnen mal so zeigen was das Training bei der Fremdenlegion für Früchte bei der Bewältigung von Konflikten getragen hat? Vielleicht auch nur bis unter die Schädeldecke zugekifft die örtliche Stammlokalität mit den eigenen Exkrementen einschmieren? Viele Fragen, deren Antworten schon vor dem potenziellen Müßiggang geklärt werden sollten. Am Besten man beginnt mal mit einer Bestandsaufnahme:


Das Handbuch des jungen Giftmischers


Viele Dinge des täglichen Lebens versprechen dem vermeintlichen Rauschnutznießer anzulocken und mit ihrer individuell angelegten Geistesbenebelung zu begeistern. Leicht ist es da auf Anhieb nicht gerade seinen favorisierten Gönner auszumachen. Mal gemäß dem Fall, Sie wären ein vom Leben stark benachteiligter Fernfahrer, der Spielschulden und drei uneheliche Kinder sein Eigen nennt: Das Rauschmittel Ihrer Wahl wäre natürlich eine volle Dröhnung Alkohol in Form mehrerer Großflaschen Kümmerling. Das befreit die Seele und lässt auf der Autobahn auch sämtlichen Verkehr um einen herum vergessen. Flugs das Magazin mit dem viel versprechenden Namen „Schlüsselloch“ auf den Schoß geschmettert und ordentlich dem staubigen Kameraden im Schritt etwas Zucker gegeben. Schaut gut aus, macht Spaß und nach dem wunderschönen Massencrash aufgrund des Durchlebens der eigenen Verkehrsordnungen gibt’s auch für sämtliche Polizisten, Pathologen und Angehörige schön was zu lachen. „Nein, meine Kinder, der Vati hatte das Herz nie am rechten Fleck aber er hatte sein Leben und das der anderen Menschen immer fest im Griff!“


Was? Fernfahrer mit leichten Defiziten bei der Verantwortung der eigenen Miseren wollen Sie nicht sein? Auch hier kann geholfen werden: Genehmigen wir uns doch einfach mal den fix gedrehten Joint und gehen auf Achse. „Mein Gott, was sind die Leute die ich alle kenne plötzlich lustig!“ Einzig und allein diese ganzen Zivilbullen und Arbeitskollegen die einem auf den Fersen sind nerven leicht. Also mal schnell im nächsten House-Schuppen untergetaucht und abwarten was die bpm-Zahl uns Feines bescheren mag. Wie bitte? Warum ist Ihnen denn jetzt übel? Pfui! Ich glaube Sie sollten mal meine netten Freunde aus Venlo kennen und lieben lernen. Das ist ja wohl kein korrektes Verhalten wenn man dem Gott der Rastafari-Felder genügend huldigen will. Schallt es Ihnen etwa zu doll auf dem WC? Das kann ja nicht wahr sein. Wenn Sie mir jetzt noch erzählen wollen, dass Ihr Mund trocken wäre oder Sie auf einmal riesigen Hunger haben, dann knallt’s. Wir sollten jetzt lieber wieder runterkommen. Trinken Sie mit mir doch einen Tee!


Vom Hafer gestochen? Mitnichten, das ist nur ein recht bekömmlicher Stechapfel-Tee. Anfangs schaut man in die gesellige Runde und behauptet frech, es wäre ja gar nichts zu merken, vom sagenumwobenen Getränk. Doch schon einige Zeit später lässt man Dali einen guten Mann sein und verflucht Onkel Bunuel: Da wird nicht nur ein Hund in der Pfanne verrückt sondern auch in Andalusien. Erlebt tote Esel im Wandschrank und beobachtet die einschneidensten Erlebnisse an euch selbst und eurer Umwelt. „Fuck Bosch!“ tönt es dann aus eurem Rachen und der nette Arzt in der Notaufnahme lacht verschämt um euch die nächste Ladung Haldol in den Brägen zu prügeln. Am Besten wir probieren lieber was anderes:


