Jegliches braucht seine Zeit

31.12.2009 um 12:08 Uhr

Jahresende

Stimmung: (Jahres)Endzeitlich
Musik: Radiohead - All I Need

Radiohead - All I Need

Nun sind wir hier völlig eingeschneit und es soll nur noch mehr Schnee kommen. Die 5-6 cm Neuschnee brachten mich dann doch dazu ernsthaft darüber nachzudenken, wer eigentlich Schneeräumdienst im Haus hat, denn ich hatte heute so gar keine Lust dazu. Erfreulich: Manche Probleme lösen sich wie von Schicksalshand geführt. Als ich nämlich vom Einkaufen kam, traf ich die Nachbarin, die neben mir wohnt. Ich fragte sie, ob sie im Gegensatz zu mir noch im Besitz eines Räumplanes sei. Ja, ist sie! (Wie ordentlich von ihr) Ich fragte, ob sie wüsste, wer momentan dran sei bzw. ob ich dran sei. Sie konnte mich beruhigen, denn letzte Woche war sie dran und ich davor. Sehr schön! Ich wies kurz darauf hin, dass dann jetzt bestimmt die Dame über mir dran sei, sie jedoch nicht da ist (zum Glück!), zuckte kurz mit den Schultern und verschwand im Haus. Siehe da: Die Nachbarin fühlte sich nun wohl irgendwie verantwortlich den Schnee wegzuräumen, da die andere Nachbarin nicht da ist, denn kurz darauf machte sie sich ans Werk. Sehr schön ...

Tja, ansonsten ist meine Stimmung heute weniger als mäßig, um nicht zu sagen: Gar nicht gut. Das Wetter bestärkte mich in meinem Vorhaben heute nichts zu machen und statt dessen mit meinem Rentnerkater zuhause zu bleiben, der gerade zufrieden neben mir vor sich hin schnarcht (wirklich: er schnarcht!). Vielleicht koche ich mir was Leckeres aber grad weiß ich noch nicht mal, ob ich mich dazu aufraffen mag. 2006 habe ich Silvester auch schonmal alleine zuhause verbracht - nicht das Schlimmste, was passieren kann, zumal, wenn man halt einfach nicht in Stimmung für was anderes ist. Zur Not könnte ich auch zwei Stockwerke nach oben zu meinen Nachbarn wechseln - für den Fall, dass sie dies Jahr wieder ne Party veranstalten. Ob ich dazu Lust habe, weiß ich allerdings auch noch nicht. Sie würden sich sicherlich freuen, freuen sie sich doch immer mich zu sehen, aber ach, ich weiß es nicht ... 

2009 geht also nun seinem Ende entgegen. Ich hätte kurz vor Ende des Jahres noch ein Date haben können. Jemand, der mich kennenlernen will aber das hätte zu nichts geführt, außer, dass ich vielleicht jemandem weh tue, weil er sich dann Hoffnungen macht. Also ließ ich es ... Vorhin konnte ich noch das Szenemagazin ergattern, in dem das Interview mit mir abgedruckt ist. Ob es unverschämt war gleich 10 Ausgaben einzusacken? Schon eigenartig mich da drin zu sehen. Das Magazin kenne ich fast schon seit Jahrzehnten und nun bin ich da selber drin. Sowas ... Schauen wir mal, was das neue Jahr bringen wird. Meine besten Gedanken und Wünsche gelten heute vor allem ihm aber auch allen anderen, die mir nahe stehen. Auf ein Neues (Jahr) ...

30.12.2009 um 18:09 Uhr

Vom Regen in die Traufe

Stimmung: Bis zum Anschlag gesättigt

Ach ja, das Wetter ist ja wirklich großartig momentan. Heute Morgen Neuschnee ohne Ende und jetzt der überfrierende Regen, der uns angedroht war. Als ich in diese Wohnung gezogen bin - ich glaube es war 2004, da drückte mir die "Hausverwalterin" (eine Dame, die hier seit den 70ern wohnt) einen Schneeräumplan in die Hand, den ich wortlos (aber freundlich lächelnd) zur Kenntnis nahm und in den Schrank pfefferte. Als ich letztes Jahr meine Wohnung von Grund auf durchrenovierte, mistete ich bei der Gelegenheit auch aus und da erwischte es auch den Plan: Er landete im Altpapier, denn wirklich draufgeguckt hatte ich sowieso nie, da Schnee an sich auch eh eher eine Ausnahme darstellte. Als der letzte Winter dann mit voller Macht zuschlug, räumte ich halt ab und an Schnee, zusammen mit einem meiner Nachbarn - egal, ob wir dran waren oder nicht. Ich glaube so haben das alle im Haus mehr oder weniger gehandhabt, denn irgendwie räumte immer mal wer anders den Schnee weg.

Heute Morgen aber fühlte sich niemand zuständig. Ich ging erstmal Laufen und wartete ab. Leider fühlte sich gegen Mittag immer noch niemand zuständig. Da ich als aufmerksame Guckerin des Wetterberichtes wusste, dass Eisregen auf uns zurauschte, war mal klar, dass der Schnee weg musste, denn sonst passiert, was Anfang des Jahres schonmal passierte: Der Schnee taut erst an, friert dann über und es entsteht eine höllisch gefährliche Eisfläche. Also räumte ich den Schnee - eventuell wäre ich ja eh dran gewesen, überprüfen kann ich das halt aber nicht mehr mangels Schneeräumplans. Leider war der Rollsplit leer und so musste ich auch noch einen 10 Kg-Sack aus dem Supermarkt nach hause hieven. Ätzend ... Der Einsatz hat sich aber gelohnt, denn als ich eben zum Türken marschierte, um mit einem Dönerteller in meinem Magen gezielt für zufriedene Völlerei zu sorgen, zumal ich in letzter Zeit ungewollt abgenommen habe (an sich ja für Frauen immer erfreulich abzunehmen aber so mag ich das nicht, weil ich den Eindruck bekomme, dass es ungesund ist), konnte ich bereits feststellen, wie glatt die ehemaligen Schneeflächen nun sind - außer bei uns vorm Haus, denn da is alles tippi toppi! Morgen ist das sicherlich alles noch viel, viel schlimmer. Möchte nicht wissen, was Silvester alles passieren wird ...

Aber nun sitze ich erstmal bis zum Anschlag gesättigt auf dem Sofa, verspüre eine angenehme leichte Übelkeit und überlege bereits, ob denn die Lindt-Weihnachtsmandeln, die ich reduziert erstanden habe (kaufe ich immer nach Weihnachten, weil sie dann einigermaßen erschwinglich sind), noch hineinpassen. Ich glaube: Vorerst nicht aber man kann ja nie wissen. Fröhlich

30.12.2009 um 12:38 Uhr

Neuer Anstrich

Stimmung: Ruhig
Musik: Mia - Was es ist

Mia - Was es ist

Das letzte Gespräch, das ich mit dem Mann an der Weggabelung führte, war gut und wichtig, denke ich. Zumindest für mich - ich hoffe auch für ihn. Irgendwie ist mir vieles nochmal klarer bzw. deutlicher geworden. Es ist ja auch nicht so, dass ich seine Position nicht verstehe - ich verstehe sie sogar sehr gut und kann sehr gut nachfühlen, wie er sich momentan fühlen muss und was in ihm vorgeht. Das weiß ich alles und das tut mir auch ehrlich leid. Keine einfache Situation - man könnte sogar sagen: Ein Dilemma, denn egal, wohin er sich wendet, es wird unschön werden. Nicht schön. Gar nicht schön ...

