Jegliches braucht seine Zeit

29.11.2009 um 19:47 Uhr

Herzensmusik

Stimmung: Bewegt
Musik: Cat Stevens: Sad Lisa, Rubylove usw. usw.

Was macht man mit Musik, die einem so zu Herzen geht, dass man weinen muss?! Verbannen? Ja, ich glaube für heute muss ich ihn verbannen, den guten Cat Stevens, der ja mittlerweile Yusuf Islam heisst - seltsam aber wahr. Eine echte Bereicherung seine Musik, die ich schon lange haben wollte - das ganz sicher aber grad eben irgendwie zu "nah". Machs gut Mr. Stevens - wir sehen uns bald wieder, ganz bestimmt - aber für heute muss erstmal Schluss sein.

29.11.2009 um 12:40 Uhr

Das Leben und der Tod

Stimmung: Nachdenklich (wieder mal)

Ausgelöst durch ein Gespräch letzte Woche und eine Dokumentation gestern über den Tsunami in Asien, habe ich viel über das Leben, den Tod und wie letzterer das Leben beeinflusst und verändern kann, nachgedacht. Leben ist wirklich eine extrem faszinierende Sache, finde ich. Wenn ich darüber nachdenke, wie es hier auf der Erde dazu kam, ist es eigentlich fast kaum vorstellbar, dass so etwas möglich ist. Zu Beginn war hier nichts und zwar wirklich rein gar nichts und auf einmal tummeln sich zahllose Lebewesen in den unterschiedlichsten Formen. Einige, wie wir, haben sogar ein Bewusstsein entwickelt - ebenso faszinierend wie das Leben selbst und ebenso wenig vorstellbar, wie so etwas entstehen kann: Ein Geist, der sich selbst als existent wahrnimmt und über sich selbst und seine Umwelt bewusst reflektiert. Alles andere als selbstverständlich. Dem bewussten Geist wird früher oder später eines klar: Seine Existenz ist begrenzt - unausweichlich.

Normalerweise ist dies etwas, worüber man nicht groß nachdenkt - das ist halt so und fertig. Bei Menschen, die jedoch durch ein plötzliches Ereignis sich ihrer eigenen Endlichkeit mit voller Wucht bewusst wurden, ist das anders. Man hört immer wieder davon, dass jemand einen Herzinfarkt etwa überlebte und danach sein komplettes Leben änderte. Auch Überlebende anderer Krankheiten, die sie an die Grenze zwischen Leben und Tod führten, ergeht es ähnlich. Auch aus den Berichten der Überlebenden des Tsunami, in der Dokumentation gestern, wurde dies deutlich. Alle berichteten von ihrem Überlebenskampf, der Mechanismen in Gang setzt, die uns normalerweise unbekannt sind und alle änderten danach etwas oder auch vieles innerhalb ihres Lebens. Es fand bei allen eine Verschiebung der Werte statt.

Ich kenne das, denn ich habe so etwas auch erlebt. 2001 - einen Tag vor dem Anschlag auf das World Trade Center in den USA - hatte ich einen Unfall. Ich war im Urlaub und mir fuhr ein Transporter über meinen linken Fuß. Mein Oberkörper krachte gegen das Auto, doch bis auf meinen Fuß war zum Glück nichts weiter folgenschwer betroffen. Dennoch erschütterte mich das Erlebnis. Die Plötzlichkeit und Unvorhersehbarkeit, dieses Gefühl, dass es jederzeit passieren kann und ich weiß nicht wann, das erschütterte mich zutiefst. Ich wusste auch, dass ich Glück gehabt hatte. Einen Schritt weiter, nur eine Sekunde weiter und der Wagen hätte mich frontal erwischt. Ganz sicher wäre dann mehr passiert, als "nur" ein zertrümmerter Fuß. Vielleicht wäre ich sogar den Abhang neben der Straße hinabgeschleudert worden und vielleicht ... ja, vielleicht hätte ich den Unfall dann nicht überlebt. 

Das Erlebnis und das konkrete Spüren meiner Endlichkeit ließen mich lange nicht los. Vieles, was vorher wichtig gewesen war, wurde unwichtig. Andere Dinge bekamen mehr Relevanz. Angesichts der eigenen Endlichkeit, dem Erkennen, dass man nicht ewig Zeit hat, fängt man an sich um Dinge zu kümmern, die man sonst vielleicht nie im Leben mehr tun kann. Wenn man alles ewig aufschiebt, ist es irgendwann zu spät. Wenn man einen etwa Berg erklimmen will, sollte man dies tun, bevor man vielleicht nicht mehr mobil genug dazu ist. Bis heute ist es so, dass der Tod mein ständiger Begleiter ist. Er hängt eigentlich ständig wie ein Damoklesschwert oder wie ein Mahnmal über mir und erinnert mich daran, dass nichts ewig andauern wird. Manchmal tröstlich - meistens jedoch erschreckend. Ich versuche danach zu leben, danach, dass ich nicht ewig Zeit haben werde, damit ich dann am Ende - das leider unausweichlich ist - nicht zurückblicke und die vielen verpassten Möglichkeiten bedaure, die ich nicht genutzt habe.

28.11.2009 um 13:27 Uhr

Mein Kontakt zur Außenwelt bröckelt

Stimmung: Leicht angenervt

Mir ist gestern schon aufgefallen, dass meine Internetverbindung irgendwie langsamer war, als sonst. Da ich aber eh erschlagen und müde war, ignorierte ich dies, wodurch mir gestern leider entging, dass nicht nur die Internetverbindung muckt, sondern auch meine Telefonverbindung, denn die ist komplett zusammengebrochen, wie ich heute feststellen musste. Telefon tot und Internet auf urzeitlichem 56kb-Modem-Niveau pünktlich zum Wochenende. Hurra!

Ich hab nicht lange gefackelt und bei meinem Anbieter angerufen. Nachdem ich mich durch endlose Ansagen "Wenn Sie dies und jenes wollen, drücken Sie die 1 ..." usw. gedrückt hatte, wurde mir von einer Stimme von Band versprochen, dass man mich mit einem Kundenberater verbinden würde. Es dudelte eine Pausenmusik; und dudelte und dudelte ... Leider immer derselbe Song - fürchterlich! Nach geschlagenen 10 Minuten hatte ich endlich eine Dame am Apparat, der ich mein Problem schilderte. Sie konnte mir sogar ziemlich schnell helfen, indem sie feststellte, dass nicht sie für mich zuständig ist, sondern die Störungsstelle, die ich im Gegensatz zu ihr sogar kostenfrei erreichen könne. Wie schön: Da habe ich also keine Ahnung wie viele Euro in einer Warteschleife verbraten, da ich ja über Festnetz nicht telefonieren konnte, denn dieses ist ja tot, gell, um zu erfahren, dass es eine kostenfreie Nummer gibt, die eigentlich für mich zuständig ist. Da hätte mich die Bandansage eigentlich auch hinleiten können aber das wäre ja zu einfach.

Also: Neue Nummer, neues Glück. Wieder landete ich in einer Warteschleife - diesmal ca. 20 Minuten und wieder mit dem selben Song, wie zuvor. Ich legte das Telefon zeitweilig schon aus der Hand, weil mich die Endlosschleife ermüdete und so hätte ich fast verpasst, als endlich ein Herr am anderen Ende nach meinem Begehr fragte. Ich war in dem Moment zu zermürbt, um mich über die Wartezeit zu mukieren, also schilderte ich dem Mann am anderen Ende etwas matt mein Problem. Er fing an die Leitung durchzumessen und maß und maß und offenbarte mir irgendwann, dass es einen Kurzschluss gäbe innerhalb der Leitung und da müsse ein Techniker ran. Aha - und wann? Jaaaa, also vor Montag ja nich mehr. Toll ... Darüber habe ich mich dann doch mukiert und gepocht, dass sich heute noch jemand darüm kümmern solle gefälligst. Da wurde ich doch tatsächlich darauf hingewiesen, dass nun nach 12 da keiner mehr sei. Zur Erläuterung: Es war 12:20 Uhr. Wie lange hatte ich allein in Warteschleifen verbracht?! Richtig: Mindestens 30 Minuten - ergo hatte ich im Prinzip rechtzeitig angerufen. Ganz toll ... Aber alle Logik half nix - vor Montag wird das nix mehr. Also habe ich jetzt für mindestens zwei Tage recht rudimentären Kontakt zur Außenwelt - schrecklich ... Dabei wollte ich viele anrufen, von denen ich lange nichts mehr gehört habe, seit ich wieder arbeite. Traurig

Da bleibt mir nur, mich heute intensiv endlich meinem Schokoladentest zu unterziehen. Soh! Die zu testende Schokolade wurde mir freundlicherweise von einem meiner Kollegen, die von meinem Schokoladenüberfluss profitiert hatten, zur Verfügung gestellt, denn die hätte ich ja sonst erst noch kaufen müssen. Das war wirklich eine extrem freudige Überraschung! Fröhlich Ich habs auch tatsächlich geschafft diese gestern noch nicht zu verzehren. Ganz brav war ich. Aber heute muss sie dran glauben und heute brauche ich die auch!

27.11.2009 um 18:06 Uhr

Ich war beim Fernsehen!