Möglicherweise könnte man ja auch psychoaktive Pilze auf der Kuhweide pflücken gehen. Also begibt man sich nach einem anstrengenden Tag in der Berufsschule auf eine Wiese in der Nähe, auf der vielleicht die guten Freunde vom Fliegenpilz ihr Dasein fristen. Eine volle Hand davon in den Fresskanal geschoben, das Kauen fahrlässig missachtet und ab dafür. Trotzdem reichlich mistig wenn gar niemand die Freude über die Leckereien aus dem Rinderdung mit einem teilen mag. Da sitzt der Konsument nun doof rum und weiß sich nicht zu Beschäftigen bis die moderig schmeckenden Glücksbringer aus dem Anus von Mutter Natur wirken wollen. Was man auch anstellt: Die Langeweile kennt keine Grenzen. Wenn jetzt mal nichts passiert spül ich halt mein Geschirr oder belager den Pizza-Bäcker meines Vertrauens. Jacke übergestreift und losmarschiert. „Einmal Funghi aber pronto ,mein lieber Salvatore!“ Bis der Spack, der ständig versucht die Tussen am Tisch vor der Theke mit irgendeinem sprachlichen Tiefschlag anzugraben, mal die Teigpampe fertig geschwungen hat wird’s eh Weihnachten 2009. Sollte man als Italienscher Geheimagent inkognito diese Lokalität aufgesucht haben durchsteht man fürchterliche Schmerzen, die versuchen die Hirnrinde wegzufräsen: „Hoho Seniora, hihi prego, hahahaha bella“ und ähnlicher verbaler Abfall beherrscht die Wartezeit auf die Futterplatte. Beeindruckt von solch lyrischer Präzisionsarbeit beim Balzverhalten frage ich mich wie wir damals wohl das römische Reich solange aufrechterhalten konnten. Naja, Schwamm drüber und den Vorzeigelandsmann an den nächsten Begrenzungspfahl gebunden. Just in der Sekunde als der Charmebolzen aus der Nervenheilanstalt von einem wissen will, ob denn der Schlangenfraß nun eingeschachtelt werden soll kehrt unser pilzige Gönner voller Gewalt in der Rübe ein. Nur einen Augenblick später setzt die komplette Motorik aus uns halbblind und sabbernd hängt man in der Ecke. Ob es dem jungen Mann gut geht, will das überschminkte Duo von Tisch Nummero Uno erfahren. Schaut der aus, als wenn der etwa jeden Tag zugedröhnt in Pizzabuden rumhängt? Also, dann wird seine Verfassung wohl auch nicht dem Normalzustand entsprechen. Sonst noch Fragen, ihr Gewürm? Bloß schnell raus hier, bevor noch mehr Absolventen des Lehrganges in Debilität auftauchen um den Supergau perfekt zu machen. Den Nationalstolz hat man sich vorher eh schon in die Haare geschmiert, da braucht man auch keine verkohlten Backwaren mehr um mies gelaunt zu sein. Damit siehe man auch diese Realitätsflucht als gescheitert an. Geh mich weg und such dich die Dröhnung woanders.


Einen längst für bekloppt oder tot gehaltenen Freund anrufen, soll ja auch manchmal Wunder wirken. Telefon aus dem Flur gezerrt und mal anklingeln. Beim Nachbarn vorbeischneien will der werte Herr noch. Da kommen wir doch glatt mit, denn arbeitslose Schreinern wollte man schon immer mal beim Horrorfilmkonsum beiwohnen. Da erwarten einen immer so sinnvolle Kommentare wie „Booarhh, der is ja so hart, ich hätte den ja ab 21 freigegeben wenn ich Polizist geworden wäre!“ Schon klar, da hat wohl jemand zuviel Rohrfrei gesoffen. Die Erwartungshaltung auf einen niveauvollen Abend ist schon im Voraus im Keller gelandet als man bei Captain Koma ankommt. Was dann folgt unterbietet die niedrigen Ansprüche mit denen man an die Sache herangegangen ist aber noch um Längen. Die Tür hinter sich geschlossen, klingelt es schon wieder Ekel erregend schrill an der Glocke. Da steht er nun vor uns, der freundliche 15-Jährige, der ebenfalls eingeladen wurde. Sein versiffter Eastbag-Rucksack lässt schon an der äußeren Erscheinung kaum Zweifel am Inhalt des Selbigen. Eine Etage höher wirft der minderjährige Vollblutaffe seine geschulterte Armut auf die Couch und nestelt am Reißverschluss des Elends herum. Sieht aus, als wenn das Balg von der Brandt-Zwieback-Packung Probleme damit hat, seinen Proviant aus der Tasche zu pulen. Nach ewig langen Minuten schüttelt er dann aber doch die mitgebrachte Fracht aus dem Transportstoff. Was ist das, bitte? Der legitime Schulhofprügelknabe führt drei dicke Päckchen Kokain und eine entsicherte Schusswaffe mit sich herum? Hat ihm niemand gesagt, dass man so was nicht macht und dass da eigentlich die Panini-Stickeralben reingehören? Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt günstig, das Weite zu suchen aber Kollege Holzschänder meint, dass wohl der nächste Bus, der einen aus der Walachei herausbefördern würde erst in zwei Stunden zu erwarten sei. Na dann Prost, meine abartige Gesellschaft! Als dann der recht bekannter Film des Herrn Buttgereit in den VHS-Player wandert ahne ich wie es wohl weitergehen mag. Und richtig: zur Nekromantik gesellen sich vorm Screen der Pseudo-Küfer und das Kleinkind, die sich die triefenden Nasen pudern. Nach gelungener Flucht wenden wir uns weiteren Überlegungen zu, wie ein niveauvoller Rausch wohl zu finden wäre.


