Jegliches braucht seine Zeit

31.01.2010 um 14:33 Uhr

Wollen und müssen

Stimmung: Halb abgetreten

Draußen meißelt ein pflichtbewusster Mensch per Schneeschaufel das Eis vom Gehweg und erinnert mich so lautstark daran, dass ich ja auch Schneeräumdienst habe heute - eigentlich. Faktisch werde ich das heute mal ganz sicher nicht machen. Die Welt ist immerhin so weit weggerückt durch die erhöhte Temperatur, dass es mir sogar völlig egal ist, dass ich dran bin. Selbst, wenn die pflichtbewusste Dame im Haus bei mir Sturm klingeln sollte, um mich an meine Pflicht zu erinnern, werde ich einfach nicht aufmachen und stattdessen weiter vor mich hinstarren. Mehr geht nämlich grad nicht (außer wirre Blogeinträge verfassen). Ich habe einen japanischen Gruselfilm geguckt und kam zu dem Schluss, dass Filme zu gucken heute einfach keinen Sinn macht. Ich habe mich absolut nicht gegruselt, was auch daran lag, dass ich der Handlung partout nicht folgen konnte. Irgendwie war jemand besessen - keine Ahnung warum und wer von wem genau und am Ende waren wieder alle in den Körpern, in die sie gehörten - keine Ahnung, ob das ein gutes Zeichen war. Mir wars rätselhaft ... Also versuchte ich zu schlafen, doch dafür ist die Welt dann doch nicht weit genug weg - leider. Das hartnäckige Schneeschaufelkratzen (Streber!) verhinderte zudem ein Wegnicken. Ich denke, ich wende mich dem Schokolade-Essen zu. Da sind doch auch ganz viele Vitamine drin, die schnell gesund machen, oder?! Doch, doch, ich erinnere mich genau an einen Lexikoneintrag: Scholkollalde, (w) die. Enthält Lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente, die besonders bei Erkältung für den Körper existenziell wichtig sind und deshalb sollte Schokolade vor allem bei drohender Erkältung rasch und in rauen Mengen gegessen werden. Doch, ich erinnere mich ganz genau daran ...

31.01.2010 um 09:34 Uhr

Wehleidig

Stimmung: Wehleidig

Tja, heute gehe ich wohl wieder einmal nicht Laufen. Nicht etwa, weil es wieder mal schneit und der Park voller Eis und Schnee ist - nein, nein, das bin ich ja nun schon wochenlang gewohnt. Viel schlimmer: Ich bin krank und das, obwohl ich doch eigentlich nie krank bin. Vermutlich waren zwei kranke Menschen und somit ein Sammelsurium unterschiedlichster Krankheitserreger in der letzten Woche dann doch zu viel für meine im Prinzip sehr gute Immunabwehr. Dazu schlief ich noch schlecht bzw. unruhig und das schwächt das Immunsystem ja zusätzlich. Ich träumte auch schlecht aber das mache ich auch bereits seit Wochen. Seit Wochen Albträume! Weltuntergänge, Verfolgungen, Menschen sterben etc. etc. Letzte Nacht gab es eine Schießerei zwischen zwei Menschen - der eine schoss plötzlich auch auf mich - traf aber zum Glück nicht. Ich schoss zurück ... Nun kratzt es im Hals und in der Nase drückt es. Nicht viel aber ich fühle mich ganz, ganz schrecklich krank. Matt, schwach, benebelt, erschöpft. Die Immunabwehr kämpft also - gut so! Auch sehr unangenehm: Im rechten Nacken- Schulterbereich ist ein heftiges Ziehen und ein schmerzender Punkt. Keine Ahnung, ob da ein Lymphknoten geschwollen ist oder ich Zug bekommen habe. Vielleicht auch eine Gehirnhautentzündung - manchmal bin ich Hypochonder. Eventuell spreche ich auch im Fieber. So, ein wenig Jammern musste sein, denn ich bin wehleidig, wenn ich krank bin. Außerdem ist hier niemand, der mir einen Tee macht oder was zu essen oder mich bemitleidet. Also wie immer alleine durchkämpfen ... : (

30.01.2010 um 12:02 Uhr

Witz des Tages

Als ich heute morgen Einkaufen gehen wollte, machte ich an der Haustür kehrt, weil der Fußweg eine geschlossene Eisdecke hatte. Mir fiel ein, dass die ältere Dame bei uns im Haus mal angemerkt hatte, sie hätte noch Rollsplit und Salz im Keller und so ging ich kurzentschlossen zu ihr hoch. Ich fragte sie, ob sie Streugut "spendieren" würde, damit sich niemand etwas brach bei uns vorm Haus. Na klar, macht sie. Bei der Gelegenheit wies sie mich darauf hin, dass ich ja ab morgen mit Schneeräumen dran sei. Ab morgen??? Ich räume schon die ganze Woche unter stummem Protest, weil ich denke, ich sei dran und das trotz Ischiasbeschwerden!! Aber nein, ich sei ab morgen dran. Menno, hab mich verrechnet ... Hätte ich nur nie den Schneeräumplan ins Altpapier geworfen. Also ab morgen dann - erneut ...

