Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

18.03.2007 um 18:28 Uhr

300- Review Part II

von: Fabse

Eine weitere "300" - Besprechung findet sich nun bei der PNG.

14.03.2007 um 21:06 Uhr

FTB-News: 300 (2007)

von: Fabse

 300

 In fünf Print-Ausgaben zelebrierte Frank Miller anno 1998 seine Version des drei Tage andauernden Marsches im Jahre 480 v. Chr. des Königs Leonidas und seiner Leibgarde von 300 Soldaten gen der Thermopylen, wo die Schlacht gegen das persische Heer des Gottkönigs Xerxes ihren Lauf nimmt. Geschichtlich mit einigen Ungenauigkeiten versehen, bestach die zeichnerische Umsetzung vor allem durch ihre Erzählstruktur und die grafischen Stilmittel, die Miller in dem von seiner Frau Lynn Varley  colorierten Comic zum Besten gab. Inhaltlich hingegen bot die Erzählung  nur eine Verkettung von Schlachtfeldbildern und Militärpropaganda.

  

Sich der Tatsache bewusst, dass eine spartanische Gaywatch-Parade mit all ihren phallischen Pfählungsutensilien  sich der persischen Hässlichkeit entgegenstellt variiert der Regisseur Zack Snyder (Dawn of the Dead –Remake) hier etwas das testosteronschwangere Motiv des Originals. In seiner Filmfassung gibt „300“ noch etwas Raum für eine emanzipatorische Nebenhandlung, deren Plot die charakterliche Entwicklung  der Spartaner-Königin in den Mittelpunkt stellt. Ebenfalls abgeändert zur Vorlage präsentiert sich die Erzählstruktur der Mär, die in eine chronologisch vereinfachte Reihenfolge gebracht wurde. Daneben schielte man noch leicht bei Jacksons „Lord of the Rings“- Rangeleien  und spendierte „300“ auch ein paar zusätzliche Monster auf persischer Seite.

 

Geradezu so eskapistisch wie die ästhetische Aufbereitung für die Leinwand durch Zack Snyder fällt auch der dialoglastige  Teil des berauschenden Netzhautbrenners durch sämtliche Raster der Postmoderne: Allen voran Hauptdarsteller Gerard Butler als griechischer Heerführer und Monarch darf in regelmäßigem Minutentakt Parolen schnaufen  bis es qualmt. „Lieber Stehend sterben als um das Leben betteln“, „Blut & Ehre“ sowie „Kampf bis in den Tod“ beinhaltet der Ehrenkodex des Spartaners. Was in seiner unmöglichen Penetranz schon an subkontextuelle Mel Gibson-Philosophie in „Braveheart“ heranreicht, gibt sich so überkarikiert, dass der geneigte NPDler  hier keine verklärte Realsatire wahrnehmen könnte, sondern vergnüglich bei so viel Bestätigung fortdauernd in die Unterhosen ejakuliert. War Paul Verhoevens Heinlein-Adaption „Starship Troopers“ noch der unfreiwillige Applaus gegenüber der Vorlage durch die Hippie-Bewegung einen Spaß wert um mit seinen Commercials und Stereotypen die faschistoide Kriegsmaschinerie zu persiflieren, so fordern Miller und Snyder vom Publikum ihre individuellen Fragmente einer Bestandsaufnahme zu unterziehen, welche ihre Interpretationsmechanismen innerhalb der Epigonen von Mark L. Lesters „Commando“ suchen.

 

Ob jetzt ideologisch determinierte Frechheit, homophile Homophobie, eine Verbeugung vor den 80er Jahren oder eine Analogie zum Vorgehen der Bush-Administration vorliegen mag: Snyders Show aus Blut, Action und prallen Weibern ist letztendlich mit kappen 120 Minuten der längste Video-Clip der Welt oder einfach nur bombastisch aufgeplusterter Langweiler. Egal, wie man das sehen mag: Sicher ist, dass „300“ die Graphic Novels  kongenial und sklavisch Millers Werk anbetend auf die Leinwand überträgt. Hüben wie drüben steht die stilistische Präzision im Mittelpunkt des Ganzen.    