Mir wurde außerdem auch klar, dass es letztlich meine Entscheidung ist, ob ich an der Weggabelung stehen bleibe oder nicht. Das liegt allein in meiner Verantwortung. Wenn ich dort stehen bleiben möchte, dann kann ich das niemand anderem vorwerfen, dass ich dort so lange stand bzw. noch immer stehe, denn das ist allein meine Entscheidung. Nur meine. Noch werde ich nicht gehen - das will und kann ich nicht aber es ist meine Entscheidung. Vielleicht sollte ich mal das Schild neu streichen - im Laufe der Jahre ist es etwas verwittert ...

Momentan fühle ich mich ruhig - keine Ahnung warum. Vielleicht liegt es an den hochdosierten Vitamin-B-Tabletten, die ich nehme, um meine Nerven zu beruhigen. Vielleicht auch ein Placebo-Effekt aber dagegen hab ich nichts - egal, was da wirkt, hauptsache es wirkt! Ich dachte die ganze Zeit, ich müsste mein Gefühl für ihn loslassen aber das war vielleicht der falsche Weg. Gerade eben lasse ich das Gefühl wieder zu, denn letztlich ist es ja da, auch wenn ich es versuche zu verdrängen - lasse aber nun meine Erwartung los. Ich möchte, dass er für sich die richtige Entscheidung trifft - egal in welche Richtung diese geht. Eine Frage, die ich noch hätte stellen sollen ist die, ob er seine Frau noch liebt. Manchmal ist die Liebe nur verschüttet, doch wenn sie noch da ist, dann habe ich dort einfach nichts zu suchen. So sehr ich dies auch bedauern würde ...

29.12.2009 um 14:28 Uhr

Auch das noch ...

Stimmung: Zu müde, um mich aufzuregen

Nun ist endlich auch das Interview mit mir in dem Szenemagazin meiner Stadt erschienen. Wär ich nicht so müde und geschafft, würde ich mich wieder einmal über die Medien aufregen. Wenn ich mal "groß" bin, verklage ich die alle!

Wie bereits beim Fernsehen wird wieder einmal der Buchtitel nicht komplett genannt. Ist es denn so schwer?! Der steht ja immerhin auf dem Buch drauf! Das Interview wird durch einen Text eingeleitet, der mit den Worten beginnt "Arbeitslos und asozial? Eher nicht" - mir wärs lieber gewesen, man hätte meine Version vom Buchrücken verwendet, die ganz anders lautet. Mein Buch wird als "Roman" bezeichnet. Ist ein Tagebuch ein Roman?! Bei diesem Interview ist außerdem in der gedruckten Version nur ein Drittel der ursprünglichen Fragen und Antworten drin.

Immerhin: In der Onlineversion sind alle Fragen und Antworten nachzulesen und ich bin dort gleich auf der Startseite. In jedem Fall also Werbung fürs Buch und ich will ja nicht undankbar sein. Vielleicht schmolle ich momentan einfach allgemein zu sehr mit dem Leben an sich und das bekommt dann halt auch die Presse ab, wenn auch indirekt.

Wenn ich das Foto von mir bei dem Interview betrachte, fällt mir wieder aufs Neue ein, dass ich meinem lieben Fotografenfreund D. versprochen habe, mich für die Fotoaktion bei ihm durch eine Essensaktion o.ä. zu bedanken. Höchste Zeit das endlich mal zu machen. D. sei nicht bös - ich bin grad halt echt einfach ungesellig. D., der einizge Mann, der mich "Süße" nennen und zur Begrüßung auf den Mund küssen darf, weil er nämlich so gar nich auf Frauen steht. Wie tragisch (Achtung Galgenhumor!): Der einzige Mann, der mich in den letzten Jahren auf den Mund küsste bzw. küssen durfte, steht auf Männer! 

29.12.2009 um 11:14 Uhr

Im Auge des Hurrikane

Stimmung: Schwankend
Musik: Annett Louisan - Wer bin ich wirklich

Es gab eine Ausprache Teil 2. Er fragte mich hinterher, wie ich mich fühle und ich fand es schwierig dies zu beantworten. Mein Gefühl glich irgendwie eher einem Nicht-Fühlen und hielt auch den ganzen Tag noch an bzw. war die Tage vorher auch schon annähernd so und ist es auch jetzt noch. Ein wenig fühle ich mich wie im Auge eines Hurrikanes, der große Sturm ist abgeebbt bzw. in den Hintergrund gerückt, ich weiß noch genau, wie er sich anfühlte und sehe meine Emotionen innerhalb des Sturmes um mich herumfliegen: Meine tiefe Zuneigung, meine Angst, meine Hoffnung, meine Zweifel, auch meine Wut manchmal. Ich hocke mittendrin im ruhigen Auge des Hurrikane, wie auf einer Insel mitten in meinem Verstand und versuche wohl so die Kontrolle zu behalten oder mich zu schützen. Ich weiß auch, dass der Sturm wandern wird und ich früher oder später unweigerlich wieder mittendrin sein werde.

Bis dahin schaue ich meinen Gefühlen und Gedanken zu, wie sie um mich herumwirbeln und mal gewinnt dabei das eine, mal das andere die Oberhand. Wieder einmal fühle ich mich ratlos, weil die Situation so schwierig und aussichtslos erscheint. Eines ist aber nach wie vor ganz klar: Wenn er sich wegen mir trennen würde, wäre das nicht richtig - so schmeichelhaft und schön ich (mein Gefühl) das fände. Ich wäre ein guter Grund aber ich fürchte kein hinreichender. Man sollte sich immer um sich seiner selbst Willen trennen bzw. weil man seine alte Beziehung nicht mehr weiterführen möchte. Als ich damals meine Beziehung beendete, beendete ich sie nicht wegen, sondern trotz ihm. Letztlich war ich mit der Beziehung unzufrieden und unglücklich und wollte sie nicht mehr weiterführen - er gab dazu den Auslöser, war aber nicht der eigentliche Grund. Meine Befürchtung ist - da spricht ganz klar meine Angst - dass eine Beziehung nicht halten kann, wenn "wegen ihr" eine andere zerbrach. Ich glaube ich könnte die Last auch nicht (er)tragen. So kann es nicht funktionieren. Man hört das doch immer wieder und auch ich hörte das immer wieder, dass Männer nach einer Weile zu ihrer Frau zurückkehrten - wohl auch, weil sie sie eben nie wirklich verlassen wollten. Deshalb: Nicht wegen aber trotz mir - anders geht es nicht.

Ja und wenn ich mir diesen Blog-Eintrag durch den Kopf gehen lasse und Passagen des Gespräches Revue passieren lasse, wundere ich mich selbst über meine Sachlichkeit - würde ich mein Gefühl sprechen lassen, klänge alles ganz anders. Ich denke, die Sachlichkeit kann ich momentan nur haben, weil ich im Auge des Hurrikanes sitze - weil dort die Emotionen in einiger Entfernung vorbeirauschen und ich mich dort vor ihnen schütze. Ich hoffe nur, er wird meinem Rat folgen und mit jemandem über die ganze Situation reden, denn ich mache mir wirklich Sorgen um ihn. Momentan erscheint mir sein Zustand bedenklicher, als mein eigener ...

Annett Louisan Wieder einmal ...

