Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

27.03.2006 um 23:31 Uhr

FTB-News: Ultraviolet (2006)

von: Fabse




Ein Blick in die aktuellen Kinostartlisten kann momentan recht monoton ausfallen: Mehr und mehr regieren hier Remakes von unvergessenen Klassikern oder zu Recht verdrängten Kintoppkloppern. Eine andere Gattung, die den Studios als sichere Bank für die klingelnden Kassen gilt ist die hundsgemeine Comic-Verfilmung. Speziell an dieser Genre-Front durfte der geneigte Zuschauer ja in den letzten Jahren Unmengen an ausgeweideten Lizenzen genießen: Koste es was es wolle-Jeder hingekritzelte Superheld muss auch die Leinwand! Manchmal geht das dann auch recht gut, wie zum Beispiel X-Men, Sin City und Batman Beginns beweisen, doch überwiegend wirft man dem Publikum cineastische Kotzbrocken der Marke Catwoman, Elektra oder Fantastic Four entgegen. Jetzt präsentiert uns aber der Equilibrium-Regisseur Kurt Wimmer den originellsten Output auf dem Gebiet der Graphic Novel-Adaptionen: Ultraviolet ist die Comic-Verfilmung, zu der es keine gekritzelten Abenteuer zu bestaunen gibt. Voll von absoluter Raffinesse erschlägt einen da schon die Story des Films, der komplett um seine Hauptdarstellerin Milla Jovovich gestrickt wurde:


Gegen Ende des 21. Jahrhunderts (originell!) schaut’s auf Mutter Erde leicht anders als vorher aus: Durch ein künstlich geschaffenes Virus ist ein Teil der Menschheit zu einer Art Vampiren mit Superkräften mutiert. Da der Staat die selbst erschaffene Rasse mit einer neuen Geheimwaffe vernichten will macht sich die ebenfalls infizierte Untergrundkämpferin Violet auf, um die Waffe zu stehlen und ihre Gattung vor dem Untergang zu bewahren. Allerdings entpuppt sich die vermeintliche Gefahr als ein 9-jähriges Kind namens Six. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern versucht Violet das Geheimnis um das Klonkind zu lüften.


Meine Damen und Herrn, bitte halten Sie sich jetzt gut auf ihren Stühlen fest: Ist man es normalerweise gewohnt, die besten Szenen eines Actionfilms bereits im Trailer bewundert zu haben, so ist Ultraviolet knapp 88 Minuten genau so wie wir es in der Vorschau gesehen haben! Optisch beeindruckend und mit rasantem Tempo vorbeischwirrend reiht sich Actionszene an Actionszene und Milla Jovovich verprügelt und erschießt Hundertschaften namenloser Ninja-Schergen. Überall knallt’s und fetzt’s in diesem Mischmasch aus Underworld, Aeon Flux, Matrix und Kill Bill-Choriographien. Beiläufig streut man noch etwas christliche Symbolik in das CGI-Demo und wirft die Handlung eigentlich komplett in die Tonne. Warum jetzt Frau Jovovich ständig Sonnenbrillen, Haarfarbe und Bodysuits bei jedem Kampf wechselt und wie einige üble Anschlussfehler ( Warum hat das Kind jetzt wieder die Jacke an?) zu erklären sind ist da beiläufig genauso egal wie die Story, der innerhalb des ganzen Filmes knapp 15 Minuten spendiert werden. Trotz Dauerbeschuss geht dem Streifen dann beim Finale die Luft komplett aus: Selten sah man so eine miese Highlander-Duellszene mit brennenden Schwertern. Bis auf dieses Manko erfreut Ultraviolet allerdings No-Brainer-Fans mit optischen Highlights und gilt wohl als neuer Kultfilm der Jovovich-Ansabberfraktion. Alle anderen sollten aber wohl besser den Kinobesuch meiden.


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