Stimmung: Divenhaft (ne, nich in wirklich)

Heute war mein Termin beim Fernsehen. Also bei dem regionalen Fernsehen (und zwar so richtig regional). Ich verließ meine Arbeitstsätte zeitig, um per Regionalverkehr (passend zum Regionalfernsehen), zur Aufnahme zu gondeln. An der Bushaltestelle nichts ahnend in die Gegend träumend, wurde ich prompt Zeugin einer Massenkarambolage, in die vier Fahrzeuge verwickelt waren - direkt vor meinen Augen. Mein erster Gedanke: Ach du Schreck! Ist jemand verletzt? Nein - gut! Der Zweite: Hoffentlich verzögert sich jetzt nicht die Abfahrt des Busses, sonst verpasse ich die Regionalbahn und am Set sind alle böse. Mein dritter Gedanke: Ob das ein schlechtes Omen für das Interview ist?! Die "Schuldige" an der Karambolage, die von einer nahenden Krankenwagensirene so verunsichert war, dass sie einfach hielt und in dieser Position verharrte - mitten auf einer Hauptstraße - machte sich übrigens klammheimlich aus dem Staub, nachdem durch sie vier Fahrzeuge ramponiert waren.

Der Bus kam, fuhr zum Glück pünktlich ab und füllte sich mit Massen von Menschen. Neben mir stand offensichtlich ein Paar - das Gespräch ließ zumindest ganz deutlich darauf schließen. Draußen ging ein leichter Schauer nieder, was die Frau bemerkte: "Guck mal, es schneit!" Er: "Es schneit nicht, das ist Regen!" Sie: "Echt Regen?" Er: "Ok, es ist Schnee, wenn du dann besser gelaunt bist." Ich musste etwas grinsen. Offensichtlich hatte die Strategie des Mannes Erfolg, denn sie verstummte und er fing an seine kleine Notlüge auszuschmücken - leicht zynisch allerdings: "Ganz klar Schnee. Dicke weiße Flocken. In 10 Minuten ist hier alles weiß". Trotz des virtuellen Schneegestöberserreichten wir pünktlich den Bahnhof. Ich suchte noch rasch die Toiletten auf, um mir meine Wimpern zu tuschen - man muss ja beim Fernsehen schließlich repräsentieren, gell?!

Die Regionalbahn füllte sich mit Schülerhorden und auch in meine Vierersitzgruppe quetschten sich vier junge Mädels. Sofort bereuhte ich nicht mehr meinen MP3-Player vergessen zu haben, versprachen doch deren Gespräche hochinteressant zu werden. Waren sie dann auch. Als erstes zückten alle ihre Handys, um irgendetwas zu machen. Da kann ich locker mithalten, dachte ich, zückte meinerseits und schrieb eine SMS. Noch einmal holte ich mein Handy allerdings nicht heraus, debattierten die drei doch wenig später darüber, dass im letzten Jahr Klapphandys coll gewesen seien aber heutzutage geht das ja so gar nich mehr. Na und nun bitte alle einmal raten, was ich für ein Handy besitze. Richtig: ich bin ommamäßig uncool. Selbst wenn mich jemand angerufen hätte, wäre ich nicht mehr rangegangen, sondern hätte mich statt dessen strafend umgeguckt, nach dem Motto: Mensch, wer lässt denn da sein Handy so lange klingeln?! Zum Glück waren die Mädels schon bei einem anderen Thema: Jungs - logisch! Sie zeigten sich haufenweise Fotos von sonstwem. Auf einige konnte ich verstohlen drauf schielen und war doch etwas befremdet, dort z.B. einen Halbnackten zu erspähen, der seinen Sixpack präsentierte und vorgestellt wurde als "Der geht bei mir auf die Schule". Was für Zeiten?! Ich hatte damals noch nich mal halbnackte Bilder meines Freundes. Ok, die Fototechnik war damals natürlich auch noch nicht so weit aber trotzdem. Heutzutage hat man das offensichtlich sogar von ganz entfernt Bekannten.

Schließlich kam ich an und verließ Mädels und R-Bahn. Im Sender überkam mich zum ersten Mal ein wenig Aufregung, die ich zuvor gar nicht verspürt hatte. Da stand ein Pult und Stühle und Kameras und Lampen und alles wegen mir! Ach, wie spannend! Spannend! Nachdem man mein Gesicht etwas abgepudert hatte, ging es auch schon los. Drei Kameras auf mich und die Dame, die mir die Fragen stellte, gerichtet. Gleißendes Licht, das blendete und extrem warm war. Huch, so ein Set ist auch anstrengend irgendwie. Wir legten los: Sie befragte mich, wie das war, als ich arbeitslos war, wie ich darauf kam, darüber ein Buch zu schreiben, was ich so erlebt hatte, was ich jetzt so mache etc. etc. Ich kam ins Plaudern - ganz natürlich. Puh, watt war ich souverän. Wär ich beim Günther Jauch aber bestimmt nich. Fröhlich Das Ding war schnell im Kasten. Alles toll. Doch dann schaute die Interviewerin kurz in die Bänder, um die Qualität zu checken. Sie warnte mich vor: Sich selbst findet man schrecklich auf Film. Da hatte sie verdammt Recht! Ganz schrecklich sogar! Außerdem stimmt, was alle Fernsehleute immer sagen: Man wirkt mindestens vier Kilo dicker. Na super. Die Bänder vernichten brauchte ich jedoch gar nicht, denn beim anhören wurde eines gleich deutlich: Rauschiger Ton. Alle ratlos - ich etwas enttäuscht. Der Crash war doch ein ungutes Omen.

Also musste das ganze Interview nochmal gemacht werden. Ich hasse Wiederholungen. Aber ich bemühte mich entspannt zu bleiben und sagte mir: So is das beim Dreh: Jede Szene zig mal und der Profi is der, der jedes mal so spielt, als sei es das erste und nich das zigste mal. Also gab ich nochmal alles und auch das zweite Interview verlief super - war dann aber leider etwas kürzer. Ja und noch leidiger: Auch diesmal war der Ton rauschig. Alle völlig ratlos - ich völlig enttäuscht. Der Interviewerin war es offensichtlich etwas peinlich. Sie versucht nun dennoch etwas aus den Aufnahmen rauszuholen. Ich hoffe, es gelingt ihr. Ich will doch ins Fernsehen - auch, wenns nur das ganz, ganz regionale ist ...

26.11.2009 um 18:39 Uhr

Mein neues Gebiss 2.0 beta

Stimmung: Strahlend

Heute hatte ich die zweifelhafte Freude direkt von der Arbeit zum Zahnarzt zu marschieren - genau, wie vor genau einer Woche bereits. In meinem Mund tummelte sich nämlich so viel zahnäztliche Arbeit, dass man mir gleich zwei Termine zuschusterte (oder müsste es in diesem Kontext "zuzahnarzte" heißen?! Fröhlich). Löcher im eigentlichen Sinne habe ich keine - habe und hatte ich im Grunde auch nie. Mein Problem ist abgeplatzter Zahnschmelz und Furchen unten an den Zahnhälsen. Sowas kommt von zu viel "Druck" - im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich bin seit langem innerlich so unter Druck, dass ich meine Zähne nachts dermaßen aufeinanderbeiße, dass sie kaputt gehen. Heftig aber wahr. Um dem vorzubeugen bekomme ich nun eine Beißschiene, die ich nun statt der Zähne nachts zerstören kann.

Mein Zahnarzt ist einer von der "ganzheitlichen" Sorte - volkstümlich könnte man ihn auch einfach etwas esoterisch nennen. Eine Eigenart, die seltsamerweise vielen Zahnärzten eigen ist. Mir ist dies im Prinzip egal, denn mein Zahnarzt ist nicht nur kompetent, sondern auch sehr sympathisch und strahlt irgendwie eine gewisse innere Ausgeglichenheit aus, die sehr entspannend wirkt. Da sieht man schonmal im Wartezimmer über einen Ionisierer hinweg, der leise vor sich hinzischelnd die Luft samt Patienten ionisiert. Keine Ahnung, was das bewirkt aber schaden wirds hoffentlich schonmal nicht.

Leicht ionisiert wurde ich ins Behandlungszimmer gebeten. Als mein Zahnarzt zu mir kam, rief ich ihm mit dem Mut der Verzweifelten "Da bin ich wieder!", entgegen. Er lachte - ich auch. Leider wusste ich bei diesem Termin, was mich erwarten würde. Keine eigentlichen Schmerzen aber so ein heftiges Ziehen, wie bei extrem empfindlichen Zähnen. Mein Zahnarzt merkte folgerichtig an: "Ich erkläre Ihnen heute nichts - sie wissen ja, was sie erwartet", was ich mit einem "Das stimmt und ich bin nicht begeistert", konterte. Er lachte - ich nur noch leicht gequält. Die Tortour begann. Ich schloss die Augen und verstieg mich intensiv in Gedanken - egal welche, hauptsache innerlich abdriften. Tatsächlich gelang dies sogar, denn irgendwann waberte eine Stimme zu mir durch: "Bitte den Mund weiter öffnen". "Hnnghhnn", sagte ich und konzentrierte mich widerwillig wieder etwas mehr auf die Tortour in meinem Mund.

