FTB-News: Mad Foxes – Feuer auf Räder (1981)
Gleich vorweg: Hier ist mir beim Titel kein Rechtschreibfehler unterlaufen, denn der deutsche Titel schert sich wirklich nicht darum das grammatikalische Empfinden irgendwie zu schonen! Aus der Produktionsschmiede von Erwin C. Dietrich kommt mit „Mad Foxes“, der unter der Regie [sic!] des Spaniers Paul Grau Anfang der 80er auf die Menschheit losgelassen wurde, einer der derbsten Trash-Klopper aus dem Subgenre des Rocker-Films. Irgendwo zwischen „The Road Warrior“, „Death Wish 2“ und purem Schwachsinn angesiedelt, braucht es auch nur einen minimalen Plot um einen markerschütternden Exploiter der Extraklasse auf den Screen zu zaubern.
Playboy und Berufsstecher Hal hat große Pläne: Nachbarskind Babsy ist gerade 18 Jahre alt geworden und bietet sich dem schmierigen Helden doch glatt als Aushilfsmatratze an. Zur Feier des Tages entführt sie der Testosteronbatzen dann auch flugs in eine Zappelbude, in der sich vor dem Sex erstmal ordentlich die Rübe zugeballert werden soll. Auf dem Weg zur Disko gerät das Pärchen an eine Bande von Nazi-Bikern, die sich durch Hals prolligen Stingray gestört fühlen. Als einer der Nazis stirbt machen sich die verbliebenen braunen Schurken auf um Rache zu üben. Bei einem Überfall nach dem Diskobesuch wird Hal windelweich gedroschen und der Nazi-Bandenchef vergewaltigt Babsy brutal. Gut, dass Hal ein paar Freunde in der örtlichen Karateschule hat, die nach einem kurzen Anruf gegen die NS-Rocker in den Krieg ziehen.
Mag die Ausgangssituation noch aus dem „Make your own Rape’n’Revenge-Movie“-Handbuch abgeschrieben sein, so wird im weiteren Verlauf des Films viel mehr das Gefühl vermittelt, dass so etwas wie ein Drehbuch wahrscheinlich nie existierte. Anders ist kaum zu erklären, was dem Zuschauer hier aufgetischt wird, wenn die Logik über den Haufen geworfen wird oder einfach mal der Mittelteil des Films damit gefüllt wird, dass diverse Softsexeinlagen aneinander gereiht werden. Aber mal von Anfang an: Nachdem die Opening-Credits damit aufgefüllt werden, dass Hals Stingray zum Sound der Proll-Rockband „Krokus“ passend in Szene gesetzt wird und über den Asphalt rauscht, kommen auch schon die Nazi-Biker um die Ecke um zu pöbeln. Wenn dann Hal und Babsy, permanent Müll labernd in den Tanztempel einkehren dreht auch der Cutter des Flickwerks voll auf: Mitten im Getümmel der 70s Diskothek tanzen plötzlich drei Paare zum 60s Rock’n’Roll. Was diese Szene mit dem Film zu tun hat oder gar mit der gezeigten Disko in der Hal und Babsy saufen bleibt dem Zuschauer verborgen. Dass hier scheinbar die ganze Filmcrew auf Drogen war bestätigt auch der restliche Eindruck des Werkes, dessen absolut hölzerne Darsteller wohl das geringste Übel sind. Warum bitte tragen die Nazis nur bei Innenaufnahmen Hakenkreuze auf ihren Armbinden? Wieso rächt Hal die Vergewaltigung von Babsy bitte, wenn er eigentlich jede andere Frau im Film knallt? Was bringt es bitte, wenn Hal vor den Nazis flüchtet und diese zum Haus seiner Eltern führt? „Meine Mutter ist gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Sie führt ein schönes Leben und hat viel Spaß“ – Tja, mit solchen Sprüchen reißt Hal sogar Frauen auf! Schon mal wer gesehen, dass Karate-Schüler auch in ihrer Freizeit im weißen Kampfdress rumhüpfen? Und wo findet man Nazis, wenn man sie sucht?- Klar, beim Dreh zum neuen WWII- Film, an dessen Set natürlich mit der Nazi-Domina SM-Spiele stattfinden. „Mad Foxes“ bietet alles, was das Herz des Trash-Fans höher schlagen lässt: Sinnleere Sexeinlagen, Over the Top-Gewalt und Splatter-Exszesse, mies inszenierte Action, Akteure mit Dachschaden und Dialoge, die jedes Schmerzempfinden strapazieren. Wer sich gern auf schmierige und politisch total unkorrekte Heuler einlässt, der liegt hier permanent am Boden und hält sich den Bauch vor Lachen.
7 von 10 Handgranaten