27.12.2009 um 13:35 Uhr

Asiatische Brieftaube

Stimmung: Geflashed
Musik: Tocotronic - Gegen den Strich

Heute habe ich natürlich wieder meinen langen Sonntagslauf absolviert. Weil mir danach war, habe ich ihn heute etwas verlängert. Als ich mit dem Laufen anfing, musste ich mich immer regelrecht mental auf längere Läufe einstellen. Mittlerweile ist das gar nicht mehr so. Nun gebe ich mir nur noch kurz selbst Bescheid: "Heute ne längere Strecke, ok?!" - "Klar, machen wir" und los gehts. Vorsorglich hatte ich mir einen Kohlehydrate-Riegel eingepackt, denn nach spätestens 90 Minuten brauche ich Nachschub an Nahrung, sonst geht gar nichts mehr. Nach 30 Minuten dachte ich kurz bei mir: "Uff, erst ein Viertel der Zeit, die ich heute Laufen will", habe den Gedanken aber schnell wieder verscheucht. Am Besten läuft es sich, wenn man alles los läßt und einfach nur läuft - der Weg sozusagen das Ziel ist und nicht das Ankommen. Also lauschte ich der Musik in meinem Ohr, erspähte erfreut das dunkle Reh von neulich, einen Graureiher und einen Buntspecht und erkundete eine neue, längere Laufstrecke. Erstaunlich dabei: Seit einigen Jahren habe ich einen extrem guten Orientierungssinn. Ich weiß genau, aus welcher Richtung ich gekommen bin und finde problemlos zurück. So, als ob bei mir ein Brieftauben-Gen seine Arbeit aufgenommen hätte.

Als ich so lief, dachte ich über dies und jenes nach und kam auch auf das Thema asiatische Filme. Ich mag Filme aus Asien - vor allem Japan und Korea. Aber auch aus China und Thailand habe ich schon sehr gute Filme gesehen. Die Art der Geschichten ist oftmals ganz anders, weil eine andere Kultur dahinter steckt und auch die Art, wie die Geschichten erzählt werden, unterscheidet sich völlig von der des Westens. Vor allem in japanischen Filmen wird keine klare Grenze gezogen zwischen Gut und Böse. Charaktere, die auf den ersten Blick böse erschienen, zeigen im Laufe des Filmes nach und nach ihre guten Seiten und umgekehrt. Ich mag das, weil es lebensnah ist. Ich glaube ich mochte auch "Gollum" aus "Herr der Ringe" am liebsten, weil auch er nicht eindeutig gut oder böse ist, sondern eben beides in ihm schlummert - das unterscheidet ihn ganz deutlich von allen anderen Charakteren in "Herr der Ringe", denn die sind allesamt entweder gut oder böse. Vielleicht poste ich hier mal eine Liste meiner asiatischen Lieblingsfilme - eventuel finden sie ja neue Fans.

Bei meinem Lauf heute (14 statt 12 Kilometer) hatte ich auch endlich wieder einen Laufflash. Als ich anfing zu Laufen, kam er relativ schnell - so nach 20-30 Minuten aber der Körper gewöhnt sich an die Belastung und sieht es dann nicht mehr ein seine körpereigenen Opiate freizusetzen, denn genau dies passiert bei dem Flash. Heute war es aber wieder soweit. Es ist wirklich ein Moment, in dem ich spüre, wie mich etwas durchflutet. Schlagartig wird die Wahrnehmung deutlicher und geschärft - vor allem die Visuelle. Die Welt rückt gleichzeitig etwas in den Hintergrund und körperliche Wahrnehmungen werden abgedämpft, Schmerzen nehmen ab. Diese Droge ist sogar absolut legal! Fröhlich

Zum Abschluss noch mein Laufabschlusslied, das mein kleiner i-Pod heute für mich rausgesucht hatte (der weiß einfach, was ich mag):

Tocotronic - Gegen den Strich

23.12.2009 um 18:53 Uhr

Wer ist nochmal Sissi?!

Meine Damen, mal ehrlich, das kennt ihr sicherlich auch: Heute ist mir sowas von nach Liebesschnulze! Zugegeben: Solcherlei Anfälle habe ich äußerst selten aber manchmal sind sie halt da - vermutlich Kompensation. Heute Nachmittag habe ich bereits einen B-Movie aus dem Bereich "Gruselfilm" geschaut. Im Prinzip nicht schlecht gemacht aber mehr als Durchschnitt war der Film wirklich nicht. Zumal ich mich ziemlich genau gar nicht gruselte. Das Gespenst sah aus, wie ein als Frau verkleideter Mann und das ist nicht gruselig, sondern höchstens verwirrend. Was ich gar nicht mag in Filmen sind Logikfehler - egal, ob innerhalb der Story oder aber in Aktionen der Akteuere. Hier versuchte ein Arzthelfer (!), also einer, der es besser wissen müsste, eine starke Blutung an einer Beinaterie zu stoppen, indem er hilflos die Hände davor hielt. Mal was von Abbinden gehört?! Eben! Da der Film aber an sich recht mittelmäßig war, verschlechterte sich durch den Logikfehler und den eigenartigen Geist kein Stück das Gesamtbild.

Im Kontext "Liebesschnulzen" fiel mir auf, dass ich die ganzen Klassiker, wie "Sissi" und "Vom Winde verweht" nie gesehen habe. Wirklich nicht! Komisch, denn bereits in jungen Jahren habe ich gern und viel Filme geguckt, doch "Sissi" etc. haben mich nie interessiert. Ich fand eher Filme mit James Dean spannend - auch dramatisch (Was habe ich bei "Jenseits von Eden" geheult!) aber zugleich irgendwie rebellisch. Oder Terence Hill und Bud Spencer! In Italien bin ich immer mit meinem Opa in das Kleinstadtkino gegangen. Dort lief jeden Tag ein anderer Bud Spencer & Terence Hill-Film - zweimal hintereinander. Wir gingen immer irgendwann hin - meist war das mitten im Film, und schauten uns einfach den Film ab der Stelle an und anschließend dann den Anfang, wenn er zum zweiten Mal lief. Aus heutiger Sicht seltsam, dass es niemanden von uns störte den Film nicht von Beginn an zu sehen. Weder mich, noch meine Brüder, die auch oft mit waren. Meinen Opa sowieso nicht, denn der war nach spätestens 10 Minuten eingeschlafen und schnarchte fröhlich vor sich hin, was mich oft zu einem Kichern animierte.

"Sandokan" fand ich auch toll - ein Vierteiler oder so war das und für den durfte ich sogar länger aufbleiben. So etwas vergisst eine angehende Cineastin nicht. Schon gar nicht, wenn sie mädchenhaft ein wenig in den Hauptakteur verknallt ist. Ja aber "Sissi" ... und "Vom Winde verweht" ... ne, haben mich echt nie interessiert. Komisch eigentlich im Nachhinein. Den Einstieg finde ich heutzutage aber sicherlich nicht mehr - manche Filme muss man in jungen  Jahren gesehen haben, um einen Bezug herzustellen. Also mal schauen, was ich heute finde, was annähernd liebesschnulzig ist. Oder aber ich schaue einfach noch was B-Movieartiges aus der Kategorie "Gruselfilm" ...

 

22.12.2009 um 12:00 Uhr

Automatisch

Musik: Annett Louisan - Was haben wir gesucht

Uff, ich habe Urlaub und das wurde auch Zeit. Endlich mehr Ruhe und Zeit für mich. Die letzten beiden Monate waren beruflich, wie emotional für mich extrem anstrengend - höchste Zeit zu beidem etwas Abstand zu bekommen. Natürlich beschäftigt mich die Geschichte mit dem Mann und der Weggabelung noch immer. Nach unserem Gespräch bin ich etwas auf Abstand gegangen - was bleibt auch anderes übrig?! "Leider" ist es wie jedes Mal: Früher oder später rücken wir wieder näher aneinander. Wir haben uns gesehen und länger beieinander gesessen, als gut für mich ist. Lang genug, damit Gedanken und Wünsche wieder aufkeimen. Er wollte mich nachhause fahren den Abend, damit ich nicht nachts mit dem Rad durch die Kälte irre. Das wollte ich nicht, weil es einfach nicht geht. Mir wäre das zu "nah" gewesen und hätte mir deshalb weh getan. Er sagte - sinngemäß - es sei schade, dass wir uns nun erstmal nicht sehen. Auch das ist mir zu nah, weil auch das Gefühle bei mir auslöst. Gefühle und Hoffnung darauf, dass eben doch mehr sein könnte.