Irgendwann war der freundliche Mann neben mir, der so böse Dinge tat, endlich fertig. Er strahlte mich freudig an und verkündete: "Sie wissen doch noch, wie es vorher aussah, oder?! Dann schauen Sie mal jetzt!" Gott, wie der freundliche Mann sich freute und glücklich lächelte. Selbst wenn mein Mund in Trümmern gelegen hätte, hätte ich es nicht übers Herz gebracht ihn zu rügen. Einen Mann, der sich so auf eine freudige Reaktion freut, den darf und kann ich einfach nicht enttäuschen. Brauchte ich allerdings auch nicht. Ein Blick in meinen Mund genügte, um meinerseits zu strahlen. Das hat er wirklich ganz toll gemacht mein Zahnarzt! Fröhlich

25.11.2009 um 19:10 Uhr

Alles und nichts

Stimmung: Mäßig

Ich könnte über so vieles schreiben heute. Darüber, dass ich mir mal wieder Sorgen über den gesundheitlichen Zustand meiner Mutter mache, die innerhalb der letzten Jahre so oft krank war und zig mal operiert wurde. Zum Glück ging alles gut aus aber wenn ständig was war, schrillen einfach sehr schnell die Alarmglocken, wenn dann wieder mal was ist bzw. sein könnte. Man könnte auch sagen: Die Nerven sind diesbezüglich recht überstrapaziert.

Zusätzlich dazu ist es auf der Arbeit weiterhin extrem stressig. Keine Ahnung, wann ich mich zuletzt so lange so überfordert gefühlt habe - als sei der Zeitdruck nicht eh schon genug. Die Stimmung ist nach wie vor schlecht innerhalb der Firma und demnächst ziehe ich auch noch mit einigen Wenigen in eine Baustelle - ein Nachbargebäude, in dem bisher weder eine Küche existiert, noch eine anständige Toilette - das wird beides erst noch fertig gestellt. Immerhin gibt es ein Herrenklo - auch mehr Baustelle, als Klo, das alle gemeinsam nutzen dürfen - sowas verbindet bestimmt auch irgendwie; auf eine ganz zweifelhafte Art und Weise. Auch mit den Bauarbeitern, die die Toilette auch nutzen. Wie schön, mit Manni und Kalle auf du und du. 

Ich könnte auch darüber schreiben, dass ich mir momentan manchmal mehr als sonst wünsche, dass jemand da ist, wenn ich nach Hause komme. Jemand, der mich fragt, wie mein Tag war, mich in den Arm nimmt und mir sagt, ich soll mir keine Sorgen machen und das wird schon alles wieder - manchmal wirklich Gold wert. Ich habe in den letzten Jahren vieles alleine gemeistert - ich kann das offensichtlich aber manchmal will ich das nicht mehr. Auf der anderen Seite kann man sich jedoch innerhalb einer Beziehung einsamer fühlen, als wenn man wirklich alleine ist. In meiner letzten Beziehung war das so, da hatte ich selten das Gefühl, dass mein Partner für mich da war. Im Grunde habe ich mich damals bereits alleine durch alles durchgekämpft. Am Ende fühlte ich mich einfach nur noch erschöpft. Das tragische Ende an der Seite eines Egozentrikers.

Momentan fühle ich mich auch wieder sehr erschöpft - auch ganz ohne Mann. Obwohl ich diese Woche immerhin gut schlafe. Vermutlich alles ein bischen viel und dazu fängt mein Hals auch noch an zu kratzen. Ich hatte Sonntag bereits den Eindruck etwas krank zu werden: Erhöhte Temperatur und Mattigkeit.

Über die Dame über mir könnte ich auch schreiben. Die rennt nämlich immer durch die Wohnung, dass es nur so bollert und scheppert. Manche Menschen sind einfach von Natur aus laut. Ich kapier es nicht. Ich bat sie sogar mal, etwas leiser zu sein - vor allem nach 22 Uhr und bitte nicht mit Schuhen auf dem Holzfußboden rumzutrampeln aber nein ... sie trampelt weiter. Ich glaube echt, die is einfach "naturlaut". Irgendwann vor ihr - in die Wohnung zieht immer einmal pro Jahr wer neues, keine Ahnung warum - wohnte da mal ein geschiedener Vater von zwei Kindern, die alle 14 Tage bei ihm waren aber von denen hörte ich kaum was. Dabei waren die zu dritt! Die menschliche Natur ... ein Rätsel ... mindestens die ...

In diesem Sinne ...

23.11.2009 um 17:30 Uhr

Fiat Lux

Stimmung: Novembrig
Musik: Guns 'N Roses - November Rain

Booaahhh, warum hat Gott nur den norddeutschen November erfunden?! Ich brauche das echt nicht, dieses ewig dunkle, nieslige bzw. regnerische und stürmische. Neee, ich will Wärme, Helligkeit und am besten direkte Sonneneinstrahlung, ansonsten schmollen meine halbitalienischen Gene ganz arg. Alternativ hätten sich meine Eltern auch "damals" einfach entscheiden können, in Italien zu leben, statt in Deutschland. Ok, dann hätte ich jetzt einen zweifelhaften Medienmogul an der Regierungsspitze aber immerhin wäre ich dabei aufgrund der Sonnenintensität gut gelaunt.

Hab grad mal geschaut: Dort sind es momentan 16 Grad mit strahlender Sonne. Im November! Das muss man sich mal vorstellen. Ja und das sogar, obwohl der Ort in Norditalien liegt. Im Süden ist bestimmt fast noch Hochsommer. Hach ja, hach ja ...

Meine liebe A., für den Fall, dass du hier mitlesen solltest: Wie erträgst du das nur so helligkeitstechnisch und temperaturmäßig da oben in Norwegen zurzeit?! Ich würde eingehen ... Traurig

Als kleinen "Sonnenersatz" füge ich mal Bilder meines Lieblings-Ginkgo-Bäumchens hier um die Ecke, der an einem der letzten Sonnentage gewohnt strahlend Gelb leuchtete.

 

22.11.2009 um 12:33 Uhr

Schokoladenüberfluss

Stimmung: Heißhungrig

Bei mir herrscht grad ein absoluter Schokoladenüberfluss. An sich nicht dramatisch?! Oh doch, denn bei Süßem, vor allem in Form von Schokolade, gilt für mich leider: Wenn es da ist, muss ich es essen. Um zu erklären, warum nun Schokoladenüberfluss bei mir herrscht, muss ich weiter ausholen und zwei Vorgeschichten erzählen.

1. Es muss nun schon so 4-5 Jahre her sein, da schrieb ich an die Hersteller von Mars eine Mail - streng genommen sogar eine Fake-Beschwerdemail. Ich mache das manchmal, weil es 1. Spaß macht, so etwas zu formulieren und ich 2. auf kostenlose Produktproben hoffe. Innerhalb dieser Mail muckierte ich mich pseudomäßig darüber, dass der Werbeslogan des Produktes "Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück", nicht zutreffen würde, da ich mich nach dem Verzehr genauso energiearm, wie vorher fühlen würde. Mars antwortete. Was genau, weiß ich nicht mehr aber kostenlose Produktproben gab es nicht, obwohl ich extra darauf hingewiesen hatte, dass ich mich gerne durch kostenlose Produktproben vielleicht dann doch noch von der Qualität des Produktes überzeugen lassen würde. Fröhlich Aber Pustekuchen. Statt dessen lud mich Mars dazu ein, bei ihnen Schokoladentester zu werden. Da sagt frau natürlich nicht nein! Vermutlich dachten die sich: Die hat sie zwar nicht alle aber sie schreibt kreativ und scheint sehr kritisch. Ja und nun schicken sie mir ab und an neue Schokoladenvariationen, die ich dann im Dienste der Wissenschaft essen muss. Hö hö ...

2. 2006 und 2007 waren für mich extrem schwierige Jahre. Mir ging es sehr schlecht und ich durchlebte wirklich lange Phasen in ganz, ganz tiefen Löchern. Während dieser Zeit nahm ich ziemlich zu. Meine Psyche versuchte wohl irgendwie das mentale Tief durch die Zufuhr von Süßem abzufangen, was natürlich nicht wirklich klappte. Es ging mir weiterhin nicht gut und zudem nahm ich also auch noch zu. Ende 2007/Anfang 2008 gab es dann ein Ereignis, was dazu führte, dass ich tagelang fast gar nichts mehr essen konnte. Meinen Appetit trübt selten etwas aber da war es der Fall. Positiver Nebeneffekt: Ich nahm etwas ab. Ich dachte mir, dass es ein guter Zeitpunkt sei, um grundsätzlich etwas zu ändern und oblegte mir einige "Regeln" auf: Wieder regelmäßig Sport machen (dreimal die Woche), die Nahrung in gesunde Bahnen lenken und zuckerartige Lebensmittel nur noch an einem Tag der Woche. Das Prinzip hat sich bewährt, denn innerhalb der letzten zwei Jahre habe ich so rund 10 Kilo abgenommen und fühle mich nun mit mir selbst deutlich besser. 