 ( Diese Kritik ist nur ein Auszug. Eine große Besprechung von "300" erscheint demnächst an anderer Stelle. Weitere Infos folgen hier!) 

14.03.2007 um 11:17 Uhr

Faldbakken vs. Konsensgesellschaft

von: Fabse

Mit dem Fall Matias Faldbakken und sich selbst aushebelnder Gesellschaftskritik beschäftigt sich mein aktueller Artikel bei Persona Non Grata .

11.03.2007 um 13:27 Uhr

FTB-News: The Hitcher (2007)

von: Fabse

hi

Viel zu oft in letzter Zeit kommt einen das aktuelle Kino schon so vor, als wenn der Kleingärtner auf Shopping-Tour wäre: Wenn der schmucke Rasen mal kurze Zeit richtig gelackt aussehen möchte, dann lohnt sich ein Weg zum Fachgeschäft der Fleurop-Fanatiker. Hier gibt’s schönen Dünger in großen Säcken zu erwerben, der großflächig auf das heimische Grün geworfen werden möchte um kurzzeitig den satten Anblick der Natur aufleben zu lassen. Da der Gärtner selbst nicht gern auf Weiden und Felsen rumhampelt und dort Vogel- und Rinderkot sammelt, wird halt der Sack Dung geschultert und die Flora kurz belebt, bevor das Gras wieder die Köpfchen hängen lässt. Genau so verhält es sich mit dem Remake-Wahn: Bereits Verdautes, dass einmal mehr oder weniger lecker schmeckte kommt getrocknet in Säcken auf die Leinwand um selbiger für wenige Zeit den vergänglichen Anstrich zu geben.

Diesmal ist beim alten Bekannten Michael Bay das Futter wieder durch den Pansen gewandert und mit Hilfe des Kotsammlers und Video-Clip-Spezis Dave Meyers hat man kurzerhand den Rutger Hauer-Hit „The Hitcher“ aus dem Jahre 1986 durchgekaut und in das Säckchen gepackt. Genauer gesagt jagt ein mysteriöser Highway-Killer in Gestalt von Sean Bean hier ein Teenie-Pärchen. So ganz nebenbei bleiben dabei einige Unbeteiligte sowie namenlose Polizisten auf der Strecke und dürfen blutig ins Gras beißen.

Nahe am Original orientiert haben Bay und Meyers hier knappe 80 Minuten routinierten Teenie-Thrill von der Stange abgeladen, der glatt poliert mit Gore-Anleihen, Krawumm-Autostunts und einem trendy Emo-Soundtrack beladen seine Spurenelemente präsentiert. Die eigentlichen Nährstoffe des Originals hat das Team dabei des ganzen Geschmackswertes allerdings beraubt. Sorgte beim 86er Auftritt des Hitchers noch ein homosexueller Subkontext beim Psychoduell zwischen Hauer und Gegenspieler Thomas Howell für rote Ohren, so begnügt sich die Neuauflage damit, mittels einer kleinen dramaturgischen Abweichung das Ganze zu glätten. Hochspannung stellt sich da wohl ein, wenn die weibliche Actrice Sophia Bush ängstlich durch das Fenster eines Schuppens blickt und vor ihr eine Spinne im Netz sitzt.

Hier dürfte dann zumindest der Arachnophobiker die Hosen voll haben. Im Netz des Hitchers zückt Bush schließlich die Pumpgun und entgegnet dem Zuschauer Sarah Conner-Qualitäten wenn der Hitcher nerviger als der Terminator nicht von ihr ablassen mag. Die eigentlichen Stars der Farce sind dann doch eher Kollegen CGI-Häschen und Grafik-Insektlein. Nach kurzer On Screen-Time ereilt aber auch dieses dynamische Duo das Schicksal des Originalfilms: Aufgrund der triefenden Coolness zermatscht man alle im 2007er „Hitcher“.