Ich habe mir die Mail von damals durchgelesen, die ihn verletzte. Das erste Mal, dass ich überhaupt eine Mail von uns aus der Zeit gelesen habe - bisher konnte ich das nicht. Ich denke, ich war damals nicht deutlich genug mit dem, was ich genau meinte. Das konnte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht, weil es mir sowieso schon so schlecht ging in dem Jahr. Ich war lange arbeitslos gewesen, hatte meinen Vater verloren etc. etc. und war emotional so angeschlagen, dass ich keine Kraft mehr hatte. Als wir das erste Mal den Kontakt abgebrochen hatten, hatte mir das den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich hatte vermutlich einen Nervenzusammenbruch. Zwar nicht diagnostiziert aber so, wie ich mich da erlebte, war klar, dass da grad etwas "kaputt" gegangen war. Mich davon zu erholen und wieder "heil" zu werden hat verdammt lange gedauert, zumal die Zeit eben zusätzlich sehr, sehr schwer war. Als wir dann wieder Kontakt hatten und ich merkte, dass alles emotional von vorne losgeht und von ihm Signale kommen, auf die ich anspringe und anfange zu wünschen und zu hoffen, da packte mich die blanke Angst - fast schon Panik. Angst davor, dass alles wieder so wird, wie beim ersten Mal. Das ich mich in dem Gefühl verliere und Hoffnungen hege und mein Herz zerbricht und ich ins Bodenlose stürze, weil es am Ende heißt "ich kann nicht". Deshalb zog ich die Notbremse - mit einem harten Schlag. Ich musste, sonst wäre ich ein zweites Mal daran zerbrochen.

Jetzt spüre ich wieder, dass die alten Tendenzen da sind. Dinge, die er macht oder sagt (bzw. ich, ja auch ich, wenn ich es nicht schaffe sie mir zu verkneifen). Mich nachhause bringen zu wollen, zu bedauern, dass ich weg sein werde etc. etc. Ich komme mir momentan vor, wie ein Automat, bei dem ständig jemand auf die Knöpfe drückt. Ganz brav werfe ich danach Kaffee aus aber den möchte der andere dann nicht, weil er den lieber zuhause trinkt bzw. trinken "muss". Das trifft den Automaten ganz tief drin und kränkt ihn - jedes Mal aufs neue. Ja und es verletzt ihn, sehr sogar - jedes Mal aufs neue. Ich weiß, dass er das nicht mit böser Absicht tut aber das ist eben das, was dabei passiert. Man muss auch für sein Handeln Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen bedenken. Ja und wenn man an den Knöpfen spielt, dann wirft der Automat eben Kaffee aus; früher oder später und möchte dann bitte auch, dass dieser getrunken wird, denn wozu wurde sonst an den Knöpfen gespielt?! Letztlich bleibe ich mit der Frage zurück: Was will er denn eigentlich von mir? Denn es ist ja so: Entweder er will oder kann sich auf etwas einlassen - dann wäre es ok die Knöpfe zu drücken (wobei letztlich erstmal andere Dinge geregelt werden müssten) oder aber er kann den Kaffee letztlich nicht trinken und dann muss er seine Finger von den Knöpfen lassen, um mich nicht wieder zu verletzen. Mich verwirrt und verletzt es, dass jemand deutliche Signale sendet aber in letzter Konsequenz nichts von mir will. Das ist in meinen Augen widersprüchlich und letztlich will ich einfach nur ein konsistentes Verhalten - anders darf es nicht sein, denn auch ein Kaffeautomat ist sehr sensibel ...

Es muss und wird sich etwas ändern. Fast vier Jahre sollten mehr als genug Zeit sein, um sich mir öffnen zu können. Meine Befürchtung ist, dass es darum im Grunde nie wirklich gegangen ist bzw. dies nie wirklich Thema war - ein Gedanke, den ich kaum zulassen kann, weil er mir Angst macht und mich ganz tief drin trifft. Einzige Konsequenz ist die Weggabelung zu verlassen und mich Männern zuzuwenden, die frei und offen für mich sind. Alles andere führt letztlich zu nichts und macht keinen Sinn ...

Einen besseren Abschluss für diesen Eintrag, als den folgenden Song der wundervollen Annett Louisan, gibt es wohl kaum ...

Annett Louisan - Was haben wir gesucht

21.12.2009 um 18:26 Uhr

Ein verwirrter Gast

Gestern klingelte dann noch ein fremder Mann bei mir. Es entspann sich ein abstruses Gespräch:

Er: "Da bin ich!"

Ich: "Aha?"

Er (seine Brille lüftend): "Oh neee ... ähhhh ... da bin ich bei Ihnen wohl auch falsch."

Ich: "..."

Er: "Ich wollte zum Umzug"

Ich: "Hier zieht niemand um"

Er: "Doch, wir reichen doch Sachen durchs Fenster"

Ich: "Mag sein aber hier zieht ganz sicher niemand um"

Er: "Doch, es zieht jemand um"

Ich (langsam etwas genervt und ermüdet): "Aber nicht hier!" (Weil ich eine Vermutung hatte und endlich wieder in die warme Wohnung wollte, übernahm ich spontan das Denken für ihn): "Vielleicht ist der Umzug im Nachbarhaus? Der Eingang befindet sich auf der Hauptstraße - nicht hier."

Er: "Oh ja, das kann sein"

Ich: "Es ist sicher so"


... und weg war er. Na bitte ...

20.12.2009 um 16:53 Uhr

Namensmystik

Stimmung: Selbstreflektiert

Ich habe keine wirklich ausgeprägte esoterische Ader, um nicht zu sagen: gar keine. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass es zwei Namen bei Männern gibt, die immer eine besondere Rolle innerhalb meines Lebens gespielt haben. Der eine Name ist der, den der Mann mit der Weggabelung inne hat und der auch dem Mann zueigen ist, der sich nun bei mir nach fast 25 Jahren gemeldet hat und dann gibt es noch einen anderen Namen, der in Form zweier Männer in mein Leben trat. Ein wenig mystisch könnte man angesichts dieser Tatsache schon werden. Da ich das aber nunmal so gar nicht bin, fällt es mir zunächst erstmal auf und ich frage mich, warum das so ist. Betrachte ich die Sache weiter, fällt auch noch auf, dass mich zwar mit allen diesen Männern etwas Besonderes verband, doch im Grunde nie eine Beziehung zustande kam. Warum ist das so? Da ich eben nicht esoterisch bin, rücke ich mal von den Namen ab und verweise auf die Möglichkeit, dass die Namen purer Zufall sein könnten - wenn auch ein bemerkenswerter Zufall. Was am Ende bleibt ist die Frage, warum nie wirklich etwas "reelles" dabei raus kam bzw. warum ich daran festhielt, wenn offensichtlich nichts wirklich "Gutes" dabei herauskommen konnte ... Keine angenehme oder bequeme Frage auf einen Sonntagnachmittag aber manche Fragen müssen wohl einfach gestellt werden.