Aber wie kam es nun also zu dem besagten Schokoladenüberschuss? Ganz einfach: Gestern war ich vormittags einkaufen und hatte mich auch mit Schokolade für meinen "Schokoladentag" eingedeckt. Als ich die Post aus dem Briefkasten holte, war da auch eine Sendung von Mars dabei, für die ich wieder Schokolade testen soll. Dafür soll ich ein bestimmtes Produkt kaufen gehen und als Dank haben sie mir eine Tafel Schokolade beigelegt. *hilfe* Nun liegen hier zwei Tafeln Schokolade und kaufen soll ich auch noch welche. Eine Tafel im Schrank liegen zu lassen, bis zum nächsten Schokoladentag geht leider nicht, denn wie gesagt: Wenn sie da ist, muss ich sie essen! Einzige Lösung: Ich esse die eingeplante Tafel, nach der mir eh schlecht sein wird und ich verschenke die andere morgen auf der Arbeit. Das zu testende Schokoladenprodukt kaufe ich am besten auch erst am Freitag oder Samstag - dann passt wieder alles! Fröhlich

21.11.2009 um 14:41 Uhr

Der normale Shoppingwahnsinn

Was war ich gestern Abend erschöpft und fertig mit der Welt. Da ich es irgendwie zu früh fand, um 19 Uhr bereits ins Bett zu gehen, obwohl ich mich echt danach fühlte, schaute ich erst noch einen Film. Den verfolgte ich etwas ungeduldig, weil ich endlich, endlich schlafen wollte. Da ich den Film aber irgendwie noch durchziehen wollte, stellte ich ihn nicht vor Ende aus, sondern beließ es beim Nu kommt endlich zur Sache und Nu macht ma hinne denken. Gegen 22 Uhr plumpste ich dann schließlich zufrieden in mein Bett und schlief sogar relativ gut bis 8 Uhr. Das reicht annähernd.

Trotz der 10 Stunden Schlaf bin ich aber noch immer ziemlich erschöpft heute. Bei mir immer ein deutliches Zeichen, dass irgendetwas zu viel war: Stress, Sport, Psychostress etc. etc. Ich beschlos dennoch in die Stadt zu gehen, weil ich ein/zwei Dinge kaufen wollte. An einem Bekleidungskaufhaus wurde mit "20% auf alle Jacken und Mäntel" geworben. Der Schlichte Satz hatte offensichtlich bei hunderten von Frauen spontan sämtliche Sicherungen durchbrennen lassen, denn in der Mäntel- und Jackenabteilung war schlichtweg die Hölle los. Wie besessen wühlten die Damen in den Mäntel - begleitet von nicht ganz so begeistert guckenden Männern. An dieser Stelle sei mal gefragt: Meine Damen, warum schleppt ihr eigentlich eure Männer immer mit auf eure Shoppingtours? Männern macht das keinen Spaß - wirklich! Ich wette, ihr habt beide mehr Spaß, wenn ihr alleine geht oder aber euren Mann ins nächste Café oder Elektrogeschäft schickt. Alles andere bedeutet Stress für alle Beteiligten. Diesen Mitnahmezwang habe ich wirklich nie verstanden.

Ich wühlte nicht in den Mänteln, sondern in den Hosen. Bereits nach der ersten Anproberunde war mir ätzend warm, weil es in Umkleidekabinen immer überhitzt ist. Außerdem roch es nach altem Schuh, was meinen Zustand nicht grad positiv beeinflusste. Ich wurde noch nicht mal durch ein "Erfolgserlebnis" in Form einer gut sitzenden Hose belohnt. Nix da! Alle saßen irgendwie beknackt - nur aus unterschiedlichen Gründen. Bei den Schnitten steigt im Übrigen auch niemand mehr durch. Früher, da gab es einfach "Hosen". Heute aber, da gibt es "Straight Leg", "Boothcut", "Regular Leg" oder aber (hatte ich vorher noch nie gesehen): "Boyfriend Leg". Was bitte ist "Boyfriend Leg"?! Darf ich eine Hose mit diesem Schnitt nur kaufen, wenn ich einen Boyfriend habe, oder wie?! Gut gesessen hat die in jedem Fall auch nicht - vielleicht, weil der "Boyfriend" fehlt; wer weiß das schon ...

Nach der dritten Runde Hosen anprobieren war ich am Ende meiner Kräfte und Nerven. Mir war außerdem warm. Also stiefelte ich Richtung Ausgang. Leider kam ich an Ständern mit Modeschmuck vorbei. Früher trug ich viel Schmuck - dann eine sehr lange Zeit gar keinen mehr aber seit einiger Zeit hat es mich wieder gepackt und zwar so richtig. Kaum sehe ich Schmuck, muss ich wie eine Elster diesen sofort betrachten und ggf. kaufen. An einem der Drehständer kam es zu einer klassischen Situation: Ich betrachtet mir die eine Seite des Drehständers, der insgesamt drei Seiten hatte. Plötzlich riss ein junges Ding auf der anderen Seite an dem Ständer. Ich war aber zuerst da!! Keinesfalls gewillt nach dem Prinzip Der Klügere gibt nach vorzugehen, riss ich statt dessen meinerseits an dem Ständer und giftet das junge Ding nonverbal an. Dieses lächelte etwas entschuldigend und ließ von meiner Beute ab. Gut so ...

Anschließend verließ ich allerdings dann auch die Stadt. Samstags ist es dort noch anstrengender, als sowieso schon, denn meine lieben Herren: Auch mich erschöpft das Shoppen. Ich erlebe zwar durchaus Glücksmomente, wenn ich was schönes gefunden habe, dennoch bin ich echt schnell am Ende meiner Kraft und Geduld und will nur noch nach Hause ...

20.11.2009 um 17:07 Uhr

Autopilot

Stimmung: Fix und fertig
Musik: Korn

Meine Güte, was für eine Woche ... Geht es eigentlich in allen Firmen bzw. bei allen Arbeitsstellen bisweilen zu, wie im Tollhaus?! Muss das so sein? Wenn ja: Warum? Eventuell bin ich ja ein wenig idealistisch angehaucht aber ich denke immer, dass ein "Miteinander" auch möglichst angenehm verlaufen kann, wenn alle sich an bestimmte Regeln halten. Bin ich zu blauäugig? Vermutlich ... Mein Chef ganz, ganz "damals", als ich eine Lehre gemacht habe, der sagte mal zu mir: "Sie sind zu gut für diese Welt" und das war von ihm nicht als Kompliment gemeint - eher als Kritik. Mich hat das echt tief getroffen, denn ich begriff nicht, was daran schlecht sein sollte, einen weichen Kern zu haben, Emotionen zu haben und zu zeigen und nicht mit ausgefahrenen Ellenbogen durchs Leben zu marschieren. Ich gehöre eben nicht zu jenen, die sich in Machtrangeleien versteigen, um ihre Geltungsneurose zu pflegen. Ich brauche das nicht, denn ich definiere mich über ganz andere Werte. Andere aber brauchen das und das Schlimme daran ist, dass vor allem im Job dann alle anderen, die direkt mit jenen zu tun haben, mit darunter leiden.

Nicht verwunderlich: Solche Menschen finden sich oft in gehobenen Positionen, denn ihnen ist gemein, dass sie 1. wenig Rücksicht auf andere nehmen und 2. einen übersteigerten Geltungsdrang haben. Beides trifft auf mich mal ganz und gar nicht zu. Ich würde nie rücksichtslos vorgehen, nur noch mein Ziel verfolgen und über Leichen gehen. Mir ist es immer wichtiger miteinander zu arbeiten, statt gegeneinander. Vermutlich komme ich so nie in eine Führungsposition aber da will ich auch gar nicht hin. Vielleicht bin ich zu gut für diese Welt aber ich bin ganz zufrieden damit, wie ich bin - eventuell ist ja auch die Welt nicht richtig.

Um auf andere Gedanken zu kommen, ging ich heute nach der Arbeit Laufen. Bei dem Wetter eine doppelte Freude. Wie nötig das war, merkte ich, als ich zwischendrin mal zu mir kam, denn die meiste Zeit lief ich quasi mit Autopilot. Bewusst bekam ich gar nicht mehr mit, wie und wo ich lief, so sehr war ich in Gedanken. Mein kleiner iPod lieferte zuverlässig wie immer die passende Musik: Zu Beginn sehr krachig, was oft dazu führt, dass ich einen Zahn zulege und so noch besser alles abschütteln kann, was mich beschäftigt. Ich hab gleich gemerkt, nachdem ich den iPod bekam, dass der mich versteht. Er wählt selten die falsche Musik. Nur heute, als ich fast zuhause war, hat er sich dann etwas vergriffen, kam als Abschlusslied doch "Street Spirit" von Radiohead. Ein Lied, das mich ganz tief drin berührt. Wie eigentlich das meiste von Radiohead. Es gibt wenig Bands, die es vermögen ihre ganz tiefen Emotionen musikalisch umzusetzen. Radiohead können das extrem gut. Eigentlich doch ein schöner Abschluss beim Laufen nach den krachigeren Varianten ...

Wer den Song nicht kennt und in den Genuss kommen möchte: 

http://www.youtube.com/watch?v=BrZTNhW44-o

Was ein schöner Song ... Fast schon "zärtlich". 