Den Witz der Woche erlebte ich beim Edeka um die Ecke. Ich wollte Brot kaufen, doch zum Abpacken waren nur Plastiktüten vorhanden. Plastiktüte + Brot + einige Tage = labbriges Brot und das wollte ich nicht. Also schilderte ich der Fachverkäuferin im Laden, die andere Brote und Fleischwaren verkaufte mein Problem: Ich wolle Brot vom Stand kaufen, dort seien aber nur Plastiktüten, ich hätte aber lieber eine Papiertüte. Sie sagte "Moment", suchte eifrig herum (zu meiner Verwunderung im hinteren Teil, obwohl Papiertüten gleich vorne gut sichtbar lagen), kramte Plastiktüten hervor und wollte mir diese geben. Ich verstand die Welt bzw. die Fachverkäuferin nicht mehr und merkte an, dass die ja aber auch aus Plastik seien, also keinen Unterschied zu den Vorhandenen darstellen und mir somit nicht weiterhelfen würden. Zaghaft deutete ich auf die Papiertüten gleich vorne am Verkaufsstand. Also nein, die könne ich nicht nehmen, denn sonst würde man an der Kase denken, dass das Brot von ihrem Stand käme und nicht aus der Selbstbedienungstheke. Pragmatisch, wie ich manchmal bin, präsentierte ich ihr die sehr einfache Lösung: Ich bat sie mir eine Papiertüte mitzugeben. Ich würde das Brot brav erst einmal in die Plastiktüte packen, zuhause dann aber in die Papiertüte umpacken. Da konnte sie nichts mehr gegen einwenden, weil es einfach unschlagbar war und so machten wir es dann auch. Na bitte, warum denn nicht gleich so ...

29.01.2010 um 16:47 Uhr

Schön, wenn der Schmerz nachlässt

Stimmung: Gelöst

Nachdem ich Mittwoch tapfer darauf verzichtet hatte wegen meines nervenden Ischiasnerves Laufen zu gehen, geschah gestern das Unerwartete: Nachdem ich morgens noch unruhig auf meinem Bürostuhl herumrutschte, weil es unangenehm ins Bein zog, machte es irgendwann *klick* und der Schmerz war weg. Einfach so! Erstaunlich! Was war ich erleichtert. Einfach *klick* und die Welt ist wieder etwas schöner bzw. schmerzfreier. Erfreulich, dass es manchmal einfach *klick* macht. Einfach so - mal im Kopf, mal im Rücken aber danach ist irgendwie einiges wieder gerade gerückt.

Nachmittags stiefelte ich zu Fuß in die Stadt, denn das Rad zu benutzen geht bei dem Neuschneegenerve da draussen natürlich wieder nicht. Da ich noch meinen dritten Arzttermin hatte (wegen der Schildrüse), machte ich auf dem Weg dorthin in der Stadt bei meinem Lieblings-Sushistand Halt und genehmigte mir eine kleine Portion. Ich liebe das Zeug total! Köstlich ist das! Ich liebe es ausserdem, dass ich so etwas momentan machen kann: Einfach zum Sushi-Stand gehen und mir eine Portion kaufen und genießen. Wer wie ich längere Zeit von Arbeitslosengeld bzw. Hartz IV gelebt hat, der weiß sicherlich, wovon ich rede. Bevor ich wieder Arbeit hatte, bedurfte bereits jeder Kauf der alltäglichen Lebensmittel einer gründlichen Überlegung, damit das Geld bis zum Monatsende genügt. Umso mehr erfreue ich mich momentan an jeder Kleinigkeit, die ich mir kaufen kann bzw. mir gönnen kann - auch in Form kulinarischer Köstlichkeiten. Ich genieße einfach gern ... Ich darf mir gar nicht ausmalen, wie es wird, wenn ich wieder arbeitslos werden sollte. Traurig

Nun ja - frisch gestärkt suchte ich also meinen Arzt auf, der mir die Ergebnisse der Blutuntersuchung mitteilte. Meine Werte sind - wie er sich ausdrückte - "vorbildlich"! Sehr schön. Die Schilddrüse arbeitet also vorschriftsmäßig und alles ist im grünen Bereich. Das zu hören hat immer etwas Beruhigendes. Nach meinem Arztbesuch ging ich noch in zwei Geschäften vorbei, weil ich Streusalz bzw. Rollsplit suchte. man erinnere sich: Omma und ihr nun ruhiger Ischiasnerv sind ja mit Schnee räumen dran und natürlich ist bei uns momentan im Keller weder Streusalz, noch Rollsplit, da sämtliche Nachbarn offensichtlich nach dem Prinzip verfahren: Nach mir die Sinnflut bzw. das Glatteis. Allerdings blieben meine Kaufversuche erfolglos. Kurz entschlossen entschied ich mich dazu einfach auf normales Speisesalz umzusteigen. Besser als nichts, oder?! Fröhlich Also schaufelte ich Schnee und verteilte danach Jodsalz auf dem Gehweg. Ok, ein ganz klein bisschen merkwürdig kam ich mir selbst dabei vor. Ich konnte mir regelrecht ausmalen, was die Leute denken mussten, die mich eventuell beobachteten: "Schau mal, die komische Frau von gegenüber würzt den Gehweg!" Ich hingegen war kurz davor noch Pfeffer und Basilikum hinterherzuschütten - einfach, weil ich grad so beim Würzen war und irgendwie auf den Geschmack kam. Allerdings eines muss ich im Nachhinein feststellen: Speisesalz hält die Wege nicht wirklich frei. Nachmachen lohnt also nicht! Fröhlich

