Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

03.05.2006 um 00:13 Uhr

DVD-News: "The Ghouls" von Epix Media

von: Fabse


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L.A. gleicht einem Moloch: Dreck, Armut und Gewalt dominieren die ehemalige Stadt der Engel. Aus dem Elend Kapital zu schlagen ist das täglich Brot des Videoreporters Eric Hays, der immer dann zur Stelle ist, bevor die Polizei am Ort eines Verbrechens auftaucht. Egal, ob nun gerade ein Mann seine untreue Ehefrau tötet oder Kinder in brennenden Wohnungen sterben: Eric kennt keine Skrupel seine dreckigen Reality-Aufnahmen in den Kasten zu bekommen um diese anschließend an Fernsehsender zu verkaufen. Eines Abends wird er Zeuge eines Überfalls auf eine Frau und stößt am vermeintlichen Ort des Verbrechens auf eine Schar von menschenfressenden Kreaturen.

Chad Ferrins 2003 entstandener Independent Film „The Ghouls“ sträubt sich förmlich vor einer genrespezifischen Einordnung in das Horrorfach. Zwar wartet der Streifen mit einer Vielzahl blutiger Splatter-Effekte auf, doch das Hauptaugenmerk des Flicks liegt viel mehr auf der möglichst nihilistischen Zeichnung L.A.’s und seines Hauptprotagonisten. In DV-Optik festgehalten folgt man dem Mann mit der Kamera, der zwar schon mit seinem Leben abgeschlossen hat, doch dessen Selbsterhaltungstrieb ihn anleitet jegliche Änderung der festgefahrenen Situation gewaltsam und emotionslos herbeizuführen. Rücksicht, Erbarmen oder gar Liebe kennt der Selbstsüchtige Sensationsjournalist nicht mehr und jeder Versuch das eigene Handeln zu verantworten endet von vornherein in hoffnungslosen Sackgassen.

Ferrin zeigt uns mit Eric Hays das personifizierte Abbild „seines“ Los Angeles. Genauso trostlos wie die Existenz der Hauptfigur präsentiert sich L.A. als dunkler Hort, der im Dreck zu ersticken droht. Die kannibalistischen Ghouls, die unter den Straßen der Metropole hausen, ernähren sich vom Fleisch der Obdachlosen und vegetieren in Familien im Untergrund. Die Bilder, die der Zuschauer vom Geschehen in den Straßen und Wohnungen vorgesetzt bekommt sind von erschreckender Tristesse. Tempo, Action oder gar schnelle Schnitte sucht man eher vergebens: Hier veräußert sich die größte Dynamik des Gezeigten in sich leerenden Gin-Gläsern und immer voller werdenden Aschenbechern, denen die Close-ups und Zeitraffer-Aufnahmen eigen sind.

Die deutsche Verleih-DVD (die mit der im Juli erscheinenden Verkaufsversion identisch ist) von Epix Media wurde aufgrund der KJ-Freigabe um etwa 7 Minuten gekürzt und präsentiert den Film in ansehnlicher Bildqualität, die der DV-Optik angemessen ist. Die deutsche Synchronisation ist hingegen recht dumpf ausgefallen und erinnert mehr an die Vertonung eines Softcore-Streifens von der Stange. Als Bonus finden sich auf DVD noch ein „Making of“, der Original-Trailer zum Film sowie eine Trailershow.

Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Audio: Deutsch Dolby Digital 2.0 & 5.1; Englisch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 4:3
Specials: Trailer, Original-Trailer, Fotogalerie - Hinter den Kulissen, Animiertes Hauptmenü, EPIX-Trailer-Show

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