Weise Worte und Wortinnen

20.10.2010 um 14:27 Uhr

Generationenwandel

Zukunftsvision – die Wir-Generation

 

Was sind wir für eine Generation?

Wie sind wir drauf?

Wie werden wir in 50 Jahren bei der kommenden Generation ankommen?

Wenn ich jetzt an meine Großeltern denke, überlege ich oft wie wir auf sie wohl wirken, wie sie über uns denken und wie sie wohl früher gewesen sind.

Wir werden eine Generation bei der technische Entwicklungen und der Schnellgang der Entwicklungen zum Alltag gehören.  Es wird uns nicht schwer fallen neue Kameras, DVD-Recorder oder Internetneuheiten zu beherrschen.

Wir werden eine tätowierte Generation sein. Es wird kaum eine Oma oder einen Opa geben, der nicht an irgendeiner Körperstelle eine Bemalung, schon wieder eine Lasernarbe oder vielleicht ein Löchlein hat.

Wir werden eine weltfremde Generation sein. Wir werden zum großen Teil leider nicht so gebildet sein, wie unsere Großeltern es heute noch sind.  In Zeiten von PISA werden die Grade von Intelligenz gemessen und viele Menschen falsch eingestuft. Das Lernen ist so wichtig geworden, dass niemand sieht wie in der Schule die Prioritäten oft falsch gesetzt werden. Wer auswendig lernt ist intelligent, wer büffeln muss hat es schwer und wer nicht hinterher kommt ist gleich lerngestört. Zudem ist die Egal-Haltung der Jugend in jeglicher Richtung immens. Niemand wird sich im Alter für die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Außenwelt interessieren und informieren wenn er es nicht heute schon tut.

Wir werden eine reizüberflutete und zeitberaubte Generation sein. Die Medien werden mehr und mehr, es ist schwer, gar unmöglich alles zu wissen und alles aufzusaugen was jeden Tag durch das Internet, Fernsehen oder die Druckpresse schwirrt. Jeden Tag kommen neue Dinge zum Vorschein und unsere Gehirne wachsen doch nicht um mehr Informationen zu speichern. Es wird dazu gezwungen nur noch wichtige Dinge abzuspeichern. Unsere Zeit ist knapp, niemand hat mehr 24 Stunden am Tag wie es früher noch war. Wir hetzen durch die Innenstädte, bleiben seltener stehen und sehen viele Dinge nicht mehr. Dabei liegt das Glück in kleinen Dingen.

Wir werden eine hoffnungslosere Generation. Trotz des Kriegs denke ich, hatten unsere Großeltern irgendwie immer die Hoffnung, dass alles besser wird und sie konnten ihr Glück genießen wenn sie auch vielleicht seltener glückliche Momente hatten, diese jedoch wurden ausgelebt. Wir sehen unser Glück häufig nicht mehr weil es so dicht vor uns steht, dass es uns die Sicht vielleicht versperrt. In Zeiten der Zukunftsperspektivlosigkeit macht es manchmal nicht mal mehr Sinn studiert zu haben. Es wird uns durch das Fernsehen der Mut und die Sicht auf eine schöne gesicherte Zukunft genommen und Geld spielt eine so große Rolle, dass es schwer ist nicht zur ärmeren Schicht zu gehören.

Wir werden eine Musik-besessene Generation sein. Die Entwicklung der Musik wird immer abstruser und es wird vielleicht so kommen, dass irgendwann jeder seinen eigenen ganz persönlichen Radiosender zusammenstellen kann – sofern es in 50 Jahren noch Radios gibt!

 

Doch noch können wir auch so werden:

Wir können eine weltoffene Generation werden, die sich für Menschenrechte einsetzt weil ihr viele Wege offen stehen. Wir können mehr erreichen als unsere Vorfahren, denn wir haben mehr Möglichkeiten. Wir können die Erde und das Leben auf ihr immer noch respektieren und schützen. Wir können immer noch Geschichten und Abenteuer erleben, die wir unseren Enkeln erzählen werden. Wir können Kontakte mit fremden Kulturen knüpfen, weil wir viel mehr Möglichkeiten haben. Wir können unsere Körper bemalen und unseren Enkeln die Bedeutung unserer Werte zeigen. Wir können die wenige Zeit die wir haben sinnvoll einteilen und wir können uns an den Kleinigkeiten des Lebens erfreuen. Wir brauchen nicht zu warten, bis ein neues Jahr begonnen hat um unsere Vorsätze zu verwirklichen, wir können einfach so handeln wie es uns richtig erscheint. Wir haben die Möglichkeiten das zu werden, was wir werden wollen. Wir haben vielleicht manchmal sogar zu viele Möglichkeiten. Es liegt an uns die richtigen zu wählen. Wir können immer noch Vertrauen und Hoffnung haben, dass alles so kommt wie es kommen soll und dass alles gut wird.