19.12.2009 um 15:01 Uhr

Eiszeit

Stimmung: Frostig
Musik: Grauzone - Eisbär

Grauzone - Eisbär

Scheiße *sorry* ist das kalt! -14° ... heftig!! Gestern hatten wir Weihnachtsfeier in einem leider etwas unterkühlten Raum, dessen Fußboden vor allem eine grauenvolle Kälte ausstrahlte. Ich wünschte mir spontan einen Igloschlafsack, in dem ich mich verkrochen hätte - egal, wie das ausgesehen hätte. Danach gings noch per Fahrrad durch die Polarnacht. Meinem Rad war es offensichtlich auch zu kalt, denn beim Treten gab es einige Aussetzer in Form eines Leerlaufs. Beruhigend: Ein Arbeitskollege, der bei mir um die Ecke wohnt, radelte nebenher. Bei der Kälte und dem klaren Himmel und dem Schnee kam mir das alte Lied von Grauzone in den Kopf, für den Fall, dass das noch jemand kennt (für den Fall, dass nicht, habe ich es verlinkt. Das sind die tiefsten 80er! Fröhlich). Zuhause schlüpfte ich sofort ins warme Bett und merkte erst dort, wie unterkühlt ich war. Ich schlief verkrampft ein und wachte nach Stunden noch immer frierend wieder auf. Also packte ich mir noch eine Decke auf die eigentliche Decke und stopfte den alten aber sehr warmen Kater unter die Decke neben mich. Endlich wurde es wärmer ...

Das alles hinderte mich nicht dann heute morgen Laufen zu gehen. Oben rum hatte ich vier Schichten an aber trotzdem war das Laufen eine echte Herausforderung, zumal man auf Schnee ähnlich schlecht läuft, wie auf Sand und das strengt zusätzlich an. Einkaufen musste ich leider auch noch aber jetzt verlasse ich dieses wohlig warme Wohnzimmer für heute mal ganz sicher nicht mehr. *brrrr*

17.12.2009 um 18:22 Uhr

Wirre Welt

Stimmung: Annähernd entspannt
Musik: Ich & Ich - Stark

Ich & Ich - Stark

In Japan hat jemand eine virtuelle Frau geheiratet. Ist das bizarr?! Ok, die Japaner waren schon immer recht bizarr, was ihre sexuellen Vorlieben und Fetische angeht. In welchem Land gibt es sonst einen Schulmädchen-Fetisch, der so weit geht, dass es Automaten gibt, in denen getragene Unterhöschen von Schulmädchen zum Kauf angeboten werden. In "Spezialitäten-Geschäften" gibt es sogar Schamhaare, Urin und was weiß ich nich noch alles zu kaufen. So weit, so bizarr, so unglaublich. Warum also nicht nun eine virtuelle Frau heiraten?! Die Dame ist Teil einer Flirt-Simulation und ist "immer da, wenn man will und widerspricht nie". Dass der eheliche Vollzug sich dafür recht schwierig gestaltet, kann man angesichts dieser Vorzüge vielleicht verschmerzen.

Ja, die virtuelle Welt. Ihre Vorzüge sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Ohne sie wäre dieser Blog z.B. gar nicht möglich. Auch mit Menschen in Kontakt zu kommen, die man lange aus den Augen verloren hat, wird enorm vereinfacht. Ich erlebe immer wieder, dass mich jemand aus der Vergangenheit im Internet aufstöbert und man sich nach vielen, vielen Jahren oder Jahrzehnten wiedersieht. Gerade eben hat wieder jemand Kontakt zu mir aufgenommen. Ich weiß gar nicht, wann wir befreundet waren ... Ich glaube, das ist fast 25 Jahre her. 25 Jahre - ist das mal heftig?! Ein Blick auf sein Foto machte mir schlagartig klar, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Wo ist der langhaarige Junge von damals nur hin?! Wir lernten uns damals kennen und mochten uns sofort - vielleicht, weil wir am selben Tag und sogar im selben Jahr Geburtstag haben, vielleicht passte es einfach. Wir waren damals sowas wie Geschwister im Geiste und im Herzen und ein wenig seelenverwandt. Nach einem Vierteljahrhundert (heftig!!) hören wir wieder voneinander und das freut mich! Fröhlich

16.12.2009 um 19:50 Uhr

Problem Nr. 2 gelöst!

Stimmung: Etwas erleichtert
Musik: Bob Marley - Get up Stand up

Bob Marley - Get up Stand up

Aaach, manches kann so erstaunlich einfach sein - so im dritten Anlauf. Nich im Ersten - das wär dann zu einfach. Man erinnere sich: Vor gefühlten Tausend Jahren (eventuell auch nur ein paar Wochen) verstarb mein Telefonanschluss und mein Internet ging zwar noch, schrumpfte aber von seiner eigentlichen Geschwindigkeit auf 56k-Modem-Niveau. Erschütternd! Mein Telefonanbieter versprach Reparatur, schickte einen Techniker, der mich anrufen sollte, da ich selbst schließlich auch arbeite und die tolle Telekom keine genauen Termine vergibt. Er rief aber nicht an, sondern "verschaltete" stattdessen meine Leitung. Ergebnis: Unter meiner Nummer war ab sofort jemand Fremdes (wenn auch immerhin sehr Nettes) zu erreichen und mein Internet ging gar nicht mehr.

Einige erboste Anrufe und zwei Tage später wurde wieder ein Telekomtechniker vorbeigeschickt. Ergebnis: Er reparierte den Fehler, den er oder ein Kollege sich selbst eingebrockt hatte, zuckte ansonsten nur unverständig mit den Schultern und wies darauf hin, dass man einen neuen Termin machen müsse, weil offensichtlich meine Leitung zur Dose defekt sei. Ich fragte (fast hysterisch), wann das dann bitte in Ordnung käme, weil ich seit 4 Tagen (!!!) quasi von der Außenwelt abgeschnitten sei. Er erbarmte sich und installierte ein Provisorium. Über meinen Telefonanbieter erfuhr ich, dass eine defekte Leitung nicht von denen, sondern von mir bzw. meiner Vermieterin zu beheben sei. *ätschebätsch*

Also rief ich meine Vermieterin an, schilderte ihr das Problem und beschloss nicht mehr darüber nachzudenken und abzuwarten. Manchmal echt die beste Strategie, denn letzte Woche hatte ich einen Anruf meiner Vermieterin auf dem AB, der zum Inhalt hatte, dass sich eine Elektrofirma mit mir in Verbindung setzen würde - tat sie auch am letzten Freitag. Montag rief ich zurück und heute Morgen sollte jemand vorbeikommen, um sich das mal anzusehen. Wieder erschien ein äußerst junger Mann (ich hätte fast gesagt "junges Ding"), um sich meines Problems anzunehmen. Er suchte das eigentliche Problem, wunderte sich mit mir zusammen über die Telekom und wurde im Gegensatz zu dieser sehr schnell fündig: Ein Vormieter hatte die eigentliche Telefonleitung verlängert und die Kontakte waren einfach ermüdet. Der junge Mann nahm sich ihrer an, erneuerte sie und siehe da: Nach 1,5 Stunden war alles wieder heil und so wie vorher! Warum nicht gleich so?! Der Telekom-Typ hat genau so lange gebraucht, in der Zeit aber lediglich einen Fehler behoben, den er selbst verursacht hatte. Gratulation! Ganz fein gemacht!

Als Telefon und Internet wieder gingen, machte ich einen Geschwindigkleits-Test meiner Internetverbindung und teilte dem jungen Mann erfreut das Ergebnis mit: über 5000kb/s. Er war fassungslos und auch etwas neidisch: "So viel haben Sie hier? Bei uns auf dem Dorf haben wir weniger ..." Nicht ohne Stolz erwiderte ich: "Tjaaa, ich hab hier DSL 6000!" Als er mit allem fertig war, fragte er (auch nicht ohne Stolz): "Und? Zeitmäßig habe ich den von der Telekom geschlagen, oder?" Worauf ich das einzig Richtige, weil Zutreffende erwiderte: "Sie haben ihn auf allen Ebenen geschlagen!" Er wurde etwas rot und verlegen ... Wie süß! Brav lobte ich ihn nochmal ganz doll, weil ich war echt sowas von dankbar, dass dieser Mist nun auch endlich vom Tisch ist!