27.01.2010 um 17:07 Uhr

Ommamäßig

Ach ja, ach ja ... Heute wäre ja eigentlich mein Lauftag und was mache ich? Sitze ommamäßig mit einer Heizdecke im Rücken und schlechter Laune auf dem Sofa, weil mein Ischiasnerv nervt. Vor ich glaube zwei Jahren hatte ich auch zu dieser Zeit eine böse Entzündung des Nerves - keine Freude kann ich euch sagen und zog sich verdammt lange hin. Tja und seitdem meldet sich der Nerv jedes Jahr zur gleichen Zeit, wenns ihm draussen zu kalt wird, der Bürostuhl Schrott ist, ich zu gestresst bin oder was weiß ich warum - vermutlich zig Gründe, die dazu führen. Letztlich kann ich es ja nachvollziehen, dass er genervt ist, ich bins ja auch. Schon allein, weil ich nicht Laufen gehen kann, denn ich werde immer unruhig, wenn ich einen Termin ausfallen lasse - da bin ich mittlerweile zu "pflichtbewusst" mir selbst gegenüber. Letztlich brauche ich meinen "Auslauf" aber auch einfach, weil er mir gut tut. Aber ein nervender Nerv ist doch ein guter Grund mal zu pausieren, oder? Traurig Zudem war ich die beiden letzten Tage nach der Arbeit noch verabredet und bin grad ganz froh mal früher zuhause zu sein. Trotzdem würd ich gern Laufen ... Menno ... Aber dass das mit dem Nerv schlimmer wird, will ich auch nicht riskieren. Das ist echt keine Freude. Zum Orthopäden zu gehen macht auch keinen Sinn. Meist geben die einem den grandiosen Tipp (nachdem sie wild geröngt haben, denn Orthopäden röntgen immer!! Egal, warum man da ist) doch ein starkes Schmerzmittel zu nehmen. Toll! Zumindest die schlechten Orthopäden raten das - bei den guten bekommt man leider als Kassenpatient so schnell keinen Termin. Unter vier bis sechs Wochen ist da nichts zu machen und bis dahin sind die Beschwerden eh meist schon wieder weg. Ja, ja unser Gesundheitssystem ist schon schön. Ach und ansonsten bin ich grad echt sehr unwirsch. Aber lassen wir das ... Ab morgen schneits dann auch noch wieder und ratet mal, wer Schneeräumdienst hat? Genau: Omma und ihr Ischiasnerv ...

26.01.2010 um 20:08 Uhr

Ist es so?

Stimmung: Resigniert

Ist das eigentlich nur in meinem Leben so, dass ständig alles kompliziert und anstrengend erscheint? Dass immer alles fast gut wird aber letztlich eben dann doch nicht so wirklich, sondern eben nur fast?! Dass immer alles nur halbherzig am Glück vorbeischrammt? Ständig, ständig, ständig? Ich mich auf etwas freue und natürlich ein Faktor dazu kommt, der die Freude trübt? Was los ist? Ach, das würde grad zu weit führen bzw. wäre ne lange Geschichte ... Bitte sagt mir: Ist das nur bei mir so?? Wenn nicht, dann verspreche ich, mich nicht mehr zu beschweren. Wenn doch, dann schmolle ich mit dem Leben. Manchmal bin ich es echt leid ...

24.01.2010 um 18:20 Uhr

Sowas ...

Nachdem ich per Zufall darüber gestolpert war, dass man mein Buch über Amazon/Japan (Japan!) bestellen kann - wobei ich mich schon etwas frage, wer dort bitte Interesse daran haben könnte - habe ich grad eben entdeckt, dass es nun auch bei Amazon in Großbritannien und Frankreich bestellbar ist. Also sowas ... Weltweit erhältlich! Cool! Fröhlich

23.01.2010 um 18:57 Uhr

Rosazea-Selbstversuch Tag 1

Ich leide seit einigen Jahren an Rosazea. Lange Zeit rätselte ich herum, was da in meinem Gesicht los ist: Die Haut spannte im T-Bereich des Gesichtes, war ständig gerötet und es bildeten sich rote Knötchen, die aber nicht wie normale Pickel aussahen. Ausserdem reagierte die Haut extrem auf so gut wie alles: Kälte, Hitze und vor allem Cremes. Ich probierte so dies und das aber nichts half und vermutete bald eine Allergie. Ich zeigte schließlich meinem Hautarzt das Disaster in meinem Gesicht, der nur fröhlich anmerkte: "Das ist Rosazea! Das ist chronisch und ich verschreibe Ihnen mal eine Salbe, die sollte helfen!" Chronisch????, dachte ich verzweifelt. Das bedeutet, es geht nie mehr weg! Nie! Ich informierte mich im Internet über die Erkrankung, die eigentlich keine Krankheit ist, sondern genau wie Cellulite eine Anomalie der Haut darstellt. Letzteres erfuhr ich von meiner Apothekerin, die ebenfalls fröhlich (warum sind alle so fröhlich bei dem Thema?! Weil sie froh sind, dass sie selbst nicht betroffen sind oder wie?!) anmerkte: "Die einen haben Cellulite - die anderen Rosazea", worauf ich schlagfertig, wie so oft und nur halbwegs fröhlich erwiderte: "Ja und manche haben beides ..."

Nun leben wir also eine Zeit bereits zusammen: Rosa (wie ich sie manchmal "liebevoll" nenne) und ich. Ich habe eine Gesichtscreme gefunden, die mir gut tut und hole mir regelmäßig beim Hautarzt eine neue Salbe, die Rosa hilft in Schach zu halten. Ansonsten hilft mir Ruhe, denn Stress verschlimmert Rosa eindeutig  und eine Vermeidung von Hitze und Kälte im Gesicht, was natürlich nicht immer machbar ist, denn im Winter ist es nummal kalt und im Sommer heiss und raus gehen muss ich nunmal. Ja und will ich auch ... Normales Wasser führt bereits zu einer Reizung von Rosa und da kam mir neulich eine Idee, als "grenzgaenger" von ihren Selbstversuchen mit Ringer-Lösung berichtete. Diese hat den ph-Wert des Blutes und wirkt - im Gegensatz zu normalem Wasser - nicht austrocknend. Wasser, das nicht austrocknet? Genau das Richtige für Rosazea!, dachte ich bei mir. Zumal mir im Urlaub jedes Mal auffällt, dass die Rosazea besser wird, wenn ich viel Schnorcheln war - mein Gesicht also dem Meerwasser ausgesetzt war.

