Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

17.01.2007 um 10:24 Uhr

Bücherregal

von: Fabse

Bevor es jetzt hier Neuigkeiten aus dem Bücherregal setzt, möchte ich noch einen kurzen Hinweis loswerden, was die morgen in den deutschen Kinos anlaufende Fassung, des bereits im Oktober in der Gezuppelwelt verrissenen „Texas Chainsaw Massacre –The Beginning“ angeht. In der letzten Woche lud Warner zu Pressevorstellungen des besagten Films ein und bereits im Vorfeld machte das Gerücht die Runde, dass der Streifen die FSK in seiner Originalfassung wohl erzürnt haben soll. Um trotzdem eine Kinoauswertung zu bewerkstelligen musste der Verleih daher ein paar Kürzungen vornehmen um das anvisierte  KJ-Siegel zu erhalten, was auch den Starttermin etwas verzögerte, der ehemals für November 2006 geplant war. Aufgrund der vollzogenen Zensur-Schnitte fehlen bei der Fassung, die in der BRD zu sehen ist, satte neun (!!)  Minuten gegenüber der US-unrated Version. In Anbetracht der liberaleren Zensurpraktiken der letzten Zeit ( „The Hills have Eyes“, „Saw 2“ etc.pp. ) geradezu ein Schlag in das Gesicht des mündigen Zuschauers. Die Gezuppelwelt rät eindeutig vom Kinobesuch ab. Besser also das Geld in feine Literatur stecken.

  

Quasi als begleitender Band zu Heideggers „Sein & Zeit“ sowie „Der Ursprung des Kunstwerkes“ kommt locker flockig Michael Inwoods „Heidegger“ aus der Edition „Meisterdenker“ des Herder-Verlages daher. Auf gut 150 Seiten reißt Inwood dabei Heideggers Vita, seine Stellung in der Philosophie des 20. Jahrhunderts und die grundlegenden Strukturen im Denken des Philosophen an. Als erklärende Hilfestellung ebenso brauchbar wie auch zum Reinschnuppern für angehende Neu-Heideggerianer zu empfehlen.

    

Jacques Lacans erweiterte Vorlesung über „Das Freudsche Ding“ erweist sich als rhetorisch gewaltiges Plädoyer über eine Rückführung des Freudschen Denkens innerhalb des psychoanalytischen Diskurses. Verpackt in ausschweifenden Metaphern und anklagenden Worten überführt Lacan zu seiner Theorienbildung, die sich aus Freuds „psychischen Apparat“ speist und angereichert mit semiotischen, mathematischen und philosophischen Fragmenten im Spiegelstadium  und den erweiterten Objektbeziehungen aufgeht. Für Leser mit Vorwissen in Punkto Lacan, Freud, Hegel, Nietzsche und De Saussure eine willkommene Lektüre. Unbedarfte werden sich allerdings nach kurzer Zeit abwenden, da die harten Brocken, die Lacan hier hinwirft unmöglich ohne den entsprechenden Background greifbar sein könnten. Anfängern sei daher Peter Widmers „Angst“ ans Herz gelegt, das basierend auf einem Seminar die mitunter komplexe Struktur der Lacanschen Theorien aufschlüsselt.