Die größte Frechheit an der ganzen Geschichte ist im Übrigen nicht nur, dass die Telekom die Lösung der Probleme offensichtlich ganz gerne mal vertagt, sondern auch, dass man bei meinem Telefonanbieter behauptete, dass, wenn ich einen Elektriker, statt eines Telekom-Technikers kommen lassen würde, dann dürfe der nur eine Leitung legen aber das Telefon nicht anschließen. Seltsam: Davon wusste der sympathische Elektriker heute so gar nichts und selbstverständlich darf er das Telefon auch anklemmen! Was in dem Kontext nun nicht weiter verwundert ist, dass man mir bei meinem Telefonanbieter gleich anbot, über sie einen Telekom-Techniker zu ordern. Mir spukte zu dem Zeitpunkt bereits das Wort "Provision" im Kopf herum - nach dem heutigen Tag nur umso mehr. Eine doppelte und dreifache Frechheit ist das ... Alle stecken unter einer Decke und schachern sich gegenseitig das Geld zu und die Kunden bleiben auf der Strecke. Ich sag ja immer: Nicht ich, sondern die Welt, in der ich lebe, ist verkehrt. Helge Schneider würde sagen: Ich prangere das an! Recht hatter! Ich prangere das auch an und könnte manchmal an der Grundstruktur verzweifeln ...Wirklich ...

Zum "Ausgleich" der unschönen Weltstrukturen war ich auf dem Weihnachtsmarkt und habe mich selbst mit einem Backschinkenbrötchen, einer halben Portion Poffertjes (weil geteilt) und einer Wildbratwurst besänftigt. Mein Magen strafte dies mit noch stärkeren Schmerzen, als vorher eh schon aber egal - immerhin war ich kulinarisch äußerst zufrieden. Wobei der Weihnachtsmarkt an sich aber knapp davor war Aggressionsanfälle bei mir auszulösen, so voll und drängelig war das und dann auch noch so kalt. Ja und was ist das kalt, oder?! Heute morgen war mein Fahrradschloß eingefroren, so kalt war das. Mein Schlüssel blieb sogar darinnen stecken! Einige Sekunden stürzte mich das in tiefe Verzweiflung, weil ich das Problem einfach nicht lösen konnte und meine rohe Gewalt drohte den Schlüssel abzubrechen. Ich hab mich aber wieder beherrscht und das Schloß gab (weil der Klügere) nach ...

15.12.2009 um 18:01 Uhr

Wirre Glücksmomente

Stimmung: Wirr
Musik: Annett Louisan - Das Gefühl

Annett Louisan - Das Gefühl

Nach einer halb durchwachten Nacht war ich eben eine Runde Laufen und hoffe, dass damit die nächste Nacht etwas besser verlaufen wird. Ein Puls von über 100, kurz vor (!) dem Loslaufen, sagt wohl alles. Zum Vergleich: Normalerweise, wenn ich so auf dem Sofa vor mich hindümpele, habe ich einen Puls von um die 50 - oft sogar drunter! Ein Wunder, dass mein Körper dieses ganze Bekloppt-Schlafen relativ gut wegsteckt. Aber vermutlich ist es so, wie oft bei Psychostress: Irgendwann kommt ganz unerwartet z.B. eine kleine Aterienverkalkung um die Ecke gelugt und sagt fröhlich: "Guten Tag, ich bin Ihre ganz persönliche Arteriosklerose und wollte ganz gerne mal einen Teil Ihrer rechten Herzklappe lahmlegen, wenn es Ihnen nichts ausmacht?!" "Nein, nein, machen Sie nur - ich wollte sowieso gerade ohnmächtig werden", und *peng* liegt man am Boden und wird mit etwas Glück nochmal im Krankenhaus wach. Die Gesamtsituation strengt mich nach wie vor an - natürlich tut sie das, denn wie sollte auch nach ein paar Tagen alles ok sein?! Eben! Außerdem verwirrt mich die Situation und ich werde ehrlich gesagt auch nicht richtig schlau daraus. 

Immerhin: Überraschend aber wahr, mit einer Schicht mehr unter Shirt und Thermoshirt, bleiben sogar die Nieren warm. Allerdings: Hätte man der Thermolaufhose, die ja eh schon bekloppt geschneidert ist, weil sie die Nierchen frei lässt, ruhig mal einen Kordelzug spendieren können, denn so wird die Hose nur durch Körpermasse gehalten, ja und wenn die schwindet, rutscht natürlich auch die Hose. Den Designer würde ich echt gern mal in die Finger bekommen! Bestimmt einer mit dickem Bauch, bei dem die Hose niemals rutschen würde.

Als ich vorhin zuhause ankam, hatte mein Nachbar zwei Päckchen, die er freundlicherweise für mich angenommen hatte. Ich begrüßte ihn fröhlich mit: "Hallo, du meine persönliche Packstation". Bis vor kurzem war ich nämlich noch die "Packstation" des Hauses. Postboten bekommen sehr schnell mit, wer im Haus regelmäßig zuhause ist. Als ich noch arbeitslos war, nahm also meist ich Pakete für mein Haus an und irgendwann sogar auch für das Nachbarhaus. Vermutlich wirke ich extrem vertrauenseelig. In dem einen Päckchen jedenfalls waren neue Laufschuhe, da meine alten nun doch schon wieder annähernd 1000 Kilometer hinter sich haben, was ich bei längeren Strecken merke. Also kurz gefackelt und neue ins Haus geholt. Natürlich die neueste Generation meiner lieben Gel-Nimbus von Asics. Ach, was sind sie hübsch, und strahlend weiß und hightechartig! Über sowas kann ich mich richtig freuen! Bei normalen Schuhen habe ich das irgendwie nie aber neue Laufschuhe entzücken mich regelrecht. Vermutlich ein Gen-Defekt ... Meine alten Laufschuhe hebe ich immer auf. Keine Ahnung aber irgendwie verbinden gemeinsame 1000 Kilometer und ich kann mich nicht so recht von ihnen trennen.

13.12.2009 um 16:01 Uhr

Kompensation

Meine Pulsuhr verriet mir vorhin nach dem Laufen, dass ich angeblich 50 Gramm Fett verbrannt habe. Diesen Verlust habe ich durch eine halbe Tüte Chips und eine halbe Tafel Schokolade wieder mehr als ausgeglichen! Bei sowas ist eine schnelle Reaktion gefragt! Kein Problem für mich! Denn was sind schon letztlich 50 Gramm Fett auf den ganzen Körper verteilt?! Richtig: Bekommt eh keiner mit. Tolle Logik ... Fröhlich

Ansonsten friere ich noch immer und mein Kater weigert sich, mir als Wärmflasche zu dienen ...

13.12.2009 um 12:58 Uhr

Verkühlt?

Ich hoffe, ich habe mich heute bei meinem sonntäglichen 12-Kilometer-Lauf (habs mal nachgemessen - menno, ich dachte, es wär mehr) nicht verkühlt. Ich habe zwar meine Thermolaufsachen angezogen, weil das Thermometer nur grad so über Null anzeigte aber irgendwie wars mir beim Loslaufen dennoch etwas frostig. Vor allem auch deshalb, weil die Hose nicht bis über die Nieren geht. Wer bitte schneidert ne Thermohose und lässt die unter den Nieren aufhören? An der Stelle bin ich wirklich extrem kälteempfindlich! Umso erstaunter war ich über die Bandbreite der Kleidung anderer Läufer: Etliche mit Mütze und Handschuhen (was mir dann doch echt zu warm gewesen wäre) und einige mit kurzen (!!) Hosen! Bei Knapp über Null Grad?! Da wären mir die Beine abgestorben, glaube ich - von den Nieren ganz zu schweigen.