Heute kaufte ich mir also Ringer-Lösung und trug sie im Gesicht auf. Erster Eindruck: Ein extrem erfrischendes Gefühl und eine gewisse "Entspannung" der Gesichtshaut. Nachdem sie trocknete: Kein Spannungsgefühl!! Ein leichtes Brennen ist zwar im Wangenbereich spürbar aber das war vorher bereits, weil ich momentan einen heftigeren "Schub" von Rosa habe. Da sich die Ringer-Lösung mit der Hand nur umständlich auftragen lässt, kam ich kurzerhand auf die Idee, sie in eine ausgediente und gereinigte Deo-Pumpflasche zu füllen, mit deren Hilfe ich sie nun bequem ins Gesicht sprühen kann. Die Haut fühlt sich glatter an und entspannter - das spüre ich. Ich werde nun weiterhin jeden Tag die Lösung aufsprühen und beobachten, wie sich Rosa dabei verhält. Danke nochmal liebe "grenzgaenger", für den Geistesblitz! Der Nobelpreis ist dir sicher! Fröhlich

23.01.2010 um 15:43 Uhr

Der richtige Zeitpunkt

Wenn ein Mann und eine Frau sich kennenlernen, dann geht es oft darum für sich zu entscheiden, ob man zueinander passen würde oder nicht. Man umschwirrt sich eine Weile und danach geht es in die eine oder andere Richtung - Freundschaft oder Beziehung, ausser von Anfang an war auf einer oder beiden Seiten eh klar, dass es in Richtung Freundschaft gehen würde. Ein Freund beschrieb diese Phase mal sehr treffend mit: "Es öffnet sich ein 'Beziehungsfenster' und nach einer Weile schließt sich dieses wieder." So ist es wohl. Dieses Fenster kann mal länger und mal kürzer geöffnet sein aber irgendwann schließt es sich wieder. Ganz von alleine. Irgendwie wohl auch ein natürlicher Vorgang, ein unausweichlicher.

Ich stolperte bei meinem japanischen Lieblingautor Haruki Murakami in einer Kurzgeschichte über eine sehr treffende Beschreibung dieses Umstandes. Ein Mann und eine Frau lernen sich kennen und fangen etwas miteinander an - aber nicht "richtig". Sie verlieren sich schließlich aus den Augen und treffen sich später wieder - die Frau ist mittlerweile verheiratet. Beide verbringen den Abend miteinander aber auch wieder nicht "richtig", weil sie merken, dass dies nicht (mehr) geht. In der Kurzgeschichte "Ein modernes Volksmärchen für meine Generation" innerhalb des Buches "Blinde Weide, schlafende Frau" heißt es: "Nur so konnten wir einsehen, was wir einsehen mussten - dass früher alles anders verlaufen wäre. Dass wir ganz natürlich miteinander hätten (etwas anfangen) können und uns vielleicht noch näher gekommen wären. Vielleicht wären wir sogar glücklich geworden. Aber dieser Zeitpunkt war verstrichen, eingefroren und versiegelt. Und niemand würde dieses Siegel je brechen können."

Irgendwann ist der richtige Zeitpunkt vorbei - einfach so. Man fragt sich, ob es den "richtigen Zeitpunkt" überhaupt je gegeben hat oder ob er manchmal einfach niemals wirklich da war, weil die Umstände nicht "richtig" waren. Letztlich egal, denn so oder so bewirkt der Faktor Zeit, dass sich etwas ändert. Noch etwas macht Murakami deutlich in seinen Ausführungen durch das Wörtchen "vielleicht". Letztlich gibt es niemals eine Garantie dafür, dass selbst dann, wenn der Weg in Richtung Beziehung gehen sollte, diese auch funktioniert auf Dauer. "Vielleicht" kommt man sich noch näher und "vielleicht" wird man glücklich - vielleicht jedoch auch nicht. Am Ende wohl egal, wenn der Zeitpunkt eh verpasst wurde oder nie existierte. Vielleicht ist auch diese Ungewissheit, die Ungewissheit darüber, ob man miteinander glücklich geworden wäre oder nicht, am Ende am schwierigsten auszuhalten. Diese Frage danach, ob man eine Gelegenheit zum Glück verpasste oder ob es sie nie wirklich gab.

20.01.2010 um 19:28 Uhr

Strand, Sonne, Meer und Hundi - ich komme!

Stimmung: Annähernd glücklich

Das Daumen-drücken hat etwas gebracht: Mein Urlaub ist genehmigt und kann wie geplant stattfinden! Fröhlich Allerdings sind es noch um die vier Monate hin, bis es losgeht ... Aber dann! Dann wirds großartig! Wärme, Meer, blühende Natur, liebes Hundi und neuer Fotoapparat. Fast paradiesische Zustände! Fröhlich Muss ich also nur noch die Zeit bis dahin überstehen ... Beschäftigt

19.01.2010 um 18:24 Uhr

Fernweh

Morgen bekomme ich endlich Bescheid, ob mein Urlaub im Mai genehmigt wird. Nun heisst es Daumen drücken! Damit ich bald wieder das hier sehen und fotografieren kann:

  

 

Aber auch den folgenden Hund, mit dem ich bereits 2007 (glaube ich) Freundschaft geschlossen habe und der sich - ebenso wie ich - jedes Jahr im wahrsten Sinne des Wortes tierisch freut, mich wiederzusehen. Er heißt "Bandido" - kurz genannt "Bandi". Eigentlich hat er ein Herrchen, büxt aber ständig aus und sucht sich andere Menschen, denen er für einige Zeit Gesellschaft leistet. Zumindest tagsüber, denn Nachts marschiert er immerhin zurück nach Hause. Bandi ist entzückend! Sehr freundlich und friedfertig. Er "lächelt", wenn er mich begrüßt. Wirklich! Er zieht die Lefzen hoch - bei Hunden eigentlich eine Drohgebärde aber er muss sich das Lächeln bei den Menschen abgeguckt haben und macht es immer, wenn er von Wiedersehensfreude erfüllt ist. Er ist extrem verspielt und hochintelligent, weil lernfähig. Auch sehr verfressen ... ja, das ist er auch. Fröhlich In diesem jahr bringe ich ihm Spielzeug mit - mindestens eines. Wenn der Urlaub klappt ... Oh hoffentlich ...