Absolut zu empfehlen ist ja schon mal der Besuch auf einer öffentlichen Toilette oder in einem Stadtpark bei Dämmerung. Hier wird man fast erschlagen von Hinterlassenschaften einer Gruppierung, die sich den subkutanen Freuden hingibt. Da reicht’s schon in den falschen Busch zu pieseln und eine schmuddelige Nadel hängt im Skrotum. Das schmerzt natürlich ungemein aber nach Abschwellen der Beschwerden eröffnen sich einen ganz fantastische Möglichkeiten was die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit anbelangt. Schnell zum nächsten Taxistand gelaufen und bloß nicht das Spritzbesteck aus den Klöten ziehen. Das versehrte Gemächt fest im Griff wird die Tür des gelben Autos aufgerissen und dem verdutzten Teilzeitkutscher mit vorgehaltenem Phallus eine Ansage gemacht: „ Hey, Kohle raus, du Dreck! Siehst du das? In diesen wohlgeformten Testikeln befindet sich nun der Unrat aus hundert Junkiekörpern. Du weißt, dass man damit nicht spaßt! Also, öffne die Börse!“ Aber wenn ich’s mir recht überlege, …….vergesst das bitte schnell wieder. Und wenn nicht, so mietet euch bitte fix ein Body Double von Iggy Pop und macht FKK am Ostseestrand. Das auflaufende Badevolk wird euch in diesem Fall wohl recht offenherzig sein Hab und Gut überantworten. Da muss man im besten Fall nicht mal ausfallend werden.


Promoviert ist ja an sich immer gut wenn man seiner Zügellosigkeit einen gewissen Glanz verleihen möchte. Heißt man Hoffmann, so ist auch sämtlicher Drogenselbstversuch im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie legitim. Aber auch wenn der Intellekt hinkt findet der LSD-Konsument von Maß ein Alibi um seine Naschereien zu rechtfertigen. Ist das jetzt Zucker oder schmeckt das nur so? Ed van Schleck vertraut da ja ganz seiner hippieresken Intention und predigt die Erweiterung der Sinne und die friedfertige Vereinigung von Geist und Natur. Pustekuchen aber auch! Was bitte hat der verzottelte Zeitgenosse davon wenn er würgend am Boden liegt und rumschreit, dass sein Kühlschrank ihn jetzt fressen will? Ist ja fast schon so eine Moppelkotze wie mit den bunten Pillen, die der technoide Proll von um’me Ecke sein Eigen nennt:


Bis zum Arschhaar gegelt und im Tanzbunker der 1000 hässlichen Beats abgetaucht und bunte Aspirin in den Schlund geschoben. Hach, was erquickend. In Punkto revolutionärer Lifestyle steht der Liebe propagierende Gasmaskenmann da seiner vercrackten Aggro Berlin Nachbarschaft in nichts nach. „ Eyyyy Aldddarrr!“ Von Opium und anderem Langweilerzeug halten wir jetzt aber unsere manikürten Finger fern.


Andere Rauschereien finden sich auch ganz nach eigenem Gusto in weniger brisanten Tätigkeiten des Alltags wieder: Wer kennt es nicht, das wunderbare Gefühl, das sich beim Sexualakt einstellen mag? Oder wie wäre es mit der Glückseeligkeit die sich verbreitet wenn man die neue Element of Crime CD in der Scheibenschleuder liegen hat? Abseits der diskussionswürdigen Substanzen liegen viele hübsche Welten, die entdeckt werden wollen. Kommen wir also zu den Tätigkeiten.


„Ich habe einen Verdacht metaphysischen Charakters!“


Schon Mickey Knox macht es in NBK vor: MTV makes me wanna smoke Crack. Becks Weisheiten folgend wirft man sich vor den Glotz-o-maten und wildert sich durch die vorhandene Auswahl an visuellem Entertainment . Klar, ein Cheech & Chong Film bei der Weedvernichtung wird in vielen Kreisen gern genossen, doch viel mehr sollte weniger offentsichtliches Kifferkulturgut im Televisionsapperat seinen Platz finden. Besonders Schmuddelgut der italienischen Prägung sei hier zu bevorzugen. Schauen wir mal wie ein Zombies unter Kannibalen bei abgedichteten Kunstkennern ankommt:


Ganz wichtig und an erster Stelle: Hübsche Schauspielerinnen die bevorzugt nackt agieren! 2. Handlung und Dialoge sollten im Allgemeinen strunzdoof und leicht auch im prallen Kopp NICHT nachvollziehbar sein! 3.Splädder,Gore,Shootouts und ähnliche rasante Visualisierungen erfreuen das Auge! 4.dt. Synchro muss sein und am Besten eine die brettert! 5. Herzog,Fassbinder,Bergmann und Visconti sind unerwünscht! 6.Franco, Lenzi, Bianchi und andere sind erwünscht!


Diesmal mischt der "Frank Martin", seines Zeichens Kitosekten-Spezi die karten neu! Von New York geht's in den Urwald zu de Molukken, wo nen böser Doc Zombies bastelt, die mit ihrem Raunen sogar den Bodypainting-Kannibalen Angst machen.