10.03.2007 um 23:32 Uhr

FTB-News: Smokin’ Aces (2007)

von: Fabse

sm

Gerade dann, wenn die Lichtspielhäuser vor Remakes Comic- und Videospieladaptionen schier überquellen und Sequels wie Prequels im die Zuschauergunst buhlen, scheint der cinephile Gourmet seine Fühler eher danach auszustrecken wieder etwas Abwechselung innerhalb des aktuell innovationslosen Einheitsbreies auszumachen. Daher erachtet man es allgemein hin als überaus lohneswert, die einschlägigen Trailer-Sites im Netz abzugrasen, die Appetizer kommender Hitgaranten feilbieten. Vor einigen Monaten fand sich via solcher Quelle auch erstes Material zu Joe Carnahans „Smokin’ Aces“. Carnahan, der zuletzt mit seinem Debüt-Thriller „Narc“ bei vielen Zuschauern in positiver Erinnerung geblieben war, vereinte scheinbar einen hochkarätigen Cast von Andy Garcia bis Jason Bateman hier in einer beispiellosen Action- und Krawallorgie, die styledurchtränkt alsbald auf das Kinopublikum losgelassen werden sollte. Soweit jedenfalls konnte man den begutachteten Appetithappen interpretieren. Angefixt durch diese Eindrücke, und im Kinositz abgetaucht bietet sich dann folgendes Bild.

Buddy „Ace“ Israel muss sterben! Laut Informationen des FBI ist der zweitklassige Illusionist und Mafia-Liebling nicht mehr weiter für das Syndikat tragbar. Sich der Tatsache bewusst, dass es jetzt Saueres geben wird, verhandelt der verlorene Sohn der Cosa Nostra von seinem Penthouse aus mit den Behörden um seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Nachdem der Todeskandidat zugesichert hat gegen seine ehemaligen Freunde und Gönner auszusagen macht sich sogleich ein FBI-Team auf um Buddy zu retten. Da sich der Verrat bereits in Las Vegas Unterwelt herumgesprochen hat, sind ebenfalls sieben Auftragsmörder verschiedenster Prägung unterwegs, die 1 Millionen Dollar habhaft werden wollen, die auf Buddys Herz ausgesetzt ist.

Absolut schräge Charaktere, die sämtlichen Tarantino- und Guy Richie-Fans Freudentränen in die Augen treiben versammelt Regisseur und Skriptautor Carnahan in seinem „Smokin’ Aces“: Von der psychotischen Nazibande über den professionellen Söldner bis hin zum gestörten Karatekind auf Ritalin-Turkey tummelt sich hier alles, was irgendwie als total schräg durchgehen kann. Nach einer furiosen Exposition, in der die Figuren vorgestellt werden ist die Vorfreude auf deren bleihaltige Begegnungen miteinander vorprogrammiert und das Ausharren auf den im Trailer angepriesenen Action-Overkill beginnt. Zügig springt man zwischen den Handlungssträngen und Personen hin und her, zeigt einen gut aufgelegten Hochglanz-Cast und badet in Stakkatoschnittgewittern. Obenauf knallt es Farbfilter en masse, einen treibenden Soundtrack und Style over Substance, bis der Arzt kommt (Ausnahmsweise ist das hier sprichwörtlich wirklich so!).