18.01.2010 um 19:03 Uhr

Verschwende deine Zeit?

Wegen des kassenärztlichen Notstandes aufgrund einer Kaputtreformierung des Gesundheitssystemes, habe ich heute eine Stunde meines Lebens verschwendet, indem ich blödsinnig in einem Wartezimmer verbrachte. Aufgrund meiner Schilddrüsenunterfunktion müssen die Schilddrüsenwerte zweimal im Jahr per Blutabnahme untersucht werden. Früher (als noch alles besser war) konnte ich bei meiner Hausärztin anrufen, mir direkt einen Termin zur Blutabnahme geben lassen und alles war gut (weil es halt früher war und deshalb ja besser aber ich wiederhole mich). Heute - bei einem anderen Arzt und aufgrund der Kaputtreformierung ist es so, dass ich vor der Blutabnahme direkt beim Arzt vorsprechen muss bei einem Extratermin. Für eine Kontrolle renne ich also drei mal zum Arzt: Vorbesprechung, Blutabnahme und Besprechung der Blutwerte. Damals (als noch alles besser war), ließ ich nur Blut abnehmen, brauchte kein Vorgespräch und die Besprechung der Blutwerte machte meine Ärztin mit mir telefonisch. Aber nun ist ja alles anders ...

Vorhin also radelte ich zu meinem Vorgespräch und stieß beim Arzt angekommen ziemlich schnell auf ein erschreckend überfülltes Wartezimmer. Mich auf elend lange Wartezeiten einstellend, griff ich zum "Spiegel" und las einen Bericht über das Erdbeben auf Haiti. Hilfe, was für ein intensiver Bericht über eine schreckliche Naturkatastrophe. Der Bericht nahm mich so sehr gefangen, dass ich kurz davor war mitten im Sprechzimmer in Tränen auszubrechen angesichts der schrecklichen Berichte und dem Leid und Elend der Menschen. Haiti - ein Land, in dem auch vor dem Beben bereits unsägliche Zustände herrschten. Ein Land, in dem so starker Hunger herrscht, dass die Menschen "Kekse" aus Erde essen. Als ich vor einiger Zeit darüber einen Bericht im Fernsehen sah, war ich erschüttert. Das muss man sich mal vorstellen ... Nun haben die, die vorher schon nichts hatten, gar nichts mehr. Und ich beschwere mich über einen Termin mehr beim Arzt ... ich merke grad, dass dies in keinem Verhältnis steht. Trotzdem erwiderte ich, als der Arzt nach der 2-minütigen-Besprechung sagte. "Sie Arme! dafür mussten sie so lange warten", "Komisch, so etwas Ähnliches habe ich gerade auch gedacht." Aber eigentlich, ja eigentlich geht es mir doch gut ...

17.01.2010 um 12:46 Uhr

Wie im Fernsehen

Stimmung: Nachdenklich

Keine Ahnung warum aber seit Tagen geht mir ein Ereignis im Kopf herum, das bereits fast vier Jahre zurück liegt. Vielleicht, weil es sich zu dieser Zeit des Jahres zutrug und das Wetter recht ähnlich war. Allerdings war es so Ende Februar/Anfang März, doch 2006 zog sich der Winter sehr lang hin. Es schneite an dem Tag, das weiss ich noch sehr genau. Meine damalige Beziehung war ins Wanken geraten, weil ich sie grundsätzlich in Frage stellte. Um das eigentliche Ereignis, das mir momentan im Kopf herum geht, besser verständlich zu machen, werde ich etwas weiter ausholen. Als ich mit meinem Ex-Freund zusammen kam, war alles schön - natürlich war es das. So ca. eine Woche lang, denn dann eröffnete er mir, dass er sich irgendwie gar nicht sicher sei, ob er wirklich in mich verliebt ist. Ich war wie vor den Kopf gestossen. Die Situation überforderte mich, weil ich absolut nicht verstand, wie und warum und weshalb und überhaupt. Ich fuhr damals zu meinem besten Freund, der zufälligerweise auch der beste Freund meines Ex-Freundes war. Ich erzählte ihm, was los ist und trotz seiner Doppelfreundschaft sagte er dazu nur: "Also wenn das schon so anfängt ..." Natürlich behielt er Recht, denn wenn etwas schon so anfängt, dann geht es auch genau so weiter.

Die gesamte Beziehung war geprägt davon, dass er einen Schritt auf mich zu ging, um diesen dann recht schnell wieder zurückzugehen. Seine Zweifel bezüglich einer Verliebtheit meinerseits waren nur der traurige Anfang. Später stellte er in regelmäßigen Abständen immer wieder seine Liebe zu mir in Frage. Er schlug vor zusammenzuziehen, um dann, als ich zustimmte, doch wieder unsicher zu werden, ob er das wirklich wolle. Ich weiss nicht, wie oft ich das Spiel mitmachte aber irgendwann platze mir bezüglich des Zusammenziehens der Kragen und ich sagte ihm, er solle das Thema nie wieder ansprechen, denn der Zug sei nun komplett abgefahren. Doch damit nicht genug. Er fragte mich irgendwann, ob ich ihn heiraten wolle. Im Nachhinein habe ich keine Ahnugn warum, weil es keinen "Sinn" machte aber ich sagte ja. Nicht weiter verwunderlich, was passierte: Er war sich plötzlich doch wieder unsicher, ob er das wolle. Ich glaube in dem Moment zerbrach bei mir bezüglich der Beziehung etwas entgültig. Ich war sowieso schon sehr gekränkt und verletzt aber das war einfach zu viel. Ich sagte noch nicht mal mehr viel dazu, sondern weinte einfach stumm vor mich hin. Reden machte ja auch keinen Sinn, das hatte ich bei allen anderen Gelegenheiten gemerkt, denn es änderte ja nichts.