18.11.2009 um 17:00 Uhr

"Du hast mich in einer seltsamen Phase meines Lebens kennengelernt"

Stimmung: Zerschlagen
Musik: Pixies - Where is my Mind (logisch)

Kennt jemand den Film „Fight Club“? Sicher wird den jemand kennen und wer ihn einmal gesehen hat, der vergisst ihn ganz sicher nicht so schnell. Mich hat der Film schlichtweg umgehauen, als ich ihn damals im Kino gesehen habe und das liegt nicht in erster Linie an einem wunderhübsch anzusehenden Brad Pitt. Fröhlich Nicht, dass ich falsch verstanden werde, ich gehöre nicht zu jenen etwas kreischigen Frauen, die bei jedem Anblick von Brad Pitt in Verzückung geraten. Dazu gehört schon etwas mehr, denn das rein Äußerliche hat noch nie genügt, um mich in Ekstase zu versetzen. Brad Pitt (wie auch andere Schauspieler) finde ich nicht grundsätzlich toll, schon gar nicht in seinen ultrakitschigen Rollen, die er leider auch ab und an mal spielt (Obwohl ich bei "Der seltsame Fall des Benjamin Button" zugegebenermaßen heulen musste aber das lag nicht primär an Brad Pitt). Ganz sicher finde ich ihn jedoch innerhalb seiner Rolle in besagtem Film toll und zwar auch, weil er da hübsch anzusehen ist aber vor allem eben wegen der Figur, die er verkörpert. Das „Gesamtpaket“ stimmt also sozusagen. Oh ja!

Der Film haute mich also absolut um – so sehr, dass ich ihn allein im Kino noch weitere zwei Male angeschaut habe und auf DVD weitere unzählige Male. Ich glaube viele Passagen kenne ich mittlerweile auswendig. Keine Ahnung warum aber der Film gehört zu den wenigen, die es vermögen meinen Körper dazu zu bringen unzählige Glückshormone auszuschütten, so dass ich mich hinterher eigentlich immer gut fühle. Angesicht der Thematik ist das allerdings etwas bedenklich, wenn man es genau betrachtet und ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, was das über mich aussagen könnte. Fröhlich Es gibt nur wenige Filme, die ihre Faszination für mich so lange behalten haben, zumal der Film nun bereits 10 Jahre alt ist. Eine Passage, die mir immer dann in den Sinn kommt, wenn ich – wie heute – extrem unausgeschlafen bin, ist der Anfang des Filmes. Der Hauptprotagonist kann nämlich nicht schlafen und schildert sein Gefühl wirklich sehr treffend: „Wer nicht schlafen kann, ist immer wach – aber eigentlich nie wirklich“. Aber auch: „Man fängt an, sich unwirklich zu fühlen … wie eine Kopie …“

Jaaa und so geht’s mir heute auch. Wieder mal bin ich viel zu spät eingeschlafen, weil ich einfach nicht einschlafen konnte. Ich hasse das! In letzter Zeit neigt mein Körper dann auch noch dazu, dieses Schlafdefizit nicht etwa möglichst zu minimieren, indem er dann bis zum Wecker aber sowas von durchschläft. Nee, nee, so läuft das dann nicht, sondern ganz im Gegenteil: Ich bin stattdessen dann auch noch eher wach. Schrecklich … Einziger Vorteil: Ich war heute früh bei der Arbeit – sehr früh! Nachteil: Ich stehe komplett neben mir und habe arge Probleme mich zu konzentrieren. Außerdem brennen meine Augen wie bekloppt. Ätzend … Ich hasse solche Zustände. Der Geist wirkt komplett verklebt und die Gedanken fließen wie dicker Sirup durch mein Hirn. Die Welt erscheint mir unwirklich bzw. ich selbst erscheine mir auch etwas unwirklich. Alles ist wie durch einen Schleier. Kann auch Vorteile haben nicht alles richtig mitzubekommen – muss es aber nicht! Ich bin immer nur dankbar und froh, wenn ich an solchen Tagen nichts wirklich relevantes leisten muss, denn das Konzentrieren fällt extrem schwer.

Gleich bin ich noch zum Essen eingeladen. Puh, ich würd lieber schlafen gehen aber nun gut ... Ich freu mich ja auch - wirklich! Außerdem gibt es dort ein kleines Kätzchen zu bewundern, was mein Herz ganz sicher rühren wird. Auf das Kindchenschema bei kleinen Tieren falle ich einfach immer rein - gnadenlos! Keine Chance ... Dennoch ein furchbarer Tag. Immerhin fällt mir an Tagen wie diesem (mindestens) aber der gute alte Film „Fight Club“ ein, dessen Hauptprotagonist eben auch ganz massive Schlafprobleme hat. Zudem hat er auch noch ganz andere Probleme aber das kristallisiert sich erst im Laufe des Filmes heraus. Ich hoffe nur, dass ich die nicht auch habe – die, die den Film kennen, wissen ganz sicher, was ich meine. Fröhlich

16.11.2009 um 17:23 Uhr

Zweimal billig ...

Es gibt ja den bekannten Spruch: "Zweimal billig ist einmal teuer gekauft", oder so ähnlich. Irgendwie klingt das grad falsch aber ich glaube so sinngemäß ist wohl klar, was gemeint ist. In jedem Fall ist an dem Spruch was dran! Ich hatte mir nämlich für mein Fahrrad irgendwann vor nicht allzulanger Zeit ein Fahrradlampenset gekauft. Das war ausgesprochen bilig bzw. günstig, denn billig soll man eigentlich nicht sagen, weil es so negativ anklingt. In Bezug auf die Fahrradlampen kann man es allerdings wohl doch ruhig sagen, denn die waren mal ganz sicher absoluter Schrott! Los ging es mit dem Rücklicht. Am ersten (wirklich dem ersten!!) Abend, nachdem ich es angebaut hatte, brach ein winziger Teil von der Halterung ab, als ich das Rücklicht abmachen wollte. Dieser Teil war wirklich winzig, jedoch leider sehr relevant, weil er dafür zuständig war, das Licht daran zu hindern, aus der Halterung herauszufallen. Ergo: Rücklicht = Müll!

Jetzt am Wochenende folgte dann das Vorderlicht in die ewigen Schrottgründe (das Rücklicht hatte ich selbstverständlich bereits gegen eine höherpreisige Variante mit mehr Stabilität ausgetauscht). Zunächst verlief alles gut: Nach dem Filmfest ging ich noch auf die "Filmfest Party", bei der mich ein Freund, der beim Filmfest tätig ist, freundlicherweise auf die Gästeliste gesetzt hatte. Dort verweilte ich eine Weile, wobei in mir die Frage immer lauter wurde, was ich da eigentlich solle. Zum Reden war es irgendwie viel zu laut, doch selbst wenn es leiser gewesen wäre, wäre ich sehr stoffelig rübergekommen. Mir war nich nach unterhalten, denn ich war irgendwie müde und einfach des Redens unlustig. Vielleicht lag das auch an dem französischen Problemfilm, den ich vorher gesehen hatte. Jedenfalls kann ich wirklich extrem unkommunikativ und auffallend einsilbig werden. Ich weiß dann auch, dass das auf andere dann irgendwie komisch wirkt aber ich kann es dann einfach nicht ändern, denn ich will dann einfach meine Ruhe. Außerdem ist mein Kopf dann völlig leer. Nur Rauschen und nichts, was ich formulieren könnte. Manchmal beiße ich mich dann auch an dem Gedanken, was ich denn mal sagen könnte, derart fest, dass ich schon allein deshalb schweige.

Also stand ich statt zu reden da und beobachtete zwei kleine Blondchen, die auf der Tanzfläche gnadenlose Selbstdarstellung betrieben. Nachdem ich ihnen eine Weile zugesehen hatte und recht schnell zu dem Schluss gelangt war, dass ich irgendwie ein ganz anderer Typ Frau bin und so niemals aber auch wirklich niemals mehr im Leben werden würde, formulierte ich den ziemlich letzten Satz des Abends an einen Freund neben mir: "Toll die beiden Blondchen, oder?" Dem konnte er nur zustimmen mit: "Total. Die wollen doch auch, dass man(n) guckt". Recht hatter, dachte ich mir und konzentrierte mich wieder aufs Starren. Recht fix kam ich zu dem Schluss, dass ich zuhause doch besser aufgehoben sei, denn 1. war meine Kommunikationsfähigkeit für den Abend ganz sicher am Ende, 2. hatte ich keinerlei Lust zu tanzen, 3. wollte ich mich absolut nicht betrinken und 4. führten 1.-3. unweigerlich auch dazu (vor allem 1.), dass ich dort noch nicht mal jemanden kennenlernen würde (mal davon ab, dass es dafür eh zu dunkel war und ich auch nicht wirklich in Stimmung für so etwas). Ich glaube selbst wenn mich der absolute Traummann angesprochen hätte, so von wegen: "Naaa, was führt dich denn hierher?", hätte ich schlicht erwidert: "Filmfest". "Hats dir gefallen?" "Jooaahhh". "Welcher Film besonders?" "Hmm ... pffff ..." Ne, mehr wäre nich drin gewesen ...