Wenn dann Carnahan im zweiten Drittel die Katze aus dem Sack lässt erlebt der Rezipient eine Hommageflut an das postmoderne Actionkino, die sich sehen lassen kann: Das Aufeinandertreffen der Hitmen veräußert sich als absolutes Eye-Candy, bei dem ordentlich Kollateralschäden in Kauf genommen werden dürfen. Was dann allerdings mit der cineastischen Verbeugung vor John Woo und Co. passiert, bricht mit allem, was der zynisch humorigen Nummernrevue vorher den gehörigen Drive verpasst hat: Im letzten Drittel zaubert man ein theatralisches Drama aus dem Hut, das so gar nicht mit dem Rest des Gezeigten harmonieren will. Gleichsam enthüllt „Smokin’ Aces“ hier seinen doppelt angelegten Plot-Twist, den eigentlich jeder nicht vollends verblödete Zuschauer im Laufe der Handlung schon bestenfalls nach 30 Minuten durchschaut haben sollte. Zur erahnten Enthüllung gesellt sich noch eine weitere Information, die eigentlich alles zuvor Gezeigte ad absurdum führt. Ratzfatz zieht man überall den Stecker und fragt sich, warum der schöne Schein nicht gewahrt werden durfte. Was bleibt, ist das Gefühl, hübscher Randale und einem zitierfreudigen Spaßmarathon beigewohnt zu haben, der sich leider am Ende als unausgegorener Genre-Mix outet. Mehr Schein als Sein.

09.03.2007 um 19:59 Uhr

FTB-News: Ghost Rider (2007)

von: Fabse

gh

 

Bereits seit 1996 geisterte die Meldung durch die Presse, dass Marvels Kultcharakter „Ghost Rider“ nun endlich für den Leinwandeinsatz bereit wäre und in Kürze erste Details bekannt gegeben würden. Schon wenige Monate später hieß es jedoch, das Projekt hätte sich selbst gefressen, da weder ein vernünftiges Drehbuch existiere, noch eine Fassung realisierbar wäre, die nicht sämtliches Budget für CGIs verpulvern würde. Nebenbei äußerte man allerdings, dass Johnny Depp in der Rolle des „Ghost Riders“ die wünschenswerteste Wahl darstellen könnte. Die Jahre zogen ins Land und so wie es aussah, gehörte die Comic-Verfilmung nun doch zu der Art Produktion, die niemals aus dem Quark kommen würde. Recht unbemerkt wanderte aber plötzlich ein Eintrag in die Internationale Filmdatenbank imdb.com, der sogar beinhaltete, dass Nicholas Cage nun den Höllenhelden mimen sollte. Dieses Gerücht, das Anfangs eher für Gelächter und ungläubige Gesichter sorgte, entpuppte sich jedoch als offizielle Meldung mit Wahrheitsgehalt: Die Marvel-Jünger und der Rest der filminteressierten Schar der Menschheit erwarteten, in Kenntnis um Nick Cages schauspielerische Qualitäten, ein Debakel mit hohem Trash-Faktor.

Wiederum wurde es still um die filmische Aufarbeitung des Stoffes, bis ein erster Teaser-Trailer für Augenreiben sorgte. Letzten Endes kündigte man den Film dann für den Herbst 2006 an, was allerdings, auf Drängen des Regisseurs und  Autors Mark Steven Johnson (Dare Devil), verworfen wurde. Als Nerd-Paspst Harry Knowles lauthals über den fertigen Film, den er aufgrund seiner guten Beziehungen nun Vorab sehen konnte, ablästerte, handelten die Verantwortlichen indem sie, den als Dreck verschrienen, Streifen schnell in sämtliche Kinos karrten. Schlussendlich laute die Frage also, ob „Ghost Rider“ wirklich so ein unterirdischer Mist ist, wie man munkelt.

 

Von der Story her hat Johnson den Film innerhalb des zweiten Comic-Zyklus angelegt, in dem Motorrad-Stuntmen Johnny Blaze seine Seele an den Teufel überantwortet um seinem Erzeuger einen qualvollen Tod zu ersparen. Mephistopheles linkt den guten Hohlkopf aber gehörig und fordert einige Jahre später dann seine Gegenleistung ein, welche  darin besteht, dass der zum flammenden Skelett-Biker verkommene Blaze für ihn ein paar Aufträge abarbeitet. Wie passend, dass im Moment Satans Sohn gegen Vati rebelliert und aufgehalten werden will. Nebenher kümmert sich Johnny um allerlei böse Buben und versucht seine Freundin nicht mehr zu enttäuschen.