Wir können der kommenden Generation vorleben wie man Werte und das Leben zu schätzen weiß.

Ich hoffe wir werden einmal Großeltern sein, die das Denken und das Handeln ihrer Enkel verstehen! [SAW]

20.08.2010 um 09:47 Uhr

Liebster PC

Liebster PC - Viren tun weh / Einem Herrn, der Konrad Zuse hieß / im Jahre 1935 eine Idee entstieß: / baute die erste "Rechenmaschine" Z3 / und sorgte damit  für Wirbelei. / Ein ganzes Drittel Hertz war er schnell / für einen heutigen Rechner nicht besonders hell. / Doch jeder fängt mal kleine an, / doch damals glaubte niemand an den armen Mann. / Man munkelte die Verarbeitung von Daten / würde schon bald begraben mit einem Spaten. / Wo weltweit damals 5 Computer waren / zählt man heute in einem Haushalt solche Scharen. / Heute kommt niemand mehr ohne aus. / Denkt nur was wäre das für ein Haus, / wo keiner mal eben im Internet, / mit Leuten chatten kann - wie nett! / Wo werden wir mal sein? / Augenkontakt, ist er irgendwann nur noch Schein?? / Andrerseits: wäre der PC nicht hier, / wer würde überbringen mein Loblied dir. / So ist es doch zu sehen für jedermann / was der gute alte Rechner alles kann. / Ob schreiben, rechnen, zeichnen oder mehr / Funktionen hat er viele der PC, schaut her! / Ich möchte hiermit sagen: / hast du Kummer oder Sorgen, nicht verzagen. / Ein guter Freund kann dich stets beglücken / du brauchst ihm nur eine Mail zu schicken. / Ohne den Rechner ginge das nicht, drum schwenkt auf ihn das Licht / und singt ihm alle im Chor / ein dickes "Happy birthday" ins Ohr! / Zum Ende möchte ich noch erwähnen: / Zu jedem anderen würde man sagen: / "du sollst so bleiben wie du bist!" / doch bei dir du PC werde ich mich das nicht wagen, / weil ich weiß wie entwicklungsfähig du bist. SAW

 

28.05.2010 um 10:37 Uhr

Traumfänger

Stimmung: glücklich

Wenn ein Traum langsam auf dem Parkett seine Kreise zieht

du siehst wie er sich dreht bis ihm schwindelig wird,

gehe auf ihn zu und berühre ihn.

Zögere nicht, halte ihn fest und nimm ihn an dich.

Aber sei behutsam.

Zerdrück ihn nicht und versteck ihn nicht.

Du darfst ihn behalten, er ist dein.

Du kannst ihn gerne teilen, denn das stärkt ihn.

Er hat auf dem Boden schon so lange gelegen und auf dich gewartet.

Nun bist du gekommen und hast ihn endlich gefunden,

ihn aufgehoben, sorgsam an dich genommen und betrachtest ihn von allen Seiten.

Aber schau ihn nicht zu lange an,

ihn, deinen Traum.

Nimm ihn – ohne zu fragen –als Geschenk an dich und bewahre ihn, beschütze ihn.

Lass ihn nicht los, denn er gehört zu dir!

SAW

02.02.2010 um 18:08 Uhr

Ausgerechnet

augen::post fünf

In der Summe

sind es schöne Summanden, also Plusgeschöpfe

in der trostlosen Landschaft. Während der Wind

die Polster von den Liegestühlen

wedelt, ist man

 

auf vielen Kontinenten zugleich. Die Unterschrift

die man da und dort leistet, sieht

jedes Mal anders aus. Man fühlt sich

wie ein Kolonialherr

 

ohne Kollonien. Man fühlt sich wie ein Kapitän

ohne Crew. Man möchte

dass einen die Einheimische

 

mögen. Es reicht schon

eine Geste. Denn mit den Einheimischen

 

reden...möchte man nicht unbedingt.

Jörg Schieke

06.12.2009 um 15:32 Uhr

Ausgesucht

Stimmung: angetan

Abschied

Zu lieblich ist’s, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,
Erneust, verdoppeltst die Gefahr.

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinem Blick!
Früh oder spät mußt’ ich’s entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

Was ich gesollt, hab’ ich vollendet;
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.

Johann Wolfgang von Goethe