Also begab ich mich auf den Heimweg. Nachdem ich die Fahrradlampen installiert hatte, bemerkte ich nun, dass das Vorderlicht nicht ging. Ich dachte zunächst noch, die Batterien seien leer. In jedem Fall musste ich nun erstmal ohne Vorderlicht nach Hause fahren. Als ich fast daheim angekommen war, torkelte mir eine offensichtlich stark angetrunkene Dame, ihr Fahrrad zum Glück schiebend und ebenfalls zum Glück von einem Mann gestützt werdend, entgegen. Trotz ihres Zustandes brachte sie ein mahnendes: "Ahhsooo junge Frau, soo ohnne Lischt, dasch isch aber nisch väkeehstauglisch". Ich erwiderte lachend: "Na das sind Sie aber auch nicht". Recht hatte sie natürlich dennoch. Tja und leider, leider waren auch nicht die Batterien am Licht leer, sondern das Schrottding hatte still und heimlich einfach mal den Geist aufgegeben, als es in der Tasche vor mir auf dem Tisch lag auf der Filmfestparty. Vielleicht habe ich es kaputt geschwiegen - ich weiß es nicht. Heute habe ich mir allerdings eine kleine Hightechvariante in Antrazith gekauft. Geschenkt gabs das nicht aber dafür hält es bestimmt auch viel länger, denn zweimal billig ist eben doch einmal teuer gekauft ...

15.11.2009 um 17:45 Uhr

Adlerauge ist wachsam!

Stimmung: Amüsiert

Jaaaaa, da war wieder mal eine! Eine falsch wiedergegebene Redewendung. In einer meiner aktuellen Lieblingsgruselsendung "Bauer sucht Frau" sagte grad ein Bauer zu seiner Liebsten bzw. angehenden Liebsten: "Man soll ja nicht gleich mit der Türklinke ins Haus fallen". Großartig! Ich hab ja versprochen, ich achte da jetzt verstärkt drauf und zitiere, was das Zeug hält! Fröhlich

Eben gabs dann gleich schon den nächsten Klopfer. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich nicht erinnere, wo ich das gesehen habe ... Meine Güte, liegt das nur am Alter - was schlimm genug wäre - oder ist das bereits pathologisch?! Immerhin weiß ich noch, worum es grob ging (ach, das war was in den RTL-Nachrichten, glaube ich): Jemand berichtete überGeld, das er so nebenher verdiente. Wie ist Wurscht. Jedenfalls sagte er: "Das ist ein schönes Nebenbrot". Ich glaube der Gute vermischte da irgendwie "Nebenverdienst" und "Zubrot". Eigentlich praktisch, weil er so mit einem Wort gleich zwei Fliegen unter eine Klatsche schüttete. Oder so ähnlich. Na, Schwamm drunter ... Fröhlich

15.11.2009 um 12:51 Uhr

Erfolg auf regionaler Ebene

Stimmung: Sonnig

Ach, die Sonne, es gibt sie noch. Wie schön, wie schön! Die letzte Woche ließ mich doch ein wenig an der Tatsache zweifeln, muss ich sagen. Jeden Tag musste mein Arbeits-Zimmergenosse gegen Mittag den Running Gag über sich ergehen lassen, wenn ich fragte: "Wann ist heute eigentlich Sonnenaufgang?" Wirklich, das war nicht mehr feierlich. Dunkel von morgens bis abends. Aber heute strahlt sie endlich wieder die Sonne! Da jubeln meine halbitalienischen Gene!

Höchste Zeit die Schilderung eines erfreulichen Ereignisses nachzuholen, denn am Donnerstag rief das Fernsehen bei mir an! Jaha! Ähh ... Günther Jauch? Ne, der wars nich ... Auch nich der Gottschalk zum Glück. Streng genommen waren es weder Sender wie RTL oder SAT1, noch ARD oder ZDF. Kleiner Tipp: regionaler. Neeee, auch nich der NDR ... *hüstel* Noch regionaler. Wie, da fällt euch jetzt nix ein?! Ich kanns verstehen, denn den Sender kennt selbst hier in der Region nicht jeder. Ich rede von TV38! Über mein Plakat sind die nämlich auf mich bzw. mein Buch aufmerksam geworden und möchten deshalb gerne ein Interview mit mir machen. Selbstverständlich kann man so etwas als Jungautorin nicht ablehnen, denn jede winzige Werbung - zudem kostenlos - ist natürlich ungemein wichtig! Dennoch ... Ein wenig deprimierend wirkt es schon auf mich, wenn mitten zwischen "Oma Rosemaries neuesten Rezepten" oder "Der Schützenverein Ölper feiert 100jähriges Bestehen" es dann heißt "Heute haben wir eine junge Autorin im Studio, die uns ihr Buch vorstellen möchte". Doch wirklich, mir ist das ein wenig unangenehm. Hoffentlich sieht mich keiner. Obwohl, dann wäre die Aktion schon sehr kontraproduktiv ...

Ich bin gespannt, wie das Interview verlaufen wird. Das Telefonat mit der zuständigen Redakteurin war schonmal etwas eigenwillig. Neutral könnte man sagen: Unsere Kommunikation lief völlig falsch. Das lag daran, dass ich ständig darauf wartete, dass sie mir konkrete Fragen stellte, sie jedoch statt Fragen zu stellen, nur etwas in den Raum stellte. Das stand dann da so rum und ich horchte fragend in den Höhrer, um festzustellen, dass nichts Konkretes mehr nachkam. Also erwiderte ich irgendetwas, von dem ich annahm, dass es in die Richtung ginge, die sie angedeutet hatte. Ich hasse das! Wenn man von mir was konkretes wissen möchte, dann kann man doch auch konkret Fragen. Zumindst erleichtert das die Kommunikation ungemein! Ja und unsere Sprache hat ja das Fragezeichen nicht aus Lust und Laune hervorgebracht. Das hat schon so seinen Sinn und erfüllt auch einen Zweck! Ich hoffe, bei den Aufnahmen wird das anders. Obwohl - selbst wenn nicht passt die Sendung dann wohl wunderbar ins restliche Programm. Wirke ich undankbar?! Bestimmt ... Bin ich aber nicht. Wirklich nicht. Ich freue mich brav über diese Möglichkeit, die man mir da gibt und vielleicht kann ich mich so ja auch noch hocharbeiten zum Günther Jauch z.B. oder zum Gott... ne, zu dem dann doch nich.

14.11.2009 um 12:54 Uhr

Die Natur der komplexen Persönlichkeiten

Stimmung: Grüblerisch
Musik: Radiohead (ganz klar)

Naturgemäß sind die Menschen recht unterschiedlich, was weder gut, noch schlecht ist, sondern eben einfach so ist. Ich persönlich – das habe ich hier neulich am Beispiel von Zimmerpflanzen festgestellt – zähle dabei zu den eher „komplexen Persönlichkeiten“. Diese Komplexität beinhaltet leider auch einen bisweilen recht unangenehmen Hang ins Grüblerische. Manch einer würde vermutlich behaupten, ich mache mir zu viele Gedanken um zu viele Dinge, womit er ganz sicher Recht hätte. Faktisch gibt es Menschen, wie mich, die eigentlich ständig und immer grübeln und andere, die sich kaum Gedanken machen. Zu sagen, was besser ist, ist unmöglich, denn letztlich sind wir nun mal alle einfach „anders“. Zwischen beiden Extremen gibt es zudem natürlich noch unendlich viele Grautöne.

Ganz deskriptiv muss ich dennoch feststellen, dass ich jene, die sich nicht permanent Gedanken um irgendetwas machen, durchaus beneide und mir oft wünsche, so zu sein wie sie. Wenigstens ein bisschen. Letztlich wäre ich dann aber nicht die, die ich bin und im Grunde umgebe ich mich auch lieber mit anderen komplexen Persönlichkeiten. Vermutlich, weil ich sie und sie mich besser verstehen als jemand, der sich kaum einen Kopp macht – und schon gar nicht so oft und ausgiebig, wie ich. Erfahrungsgemäß haben grüblerische Typen eins gemein: Es handelt sich um äußerst sensible Menschen, die über ein hohes Maß an Empathie verfügen – oft über ein extrem hohes. Bei mir geht das oft so weit, dass ich sofort, wenn in den Nachrichten oder sonst wo jemand weint, mir selbst auch die Tränen in die Augen schießen. Von traurigen Filmen jetzt mal ganz abgesehen. Auch haben diese Menschen in ihrem Leben oft – vor allem in jungen Jahren – viel erlebt, was sie persönlich stark prägte und vermutlich bereits in jungen Jahren zur Selbstreflexion „nötigte“, die sie danach ein Leben lang beibehielten, denn auch das sind diese Menschen: Hochgradig selbstreflexiv und ständig in der Beobachterposition sich selbst gegenüber. Das Schlimme daran ist, dass man sich selbst gegenüber der härteste Kritiker ist.

Naheliegend sind psychosomatische Probleme, die mich und andere sensibel-grüblerische Menschen befallen, wie Magenprobleme z.B., denn wie sagt man so schön?! „Das schlägt mir auf den Magen“ – genau so ist es eben auch. Am Rande sei anzumerken, dass eine Magenspiegelung ohne Betäubung – also bei vollem Bewusstsein – auch eine Erfahrung für sich ist und zwar ganz sicher keine, die man nochmal machen möchte. Auch nicht, obwohl der sehr freundliche Arzt hinterher felsenfest behauptete, ich hätte mich „sehr tapfer geschlagen“ und hätte das wirklich „sehr gut“ gemacht, als ich zitternd und tränenüberströmt auf der Liege saß und mich irgendwie misshandelt und traumatisiert fühlte. Er klopfte mir sogar anerkennend auf die Schulter dabei. Ich brachte nur ein: „wenn das gut war, dann möchte ich nicht wissen, was nicht gut ist“, zustande. Misstrauisch wurde ich bereits zu dem Zeitpunkt, als mich eine Arzthelferin von hinten mit einem Arm auf der Liege fixierte. Diese Sicherheitsmaßnahme erhielt kurz darauf eine gewisse Relevanz, als heftigste Panikattacken in mir aufflackerten, während mir der Schlauch in den Hals geschoben wurde. Der Körper ist verständlicherweise darauf programmiert nichts aber auch wirklich gar nichts im Bereich der Atemwege haben zu wollen, was da nicht hingehört. Zum Glück wurde ich freundlich daran erinnert weiter zu atmen, denn auch das hatte ich reflexartig eingestellt.