 

„Ghost Rider“ fühlt sich ähnlich an wie das Story-Konstrukt und erfüllt alle Erwartungen, sofern man keine daran knüpft oder einfach nur 114 Minuten hirnlose 08/15-Unterhaltung wünscht. Wie zu erahnen war bekleckern sich weder Johnson, noch Cage dabei mit Ruhm: Der Eine bleibt seiner innovationslosen Standardinszenierung treu, die man ja schon in „Dare Devil“ bestaunen konnte und sein Star kaspert sich von einer Gesichtslähmung zu anderen. Obendrauf serviert man dem Zuschauer noch Eva Mendes als Johnnys Flamme und Peter Fonda als der Belzebub mit doch nicht ganz so bösen Absichten. Angereichert mit CGIs, die von Mittelmass bis ganz okay reichen und belanglosen Actionszenen, hält Johnson eine kleine Überraschung für die Marvel-Verehrer bereit: Der ursprüngliche Ghost Rider - auch als Phantom Rider bekannt- gibt im Film ein kleines Gastspiel.

Der Rest des Ganzen ist absolut austauschbar, aber tut in seiner Gesamtheit nicht wirklich weh. Irgendwo zwischen Totalausfällen wie „Fantastic Four“ und „Elektra“ sowie etwas besseren Beiträgen wie Werken wie „V for Vendetta“ ist auch ein Plätzchen für diese Franchise frei. Hirn aus! – Krawall! – Fertig!

07.03.2007 um 00:58 Uhr

FTB-News: Black Christmas (2006)

von: Fabse

 bl

Mittlerweile kann man schon das Remake als ein eigenes Genre anerkennen, denn in den letzten Jahren besteht so ziemlich Sämtliches an Kinoneustarts fast nur noch aus Sequels, Prequels, Remakes und Comic-Adaptionen. Selbst der jüngst Oscar-prämierte  „The Departed“ ist  nur eine westliche Neuauflage des asiatischen Überfilms „Infernal Affairs“. Im vorliegenden Fall hat sich X-Files und Final Destination –Schreiberling Glen Morgan den frühen Slasher „Black Christmas“ von Bob Clark vorgenommen, der schon 1974 Halloween und Co. vorwegnahm.  

 

Am Weihnachtsabend steckt eine Gruppe von Studentinnen in ihrem Verbindungshaus fest, da ringsherum ein Schneesturm wütet. Jahre zuvor, so sagt die Legende, soll in jenem Haus ein wahnsinnig gewordener junger Mann  seine Mutter und deren Liebhaber zu Weihnachten umgebracht haben. Just in der Nacht als die drallen Damen hier festsitzen, kann sich der berüchtigte Billy aus der geschlossenen Anstalt befreien und macht sich auf den Weg nach Hause um mit den Studentinnen ein Weihnachtsfest zu feiern, das sie sich nie hätten träumen lassen.

 

War die 74er Variante des Stoffes noch eher ein Paradebeispiel an subtilem Terror, so dreht Morgan - der neben dem Skript auch gleich den Regieposten bewerkstelligte- vollends auf: Bis auf die Ausgangssituation der Geschehnisse hat man alles an Story über Board geworfen und präsentiert in der 2006er Version von Black Christmas einen geschmacklosen High Speed-Slasher, der knietief im Blut der drallen Damen watet. In kuriosen Rückblicken serviert Morgan uns hier die tragische Geschichte des armen Billy, dessen Mutter erst einmal den geliebten Vater meuchelt und im Anschluss den deformierten Sohn vergewaltigt um endlich mit dem Wunschkind schwanger zu gehen. Grund genug für Billy um sich aus Mutti leckere Plätzchen zu schneiden und seine Tochter/Schwester anzuknabbern. Was nach dem Ausbruch aus der Klapsmühle folgt ist ein blutiger Marathon durch das Haus, bei dem  den Mädels allerlei spitze Gegenstände durch den Schädel getrieben werden oder halt am laufenden Meter  ausgerissene Augen der Opfer als Nahrung dienen, wenn sie nicht als Christbaumschmuck Verwendung finden.