Die Titel-Credits erscheinen und die zwei Rezipienten öffnen das erste alkoholische Getränk. Als nach wenigen Minuten der erste Nebendarsteller in den Tod stürzt erfüllt ausgelassenes Gelächter den Raum. Die wiederholte Sichtung fiktiver Gewalt hat ihre Furchen bei den Versuchspersonen hinterlassen. Nun erfahren wir, welches Symbol die Kitosekte kennzeichnet. Erneutes Jaulen im Versuchsraum. Besonders die begleitenden Sound-FX sorgen für Stimmung. Als die Truppe der hoffnungsvollen Jungmimen endlich im Dschungel rum läuft, wird’s derbe Pfui! Da wird der Mensch zum Grundnahrungsmittel und der Mob tobt begeistert. Selbst bei einer Hommage an den US Western (der Lasso-like-Fang-Trick ), brodelt die mittlerweile süffige Luft. Auch vor den heranstürmenden Zombies haben die Rezipienten keine Angst! Menschenverachtende Eingriffe durch einen verrücken Arzt regen ebenfalls das Zwerchfell an. Als den Testpersonen gar die hohe Kunst des Bodypainting aufgezeigt wird, wird dieses durch Beifall goutiert. Der kulturresistente Pöbel giert nach Blut! Die Bude brennt lichterloh und es bleibt ein schockierendes Bild, des Publikums zurück! Es empfiehlt sich darum, die Öffentlichkeit vor solcherlei verrohender Pseudokunst zu beschützen! Nicht auszudenken welche Folgeschäden am Zuschauer durch die nachfolgenden Untersuchungen ans Licht kommen werden!


Hört sich gut? Solcherlei Fallstudien sind natürlich bei vielen andern artverwandten Kulturgütern dieser Coleur möglich. Wer allerdings berauscht einem Livekonzert beiwohnen mag, dem sei einmal Nick Cave ans Herz gelegt: Nirgendwo findet man da ähnlich schmerzend und bezauberndes wenn illegale Substanzen ihre Wirkung entfalten.


Aber mal ehrlich: Machen Sie doch was Sie wollen!

19.03.2006 um 22:23 Uhr

Tribute to Wischmeyer, der Pottsau

von: Fabse




Dieser Eintrag ist dem Mann gewidmet, dessen Beobachtungen am deutschen Bundesbürger mich nun seit mehr als 15 Jahren begleiten und begeistern: Dietmar Wischmeyer! Wenn Wischmeyer das Verhalten der Bewohner des Landes der Bekloppten und Bescheuerten in sein Schaffen fließen lässt jauchzt die Seele und das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Angereichert durch lyrische Präzisionsarbeit erschafft der ehemalige Student der Literaturwissenschaft und Philosophie ein eigenes Universum, dessen Bewohner eigentlich niemand anders sind, als all die Gestalten, denen man täglich vor der Haustür begegnet und die man abgrundtief hasst. Seien es nun die Stammtischphilosophen Kurt Krampmeier und Gürgen Ferkulat, der Harley-Fan Mike, der kleine Tierfreund mit der Kreidler Florette oder beispielsweise Willi Deutschmann: Jeder der Wischmeyer-Charaktere begegnet einen auch in der Welt, die uns täglich Magenschmerzen bereitet. Welches Bild vertreten wir von unseren Nachbarn in der EU und wann stirbt endlich der Pränki? Antworten auf alle wichtigen Fragen des Lebens entspringen der Feder von Dietmar Wischmeyer. Ob jetzt mit der Crew des Frühstyx-Radios oder allein auf Solopfaden bei der Lesetour wirft uns der mittlerweile 49jährige Meister, der auf sämtliche p.c.-Mentalität scheißt, schwer verdauliche Brocken hin. Seien es jetzt Bücher, Hörspiele oder sogar Theaterstücke, bei denen der alltägliche Wahnsinn Methode hat: Misanthropie, gewollte Polemik und ein doppelter Boden intelligenter Boshaftigkeiten gehen immer Hand in Hand. Wer Spaß, Poesie und harte Tiefschläge in die Magengrube unserer Gesellschaft schätzt, der kommt an Dietmar Wischmeyer nicht vorbei. Es leben der kollektive Schwachsinn und Hatti Müller, der zehn Dosen Fisch in Tomatensoße auf ex fressen konnte, hoch! Weiterhin möchte ich euch allen auch die neuste CD namens „Satanziege“ ans Herz legen: Kurt und Gürgen, wie man sie liebt und kennt.



P.S. : Besucht auch mal Dietmar Wischmeyers Homepage

19.03.2006 um 10:33 Uhr

DVD-News: Twisted Sisters

von: Fabse



Es ist am 23.03.06 endlich soweit: Wolfgang Bülds vielerorts hoch gelobter Twisted Sisters steht als Verleihfassung in den Videotheken. Für die Verkaufsfassung wurde der 11.05.06 anvisiert.
Film
Hier geht's zum im Epix Media Presse-Newsletter zitierten Film-Review, der Gezuppelwelt.

DVD - Infos

Bildformat: 16:9
Tonformate
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: Englisch und Deutsch

Extras: Making Of: Twisted Fun (ca. 20 Min.; optional dt. UT), Trailer ,unveröffentlichte Szenen (mit dt. UT), VideoClip Hank Ray, Hinter den Kulissen’-Foto-Galerie, Fiona Horsey-Trailer (Penetration Angst, Lovesick),EPIX-Trailer-Show
Verleih- und Kauffassung werden identisch sein.