Manchmal finde ich es anstrengend so zu sein, wie ich bin und ich arbeite beständig daran, mehr abzuschalten und gelassener zu werden. Ich glaube das Erreichen von mehr Gelassenheit ist so eine Art Lebensaufgabe für mich. Dabei gibt es leider kein Patentrezept, das ich anderen grüblerischen Naturen an die Hand geben kann. Hilfreich ist immer Ausdauersport – das klappt bei jedem. Nach spätestens einer halben Stunde wird der Kopf spürbar freier und ruhiger. Herrlich ist das! Ratsam ist es auch, sich Situationen zu entziehen, die einem nicht gut tun (was letztlich für jeden ratsam ist). Ich habe irgendwann gemerkt, dass es für mich verheerende Folgen hat, wenn ich Dinge mache, die ich eigentlich nicht tun will, mich mit Menschen umgebe, die ich nicht mag etc. etc. Kurz: Wenn ich gegen mein Gefühl arbeite, statt dieses ernst zu nehmen und danach zu handeln.

Im Grunde sagt mir mein Bauch sehr klar, was Sache ist und was ich wirklich will – nur manchmal will ich es nicht ernst nehmen oder scheue die Konsequenzen. Doch ich versuche nur immer mehr möglichst auf ihn zu hören, so gut es geht, denn letztlich bin ich immer dann am zufriedensten, wenn ich mich und mein Gefühl ernst nehme und versuche danach zu leben. Mit anderen Worten: es ist wichtig die Ursachen zu erkennen und daran etwas zu ändern, denn wenn die Ursache nicht erkannt ist und verändert wurde, die das starke Grübeln, das bisweilen ins Depressiv-Verstimmte abrutschen kann, auslöst, wird sich an der Grundstimmung auch nach einem täglichen 10-Kilometer-Lauf auf Dauer nichts ändern. Manche Dinge kann man nicht ändern bzw. nicht so schnell aber man sollte sich selbst zuliebe versuchen dies zu tun, wenn es möglich ist. Wichtig ist auch, sich Gutes zu tun. Viel zu machen, was einem Kraft gibt und Dinge meiden, die einem Kraft rauben. Erst recht jetzt im düsteren November. Letztlich bin ich eben, wie ich bin und viele mögen mich wohl auch genau deshalb. Ich zumindest mag meine grüblerischen Freunde, weil sie sind, wie sie sind und sich Gedanken machen, die mir nur allzu vertraut sind.

13.11.2009 um 10:58 Uhr

Mein Herz und ich

Stimmung: Herzlich
Musik: Irgendwas von Tori Amos

Grad war ich im Park joggen und beäugte wieder einmal mit kritischen Blick die herbstlichen Räumkommandos, die alljährlich das Laub zusammenpusten und abtransportieren. Der Aufmerksame Leser wird nun innehalten und sich zuerst fragen: Häh?! Joggen? Heute is doch Freitag und die arbeitet doch wieder! Richtig! Bingo! 100 Punkte! Aaaber: Heute hab ich frei! Jawoll! Und gestern auch schon, denn: Hier ist Filmfest und von dem möchte ich so viel es geht mitbekommen, denn Filme - vor allem abseits des Mainstreams - sind eine meiner größten Leidenschaften. Eigentlich ist es ja erst meine zweite Arbeitswoche und die Kollegen haben mich auch echt gescholten dafür, dass ich bereits frei mache. Bösartig sind die! Ganz garstig! Aber wartet nur ab: Das zahle ich euch heim! Irgendwann ... mir fällt schon was ein ... Fröhlich

Aber zurück zum Räumkommando. Mich stört dieses jedes Jahr aufs neue. Warum? Ganz einfach: Zum einen zerstört es die herbstliche Idylle. Aus bunten, blätterübersähten Wegen werden kahle, schlammige Pfade. Ich meine: Der Herbst hat nun wirklich schon nicht viel zu bieten aber muss man denn dann auch noch mit das einzig Hübsche zerstören, was er hervorbringt?! In Deutschland wohl schon, denn hier muss nunmal alles seine Ordnung haben und seien es nur Wege in Freizeitparks. Das Entfernen der Blätter ist aber auch ungünstig in meinen Augen, weil es den Bäumen die eigene Nahrungsgrundlage wegnimmt. Der Kreislauf wird durchbrochen, denn eigentlich verrottet ja das Laub den Herbst/Winter hindurch, was die Bäume düngt. Die armen Bäume. Die tun mir leid ...

Was mir allerdings noch mehr leid tut, sind die Kleintiere, die der herbstlichen Räumwut zum Opfer fallen. Die Blätter werden nämlich zunächst zu großen Haufen zusammengetragen und bis die abtransportiert werden, dauert es. Leider sind solche Laubhaufen geradezu ideale Unterschlüpfe für Igel und andere kleine Parkbewohner. Mich beschäftigt das wirklich! Jedes Jahr bin ich kurz davor den Laubräumer Instruktionen zu geben, damit sie beim Abtransport der Laubhaufen diese vorsichtig nach Kleinlebewesen durchsuchen. Vermutlich würden sie mich aber auslachen. Aber ich bin halt so. Helge Schneider brachte es mal auf den Punkt in einer seiner Geschichten, in der er beschrieb, wie sich sein Herz weitete zu "einem saftigen Steak". Meines muss sich noch nicht mal weiten - da is immer ein saftiges Steak und das fühlt ständig und immer und überall mit. Mit allem und jedem. Egal, ob Menschen oder Tiere in Not sind oder Zimmerpflanzen nicht artgerecht gehalten werden (nicht wahr?! Fröhlich): Ich fühle mit allem Lebendigen mit.

Dazu kommt noch ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Beide Eigenschaften waren bei mir bereits in sehr jungen Jahren stark ausgeprägt. Das führte zum einen dazu, dass ich permanent hilfsbedürftige Tiere ins Haus schleppte - zum mäßigen Entzücken meiner Eltern - und zum anderen dazu, dass ich mich schon als Kleinkind für andere stark machte, wenn diese in meinen Augen ungerecht behandelt wurden.

Einmal z.B. - auf einem großen Familiengeburtstag muss das gewesen sein oder einer Hochzeit - entdeckte ich zusammen mit meinem Cousin unsere gemeinsame Leidenschaft für Sangrita (Tomatensaft mit Gewürzen - bisweilen pikant). Einen nach dem anderen orderten wir an der Theke und fröhnten fröhlich dem Genuss. Bis meine Tante auf den Plan trat und meinem Cousin untersagen wollte weiterhin Sangrita zu trinken, denn das sei nicht gut für seinen Magen und er bekäme sicher Schmerzen. Ganz klar: Nun war es Zeit für Gerechtigkeitswoman! Mit meinen 5 oder 6 Jahren baute ich mich vor meiner Tante auf, sah ihr fest in die Augen und verkündete: "Aber das ist doch sein Magen und das muss er dann selber wissen, ob das gut für ihn ist oder nicht". Ich war stolz ob der unschlagbaren Logik und weil ich wieder eine Seele gerettet hatte, denn wo kommen wir denn da hin, wenn Eltern ihren 6-jährigen Kindern erzählen wollen, was gut oder schlecht für sie ist. Meine Tante war sprachlos. Vermutlich bedauerte sie anschließend heimlich meine Mutter, welch einen Satansbraten sie sich da groß zog. 

So aber nun gehts gleich zum Filmfest. Mal sehen, was das heute so zu bieten hat ...

12.11.2009 um 21:15 Uhr

Placebo

Stimmung: Überdosiert (eventuell doch)

Ich habe meine Tabletten brav beschriftet, um eine weitere Verwirrung, wie heute morgen, zu vermeiden. Allerdings hatte ich irgendwie den morgigen Freitag vergessen. Toll ... Das führte dazu, dass ich nun den Freitag an anderer Stelle nachholen musste - quasi außerhalb der regulären Reihe. Hoffentlich denke ich da morgen früh noch dran. Nicht auszudenken, welche Verwirrung ich sonst bei mir selbst stifte, wenn ich wieder in einem Anfall von Unwissen darüber, ob ich die blöde Tablette geschluckt habe oder nicht, bemerke, dass der Samstag eingenommen wurde, obwohl erst Freitag ist.

