Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

28.03.2006 um 22:04 Uhr

FTB-News: V for Vendetta (2006)

von: Fabse




Bald traue ich mich schon fast gar nicht mehr Einleitungen zu Comic-Verfilmungen zu tippen: Soll ich jetzt etwa wieder aufzählen, welche Heiterkeit und welch chronische Schmerzen mir die ganze Bande an vergangenem Ideenrecycling eingebracht haben oder soll ich nun einfach hinter jeglichem Namen der für die Leinwand adaptierten Werke einfach nur eine Zahl von eins bis zehn klatschen? Bei V for Vendetta zeichnet sich diesmal wieder Alan Moore für die Graphic Novels verantwortlich. Bereits in der jüngsten Vergangenheit wurde schon mit den Stoffen des Comic-Künstlers Schindluder betrieben, dass es nur so rauchte. Nach der Schändung die Moores Stoffe durch die Filmfassungen von From Hell (immerhin nett anzuschauen) und LXG (Liga der außergewöhnlichen Grütze) erfuhr, veranlasste der Maestro des Zeichenstiftes nun von vorn herein, dass sein Name nicht in den Credits der neuesten cineastischen Light-Version seiner Ideen auftauchen sollte. Wenn man bedenkt, dass sich die Waschowski-Brothers als Produzenten beteiligten und mit James MacTeigue ein Zögling aus George Lucas Umkreis den Regieposten inne hatte, wohl nicht die dümmste Idee.


England in naher Zukunft: Nach Krisen, Bürgerkriegen und anderen Katastrophen erhebt sich auf der Insel ein faschistisches Regime unter der Führung des Kanzlers Sutler. Der totale Überwachungsstaat, der seine Untergebenen durch sämtliche Medienorgane manipuliert und Abweichungen im Denken der Individuen mit dem Tod bestraft bestimmt den Alltag. Kleriker, die sich mit Minderjährigen für Verschwiegenheit auszahlen lassen, Sprachorgane, die öffentlich Andersartige diffamieren und vertuschte ethnische Säuberungen :Alles könnte so wunderbar scheiße in Great Brittan sein, wenn nicht plötzlich ein Terrorist mit einer Guy-Fakwes-Maske auf der Bildflächer erscheinen würde. Innerhalb eines Jahres plant der maskierte Rächer namens V das Regime von innen heraus zu zerstören und den Sieg gegen das System mit der Sprengung des Parlaments zu besiegeln. Nach einigem hin und her gelingt es V schließlich auch die junge Evey zunächst unfreiwillig doch später umso gefestigter von seiner Idee zu überzeugen, das totalitäre Regime zu stürzen.


Einst als bösartiger Tritt in die Fresse des Thatcherismus von Alan Moore und seinem Mitstreiter David Lloyd aus der Taufe gehoben, präsentieren uns hier die Mannen hinter der Matrix-Kacke die Leinwandversion der Story. Dass man die epische Auslegung und die detailversessenen Querverweise des Originals nicht in zwei Stunden Hollywoodware pressen kann war eigentlich klar, doch so wie der Film die Bedrohungen durch das System visualisiert bleibt der Schrecken der Endzeitvision weit hinter dem der Vorlage zurück. Wie gewohnt schmeißen Hollywoods Mittelschul-Philosophen Wachowski wieder mal mit bedeutungsschwangeren Fragmenten um sich und verprellen die No-Brainer-Klientel genauso wie die Fans der Graphic Novels. Um die Substanz der Vorlage auf die Leinwand zu übertragen fehlt es V for Vedetta in Filmform einfach an den Möglichkeiten, die Story angemessen zu vertiefen. Viel zu komprimiert kommt hier ein Film vorbeigehüpft, dem man zu jeder Zeit seine Zurechtstutzung auf ein Popcorn-Publikum anmerkt.


Während der Actionkostkonsument sich schier zu Tode langweilen wird, erleidet auch der Zuschauer, der einen intellektuellen Anspruch hegt, die Gewissheit, dass die pessimistische Erwartungshaltung gegenüber V for Vendetta begründet war. Über bleibt ein nicht wirklich übler Streifen, dessen schauspielerische Leistungen durch die Bank weg durchschnittlich bleiben (John Hurt, Stephen Fry, Natalie Portman , Hugo Weaving und Stephen Rea bleiben hinter ihrem Potenzial zurück) und vereinzelt Ansätze zeigt, die schnell wieder vergeigt werden. Einzig die zweite Stunde des Films weiß da etwas rauszureißen und verleiht auch dem ansonsten recht phlegmatisch erscheinenden Streifen etwas an Spannung und Dynamik. Über die angepappten Versatzstücke der aktuellen US-Politik in V schweigt man sich dann besser aber aus. Wenn das etwas wie subversive Kritik an der Bush-Administration darstellen soll, ist sie an dümmlicher Plakativität kaum zu überbieten. Der Mainstreamhardliner, der schon die Analphilosophie aus Matrix in den Himmel lobte und dessen Tiefgründigkeit abseits vom erbärmlichen Product-Placement vermutete, wird auch bei der V-Adaption frohlocken.