Irgendwann war ich einfach nur noch müde. So müde und erschöpft, weil mich diese Beziehung wahnsinnig viel Kraft gekostet hatte und ich es zugelassen habe. Meine psychosomatische Müdigkeit schlug sich irgendwann körperlich nieder: Ich bekam eine Schilddrüsenunterfunktion. Irgendwann dann Ende Februar/Anfang März 2006 hatten wir ein Gespräch, in dem ich meine Unzufriedenheit und mein Unglück noch einmal deutlich formulierte. Ich machte ihm außerdem klar, dass für mich die Beziehung grundsätzlich in Frage stünde. Wir trennten uns nicht sofort - zunächst waren wir in so einer Art Zwischenstadium. Ja und innerhalb dessen kam es zu diesem unglaublichen Ereignis. Wir waren zum Kino verabredet mit einem Freund und wollten den Termin nicht absagen. Mein Ex schlug vor, dass wir uns vor dem Kino noch in der Stadt treffen - an einem Stand in einem Shoppingcenter, an dem es frisch gepresste Säfte gibt. Ich willigte ein und betrat das Shoppingcenter zur verabredeten Zeit. Ab da kam ich mir vor, wie in einer Szene in einem ganz schlechten Film:

Ich sah meinen Ex an dem Stand stehen, sah auf dem Tisch neben ihm einen riesigen Strauss Rosen (er hat mir sonst nie Blumen geschenkt). Er sah mich und griff nach den Rosen. Alle Menschen in dem Shoppingcenter sahen ihn an und sahen die Rosen und folgten seinem Blick und guckten nun mich erwartungsvoll und strahlend an. Alle vermuteten wohl, dass sie nun Zeuge eines Heiratsantrages in aller Öffentlichkeit würden und einige guckten sich wohl suchend nach Kai Pflaume um. Mein Gesichtsausdruck verriet allerdings, dass es zu keinem Antrag kommen würde. Ich erstarrte regelrecht, denn ich war fassungslos! Mich machte das so wütend, ich glaube ich hätte ihm vor aller Augen eine Szene gemacht, wenn er mich gefragt hätte, ob ich ihn heiraten wolle. Normalerweise bin ich sehr beherrscht und es gehört verdammt viel dazu, mich zum explodieren zu bringen aber da war es soweit. Ich hätte ihm die Rosen um die Ohren gehauen und anschließend vor die Füße geworfen. Vielleicht hätte ich es einfach tun sollen, doch ich ließ es. Er hatte meinen Gesichtsausdruck immerhin richtig gedeutet und fragte nicht. Dennoch entbrannte eine Diskussion, die wir erst in dem Shoppingcenter führten und dann draußen im Schneetreiben fortführten. Den Kinobesuch sagten wir ab und ich wollte einfach nur noch nach hause. Er begleitete mich bis zur Haustür und wir sprachen kein Wort während der Zeit. Ich hatte einfach nichts mehr zu sagen. Die Rosen gab er mir mit - keine Ahnung, warum ich sie überhaupt annahm. Ich glaube ich war einfach nur noch erschöpft. Ich stellte sie in eine Vase oben auf den Küchenschrank, wo ich sie nicht sah und warf sie einige Tage später weg. Das war der traurigste Strauss Blumen, den ich jemals bekommen habe. Wenig später trennte ich mich entgültig.

16.01.2010 um 14:50 Uhr

Einkaufsglück

Stimmung: Erschöpft aber ok

Letzte Nacht habe ich wieder einmal fast 11 Stunden geschlafen. Heftig ... Zwischendrin lag ich allerdings eine Weile wach und schlief etwas unruhig, weil mir mitten in der Nacht (wie bitte kommt man da auf solche Gedanken?!) einfiel, dass 1. in einem Teil dessen, was ich letzte Woche auf der Arbeit fertiggestellt habe, eventuell noch ein Fehler steckt und 2. mein Vertrag ja nur bis Ende des Jahres geht und ich dann im schlimmsten Fall wieder mal arbeitslos bin! Solche Gedanken können schonmal kurzfristig Herzrasen auslösen, das ein erneutes Einschlafen erst einmal verunmöglicht. Zum Glück schlief ich jedoch irgendwann wieder ein und irgendwann auch recht tief und träumte erneut sehr deutlich vor mich hin:

Irgendetwas war passiert. Eine Katastrophe in irgendeiner Form - welche, weiss ich nicht mehr. Zumindest war es durch die Katastrophe unmöglich dahin zurückzukehren, wo ich zuvor gewesen war. Die Umstände hatten sich völlig geändert. Ich war in einem Raum, in dem auch andere Menschen waren - allesamt Künstler, denn ich sah Bilder von ihnen und "Flecken" auf dem Boden, die sich wie in einem Film wandelten und veränderten. Ein Mann sagte zu mir, dass er mich morgen besuchen kommen würde. Ich stimmte dem zu. Dann war da noch ein Mann, der auch ankündigte, mich am nächsten Tag besuchen zu kommen; außerdem wollte er mich dann küssen. Er war mit seiner Freundin in dem Raum. Plötzlich kam er zu mir und wollte mir einen Kuss geben. Ich sagte: "Ich dachte, du wolltest mich erst morgen küssen?" und er erwiderte: "Na und? Dann mache ich es eben jetzt schon", und küsste mich. Also so richtig ... Er war dann wieder weg und ich registrierte, dass seine Freundin die ganze Zeit im selben Raum gewesen war und den Kuss also sicherlich gesehen haben musste. Neben mir saß eine Frau, die mich vorwurfsvoll anschaute und mich fragte, ob es mir denn egal sei, dass die Freundin von dem Mann das nun habe mit ansehen müssen. Ich sagte: "Nein, das lässt mich ganz und gar nicht kalt und ist mir ganz und gar nicht egal - ganz im Gegenteil. Aber wenn er mich nicht geküsst hätte, welche mögliche Alternative hätte es gegeben?!" Die Frau neben mir verstummte.