19.03.2006 um 09:57 Uhr

DVD-News: The Devil's Rejects

von: Fabse



Film

Hat irgendjemand wirklich gedacht, dass Captain Spaulding und die locker flockige Killersippe nach den lustigen Halloweenspielen im Erstling ungestraft davon kommen würden? Kurzum: „Texas is“ hier mal ausgenommen nicht „the Reason.“ ( Man verzeihe mir mal diesen Schenkelklopfer!) Mit Vollgas in die Hölle lautet hier die Devise des Maestros Zombie und genau deshalb wird das Titelgebende Haus hinten links sodann von einer Ballerfreudigen Schar Polizeigesocks durchsiebt. Während Mutti Firefly von dem Rachsüchtigen Sheriff Wydell zu weiteren „Vernehmungen“ mit in den Knast gezerrt wird, können gerade mal Baby und Otis lebend die Flucht nach vorn antreten. Was tun wenn Not an Mann ist? Da ruft man unser aller Lieblings Hähnchenbrutzler und Clown Captain Spaulding an. Der lässt sich ganz klar nicht lumpen und zieht mit Thelma und Louise Richtung Highway to Hell. Man ahnt schon was wohl Sache ist: Das flüchtende Trio zieht eine nette blutige Schneise durch Texas.

Tja, wer jetzt erwartet, dass hier die stilistischen Pfade des Vorgängers weiterhin für Stimmung sorgen würden, dem zeigt Mr. More Human than Human getrost den Stinkefinger in das ungewaschene Hillbilly-Gesicht: Anstatt sich durch MTV-Schnittgewitter, verstörenden Nudie-Inserts und Videoclip-Ästhetiken hervorzutun wie im Prequel , regiert bei Devil’s Rejects der Roadmovie-Satan in seiner dreckigsten 70’s Inszenierung. Irgendwo zwischen sleazig triefenden Bildern eines I spit on your Grave, der von Haremswächterin Ilsa hinterrücks bestiegen wird und Roland Klick’s nihilistischem Deadlock, der grobkörnig den Erstickungstod am fernen Hügeln mit Augen sucht rangiert hier das astreine Remake von „The Empire strikes back“! Richtig gelesen: Zombie’s zweite Teufelei ist ein Star Wars-Remake der unglaublichsten Sorte! Während im Haus der 1000 Leichen noch ordentlich den 60s Pin-ups , Leatherface , B-Film Doublefeatures und dem House of Frankenstein gefrönt wurde knallt in Teil 2 der Firefly-Saga der gebotene Mix an Verbeugungen gegenüber den Genre-Faves komplett aus jeglichen erdenklichem Rahmen. Doch nicht nur was die Erzählstruktur und differente Inszenierung angeht stellt Devil’s Rejects die Horror-Konventionen auf den Kopf: Fieberte der Zuschauer zuerst mit der Teeniebande mit, die das Geheimnis um Dr. Satan ergründen wollte und anschließend in die Hände der Irren Familie fiel, so darf man nun den einstigen Antagonisten den Antihelden-Status quittieren.

Dass diese verquerte Situation, die zunächst für Verwirrung sorgen dürfte, auch viel Raum für tiefschwarze Gags und ausufernde Quälereien bietet erklärt sich von selbst. Ein Schuft ,der bei den fröhlichen Erniedrigungen im Motel etwa an einen gewissen Wes Craven-Film denken mag. Der Beackerung des intertextuellen Feldes niemals müßig präsentiert man uns noch Dawn’s Ken Foree als Spauldings Halbbruder, einen (mal wieder) fiesen Danny Trejo ( Wir haben ihm Spy Kids hoffentlich vergeben!) und als Kirsche auf dem Dessert noch einen längst verschollen geglaubten Kannibalenkollegen: Michael Berryman ist zurück! Insgesamt hat da der Rob Zombie wieder ein Paket geschnürt, das Herzen öffnet! Damit sei wohl die Nachfolge von Krug & Company in gute Hände gelegt. Dieses Werk prescht mit einer wunderschönen Geschwindigkeit auf den finalen Roadblock zu und läßt’s im Geäst fein wackeln. Auch wenn einige „House“ Fans sich von Devil’s Rejects geprellt fühlen mögen: Ich habe mich königlich amüsiert. Da wage ich mal den Versuch mich als Nostradamus zu verkleiden und behapte frech, dass hier wohl ein weiterer Klassiker von Morgen gebastelt wurde.

