FTB-News: Die Hard 4.0
Zwölf Jahre sind nunmehr vergangen in denen sich so mancher Action-Fan eine Fortsetzung der "Stirb Langsam"-Saga gewünscht hat. Zwar merkte das Produktionsteam nach dem zweiten "Die Hard"-Film, dass das "Ein-Mann-gegen-eine-Armee"-Konzept einer Modernisierung bedurfte und überraschte das Publikum bei "Die Hard With A Vengeance" mit einer Variation des beliebten Buddy-Movies, die viel mehr an Richard Donners "Leathal Weapon"-Reihe erinnerte, doch trotzdem verlangte das Publikum nach neuen Abenteuern des richtigen Mannes zur falschen Zeit am falschen Ort. Kurzum, den Status unter den 1980ern Action-Helden konnte dem durch Bruce Willis gemimten Officer John McClane niemand mehr streitig machen. War der erste Teil der Serie noch ursprünglich als Fortsetzung zu Mark L. Lesters Schwarzenegger-Vehikel "Commando" geplant und wandelte sich durch Arnies Absage bedingt zur eigenen Serie, so schrieb man schon für den dritten Teil eigenständige Drehbücher zu MacClane-Abenteuern um, damit eine gewisse Monotonie gebannt sein möge. Jahrelang war unklar, ob Willis nochmals Terroristen aufmischen dürfte, doch angespornt durch Stallones Comeback mit Rocky Balboa fürchteten die Studios momentan wohl keinen finanziellen Misserfolg durch eine weitere Reanimierung von vergessen geglaubten Action-Ikonen.
Im Jahre 2007 hat John McClane zwar sein Alkoholproblem in den Griff bekommen, aber ausgleichend mies ist das Verhältnis zu seiner Teenager-Tochter, die nach der Scheidung der Eltern nun bei Johns Ex-Frau Holly wohnt. Immerhin bleibt dem ehemaligen Helden noch der recht ruhig von statten gehende Polizeidienst als letzter Ruhepol über. Als McClane den Job übernimmt einen Hacker aufzuspüren und diesem dem FBI zu überbringen ahnt noch niemand, dass eine neue Bedrohung über Washington D.C. aufzieht: Ein ehemaliger Computerspezialist des Pentagons plant die IT-Infrastruktur der USA lahm zu legen. Einzig der Hacker Matt, den McClane überbringen soll verfügt über das Know-How, den Supergau abzuwenden.
Da das Buddy-Konzept des Vorgängers schon so wunderbar aufging und um auch ein jüngeres Publikum in die Kinosäle zu locken, stellt man dem Old-School-Raubein einfach einen Teenie-Kumpel zur Seite. Mit Justin Long als Matt präsentiert sich ein aufstrebender Youngster neben Willis auf der Leinwand, der allerdings eher nervig erscheint, wenn der Mann für's Grobe ordentlich zulangen muss. Mit Len Wiseman (Underworld) auf dem Regiestuhl spult man routiniert eine Nummernrevue auf der Leinwand ab, die ihre besten Momente beim Rezitieren des dritten Teils hat. Auch beim vierten Ausflug in die "Die Hard"-Welt fährt man böse Frauen mit schlagkräftigen Argumenten gegen McClane zu Felde; wieder dient dem Oberschurken ein perfider Plan als Ablenkungsmanöver um an Reichtum zu gelanden, und abermals brechen McClane die riskantesten Sprünge ins Ungewisse nicht das Genick. Altbekannte Kost also, die der Zuschauer geboten bekommt, doch für mehr als einen soliden Actioner reicht das alles nicht aus. Mit dem Auftritt von Kevin Smith als Computer-Nerd, den erprobten One Linern durch Willis und drei furiosen Actionszenen auf die gesamte Laufzeit verteilt geht das Unterfangen, die Serie wieder zu beleben schon als passables Fan-Geschenk durch, aber das wirkliche Feeling der Vorgänger erreicht die Version 4.0 nur zu selten um für wirkliche Begeisterung zu sorgen.