Ich wachte auf, weil wieder einmal vor dem Haus jemand Schnee schaufelte und über die Steinplatten kratzte. Also stand ich auf und zog mein Rollo hoch. Ein junger Mann, der für die Störgeräusche verantwortlich war, grüßte freundlich und halb entschuldigend. Ich lächelte zurück. Am späten Vormittag fuhr ich mit meiner Mutter in die Stadt, weil es dann noch recht leer ist. Da offensichtlich aller guten Dinge Drei sind, fand ich heute endlich, endlich eine Hose, die nahezu perfekt sitzt. Außerdem ergatterte ich einen reduzierten Kalender mit fantastischen Baummotiven. Unglaubliche Motive hat der - wunderschön! Als Krönung fand ich dann noch im Geiz-ist-geil-Shop zwei Fotoapparatmodelle, die als Neukamera für mich in Frage kommen, da ich plane mir eine Neue zu schenken. Man soll auch mal zu sich selbst lieb sein und das ist wirklich ein supertolles Geschenk für mich, da ich wahnsinnig gerne fotografiere! Also testete ich beide Modelle und war wirklich äußerst positiv überrascht! Im Prinzip kommen beide in Frage und ich werde wohl online nochmal die Daten vergleichen, um mich dann zu entscheiden. Nebenbei beriet ich noch einen Rentner neben mir, der auch mit einer der beiden Kameras liebäugelte und riet ihm dringend zu, das Modell zu nehmen. Lieber "Herr Canon" - ich hätte gern Provision!! Fröhlich Nun freue ich mich doppelt auf den hoffentlich kommenden Urlaub, denn genehmigt ist er noch nicht aber das entscheidet sich nächste Woche. Ach, was werde ich Fotos schießen gehen. Ach, was freue ich mich!! Fröhlich

14.01.2010 um 18:44 Uhr

Zähneknirschend

Stimmung: Perplex

Heute war ich wieder mal bei meinem Zahnarzt. In letzter Zeit war ich so oft bei ihm, dass wir fast per Du sind - fast! Nachdem in mühseliger Kleinarbeit vor Weihnachten meine Knirschschiene angepasst wurde, bei deren Anpassung meine perfekten Weisheitszähne, weil prompt gerade und problemlos dem Kiefer entwachsen, ein Problem darstellten, sollte heute der Sitz der Schiene kontrolliert werden. Also hetzte ich von der Arbeit mit Knirschschiene im Mund (ich sollte sie 30 Minuten vor dem Termin einsetzen) zu ihm, obwohl ich mich eigentlich noch um zig Probleme auf der Arbeit hätte kümmern müssen. Nun gut, denen widme ich mich morgen früh ... Traurig Meinem Arbeitskollegen lispelte ich noch ein recht feucht ausgesprochenes "Tsüss" entgegen (mit Schiene im Mund stellen einige Buchstaben echte Probleme dar) und eilte los - nicht, ohne den Schnee zu verfluchen, der mir das Rad fahren verleidet. Für mich kam ich jedoch zu dem Schluss, dass ich ab morgen wieder mit dem Rad fahren werde, denn ich bin es leid, leid LEID den Bus zu nehmen oder zu Fuß zu gehen ...

Mein Zahnarzt begrüßte mich fröhlich (wie schon mal erwähnt, dieser Mann ist immer fröhlich und fast unerträglich ausgeglichen - vor allem empfinde ich es dann als unerträglich, wenn ich so gar nicht ausgeglichen bin) und fragte, wie die Schiene so sitzen würde. Ich lispelte breit grinsend "schupi". Er kontrollierte den Sitz und stimmte mir zu. Dann sagte er etwas, was mich aufhorchen ließ: "Das sieht gut aus und wen das so bleibt und nicht schlimmer wird, dann müssen wir an den Weisheitszähnen auch nichts machen. Weisheitszähne? Was machen?, dachte ich bei mir und schaute ihn skeptisch an. Er plauderte schon munter weiter, doch am Ende brachte ich ihn auf das Thema zurück: "Was muss denn wann an meinen Weisheitszähnen gemacht werden???" Er merkte gleich, dass er auf Glatteis geriet und erwiderte etwas kleinlaut: "Wenn das nicht besser werden würde, dann müssten sie raus." Ich war fassungslos! Meine Weisheitszähne rausoperieren?? Nachdem sie perfekt gewachsen waren und nie Probleme machten? Nur, weil ich nachts aus innerer Anspannung meine Zähne zusammen beiße?! NIEMALS!!! Und so fragte ich: "Die Weisheitszähne rausoperieren??" Er: "Ja", ich: "Neh! Niemals! das brauchen Sie mir dann gar nicht vorschlagen, das lasse ich auf keinem Fall machen. Lieber mache ich was ganz anderes aber die Zähne bleiben bei mir." Etwas irritiert aber interessiert fragte er nach: "Was wollen Sie dann machen?" Ich: "Keine Ahnung - Joga zur Entspannung oder irgendetwas aber die Zähne bleiben!" In seiner unschlagbaren Güte fügte er nun lachend an: "Nun gut, einen Ringkampf werden wir deshalb nicht austragen", und nun lachten wir gemeinsam. Gesunde Zähne entfernen, weil ich innerlich Stress habe ... ne, also wirklich ... Die Knirschschiene kann ich allerdings empfehlen, denn Nachts agiere ich mich nun an ihr aus und habe morgens keine Kopf-, Zahn- und Kieferschmerzen mehr ...