5 von 10 Fingermännern

28.03.2006 um 00:45 Uhr

FTB-News: Bloodrayne (2005)

von: Fabse




Was gibt’s schöneres als Comic-Verfilmungen und dusselige Remakes? Ja, da war doch noch was,…genau: Computerspiele auf der Leinwand. Wer an fiese Filmverbrecher in Verbindung mit verfilmten Pixeln denkt, dem schießen gleich die Namen Paul W.S. Anderson und Uwe Boll durch den Schädel. Zweiterer Terror-Regisseur aus Deutschland lässt die Fans von Video- und Computergames erschaudern, wie kein anderer. Wem kommt nicht unweigerlich das Kotzen und Gruseln wenn er an die Machwerke House of the Dead und Alone in the Dark denken muss? So beliebt wie die Spiele sind, so unweigerlich verschüttet man seinen Mageninhalt beim Beglotzen der Kinoversionen. Ja, der Uwe Boll, der Mann der regelmäßig die englische Sprache vergewaltigt, bei Audiokommentaren pöbelt und lügt und uns Filme bescherte, die die Welt nicht braucht hat wieder zugeschlagen! Bei der Übertragung des Horror-Adventures „Bloodrayne“ hat uns Uwe sogar ordentlich Verstärkung mitgebracht: Neben abgehalfterten Hollywoodstars hilft auch der berüchtigte, deutsche Splatter-Proll Olaf Ittenbach mit Gore-FX aus. Und wie sieht’s mit der Geschichte aus?


Die Halbvampirdame Rayne, welche von Terminator 3- Babe Kristanna Loken dargestellt wird, ist auf dem Weg in Richtung Ben“Gandhi“ Kingsley um ihn zu zerhackstücken. Begründet liegt das Handeln der gerade aus dem Freak-Zirkus entflohenen Bratze in Form einer gemeinen Vergewaltigung ihrer Mutter durch den Oscar-Preisträger. Bevor Rayne allerdings ihren Erzeuger meucheln kann, verschlägt es sie noch in Meat Loafs Harem und in ein Kloster um Indiana Jones-Prüfungen zu bestehen. So nebenbei darf dann sogar Michelle Rodriguez getötet werden. Ach ja: Matthew Davis und Michael Madsen blamieren sich hier auch noch bis aufs Blut, ebenso wie sich auch kurz Udo Kier und Billy Zane vor die Kamera verirren. Machen wir’s kurz: Sämtliche Beteiligte an diesem Stück Dreck machen sich durch ihre unterirdischen Darbietungen im Film lächerlich. Als absoluter Tiefpunkt der Darstellerriege kann Ben Kingsley glänzen, der vom ehemaligen Charakterdarsteller scheinbar zum Steven Seagal-Double mutiert ist. Selten sah man ihn so deplaziert mit drei verschiedenen Gesichtsausdrücken chargieren.


Hier und da verspritzt man etwas Blut, reiht Szenen wahrlos aneinander, die wohl gerne einen auf Herr der Ringe machen wollen und markiert das Highlight des Streifen mit einer Sexszene in der Kristanna Loken ihre Schlauchtitten lutschen lässt und die an erotischer Inszenierung besser im neuen Rocco Siffredi-Porno aufgehoben wäre. Positiv herauszuheben ist, dass Michelle Rodriguez die Hälfte ihrer On-Screen-Einsätze das Maul hält und nicht so zu tun braucht als wenn sie je schauspielern könnte. Bloodrayne ist definitiv der neueste Asi-Kracher aus der Boll-Schmiede, der nur nicht völlig im Mülleimer landet, weil er dann doch Qualitativ den Vorgängerfilmen leicht überlegen ist. Sozusagen vergleichbar mit einer fiesen Darmerkrankung: Während House of the Dead und Alone in the Dark die Diarrhoe der ersten Leidenswoche darstellen ist Bloodrayne der erste halbwegs feste Stuhl, der in der schmierigen Unterhose landet. Freuen wir uns lieber auf die baldige DVD-Veröffentlichung in Deutschland ( Aufgrund der katastrophalen Einspielergebnisse in den USA kommt der Rotz nicht in unsere Lichtspielhäuser), die dann wieder mit einen Audiokommentar des Meisters des unfreiwillig Komischen aufwarten kann.


1 von 10 matschigen Mönchen