Von vorn bis hinten ist das eigentlich nur als saudumme Klischeeparade aus der niedersten Slasher-Schublade zu beäugen, die auf Niveau und ähnliche unflätige Dinge gehörig pfeift. Morgan verliert keine Zeit damit, den Zuschauern überflüssig lange Einführungen zu bieten oder den Charakteren des Schlachtviehs so etwas wie Tiefe zu verleihen. „Immer drauf“, lautet die Devise und wer nicht weniger will, als knappe 80 Minuten sauber inszeniertes Teenie-Schlachten, der bekommt hier sein Fast Food-Filmchen geboten. Am Rande gibt’s noch einige zynische Späße für alle Weihnachtshasser obendrauf und fertig ist der blutige Festtagshappen. Irgendwie verhält es sich mit Black Christmas so, wie etwa mit einem Milka-Weihnachtsmann: Man knetet sich den fix rein um im Anschluss Weinbrandbohnen zu genießen.            

06.03.2007 um 11:19 Uhr

FTB-News: Hannibal Rising (2007)

von: Fabse

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Was in der Filmindustrie mit dem Begriff Back-to-Back determiniert ist, scheint nun auch den Hannibal Lecter-Erfinder Thomas Harris zu begeistern. Nicht anders ist es wohl zu erklären, dass der Erfolgsautor das Prequel um die Ursprünge des berüchtigten Kannibalen gleich in zweifacher Ausführung hintereinander weg auf Papier brachte. Nachdem fix ein Drehbuch zur Vorgeschichte herunter geschrieben wurde, machte sich Harris daran, den entsprechenden Roman nachzuliefern. Was also in Buchform auf den Markt geworfen wurde, bevor der eigentliche Film in die Lichtspielhäuser wanderte, ist nichts anderes als dreiste Resteverwertung einer Auftragsarbeit, die noch um aufblähende Versatzstücke erweitert, als neuer Eintrag in das Lecter-Universum verstanden werden will. Dass unter diesen Umständen das Ergebnis mäßig ausfallen muss, wird kaum für Überraschungen sorgen, da es nur um die möglichst gewinnbringende Leichenfledderei einer Franchise geht. Der Plot an sich fällt daher auch schon deutlich minimalistischer aus, als es so mancher Groschenroman erlauben würde.

 

 

Litauen gegen Ende der 30 Jahre: Die Familie des kleinen Hannibal und seiner Schwester Mischa wird bei einem Überfall durch Soldaten getötet. Nachdem der Trupp zusammen mit den Kindern längere Zeit in einem verschneiten Haus residiert und die Vorräte aufgebraucht sind, entschließt man sich, Mischa zu töten und aus der Hungersnot heraus zu verspeisen. Hannibal, der dies mit ansehen muss, gelingt schließlich die Flucht. Einige Jahre später lebt der zum jungen Mann Herangewachsene bei seiner Tante Lady Murasaki, die ihm Schwertkampf und kulturelle Genüsse lehrt. Immer noch von den traumatischen Erlebnissen zerfressen, macht sich Hannibal schließlich auf um die Mörder seiner Schwester zu finden und zu töten.

 

 

Für die Wiederauferstehung seines Kult-Killers hat Harris nur eine an den Haaren herbeigezogene Rache-Story ausgekramt und da der Film dem Roman-Projekt zusätzlich vorausging, kann auch diesmal nicht wirklich von einer Literatur-Adaption die Rede sein. Kurz gesagt: Der Vergleich zwischen Film und Buch erscheint mehr als fragwürdig. Wer sich allerdings davon nicht abhalten lassen möchte, den erwartet gleich zweifache Belanglosigkeit in Sachen Innovationsarmut. Als Regisseur von „Hannibal Rising“ hatte letztendlich dann Peter Webber die undankbare Aufgabe aus Harris hingerotzter Vorlage einen halbwegs brauchbaren Film zusammen zu zimmern und bei der Sichtung des fertigen Werkes stellt sich der Zuschauer nun permanent die Frage, ob man einer TV-Verfilmung beiwohnt und eigentlich nur in der Hoffnung weiterschauen mag , dass vielleicht doch noch irgendwo Anthony Hopkins aus dem Busch springt und alles als Parodie erklärt. Um es auf den Punkt zu bringen: „Hannibal Rising“ ist weder spannend, blutig oder gar wirklich schlüssig mit irgendeiner Logik als gelungen zu bezeichnen.

