FTB-News: Saw 3 (2006)
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„Never change a winning team“, lautet bekanntlich die Devise, wenn innerhalb der Traumfabrik Hollywoods der ordentliche Reibach bei der Ausschlachtung einer gewinnträchtigen Franchise anvisiert wird. Im Falle von James Wans Independent-Thrillers „Saw“, der das Publikum 2004 in Entzückung darüber geraten ließ, was mit einem Mini-Budget von knapp 1,2 Millionen Dollar gezaubert werden konnte, wenn sie für ein Beinahe-Kammerspiel mit Horror-Einschlag gezückt werden, war die Fortsetzung schon am Startwochenende des Erstlings beschlossene Sache. „Saw 2“ erweiterte das räumliche Verwirrspiel des Prequels um eine zeitliche Verschiebung, um das Publikum weiterhin hinters Licht zu führen und das Drehbuch von Regisseur Darren Lynn Bousman und dem Original-Mitautoren orientierte sich sichtlich an der Cube-Serie, die mit dem Jigsaw-Stoff genügend vermengt wurde um genug Eigenständigkeit zu beweisen. Ein großes und oft zitiertes Manko der Filme waren jedoch deren Logiklöcher, die manchen Zuschauern nach den finalen Plottwists übel aufstießen. Scheinbar war sich das Team bei der Inszenierung des dritten Saw-Streifens dieser Problematik bewusst und so fiel der Plot diesmal ungewohnt simpel aus.
ÂNach den Ereignissen im zweiten Teil haben sich Jigsaw und seine Schülerin Amanda zurückgezogen, doch an alten Spielen fest hängend, entführt das Duo zwei neue Opfer. Einerseits soll die, durch ein tödliches Halsband, als Geisel gehaltene Ärztin Lynn Danlon den im Sterben liegenden, Jigsaw-John mit einer rettenden Hirn-Operation retten und zum anderen absolviert Geisel Nr. 2, die auf den Namen Jeff hört, eine Tour de Farce durch das Killerdomizil bei der er entscheiden darf welche Menschen, die mit dem Tod seines Sohnes in Verbindung stehen, leben dürfen.
ÂSchon bei der Exposition bemerkt der Saw-erfahrene Zuschauer, dass sich wohl rein von der Inszenierung her nichts geändert hat: Immer noch dominieren Schnitte, deren leibliche Väter der MTV– Ästhetik  entsprungen sind und die dem Rezeptionsverhalten der anvisierten Zuschauerschaft wohl keinerlei Verwirrung bereiten sollten. Weiterhin geben kühle Farben und karg beleuchtete Szenerien den Ton an, dessen inhaltlicher Akkord Moll-lastiger kaum sein könnte: Der pseudophilosophische Zeigefinger prangt nach wie vor über dem Wirken des Killergespanns. Was ja bei der „Final Destination“-Reihe den Ausschlag für ein cineastisches Dreigestirn mit herabsinkender Qualität gab ist scheinbar auch die treibende Kraft innerhalb des Saw-Kosmos geworden: Welche Todesarten birgt nun der dritte Teil für sein blutwilliges Publikum? – Es sei gesagt, dass man hier ganz klar weitere Zugeständnisse an sein Stammpublikum gemacht hat und wieder mit einer Vielzahl von gemeinen Fallen aufwaten kann. So weit scheint inklusive der schauspielerischen Durchschnittsleistung alles an Board zu sein was sich der Fanboy wünschen mag, doch entgegen der optimistischen Vorfreude auf ein weiteres Kapitel solider Horror-Kost, entpuppt sich „Saw 3“ als Filmappendix erster Güte. Die Story, die gerade einmal für 20 Minuten Film ausgereicht hätte wird zugestopft mit stupiden Rückblenden, die die Logiklöcher der Vorgänger zu schließen versuchen. Dass allerdings bei den neuen gebotenen Fallen für den Bau mindestens 100 Killer-Architekten von Nöten gewesen sein müssten lässt man unter den Tisch plumpsen. On top bekommt der enttäuschte Zuschauer noch eine platt ausgewalzte Hirn-OP präsentiert, die in ihrer plakativen Ausdehnung eher als Fragment der berüchtigten Mondo-Klamotte „Gesichter des Todes“ durchgehen mag. Spannung mag da nicht wirklich aufkommen und auch beim aufgesetzt wirkenden Finale überkommt einen das große Gähnen. Nein, „Saw 3“ ist weder die clevere Fortsetzung, die man sich erhofft hat, noch die ultrabrutale Schlachtplatte wie mancher propagieren mag. Eher ist diese Beinahe-Fortsetzung einfach nur belanglose Leinwandrotze. Â
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