DVD

Im Gegensatz zur schon recht ansprechend ausgestatteten Leihfassung, die Sunfilm seit letzter Woche in die Regale der Videotheken wandern ließ, erscheint die am 07.04.06 erscheinende Verkaufsfassung gleich als prall gefüllte 2-Disc Edition., deren Bonusmaterial jeden Fan des Films glücklichen machen wird. Neben dem Film, der als Director's Cut in der Unrated Fassung vorliegt präsentiert man uns folgendes:

- Originaltrailer deutsch & englisch
- Audiokommentar von Regisseur Rob Zombie
- Audiokommentar der Hauptdarsteller
- Blooper Reel (5:23 Min.)
- Morris Green Show (13:19 Min.)
- Spaulding Commercial: Mary the monkey (1:10 Min.)
- Spaulding Commercial: Christmas (1:09 Min.)
- "Cheerleader missing" The Otis Home Movie (0:57 Min)
- Music Video (1:54 Min.)
- Deleted Scenes (13:17 Min.)
- Make Up Tests (13:10 Min.)
- Mathew McGrory Tribute (2:08 Min.)
- Bloody Stand Up (2:40 Min.)
- Documentary "30 Days in Hell" (144 Min.)

Der Film liegt im Bildformat 1,85:1 (anamorph / 16:9) vor und verfügt über die Tonformate Deutsch (DTS 6.1-ES discrete), Deutsch (Dolby Digital 5.1 EX), Englisch (Dolby Digital 5.1 EX).

18.03.2006 um 22:35 Uhr

About Update

von: Fabse

Im Bereich "über dieses Weblog" habe ich für alle Neuankömmlinge und Wissbegierige ein größeres F&Q angelegt. 

17.03.2006 um 10:40 Uhr

Waschbärenbildung: Fruchteis für alle!

von: Fabse

Geklaut von wiki-fucking-pedia.org, du fucker!

Wörtlich interpretiert bedeutet fuck: Geschlechtsverkehr haben. Aber es wird oft auch als Füllwort oder als Wort zur Hervorhebung benutzt. Des Weiteren besitzt es einen dysphemistischen Charakter: Hier wird die sexuelle Konnotation, wie Vergewaltigung oder Masturbation benutzt, um eine verstärkte Empörung hervorzurufen, obwohl dies nicht Gegenstand des Gesprächsthemas ist.

* "Fuckelzug" * "Fuck y'all!" (Momentan will ich meine Ruhe haben) * "Fuck that" (Ich stimme in diesem Punkt nicht mit dir überein.) * "Fuck no" (Auf keinen Fall.) * "Oh Fuck" (Es ist was total schief gelaufen und ich bin schuld.) * "Fuck this shit." (Ich werde hiermit nicht weitermachen.) * "Fuck you!" (Hau' ab) * "He's a dumb fuck." (Er ist ein Idiot.) * "Sorry, I fucked up your computer." (Es tut mir leid, ich habe deinen Computer kaputt gemacht.) * "He's pretty fucked up." (Er ist in einem psychisch labilen Zustand. normalerweise unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Stoffe oder aber Er hat sich schwere Verletzungen zugezogen) * "I fucked up on this test." (Der Test ist nicht gut gelaufen.) * "Let's fuck around for a couple hours." (Lass uns ein paar Stunden rumhängen.) * "I'm fucked." (Ich bin total fertig.) * "Fuck off!" (Verschwinde!) * "Feck off!" (Variante zu "Fuck off") * "What the fuck!?" (Was ist passiert? als Überraschungs- or Ärgerreaktion) * "Shut the fuck up!" oder "Fuck up!" (Halt den Mund !) * "I'm so fucked up right now." (Ich bin total besoffen (oder unter Drogen) oder Ich bin völlig verwirrt.) * "Go fuck yourself!" (Verschwinde! oder Sicherlich nicht.) * "Fuck it!" (Ich gebe auf.) * "I don't give a fuck." or "I don't give a flying fuck." (Es ist mir egal. oder "Wie auch immer) * "I'll fuck you up." (Ich schlage Dich zusammen.) * "You are a fuck up!" (Du bist unfähig.)

Alleine steht fuck gewöhnlich als Ausruf, um Überraschung, Schmerz, Angst, Enttäuschung oder Ärger auszudrücken. In diesem Sinne kann keine Verbindung zur sexuellen Ursprungsbedeutung hergestellt werden und wird nur aufgrund seiner Stärke als Schimpfwort benutzt. Weitere Verwendungen sind meistens vollkommen ausdruckslos; fuck (oder Variationen wie "the fuck" oder "fucking") könnten aus dem Satz ohne Bedeutungsverlust gestrichen werden. Beispielsweise benutzen Rapmusiker das Wort fucking oftmals als betontes Adjektiv ("I'm the fucking man"), meistens aufgrund rhythmscher Eigenschaften. Auch wenn das Wort weder dysphemistisch noch in Bezug zur sexuellen Ursprungsbedeutung benutzt wird, wird häufig das inhaltslose Füllwort fuck in den englischsprachigen Medien zensiert:

* "None of your fucking business!" (Das geht dich nichts an) * "Unbe-fucking-lievable!" * "I'm so fucking tired." (Ich bin sehr müde) * "Shut the fuck up!" ("Halt den Mund") * "Fuck you, you fucking fuck." * "He´s a force fucker" (Er ist klasse im Bett) * "Abso-fuckin-lutely!" * "In-fucking-credible!" (sehr unglaublich) * "Fan-fucking-tastic!" (sehr schön) * "Fuck-a-doodle-do!" bzw. "Fuck-a-doodle-day!" * "Why don't you go outside and play a game of hide and go fuck yourself." (Ausladung) * "Fucky Fucky" * "He's a great fucker!" (Er ist ein guter Kumpel, nicht er ist sexuell kompetent.) * "Fucking absolut" (Aber natürlich!) (Zitat Greg Holst, 24. Februar 2006) * "Fucking friezing" ( "Saukalt")

