Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

04.07.2007 um 21:23 Uhr

FTB-News: Die Hard 4.0

von: Fabse

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Zwölf Jahre sind nunmehr vergangen in denen sich so mancher Action-Fan eine Fortsetzung der "Stirb Langsam"-Saga gewünscht hat. Zwar merkte das Produktionsteam nach dem zweiten "Die Hard"-Film, dass das "Ein-Mann-gegen-eine-Armee"-Konzept einer Modernisierung bedurfte und überraschte das Publikum bei "Die Hard With A Vengeance" mit einer Variation des beliebten Buddy-Movies, die viel mehr an Richard Donners "Leathal Weapon"-Reihe erinnerte, doch trotzdem verlangte das Publikum nach neuen Abenteuern des richtigen Mannes zur falschen Zeit am falschen Ort. Kurzum, den Status unter den 1980ern Action-Helden konnte dem durch Bruce Willis gemimten Officer John McClane niemand mehr streitig machen. War der erste Teil der Serie noch ursprünglich als Fortsetzung zu Mark L. Lesters Schwarzenegger-Vehikel "Commando" geplant und wandelte sich durch Arnies Absage bedingt zur eigenen Serie, so schrieb man schon für den dritten Teil eigenständige Drehbücher zu MacClane-Abenteuern um, damit eine gewisse Monotonie gebannt sein möge. Jahrelang war unklar, ob Willis nochmals Terroristen aufmischen dürfte, doch angespornt durch Stallones Comeback mit Rocky Balboa fürchteten die Studios momentan wohl keinen finanziellen Misserfolg durch eine weitere Reanimierung von vergessen geglaubten Action-Ikonen.

Im Jahre 2007 hat John McClane zwar sein Alkoholproblem in den Griff bekommen, aber ausgleichend mies ist das Verhältnis zu seiner Teenager-Tochter, die nach der Scheidung der Eltern nun bei Johns Ex-Frau Holly wohnt. Immerhin bleibt dem ehemaligen Helden noch der recht ruhig von statten gehende Polizeidienst als letzter Ruhepol über. Als McClane den Job übernimmt einen Hacker aufzuspüren und diesem dem FBI zu überbringen ahnt noch niemand, dass eine neue Bedrohung über Washington D.C. aufzieht: Ein ehemaliger Computerspezialist des Pentagons plant die IT-Infrastruktur der USA lahm zu legen. Einzig der Hacker Matt, den McClane überbringen soll verfügt über das Know-How, den Supergau abzuwenden.


Da das Buddy-Konzept des Vorgängers schon so wunderbar aufging und um auch ein jüngeres Publikum in die Kinosäle zu locken, stellt man dem Old-School-Raubein einfach einen Teenie-Kumpel zur Seite. Mit Justin Long als Matt präsentiert sich ein aufstrebender Youngster neben Willis auf der Leinwand, der allerdings eher nervig erscheint, wenn der Mann für's Grobe ordentlich zulangen muss. Mit Len Wiseman (Underworld) auf dem Regiestuhl spult man routiniert eine Nummernrevue auf der Leinwand ab, die ihre besten Momente beim Rezitieren des dritten Teils hat. Auch beim vierten Ausflug in die "Die Hard"-Welt fährt man böse Frauen mit schlagkräftigen Argumenten gegen McClane zu Felde; wieder dient dem Oberschurken ein perfider Plan als Ablenkungsmanöver um an Reichtum zu gelanden, und abermals brechen McClane die riskantesten Sprünge ins Ungewisse nicht das Genick. Altbekannte Kost also, die der Zuschauer geboten bekommt, doch für mehr als einen soliden Actioner reicht das alles nicht aus. Mit dem Auftritt von Kevin Smith als Computer-Nerd, den erprobten One Linern durch Willis und drei furiosen Actionszenen auf die gesamte Laufzeit verteilt geht das Unterfangen, die Serie wieder zu beleben schon als passables Fan-Geschenk durch, aber das wirkliche Feeling der Vorgänger erreicht die Version 4.0 nur zu selten um für wirkliche Begeisterung zu sorgen.

04.07.2007 um 14:03 Uhr

FTB-News: Transformers (2007)

von: Fabse

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Mittlerweile 23 Jahre lang sonnt sich der Spielwarenkonzern Hasbro im Erfolg ihrer Action-Figurenserie Transformers und es scheint irgendwie undenkbar, dass nicht zumindest jede männliche Person zwischen 6 und 36 Jahren schon einmal einen der Roboterhelden in Händen hielt. Unzählige Neuauflagen und Variationen der ursprünglichen Autobots und Decepticons sind im Umlauf, ohne, dass die Popularität der Transformers je darunter gelitten hätte. Wie auch Mattel mit ihrer "Masters of the Universe"- Franchise, werden die Abenteuer der Roboter vom Planeten Cybertron seit Jahren von allerlei Comics, Zeichentrickserien und Merchandising-Artikeln komplettiert, die die Geschichte um die Charaktere weiterspinnt und die verschiedenen Generationen der Figuren-Waves untereinander verbindet. Im Falle von Mattels He-Man ereilte die Fanschar bereits 1987 eine Leinwand-Adaption made in Hollywood, die allerdings in erster Linie die Klientel der Hardcore-Trash-Freunde und Vorschulkinder zufrieden stellte. Einzig die zum Filmstart erschienenen Figuren konnten die meisten Fans des muskelbepackten Babaren einigermaßen für den misslungenen Popcorn-Actioner entschädigen. 20 Jahre nach dem "He-Man"-Debarkel trauen sich jetzt Hasbros 80er Kinderzimmerhelden als die Stars eines Realfilms auf die Leinwand und Schützenhilfe bekommen Optimus Prime & Co. dabei von den Herrn Spielberg und Bay, damit's cheesy Eye-Candy regnet.