Auf dem Rückweg habe ich dann auch noch kurz angehalten, obwohl ich schon fürchtete, dass mir dann schnell kalt werden würde. Aber ich musste einfach. Bei dem Wildgehege, an dem ich Sonntags vorbei komme, standen heute nämlich viele Rehe direkt am Zaun. Also pirschte ich mich langsam ran. Die scheuen Tierchen flüchteten trotzdem vor mir (dabei tut die Tante doch gar nix) - bis auf eines. Symbolträchtig handelte es sich dabei quasi um das "schwarze Schaf" der Herde, war es doch auffallend dunkler gefärbt, als der Rest. Es blieb stehen, schaute mich ruhig und interessiert an und wühlte weiter nach Eicheln im Laub. Gleich und Gleich gesellt sich gern, dachte ich bei mir und schaute dem hübschen Wesen mit seinen braunen Kulleraugen beim Eicheln-Mümmeln zu. Als ich weiter lief, war mir deutlich zu kalt. Egal, der Moment wars wert. Ich hoffe trotzdem, ich werd jetzt nicht krank.

Ja und eben lese ich noch in der regionalen Sonntagszeitung mein Horoskop (ich gebe auf sowas nix - lese es aber trotzdem ; )) und was steht da?! "Alles, was schief gehen kann, geht schief". Ja danke sehr, lieber Horoskopersteller! Wie bitte kann man im tiefsten, dunkelsten Depriwinter einem armen, kleinen, emotional angeschlagenen Wassermann sowas unter die Nase reiben?! Unverantwortlich! Würde ich die erstellen, würde ich nur Positives reinschreiben - schon allein wegen dem Effekt der Sich-selbst-erfüllenden-Prophezeihung!

An dieser Stelle mal ein kleines Hallo an all die Gastleser hier, deren Zahl erfreulich zugenommen hat, seit ich mein Blog in einigen Blogverzeichnissen angemeldet habe! Ich freue mich über jeden, der sich für das, was ich so schreibe, interessiert und freue mich im Übrigen auch über jeden Kommentar und Kommentare könne hier auch Gäste abgeben! Fröhlich

12.12.2009 um 14:34 Uhr

TV-Auftritt

In meiner ganz eigenen Stimmung gestern habe ich mir dann im Übrigen ja noch meinen TV-Auftritt angesehen, der gestern dann tatsächlich gesendet wurde. Ich habe ihn im Internet angeschaut, weil ich den ganz, ganz regionalen Sender gar nicht empfange. Es war eigenartig aber nicht unangenehm eigenartig. Ich fands nur ganz kurz befremdlich mich selbst zu sehen. Danach hörte ich mir interessiert zu, als sei ich das gar nicht selbst, sondern jemand Unbekanntes und dachte so bei mir: Sympathische Frau, redet offen und klar - ich mag sie irgendwie. Nur schade, dass der Titel meines Buches kein einziges mal richtig bzw. vollständig genannt wurde aber dafür ist der Sender vielleicht zu regional ... Traurig

12.12.2009 um 11:03 Uhr

Unverständnis

Stimmung: Unverständig
Musik: Ich & Ich - Fenster

Ich & Ich - Fenster

Nachdem ich wochenlang schlecht schlief, kehrte sich dies nun ins Gegenteil um: Völlig erschöpft schlief ich gestern ein und konnte heute morgen kaum wach werden. Wollte ich auch nicht, träumte ich doch die ganze Nacht von ihm. In meinen Träumen war er bisher noch nie - oder ich habe ihn innerhalb dieser bisher so gut "kaschiert" durch Bilder, dass ich ihn nicht erkannte. Letzte Nacht war das anders - da träumte ich sehr direkt von ihm und davon, wie ich gerne hätte, dass es wäre. Ein schöner Traum aber eben nur ein Traum und ich mochte nicht aufwachen, um in der Realität anzukommen. Selbst als ich wach war und langsam hämmernde Kopfschmerzen bekam vom langen Liegen, wollte ich lange nicht aufstehen.

Ich finde das so furchtbar, dass zwei Menschen das Selbe empfinden aber dieses Gefühl nicht leben können. Das geht nicht in meinen Kopf, dass das wirklich so sein soll. Ich kann nicht einsehen und begreifen, dass es ein "Problem" ist, wenn zwei eine tiefe Zuneigung füreinander haben. Er sagt, ein Teil von ihm ist damals auch an dieser Weggabelung stehen geblieben - wir stehen also beide noch immer dort. Objektiv betrachtet ist es ja ganz einfach: Ein Schritt und unser "Problem" wäre gelöst. Objektiv betrachtet ... Subjektiv betrachtet weiß ich, dass es eben nicht nur ein kleiner Schritt ist, sondern ein Siebenmeilenstiefelschritt - mindestens. 

Mir fällt es schwer den Glauben daran aufzugeben, dass es irgendwann gehen wird, dass sich irgendwann ein Weg auftun wird. Zumal wir beide Signale senden, die eigentlich nur Menschen senden, die ja eigentlich eine Beziehung miteinander eingehen wollen. Würde er zu mir sagen: "Ich will den Schritt gehen aber dafür brauche ich Zeit", würde ich sagen: "Okay, nimm dir die Zeit, die du brauchst - ich bin hier und ich kann warten". Ist das bescheuert von mir?! Als mir klar wurde, dass ich noch immer an dieser Weggabelung stehe, wurde mir auch klar, dass ich tatsächlich die letzten Jahre irgendwie gewartet habe. Darauf, dass ein gemeinsamer Weg möglich wird. Ich bin nie eine neue Beziehung eingegangen. Im Grunde bin ich gar nichts mit Männern eingegangen. Es gab zwar Männer, auf die ich kurzfristig "angesprungen" bin aber mir war immer sehr schnell klar, dass ich mit ihnen keine Beziehung eingehen möchte und auch sonst nichts. Viele Kontaktversuche blockte ich wohl auch ab - rückwirkend betrachtet und tu es noch immer. Vielleicht muss ich den Satz hören: "Mit uns, das wird nie was werden - jetzt nicht und auch später nicht", um weiterzugehen. Ich weiß es nicht ...

Zu sehen, wie schlecht es ihm dabei geht, macht alles nur noch schlimmer. Wer sieht schon gern jemanden leiden, der einem am Herzen liegt?! Dass ich ihm nicht helfen kann, macht mich nur noch hilfloser und trauriger, dabei mache ich mir wirklich Sorgen um ihn. Nach unserem Gespräch hätte ich ihn gern umarmt - natürlich hätte ich das gern. Nicht nur, um ihm nah zu sein, sondern in erster Linie, um ihm Trost zu spenden. Ich habe mich aber bewusst zurückgehalten, um eine gewisse Distanz zu wahren, denn das hätte es sonst vielleicht nur noch schlimmer gemacht.

11.12.2009 um 18:52 Uhr

Loslassen für Anfänger

Stimmung: Traurig
Musik: Element of Crime - Wenn der Winter kommt

Element of Crime - Wenn der Winter kommt

Heute komme ich mal zu etwas völlig anderem - des Pudels Kern sozusagen. Ich bin ratlos, hilflos, traurig und hadere mit meinem Schicksal. Warum? Ganz "einfach": Es ist einige Jahre her, da lernte ich einen Mann kennen, für den ich eine tiefe Zuneigung entwickelte - ihm ging es nicht anders. Wo dann das Problem ist? Auch ganz "einfach": Ich war gebunden - er war gebunden. Meine Partnerschaft beendete ich damals - nicht wegen aber trotz ihm, war also frei. Er konnte es nicht, zumal auch Kinder im Spiel waren.