In der letzten Bedeutung wird fucker eher als Ausdruck der Wertschätzung statt als Antipathie verwendet. Allerdings ist diese Verwendung eher ungewöhnlich; "you're one smart fucker" ist ein Ausdruck der Zuneigung. Trotzdem kommt es schnell aufgrund seiner Mehrdeutigkeit und Vulgarität vor allen in Bezug auf eine andere Person zu Missverständnissen.

Obwohl fuck als Substantiv benutzt werden kann, wird normalerweise fucker im Kontext des Bezuges zu einer anderen Person verwendet. Sollte ausnahmsweise fuck statt fucker verwendet werden, so bezieht sich der Satz auf die sexuelle Fähigkeit des Subjektes (bspw.: "He's a great fuck!"). Verwirrenderweise kann in einer Minderzahl das Wort fuck dieselbe Bedeutung wie fucker haben ("You're a pretty clever fuck.").

In enger Beziehung zu fucker steht das Wort motherfucker. Manchmal als extreme Beleidigung – als Anklage eines Inzests – wird dieser Begriff gelegentlich benutzt, um eine achtungsvolle Ehrfurcht auszudrücken. Beispielsweise wird mit "He's a mean motherfucker" nicht ausgedrückt, dass "er missbrauchend, dreckig und mit seiner Mutter schläft", sondern "Vor ihm muss man sich fürchten." In diesem Kontext beschreiben sich manche Gang-Mitglieder selber als "motherfuckers". Im Gegensatz zum Wort fuck ist motherfucker im allgemeinen englischen Sprachgebrauch nicht üblich und wird als hochgradig beleidigend angesehen.

Bedingt durch seine hohe Flexibilität kann das Wort fuck sehr oft in einem englischen Satz vorkommen:

* "Fuck the fucking fuckers!" ("Vergiss diese Scheißkerle!") * "Fucking fucker's fucking fucked, fuck!" ("Es ist kaputt" mit zusätzlicher Betonung der Bestürztheit.)

Das letzte Beispiel demonstriert eindrucksvoll die Flexibilität des Wortes fuck, da jeder Einsatz eine andere syntaktische Verwendung zeigt: Als Artikel, Substantiv, Adverb, Adjektiv und als Interjektion.

13.03.2006 um 15:21 Uhr

Neues von Troma in den Regalen

von: Fabse




Don't give up the fight for truly independent cinema

Bereits 32 Jahre halten Llyod Kaufman und Michael Herz mit der Troma-Inc. die Fahnen mit dem Banner des schlechten Geschmacks gen Wind und der Erfolg gibt dem Rezept der New Yorker Produktionsschmiede Recht. Eigenproduktionen wie die legendären Trash-Meisterwerke The Toxic Avenger oder Class of Nuke em High hat man ebenfalls in Petto, wie auch einen gewaltigen Katalog voller eingekaufter Schund- und Kultstreifen. Seien es nun kleine verkommene Perlen wie das Junkie-Drama Combat Shock oder unsägliche Cheapies wie A Nymphoid Babarian in Dinosaur Hell: Der Rubel rollt und Unterstützung durch eine weltweite Fanschar ist gewiss. Nicht nur, dass spätere A-Prominente wie Billy Bob Thornton und Kevin Costner in Troma-Werken brillierten weiß man zu berichten. Auch mit Gaststars wie Pornoking Ron Jeremy, den South Park-Erfindern Trey Parker und Matt Stone, Lemmy von Motorhead, sowie dem treuen Fanboy Corey Feldman (!) rühmt sich die Talentschmiede aus dem filmischen Underground. Lange Zeit schauten deutsche Troma-Freunde in die Röhre, wenn es darum ging ungeschnittene Ware aus dem Trash-Fundus mit teutonischer Tonspur zu ergattern und der Griff zu teilweise teueren Auslandsfassungen blieb der letzte Ausweg um seinen bad taste-Trieb zu befriedigen.

Erst gegen Ende der 90er Jahre erbarmte man sich in Form des von Marcus Popescu gepflegten Labels Troma Deutschland auch den heimischen Markt zu versorgen. Nach einer Reihe von vorzüglich ausgestatteten DVD-Editionen verebbte allerdings nach einiger Zeit der Nachschub an Unfug der amerikanischen Muttergesellschaft. Des Rätsels Lösung war ein Vertragsbruch den Gerichte zu Gunsten von Marcus Popescu entschieden. Vorerst war Troma Deutschland somit Geschichte und der ehemalige „Tromacus“ kümmerte sich um sein neues Label Legend, dessen Programm sowohl Filme al a Passolinis 120 Tage von Sodom, wie auch der Gebrüder Gosejohanns Trash-Meilenstein Operation Dance Sensation beheimatet. Von den noch vorhandenen Troma-Titeln, die im Lizenzstock schlummerten wollte man erst lange Zeit nichts mehr wissen und datierte die Veröffentlichungen mit „auf unbekannte Zeit verschoben“. Vor kurzer Zeit allerdings erschienen Neuauflagen älterer Troma-Veröffentlichungen wie „Cannibal-The Musical“ unter dem Legend Logo und nun legt das Kölner Label mit weiteren Streifen aus dem Trash-Schrank nach: Seit dem 6.März befinden sich aus dieser Reihe der Actioner „Contra Cospiracy“ und der Teenie-Klamauk „American Teen“(im Original „Getting Lucky“), in den Händlerregalen.