 

Neben darstellerischer Mittelmäßigkeit durch Gaspard Ulliel und „Miami Vice“-Beiwerk Gong Li und einer routinierten Inszenierung von der Stange ist hier Langeweile und Ikonenschändung an der Tagesordnung. Dieses cineastische Desaster ist nicht mehr als der längst überfällige Sargnagel an der Holzkiste des Rummels um Harris und seinem Dr. Lecter. Wenn der junge Hannibal nun vom Männlein, das im Walde steht singt und seine Peiniger meuchelt reicht das möglicherweise noch um das Stammpublikum der Sesamstraße zu unterhalten. Möglich, dass auch diese Klientel nur lacht anstatt da einem diabolischen Psychopathen beim Aufstieg zum Kult-Kannibalen zuzusehen und etwas wie Nervenkitzel zu empfinden.

04.03.2007 um 22:13 Uhr

Bücherregal im März

von: Fabse

Gerade einmal ganze vier Tage ist der März in diesem Jahr alt und innerhalb einer Zeit von Fluggeschwindigkeit hat das Bücherregal Neues zu vermelden. Für alle Leser der Gezuppelwelt, die sehnsüchtig nach neuen Filmbesprechungen schielen, sei angeraten, dass drei Einträge jener Gattung ( Hannibal Rising, Black Christmas und Ms. 45) in den nächsten Tagen hier Einzug halten werden. Ferner sei musikalischer Unterhaltung in Form des neuen Fall Out Boy Albums fern zu bleiben, während Costello Music der Herren von The Fratellis ein Platz in der CD-Sammlung frei zu räumen wäre. Hier nun, in kompakter Form, äußerst Lesenswertes:

 tzt  

Mit Anekdoten, die vom Leben russischer Emigranten in der Hauptstadt handeln, hat sich Wladimir Kaminer nun auch in meinem Bücherregal niedergelassen und der, vielerorts gelobte, literarische Output des journalistischen Ska-DJs entpuppt sich bei näherer Betrachtung als überaus lohnenswerte Errungenschaft. Schnörkellos geschrieben und mit allerlei humorigen Untertönen versehen wird der Leser hier ins Innere der mulitkulturellen  Großraum-Russendikso namens Berlin entführt wenn Kaminer Kunstausstellungen und Wunderheilerinnen besucht, über seine Olga und Beschneidungen erzählt, oder sich wundert, dass es in der Hauptstadt keine Mücken aber um so mehr Vietnamesen gibt. Das Einzige was den Lesespaß der hier vertretenen Kurzgeschichten etwas schmälert, ist dann leider der Umstand, dass der Autor sich ab und an in Wiederholungen ergießt, was den Rahmen der Umstände seiner Einreise betrifft. Ansonsten recht vergnüglich.

 hj 

Für Schopenhauer-Freunde ist Margot Fleischers Buch aus der Meisterdenker-Edition des Herder Verlages eine Empfehlung wert: Auf knapp 200 Seiten liefert die Autorin hier einen Rundumschlag ab, was Leben, Zugang zum Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ und Rezeptionsgeschichte angeht. Hinzufügend möchte ich noch bemerken, dass gerade mit einer Vorbildung von Kants transzendentaler Ästhetik hier der Zugang zu Schopenhauers Ausführungen um einiges leichter zu bewerkstelligen ist.

 llj  

Hier bleibt nur anzumerken, dass Kafkas Verwandlung wieder bei mir so brachial eingeschlagen hat wie vor zehn Jahren, bei meiner ersten Begegnung mit Gregor Samsas Schicksal. Kennt eigentlich noch wer den PC-Game-Klassiker „Bad Mojo“?