Fabs0rs Medien- und Gezuppelwelt

06.07.2006 um 22:19 Uhr

FTB-News: X-Men 3 (2006)

von: Fabse


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Die mutierten Marvel-Helden gehen in die dritte Runde: Die Schüler von Professor trauern nach wie vor um Jean Grey, die bekanntlich das letzte Abenteuer nicht überlebte. Doch schon steht neuer Ärger ins Haus: Ein Serum, dass Mutanten in gewöhnliche Menschen verwandeln kann ruft Magneto und seine Gefolgsleute auf den Plan, die sich zum finalen Widerstand formieren. Just zur selben Zeit erhebt sich „Phoenix“: Jean Greys zweites Ich, das sich die totale Vernichtung auf die Fahnen geschrieben hat.

Heiß erwartet und am Ende doch nur lauwarm. So und nicht anders lässt sich X-Men: The last Stand beschreiben. Nachdem Bryan Singer, der den ersten beiden Filmen ihre Form verlieh, sich zu Gunsten des neuen Superman-Projekts vom Regiestuhl verabschiedete, sprang der verschriene Rush Hour-Regisseur Brett Ratner kurzerhand ein. Die einzige Frage, die sich stellte als der Regie-Wechsel bekannt wurde lautete daher: „Wie haushoch wird Ratner diesen Film in den Sand setzen?“ Zwar erwartet einen bei der dritten und abschließenden X-Men Auflage bei Leibe kein großer Wurf, wie bei den Vorgänger, doch trotz gewaltiger Schwächen lässt sich der finalen Mutantenhatz doch noch genügend Positives abgewinnen um nicht fluchend die Trilogie in ihrer Gesamtheit zu verachten. Wie bereits beim Vorgänger angeschnitten erwartet uns ein Versatzstück der Phoenix-Saga, die bei den Kennern der Comic-Vorlage seit je her hoch im Kurs steht. Schon Vorab in Trailern konnte der geneigte Fan sich davon überzeugen, dass die Mutantenriege im neuen Film um weitere Lieblinge der Printvorlage ausgebaut werden würde und mit Beast, Angel und Juggernaut stoßen weitere beliebte Charakter zu den etablierten Helden. Selbst die heiß ersehnten Sentinels kommen in einem Kurzauftritt zur längst überfälligen Leinwandehre. Angereichert mit einem gewaltigen Action-Overkill erschöpfen sich allerdings schon weit reichend die Qualitäten des Films. Zwar ist die bekannte X-Men Belegschaft von Jackman über Steward bis hin zu McKellen wieder in der gewohnten Form zu bestaunen und es knallt CGI-unterstützt aus allen Ecken und Enden, doch das Skript von Zak Penn und Simon Kinberg wirkt diesmal arg zusammen geklebt.

Möglichst vieles an Versatzstücken der Comics in 100 Minuten Laufzeit gepackt und die Charakterzeichnungen der Vorgänger über Board geworfen, präsentiert sich hier eine Marvel-Adaption, die auch nach dem Abspann-Gag ein unausgegorenes Gefühl beim Zuschauer zurück lässt. Hier wird teils gestorben und gekämpft, dass es unweigerlich egal wird, ob man nun irgendwen in den Prequels lieb gewonnen hat. Irgendwo erreicht man den Matrix-Effekt: Alles was man vorher mochte und für den Ausgang der Geschichte von Nöten hielt, wird in fünf Minuten weggeworfen und ehemalige Sympathieträger beißen fix ins Gras oder büßen ihre Fähigkeiten ein. Beinahe lässt sich bei X-Men 3 jede Straffung des Drehbuchs auf der Leinwand nachempfinden. Letzten Endes bekommt man einen ordentlichen Popcorn-Film geboten, in dem natürlich auch Stan Lees obligatorischer Kurzauftritt nicht fehlen darf. Kurzweilig auf jeden Fall, doch durch und durch überladen. Mal sehen, was die angekündigten Spin-Offs leisten können.

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