Schon beim Auftakt durch Contra Conspiracy frohlockt der Trash-Freund und der Mainstream-Cineast wird schreiend davonlaufen: Ein Filmteam wird durch eine Spezialeinheit der US-Army hingemetzelt und die einzige Überlebende in Form der Tochter des Regisseurs führt Regierungsbeamte auf die Spur der Mörder. Da liegt ein astreiner 80er Jahre Asi-Actioner vor, der an Schmuddel und blödsinnigen Charme seines Gleichen sucht. Hier gibt’s Ballereien, Motocross-Stunts und alberne Charaktere en masse, so dass auch die deutsche Synchro im fiesesten Pornostyle nicht fehl am Platze erscheint.

American Teen gibt sich da angehend zwar etwas zahmer, doch auch die Comedy, um den Highschool-Versager, seiner großen Liebe und einem ständig lüsternen Flaschengeist, tritt das Gaspedal der Unmöglichkeiten und Gross-out-Szenarien ordentlich durch. Was so im Slip der schönsten Cheerleaderin zu finden ist, bedient die Anhängerschaft von Porkey’s bis hin zum Genießer von Farelly-Brothers-Produktionen.

Hinsichtlich der technischen Qualitäten der Scheiben darf man zwar keine Wunder erwarten (beide liegen im 4:3 Vollbild und mit deutscher wie auch englischer Tonspur in Dolby Digital 2.0 vor), doch bei solcherlei rare stuff waren auch keine Wunder zu erwarten. Extra-Material gibt’s allerdings auch nicht.Darüber hinaus scheinen die Filme sogar im Rest der Welt noch keinerlei DVD-Auswertung erfahren zu haben und daher stellen die deutschen Legend-Silberlinge sowieso schon die erste Wahl für den geneigten Tromiten dar.

05.03.2006 um 00:04 Uhr

Das Bücherregal meldet sich zu Wort und bringt Freunde mit.

von: Fabse

Tüchtig und arbeitend, wie ich halt so meinen Leben bewerkstellige, war ich in letzter Zeit außerordentlich damit beschäftigt neue Filmchen zu sichten, Texte zu kritzeln und den Jens Friebe nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Hier mal ne kleine Impression des gestrigen Abends.



Nett war's! Nette Grüße gehen auch an den Mighty Janni raus, der mir etwas von der Arbeit als freier Mitarbeiter des Titanic-Magazins erzählte. Klar, waren meine Öhrlein da gespitzt.
In Sachen Eigenwerbung empfehle ich euch die Lektüre meines neuesten Gekritzels im aktuellen Nachtflug-Magazin, sowie die hurtige Bestellung der demnächst erscheinenden PERSONA NON GRATA: Da gibt's diesmal neben meiner Abhandlung der Esskultur auch eine große Rezension zu Roland Seims "Nur für Erwachsene" und einen Artikel zu 32 Jahren Troma-Inc. !
Nun aber zu den aktuellen News von der Bücherfront:



Die Hegel-Einführung vom Ralf Ludwig hat es mal wirklich in sich: In amüsanter und schwungvoller Schreibe liefert der Autor hier einen alles andere als trockenen  Hegel-Abriss ab, der auch mit einigen biografischen Details Hegels Vita gespickt ist.  Nicht nur für Anfänger absolut gut. Schopenhauers  Bezeichnung Hegels als Afterphilosophen wird hier locker flockig  entkräftet.



Yes! Ein Buch, das so unverschämt rockt ist mir selten begegnet. Wenn Nietzsche seine (mitunter stark polemische) Anklage gegen das Christentum rauskloppt, bleibt echt kein Auge trocken. Teils stand mir der Mund übelst weit offen, wenn der spätere Wahnbriefschreiber so gewaltig vom Leder zieht, dass es Weihrauch qualmt. Hier wird der Kant demontiert und dort Bibelstellen kommentiert, als wenn es nichts schöneres geben könnte. Ich glaube, mir diese Lektüre zu vermiesen würde mit blutigen Gesichtern vergütet.  Gehört in jeden Haushalt!



Der Theodor, wie man ihn kennt und schätzt: Sei es jetzt die Ideologie des Fernsehens oder sexuelle Tabus, die das System seinen Zahnrädchen impliziert. Typisch Adorno durch und durch und daher  Pflicht für die "Leck mich fett mit der ganzen Scheiße hier!"-Fraktion.