Filmtagebuch-News: Sex & Fury (1973)
Zu allererst sei hier mal Frenzy ein Lob ausgesprochen, der mich freundlicherweise auf den Release dieses Filmes hier aufmerksam gemacht hatte(Ein Besuch seines Blogs sei auch mal empfohlen, da der ja was kann). Bereits wenige Sekunden nach Genuss des Trailers auf der Site von Panik House Entertainment war eines klar: Ein weiteres glückliches Leben ohne im Besitz dieses Krachers zu sein könnte sehr schwierig werden. Als dann gestern der nette Mensch von der Post mit der DVD in Händen vor der Tür stand hatte sich schon eine gewaltige Vorfreude entwickelt, denn die Tage in denen der feine Film den Weg vom US-Versender DVD Pacific bis zu mir fand erschienen mir schier endlos. Also schnell dem Beppo das Paket aus den Griffeln gerissen und rein in den schrubbeligen Kot-Free-Player. Was dann so passierte werde ich jetzt mal berichten.
Nippon-Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Kindheit von Ocho Inoshika findet ihr jähes Ende als der liebe Vati (seines Zeichens Geheimagent ) kurzerhand gemeuchelt wird. Szenenwechsel: So ein paar popelige Jährchen später und um einiges an Titten-Tatoos reicher hüpft Ocho dem Glücksspiel nicht abgeneigt durchs Leben und schwingt beherzt das Katana wenn Not an der Frau ist. Zwei, drei Metzeleien später offenbart ihr ein sterbender Lümmel, dass seine Tochter in einem Puff gegen ihren Willen fest gehalten wird und uns Madame macht sich auf die unwillige Berufsmatratze aus den Fängen der bösen Buben zu befreien. Was dann so folgt und was eine englische Agentin (die ja eigentlich Schwedin ist) und ein anarchistischer Outlaw damit zu tun haben sei hier mal noch nicht verraten.
Ob der Film was taugt und meiner euphorischen Erwartungshaltung gerecht werden kann, wollt ihr wissen? Ich fasse das kurz so zusammen: Den Leuten von Panik House, die dieses Juwel hier ausgegraben haben und in einer wirklich tollen DVD-Edition auf die Menschheit los lassen sei ein Schrein errichtet! „Furyo anego den: Inoshika Ocho“ aka „Sex & Fury“ ist wirklich ein Flick, der eigentlich alles besitzt was einen Film zu einer vollends rockenden Wundertüte für den Herrn mit Geschmack macht. Schon die weibliche Hauptdarstellerinnen-Paarung schießt den Vogel ab: Die über alles erhabene „One-Eye“ Christina Lindberg und das Female Yakuza Starlet Reiko Ike gemeinsam in einem derartigen Exploiter der Extraklasse zu sehen dürfte niemanden kalt lassen. Der Schweinigelfraktion sei gesagt, dass die Damen hier vorzugsweise hüllenlos zu begaffen sind und das fast ohne das es aufgesetzt erscheinen mag. Vielmehr ist hier fotografierte Poesie an der Tagesordnung, die mit einem unglaublich tollen Soundtrack in bester 70s Tradition daher kommt. Mit viel Liebe fürs Detail präsentiert Regisseur Norifumi Suzuki ( Ja, genau der, der den bei uns berühmt berüchtigten Exzesse im Folterkeller auf de Kerbholz hat!) eine Nummernrevue, die ihres Gleichen sucht. Das volle Brett Sleaze, Szenen die auch aus Lady Snowblood stammen könnten, Rape’n Revenge , Schwertgeschnetzel , Torture und eine Story ohne größere Längen: Hier ist wirklich was für jeden dabei. Verdammt noch mal, ich verwette meinen Arsch darauf, dass Tarantino diesen Film kennt. Speziell im ersten Anlauf von Kill Bill ist einiges zu sehen, das aus Sex & Fury geräubert sein könnte. Mir fällt jetzt nicht mehr viel mehr ein als diesen Film hier jedem ans Herz zu legen, der auch nur Ansatzweise eines der oben aufgezählten Elemente zu schätzen weiß. Da funkeln die Äuglein einfach nur noch.
10 von 10 Tatoos