Auf der Suche nach einem im All verschollenen Würfel, der Leben erschaffen kann und dessen Energie seinem Nutznießer übermächtige Kräfte verheißt, werden Truppen der bösartigen Decepticons in Richtung Erde geschickt. Der erste Angriff der haushohen Kampfroboter gilt einem US-Militär-Camp in der Wüste von Quatar. Nachdem die Station komplett zerstört wurde, schafft es nur eine kleine Gruppe von Marines zu flüchten. Während das, von dem Vorfall bereits unterrichtete, Pentagon versucht nähere Informationen über den Angriff in Erfahrung zu bringen, hat der snobistische Teenager Sam  ganz andere Probleme mit seinem neu erworbenen Ford Mustang: Der gelbe Sportwagen scheint ein seltsames Eigenleben zu führen und schon bald muss Sam erkennen, dass sein Auto ein Roboter namens Bumblebee ist, der unter der Führung des Autobot-Kommandanten Optimus Prime die Decepticons aufhalten will. Nach einigen Verstrickungen erfährt Sam, dass sein Großvater einst eine bedrohliche Entdeckung machte, die vom US-Militär bis zum heutigen Tage geheim gehalten wurde.


Was kommt heraus, wenn ein Studio 200 Millionen Dollar für eine Verfilmung des Transformers-Stoffes übrig hat und zeitgleich Steven Spielberg sowie den Action-Spezialisten Michael Bay mit der Realisation des Films beauftragt? Tönte es bei Kennern und Freunden der beiden Hit-Garanten schon im Voraus, dass 144 familienfreundliche Minuten Krawall mit CGI-Leckereien aus dem Hause ILM zu erwarten seien, so trifft diese Prognose vollends ins Schwarze! Wenn überall gewaltige Explosionen, Düsenjets mit wackeren GIs an Board und Hubschrauberformationen die Leinwand einnehmen, weiß der Zuschauer wo der Hammer hängt, denn wo Michael Bay draufsteht muss auch der Inhalt eine brachiale Materialschlacht hergeben. Kompromisslos, wenn es darum geht die dünne Story möglichst prächtig mit Bombast-Action zu kaschierne, verliert "Transformers"  keine überflüssige Zeit damit eine ruhige Exposition zur Einstimmung zu bieten.

Bereits nach den Titel-Credits hakt man kurz die Informationsvergabe um die Wichtigkeit des Würfels ab und überfällt das Publikum mit einem Action-Overkill, der kaum Wünsche offen lässt. Die Story um die Jagd nach dem Würfel ist einzig und allein ein Alibi auf dem Papier, das es rechtfertigt, dass Militär und Roboter sich eine gigantische Schlacht liefern. Zwar dauert es über eine geschlagene Stunde lang, bis die verschiedenen Handlungsstränge zwischen denen hin und her gesprungen wird endlich zusammenfinden, doch an CGIs und adrenalintreibendem Krawall auf dem Screen mangelt es keinesfalls. Auf der einen Seite werfen Spielberg und Bay mit einer zarten Lovestory, dem Würfel-McGuffin, Opas Entdeckung und tapferen Soldaten um sich, um alles einfach nur mit permanenten Explosionen und Feuergefechten der Unwichtigkeit zu überantworten. Zwar dämpfen ein paar kleinere Gags das Inferno etwas ab, damit roboterbegeisterte Kids nicht nur vor lauter wirren Schnittfolgen und Pyrotechnik-Feuerwerken im Saal kollabieren, aber wer schon Bays Militär-Fetisch in "Bad Boys 2" und "The Rock" als lästig empfand, der sollte "Transformers" meiden. Zwar fehlt der prächtigen Achterbahnfahrt im Filmformat der politisch unkorrekte Anstrich der genannten Werke, jedoch gleicht man das mit dem Aufkommen von Panzern, Hubschraubern und Jets in einer Fülle aus, die hart an die Schmerzgrenze geht.

Selbst wenn die wilden Kamerafahrten mal eine Ruhepause einlegen und die Skyline über der City einfangen, so dauert es nur Sekunden, bis wieder Hubschrauber ins Bild fliegen. Konstant hält "Transformers" sein hohes Tempo durch, bis der Showdown ins Haus steht. Hier herrscht in komprimierter Form der totale Krieg und dem Zuschauer wird einiges abverlangt um den wirbelnden Robotern im Sperrfeuer zwischen Granaten und Panzerfaustsalven noch folgen zu können. Jede Sekunde zeigt der Film dem Publikum was er gekostet hat und verweist andere Blockbuster des Jahres wie z.B. "Die Hard 4.0" auf ihre Plätze. Gegen den Krawall, den Bay und Spielberg hier ausleben muten andere Popcorn-Actioner 2007 wie Sandkastenbalgereien an. Selbst um eine kleine "Kill Bill"-Hommage bereichert "Transformers" den Filmhimmel.