Vielleicht sollte ich mir noch ein Memo ins Handy legen, um morgen früh alles richtig zu machen, denn heute war ich ganz sicher überdosiert. Glaube ich. Zumindest fühlte ich mich irgendwie seltsam aufgekratzt, wie nach einer Tasse Kaffee zu viel. Eventuell lag das an einer Tasse Kaffee zu viel - vielleicht aber auch an einer Tablette zu viel. Manchmal ist das nicht so klar zu beantworten. Vielleicht war ich auch einfach nur so aufgekratzt oder aber war deshalb aufgekratzt, weil ich erwartete überdosiert zu sein. Quasi ein Placeboeffekt. Die sind nicht zu unterschätzen! Neulich hat es ein Mensch fast geschafft, sich mit Placebos umzubringen, von denen er annahm, sie sein keine. Waren sie aber doch, hatten also keine Wirkung. Sein Kreislauf brach dennoch zusammen und er wäre fast gestorben. Unglaublich! Die Macht der Gedanken. Vielleicht sollte man viel häufiger glauben, es gehe einem blendend und alles sei gut - eventuell ist es das dann auch irgendwie - oder fühlt sich zumindest so an. Auch wenns nur ein placeboartiges "gut" ist ...

12.11.2009 um 09:42 Uhr

Automatismen

Stimmung: Überdosiert (eventuell)

Heute Morgen war es mal wieder soweit: Ich war mir absolut im Unklaren darüber, ob ich meine tägliche Dosis Schilddrüsenhormone bereits eingeworfen hatte oder nicht. Die Tabletten muss ich nun bereits seit ... hmm ... ich glaube 5 Jahren nehmen. Seit 5 Jahren jeden Morgen eine kleine Tablette. An sich nicht schlimm. Das Problem ist nur: Das Nehmen der Tabletten ist mittlerweile so verinnerlicht und automatisiert, dass ich es selbst oft nicht mehr wirklich bewußt mitbekomme. Oft stehe ich dann etwas später diesmal sehr bewußt und ratlos vor der Packung Tabletten und versuche mich krampfhaft zu erinnern, ob ich eine nahm oder nicht und ob gestern noch eine Tablette mehr in der Packung war oder nicht. Meistens weiß ich es nicht mehr.

Irgendwann kam ich auf die schlaue Idee, von außen mit einem CD-Stift die Wochentagskürzel auf die Tablettenverpackung zu schreiben - auf jede Erhebung, damit jeder Tablette einem Tag zuzuordnen ist und ich sofort sehe, ob die des entsprechenden Tages bereits verschlungen wurde oder nicht. Tolle Idee aber damit sie funktioniert, muss man natürlich auch konsequent die Dinger beschriften. Daran scheitert es oft. Dabei ist es noch nicht mal ein großer Aufwand und quasi nebenbei zu erledigen aber was solche Sachen angeht, bin ich manchmal einfach echt unglaublich träge. Liegt vielleicht auch an der Schilddrüsenunterfunktion, womit wir wieder beim Thema sind.

Heute Morgen also stand ich mal wieder vor der leider unbeschrifteten Verpackung und konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ob ich eine Tablette genommen hatte oder nicht. Kurz entschlossen warf ich also (noch) eine ein. Kurz darauf plagte mich Zweifel, ob die Entscheidung richtig war, weshalb ich einen Kaffe hinterher trank, denn: Eigentlich soll man eine halbe Stunde nach Einnahme der Tablette nichts zu sich nehmen, da Fette die Wirkung mindern können. In meiner morgendlichen Pseudologik folgerte ich, dass eine eventuelle Überdosierung nun durch die Milch im Kaffe bzw. deren Fett etwas abgefangen werden würde und sich das dann schon irgendwie ausgleicht. Das dachte ich so lange, bis mir ein Artikel einfiel, den ich mal gelesen hatte, in dem auf Wechselwirkungen hingewiesen wurde, die Koffeein mit Medikamenten so pflegte. Unter anderem reagiert es nämlich mit Schilddrüsenhormonen. Ich glaube die Wirkung wird durch ihn verstärkt. Tja, bin ich jetzt also Über- oder Unterdosiert?! Ich weiß es nicht. Am besten ich ignoriere den Vorfall und beschrifte schonmal den Rest der Tabletten, damit wenigsten in Zukunft alles unkomplizierter vonstatten geht.

11.11.2009 um 17:11 Uhr

Grusel-TV Teil 2

Stimmung: Peinlich

Aus gegebenem Anlass heute mal ein paar Gedanken und Worte zu einer Art von Sendungen, die ich regelmäßig verfolgte. Diese Tatsache ist mir sogar etwas peinlich, weil es sich dabei nicht gerade um ein Highlight des deutschen Bildungsfernsehens handelt. Ganz im Gegenteil.

Um etwas weiter auszuholen: Als die erste Staffel „damals“ von „Big Brother“ im Fernsehen lief, dachte ich, dass sich dieses Format recht schnell überholen und bald niemanden interessieren würde. Allgemeine Empörung wurde bezüglich der Sendung laut, wie man denn Menschen allen Ernstes in ein mit Kameras gepflastertes Haus pferchen könne und ob man das darf, alles zu zeigen (kam es doch recht schnell zu sexuellen „Übergriffen“ unter den Bewohnern). Ich fand: Warum nicht, immerhin machen die das ja freiwillig – auch, wenn ich es wohl niemals nachvollziehen können werde, was genau sie dazu treibt.

Das Phänomen Privates öffentlich zu machen war ja letztlich nicht neu, kehrten doch quasi täglich wildfremde Menschen in Talkshows ihr Innerstes nach außen. Da wurden und werden ja noch immer ganz private Probleme in aller Öffentlichkeit diskutiert und sei es nur in Form des Sich-gegenseitig-Anschreiens, was die Sache nicht besser, sondern eher schlimmer macht. Nicht dass ich mich dem entzogen habe – nein, nein und das macht es mir ja auch irgendwie wirklich unangenehm. Aber es ist so, dass ich damals, wie heute, mit morbider Faszination vor solchen Sendungen hocke (wie ein Reh im Scheinwerferlicht oder wie jemand, der einen Unfall sieht – eigentlich weggucken will aber das irgendwie nicht kann) und das Geschehen dort – manchmal immerhin sprachlos – verfolge.

Seit Anbeginn von Reality-TV-Sendungen, und diese haben sich ja wirklich nur immer mehr vermehrt, frage ich mich zweierlei: 1. Warum nehmen Menschen an solchen Sendungen teil? Suchen ganz öffentlich einen Partner z.B. Mir persönlich ist das Internet diesbezüglich manchmal bereits irgendwie zu öffentlich. Ja und 2. Warum fasziniert es mich das dann auch noch, solche Sendungen zu verfolgen? Ist das Voyeurismus, der mich dazu treibt? Vielleicht ein wenig. Irgendwie aber auch ein grundsätzliches Interesse daran, Menschen zu beobachten und zu verstehen, wie die so ticken und wie eben nicht. Ich beobachte eigentlich ständig und gern andere Menschen – egal, ob im Café, im Bus, im Supermarkt oder wo auch sonst. Manchmal versteige ich mich auch innerlich in Analysen drüber, wie solche Sendungen strukturiert sind und wie durch was welcher Effekt erzielt wird. Aber eine letztliche Erklärung, warum mich solche Sendungen so faszinieren, habe ich nicht gefunden. Dabei sind aber auch nicht alle interessant – manche faszinieren mehr und andere weniger. Aber ich gucke sie – immer wieder mal. Schrecklich …

10.11.2009 um 17:31 Uhr

Grusel-TV

Stimmung: Gegruselt

Jaaa, die Medienwelt die mutet ihren Zuschauen schon was zu. Letzten Samstag z.B. war einer der Obergrusler sogar hier in meinem Heimatstädtchen, um seine altersschwache Show "Wetten Dass" zu vollziehen. Ich meine, sind wir doch mal ganz ehrlich: Der Gottschalk, der geht gar nicht! Wirklich nicht. Seitdem der "Wetten Dass" moderiert in seinen ewig peinlichen Aufzügen, von denen einem gar schwindelig wird vor lauter Tüll und wildem Gemustere, schalte ich die Sendung nicht mehr ein. Ich ertrage ja viel von dem, was das Fernsehen so bietet (oft mit morbider Faszination - aber immerhin), doch hierbei wird einfach jede meiner Grenzen soweit unterschritten, dass ich Gänsehaut bekomme. Gän-se-haut!

Doch damit nicht genug! Notorisch fummelt der Moderator nacheinander an sämtlichen weiblichen Gästen herum (schlimmstenfalls gleichzeitig) und stößt unkontrolliert immer wieder Spruche hervor, deren Niveau mich erschaudern lässt, weil ich es am ehesten in miefigen Stammtischkneipen erwarten würde aber nicht im öffentlich rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit. Ja und als wäre dieser Moderator nicht schon der geistige Abgrund in Persona, stellte man ihm jetzt offensichtlich auch noch das kichernde Blondchen aus Italien zur Seite. Dieses stammt aus dem italienischen Showfernsehen, was man auch sowas von merkt. Im italienischen Fernsehen sind die Shows nämlich nach Schema F und recht schnell erläutert: Ein alternder Moderator - unattraktiv bis in die Fußspitzen - moderiert so vor sich hin und bekommt immer wieder Unterstützung von halbnackten Damen, die bis an die Ohrenspitzen aufgebrezelt sind aber außer hübsch auszusehen eben nichts können. Gut, müssen sie mit dem Aussehen vielleicht auch nicht. Tja und "Wetten Dass" ist jetzt offensichtlich auf das Niveau der italienischen Unterhaltungsshows gesunken, wobei ich eigentlich dachte, es könne nicht mehr tiefer sinken. Ich habe jedenfalls nicht reingeschaltet. Noch nicht mal ne Sekunde lang.