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13.05.2011 um 09:23 Uhr

Das perfekte Hochzeitsgeschenk

Also, ich muss ja demnächst auf ne Hochzeit… Ok, was heißt, ich muss… ich bin eingeladen. Nun, und es ist ja auch nicht die erste Hochzeit auf die ich gehe, sondern die sechste, trotzdem bereitet mir das ganze Kopfzerbrechen, weil diesmal muss ich mich selbst um ein Geschenk kümmern – bisher haben immer irgendwelche Frauen einen Betrag X in die Hand bekommen und hatten den Auftrag da irgendwas draus zu machen, aber dieses mal klappt das so nicht…

Nun, um nicht völlig falsch zu liegen, habe ich ja schon mal gefragt, was gewünscht wird. Die Braut steht eh nicht so auf Dekozeug (also keine Flohmarkt-Trophäen…) und einen „Geschenketisch“ gibt es auch nicht. Offensichtlich wollen meine Bekannten auch kein 120-teiliges Messerset aufbauen – Ok, Messer verschenkt man eh nicht also ein 120-teiliges Tortenheberset aufbauen.

Den Hinweis mit dem Sarg verkneif ich mir mal. Oder aber nur kurz: Früher war es nicht unüblich den Brautleuten zur Hochzeit (jeweils) einen Sarg zu schenken – das hatte jetzt weniger mit „Memento moriendum esse!“ zu tun, als vielmehr praktische Gründe. Naja heutzutage gilt es eher als makaber; andererseits weiß heutzutage auch keiner mehr, wo er den Sarg die ganze Zeit lagern soll, außerdem weiß man ja auch nie, ob man den Sarg nach dem man ihn 60 Jahre lang irgendwo rumstehen hatte überhaupt noch braucht -> man kann ja nachdem das Ding viele Jahrzehnt immer nur Platz wegnahm im hohen Alter mit einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik verschwinden; oder aber es kommt ein Erdbeben und man überlebt, aber der Sarg ist kaputt…

Egal, es ging ja nun nicht um Särge, sondern um Geschenke. Also die Frage nach den Wünschen wurde mit schlicht und einfach „Am Besten Geld…“ beantwortet. Aber Hochzeitsgeldgeschenke machen die Sache ja nicht einfacher. Die erste Frage ist die Höhe des Betrags – das Internet sagt hierzu -> man sollte mindestens soviel schenken, wie man den Brautleuten gekostet hat. Das hieße ja aber, dass man entweder, fragt was man denn kosten würde (bisschen unhöflich), oder, dass man die Feier abwartet, alles grob überschlägt und dann bezahlt (nicht weniger unhöflich).

Aber das Internet sagt auch -> wie viel man schenkt, hängt von der Beziehung zu den Gastgebern ab… das ist auch nicht wesentlich besser. Ich habe mir schon manchmal eine Maschine gewünscht, in die man eine kurze aber genaue Erörterung der Beziehung und der Umstände der Party eingeben kann und die dann das perfekte Gastgeschenk ausspuckt…

Nachdem ich mich dann auf einen Betrag, der mir angemessen erscheint festgelegt habe, ist nun die Frage nach dem Layout des Geldgeschenkes. Als Jugendliche haben wir uns untereinander immer eine Tafel Schokolade und Geld geschenkt – das ist wohl zu unoriginell; man kann auch kleine Scheine durch den Aktenvernichter jagen und aus den Schnippseln mit Kleister ein lustiges Brautpaar kneten, oder aber das Geld in kenianische Schuldverschreibungen tauschen und diese dann in einen Betonklotz gießen – das ist wohl zu originell… Also werde ich mal kreativ, aber nicht zu kreativ werden müssen…

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKurai schreibt am 13.05.2011 um 21:19 Uhr:Hihi, also ich finde die Idee mit dem Sarg gut. Leider ist das ganze wohl etwas arg teuer.... es sei denn du bastelst einen aus Balsa-Holz ;)
  2. zitierenelfatuo schreibt am 13.05.2011 um 22:38 Uhr:Ja, die Dinger sind verdammt teuer - ich wollte eigendlich immer von meinem ersten Gehalt einen kaufen ... andererseits wäre das noch eine nutzloses Ding mehr zum umziehen...
  3. zitierensternenschein schreibt am 20.05.2011 um 10:12 Uhr:Ein Gutschein für eine Bestattung, von einem seriösen Bestattungsunternehmen, täte es doch auch.
    Dann bräuchte man den Sarg nicht immer mit sich herumschleppen.
    Wer weiss wie oft die Brautleute noch umziehen werden?
    Naja, ist alles relativ, wenn du einen Grabstein zur Hochzeit schenken würdest, wo nur noch das Datum eingemeisselt weden muss, dann müsstest du schon im Transporter mit Hubwagen zur Hochzeit anreisen und vorher fragen, welches Gewicht die Statik ihres Wohnzimmers zulässt.
  4. zitierenelfatuo schreibt am 20.05.2011 um 21:49 Uhr:Der Gutschein ist auch gefährlich... wir leben in Zeiten, in den selbst Krankenkassen kein Menschenleben lang halten... Selbst seriöse Bestatter könnten innerhalb von 60 Jahren vom Markt oder von der Erdbebenspalte verschluckt werden...
  5. zitierenRabenmutter schreibt am 11.07.2011 um 23:10 Uhr:...oder das Brautpaar ist nach Ganzweitweg ausgewandert... dann nützt auch der Gutschein nix. Mir gefällt die Idee mit dem Sarg irgendwie, besser gesagt die Ideen hintendran - also, was alles passieren könnte...
    Kann man nicht aus den Geldscheinen lustige Origamis falten? Bestimmt gibt es da auch einen Sarg... ;-)
    (Wäre noch die Frage: Versteht das Brautpaar soviel Spaß???)

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