Gedanken Bilingual

30.06.2005 um 22:23 Uhr

Die Liebe...

von: Willi

Stimmung: Trost
Musik: none

 

 

Ach, die Liebe ist nicht da, um uns glücklich zu machen. Ich glaube, sie ist da, um uns zu zeigen, wie stark wir im Leiden und Tragen sein können.
[Hermann Hesse (1877-1962)]

30.06.2005 um 20:13 Uhr

Was Schönes...

von: Willi

Stimmung: Besser...
Musik: Clandestino Manu Chao

Schöne

Schöne,
wie im kühlen Gestein
das Wasser des Quells
als ein üppiger Blitz aus Gischt entspringt,
so ist das Lächeln in deinem Gesicht,
du Schöne.

Schöne,
mit feinen Händen und schlanken Füßen
wie ein Silberpferdchen,
leichten Ganges, Blüte der Welt,
so sehe ich dich,
du Schöne.

Schöne,
mit einem kupfernen Wuschelnest
auf deinem Kopf, einem Nest
von der Farbe dunklen Honigs,
worin mein Herz lodert und ruht,
du Schöne.

Schöne,
deine Augen haben nicht Raum genug in deinem Gesicht,
nicht Raum genug auf der Erde.
Länder gibt es, Flüsse gibt es
in deinen Augen,
mein Vaterland ist in deinen Augen,
ich durchwandere sie,
sie spenden Licht der Welt,
die ich durchwandere,
du Schöne.

Schöne,
deine Brüste sind wie zwei Brote,
aus Kornerde und Goldmohn gemacht,
du Schöne.

Schöne,
deine Taille,
sie wurde geformt von meinem Arm,
wie von einem Fluß, der tausend Jahre lang
deinen lieblichen Leib umströmte,
du Schöne.

Schöne,
nichts läßt sich vergleichen mit deinen Hüften,
vielleicht hat die Erde
irgendwo an geheimem Ort
die Wölbung und den Duft deines Körpers,
irgendwo vielleicht,
du Schöne.

Schöne, meine Schöne,
deine Stimme, deine Haut, deine Nägel,
Schöne, meine Schöne,
dein Sein, dein Licht, dein Schatten,
Schöne,
dies alles ist mein, Schöne,
all dies ist mein, du Meine,
wenn du gehst oder ruhst,
wenn du singst oder schläfst,
wenn du leidest oder träumst,
immer,
wenn du nahe bist oder fern,
immer
bist du mein, meine Schöne,
immer.

Pablo Neruda (1904-1973

30.06.2005 um 20:07 Uhr

Vielleicht von Pablo Neruda

von: Willi

Stimmung: Leicht touched
Musik: Que daría yo Danny Rivera


Tal  vez...                  Vielleicht

 

Tal vez no ser          Vielleicht nichts sein

 sin que tú seas,      ohne Dich sein
sin que vayas           Ohne daß Du den

cortando el mediodía    Mittag schneidest
como una flor azul,  wie eine blaue Blume,

 sin que camines      ohne zu  wandeln
más tarde                 später danach

 por la niebla            im Nebel

 y los ladrillos,          und den Gemäuer


sin esa luz              Ohne dieses Licht

 que llevas             daß Du trägst

en la mano             in der Hand
que tal vez otros    das Andere vielleicht 

 no verán dorada,   nicht golden erkennen
que tal vez nadie  dass vielleicht niemand
 

supo que crecía    wusste das es spriesst
como el origen     wie der rote

 rojo de la rosa,   Ursprung einer Rose

sin que seas,          ohne  zu sein

 en fin,                   letztendlich erscheinst

sin que vinieras      ohne zu erscheinen
brusca, incitante, plötzlich und aufreizend

 a conocer mi vida,    im meinem Leben
ráfaga de rosal,    wie ein Rosenleuchten

 trigo del viento,    wie Kornfeld im Wind
 
y desde entonces                und seitdem

soy porque tú eres,   bin ich weil Du bist
y desde entonces eres,  und seitdem bist,

soy y somos,                  bin und wir sind
y por amor seré,              und aus Liebe

serás,                                 wirst sein

seremos.                   , werden wir sein.
              Pablo Neruda