(Einschub: Bei REWE kosten diese Woche Bananen das Kilo nur 69 Cent. Manche Informationen, die man so nebenbei beim Schreiben erhascht erscheinen in solcherlei Kontext, in dem ich mich grad befinde, äußerst bizarr und absurd und irrelevant)

Zurück zum Thema: wir brachen damals jeglichen Kontakt ab, weil es nicht ging, zu nichts führen konnte und uns beide nur verletzte. Ich konnte ihn nie vergessen. Eine Freundin sagte mal: "Manche Menschen, die uns begegnen, berühren unser Herz nachhaltig, wie es sonst nur Freunde oder die Familie tun" - wie Recht sie hat. Zwischendrin hatten wir irgendwann nochmal Kontakt - meine "Schuld", weil ich ihn aufnahm. Es klappte natürlich nicht, weil das Gefühl noch immer da war. Also ließen wir wieder den Kontakt sein bzw. er stellte ihn ein, nachdem ich versuchte eine Grenze zu ziehen. Mein Versuch damals eine klare Grenze zu ziehen bzw. Formulierungen, die ich verwendete, trafen ihn. Das lag nicht in meiner Absicht und tut mir leid. Ihn zu verletzen lag zu keinem Zeitpunkt in meiner Absicht. Ich habe vielleicht manchmal aus Selbstschutz versucht ihn "blöd" zu finden aber das klappte auch nur mit mäßigem Erfolg - schon gar nicht dauerhaft. Kläglicher Versuch etwas witzig zu werden innerhalb des Beitrages - ich weiß.

Die Zeit verging und nun - ja nun, sehen wir uns wieder häufiger. Nach wie vor ist es nicht unproblematisch, weil die Gefühle eben immer noch da sind - auf beiden Seiten. Nach Jahren - einfach nicht weg, kann man sich das vorstellen?! Bisher hätte ich es mir nicht vorstellen können. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt ... Ich fragte mich immer, wie das geht, dass Frauen Jahre auf ihre Männer warten, wenn diese im Krieg sind. Warum sie nicht irgendwann sich wem anderes zuwandten. Nun verstehe ich es ...

Ich bin ratlos und fühle mich hilflos, weil ich nicht gegen mein Gefühl ankomme. Es ist, als ob man versucht zwei starke Magnete auseinanderzureißen bzw. auseinanderzuhalten. Das klappt aber es kostet unendlich viel Kraft. Als ich diese Woche Laufen war, tauchte in mir ein Bild auf, das es gut auf den Punkt brachte: Damals stand ich an einer Weggabelung seines Lebensweges - er schlug den anderen Weg ein und ich ... ja ich stehe dort irgendwie noch heute bzw. ein Teil von mir. Ich kann nicht gehen, obwohl ich weiß, dass ich den Ort verlassen und meinen Weg weiter gehen muss. Aber ich kann es nicht. Wie lässt man los?? Ich schaffe es einfach nicht und verstehe einfach nicht, warum die Umstände so sind, wie sie sind und nicht anders. Ich weiß, da steckt kein tieferer Sinn dahinter - das Leben ist halt einfach so und Gefühle entstehen, ohne zu fragen, ob es grad passend ist. Ich hätte es halt nur gerne anders. Es ist so ungerecht und unfair ... und so schwer manchmal ...

Wir haben uns unterhalten - wie wir mit der Situation umgehen werden. Eine Patentlösung, außer gewisse Grenzen einzuhalten, haben wir nicht. Keine wirkliche "Lösung" vermutlich. Nach dem Gespräch war ich wie erstarrt. Die Tränen kamen erst später. Das Unverständnis dem Warum-es-so-sein-muss-wie-es-ist gegenüber bleibt. Ich sehe die Weggabelung und kann mich einfach nicht umdrehen und weitergehen ...

Und gleich bin ich vielleicht im Fernsehen und nach Wochen hat endlich wieder jemand mein Buch bei Amazon bestellt und alles erscheint mir grad eben ähnlich absurd und irrelevant, wie 1 Kilo Bananen für 69 Cent ...

Echt, ich bin ratlos ... Ganz sehr ... Traurig und auch hilflos, denn ich kann die Situation ja nicht ändern. Außer loszulassen und zu gehen, ja ich weiß. Mir scheint, ich muss erst Laufen lernen ...

10.12.2009 um 19:05 Uhr

Auf in den Boxring

Musik: Anna Ternheim - To Be Gone

Anna Ternheim - To Be Gone Ein wunderschönes, wenn auch trauriges Lied aus Skandinavien

Ich bin froh berichten zu können, dass eine Neverending-Story nun beendet ist: Meine Knirschschiene, die ich nachts zum Selbstschutz bzw. Schutz meiner Zähne tragen soll, ist endlich fertig und passt! Es war ja nämlich so: Letzte Woche Donnerstag sollte ich sie mir eigentlich abholen. Also eilte ich in der Mittagspause rasch zum Zahnarzt. Ich war den Tag sowieso schon ein wenig resignierter Stimmung, weil mir mein Telefonanbieter eröffnet hatte, dass die defekteTelefonanschlussleitung von meiner Vermieterin oder gar mir selbst repariert werden müsse. Dieses Problem verschob ich also auf später am Tag und wandte mich der Lösung des anderen Problems zu: Der Knirschschiene.

Als mir die Schiene eingesetzt wurde, war sehr schnell klar, dass auch dieses Problem ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, denn die Schiene wackelte, als sei sie in sich verzogen. War sie wohl auch. Mein Zahnarzt war ratlos - ich noch resignierter. Ich war so resigniert, dass ich mich quasi klaglos in mein Schicksal ergab, als ein neuer Abdruck meines Oberkiefers gemacht wurde, obwohl ich es echt eklig finde die kalte, weiche Masse an den Oberkiefer gedrückt zu bekommen. Als die Sprechstundenhilfe anschließend den Abdruck kritisch beäugte, ließ ich mir erstmal selbst Wasser ins Becherchen laufen, um die Abdruckreste aus meinem Mund zu spülen. Die Sprechstundenhilfe freute sich: "Ach, Sie kennen sich aus. Das freut mich", worauf ich nur ein resigniertes: "Hmmhmm" erwiderte. Zwischenergebnis: Auch der neue Abdruck war unbrauchbar - also nochmal das gleiche Spiel. Ich schwieg und erduldete weiterhin klaglos. Diesmal klappte der Abdruck immerhin und ich könne mir die Schiene Dienstag abholen, hieß es. Das war vorgestern!

Als ich vorgestern die Schiene abholen wollte, ergab sich das Problem, dass dadurch, dass ich noch über meine Weisheitszähne verfüge, sich der Kiefer zu schnell schließt und ich dadurch nur hinten auf die Schiene beiße. Also musste die Schiene nochmal überarbeitet werden und heute sollte sie dann wirklich fertig sein. Der Glaube daran geriet leicht ins Schwanken, als ich wieder nur hinten auf die Schiene biss, statt im gesamten Mund. Mein Zahnarzt war aber guter Dinge (mal am Rande: Er ist immer guter Dinge und wirkt so dermaßen ausgeglichen, dass ich ausflippen könnte vor lauter Neid), dass er das heute hingefräst bekommt. Bekam er auch - juhu! Er freute sich - ich freute mich brav mit ihm. Nun kann ich also nachts statt meiner Zähne die olle Schiene zerstören, auch wenn ich mich mit ihr im Mund ein wenig wie im Boxring fühle, und muss dieses Jahr nicht mehr zum Zahnarzt. Eine Sache ist also vom Tisch ...