FTB-News: Eaten Alive (1977)
Yes, es ist mal wieder Hooper-Time! Kaum eine Regie-Ikone des Horror-Genres hat in den letzten 35 Jahren gleichermaßen moderne Klassiker wie auch bodenlosen Dreck fabriziert wie Tobe Hooper. Mögen alle Menschen mit Sinn für die Schönheit des Hooper’schen Gesamtwerkes sein Texas Chainsaw-Duo verehren, Lifeforce eine Gedenkstätte errichten und Poltergeist im DVD-Regal streicheln. Ja, dieser Mann hat sich sogar mit dem Gummimonstern des „Invaders from Mars“-Remakes in alle Herzen gekurbelt. Vergessen wir doch besser seine späten Horror-Kloaken wie den unsäglichen „Night Terrors“ oder „Mortuary“. Aber Moment mal,…! Vielleicht war der gute Herr Hooper sogar früher schon Scheiße. Na, was hat der wohl gemacht, als ihm der Buddy Kim Henkel folgende Story hingehauen hat, nachdem man gemeinschaftlich die Kettensäge geschwungen hat?
Der komplett abgedrehte Psychopath Judd führt in der Einöde der texanischen Provinz ein heruntergekommenes Hotel samt angeschlossenem Krokodilbecken. Durchreisende bewirtet man natürlich solange von ganzem Herzen, bis das Kroko gefüttert werden will. Kein Wunder, dass Judd ordentlich die Sense schwingt, denn gerade ist Hochsaison für Urlauber und andere Besucher, die das Hotel in Anspruch nehmen.
Nicht mal drei Jahre nach dem Erfolg mit dem Texas Chainsaw Massacre widmete sich Tobe Hooper erneut der Backwood-Thematik und lieferte mit „Eaten Alive“ das zweite Manifest um degenerierte Hinterwäldler, die Interesse an Menschenfleisch hegen. Vorweg gleich zu den positiven Aspekten des Films: An der Darstellerfront finden sich mit Robert Englund, Marilyn Burns (ja, die aus TCM!), Brian De Palma Stammakteur William Finley und Neville Brand als überragender Vollpsychopath einige wackere Genre-Veteranen, die durch die Bank weg ihr bestes geben um den Karren aus dem inszenatorischen Dreck zu ziehen. Sogar in die Kehle von Weltstar Mel Ferrer verschlägt es Judds Sense, doch der gute Mel chargiert unverfroren wie Hupe bevor es in den Krokoschlund abgeht. Man muss auch nicht mal ein kleiner Fuchs sein um schon nach kurzer Laufzeit festzustellen, dass Tobe Hooper hier versucht hat ein psychodelisch gewitterndes Remake von Hitchcocks Filmchen um einen Motel-Besitzer auf die Beine zu stellen. Parallelen finden sich wahrlich genug und daher wohl auch die Leihgabe des Phantoms Finley aus des De Palmas- Suspense Werkstatt. Für Splitscreens hat’s bei Hooper allerdings nicht gereicht wenn das alberne Pappmachekrokodil aus dem Wasser schnellt. Spannung existiert auch nicht wirklich, aber die Regie-Credits von Mr. TCM lassen sich im Nachhinein an einer Inszenierung festmachen, die am ehesten der seiner aktuellen Filme entsprechen: Erstaunlich, dass hier alles nach sterilen Studio riecht. Unter dem Strich bleiben dann auch zwei markante Erkenntnisse des Films am Zuschauer haften: „ My name’s Buck and I’m ready to fuck!“ sowie die Gewissheit, dass Hooper auch früher schon öde Streifen fabriziert hat.