13.01.2010 um 18:25 Uhr

Kater-TV

Stimmung: Erfreut

Vor meinem Fenster zwitschern den ganzen Frühling und Sommer hindurch Meisen und andere kleine Federbälle. Ich mag das. Ich mag es, wenn Natur um mich herum ist und sei es noch so wenig. Aber: Zwischen meinem Kateropa und den Meisen herrscht ein "Kleinkrieg". Sitzt nämlich mein Kater auf dem Fensterbrett bei geöffnetem Fenster im Frühling/Sommer, dann fangen die Meisen sofort an ihn aufgeregt anzupiepen, während sie in sicherer Entfernung im Flieder bei mir vorm Haus hocken. Der alte, weise Kater weiss sehr wohl, dass er die kleinen Vögel sowieso nicht erhaschen könnte, lässt es sich jedoch nicht nehmen, sie vom Fensterbrett genervt anzumiauen. Letztlich tun sich aber beide nichts und Katerchen liebt es einfach die potentiellen Futterbrocken zu beobachten - ist er doch weise und auch bequem genug, sich aufs Beobachten zu beschränken und anschließend sein Katzenfutter zu vertilgen. 

Aus Zuneigung zu beiden Lebewesen, eröffne ich im Winter jedes Jahr das "Kater-TV". Kater geht im Winter zwar nicht raus, weil zu kalt und überhaupt, jedoch sitzt er stundenlang auf dem Fensterbrett in der Küche und starrt hinaus. Katzen sind absolute Weltmeister im In-die-Gegend-starren-und-beobachten. Um also beiden Wesen eine Freude zu machen, eröffne ich im Winter eine Vogelfutterstation - direkt gegenüber vom Küchenfenster. Somit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn 1. bringe ich die kleinen Vögel so sicher durch den Winter und 2. hat der alte Kater so ab und zu was Spannendes zu beobachten. Schön, wenn man Artübergreifend so viel Freude spenden kann! Fröhlich

 

 

 

 

12.01.2010 um 18:49 Uhr

Schwachsinn in Perfektion

Stimmung: Belustigt

Ich glaube, ich habe schonmal erwähnt, wie sehr ich es hasse, wenn in Filmen logische Fehler stecken bzw. sich die Darsteller absolut unrealistisch und bekloppt verhalten, oder? Wenn nicht, dann möchte ich an dieser Stelle nochmal mit Nachdruck darauf verweisen, dass dem so ist. Und zwar sowas von! Ich habe in jüngster Vergangenheit zwei Filme von unserem Vorzeigeauswandererregisseur Roland Emmerich geguckt, die mich in meinem Empfinden extrem bestätigten: "2012" und jüngst "The Day After Tomorrow". Letzteren verweigerte ich bis jetzt hartnäckig zu gucken, weil man bei Emmerich eben immer genau das bekommt, was man erwartet und das mag ich in der Regel so gar nicht. Warum ich mir beide Filme dennoch antat?! Weil man bei Emmerich eben genau bekommt, was man erwartet und mir war ausnahmsweise auch mal ganz genau danach: Plumpe Unterhaltung. Trotzdem kann ich es nicht vermeiden mich über die Art der Filme auszulassen. Fröhlich

Ja, der Emmerich ... um es mal auf den Punkt zu bringen, und man verzeihe mir bitte meine Ausdrucksweise, aber der Emmerich weiß einfach genau, wie er es den Amis filmisch so richtig besorgen kann. Das kann er und das macht er auch. Was braucht der Durchschnittsami, um sich filmisch zu amüsieren. Ganz einfach: 1. Eine spannende Story - hier bei beiden Filmen Weltuntergangsszenarien. Ganz, ganz spannungsträchtig! 2. Eine Liebesgeschichte, die trotz einer drohenden Weltkatastrophe eine bedeutende Rolle spielt. 3. Einen Helden (am besten Familienpapa), der völlig idiotische Aktionen bringt aber damit die Spannung enorm anheizt. 4. Ganz viele amerikanische Flaggen und Wahrzeichen, die mal hier und mal dort in die Kamera gehalten werden. 5. Natürlich unablässig: Das Militär, das rettend zur Hilfe eilt. 6. Bescheuerte Spaßvögel, die selbst mit dem Tod vor Augen noch ihre völlig überflüssigen Witze reißen, die kein Mensch braucht. 7. Ganz wichtig: Gaaaaanz viel Pathos!

Es ist schon hahnebüchen, was Emmerich sich da zum Teil zurechtfilmt. In "The Day After Tomorrow" etwa, droht der Nordhalbkugel der Klimakollaps, wegen Klimaerwärmung und dadurch Klimaänderung, in Form riesiger Schneestürme, die jeden töten, der sich ihnen aussetzt, weil in deren Zentrum -300 Grad herrschen. Der Papaheld findet das heraus, denn der is schlauer Forscher und warnt die Welt. Sein Sohn is aber grad dummerweise nach New York getingelt und landet so mitten im zukünftigen Katastrophengebiet. Über einen alten Münzfernsprecher erreicht Sohnemann bereits etwas beunruhigt den Herrn Papa, der ihm rät irgendwo zu bleiben, wo es warm is, denn draußen wirds dolle kalt. Sohnemann sieht das sofort ein und verschanzt sich mit anderen Menschen in der Bibliothek. Die Krönung: Papa kündigt an Sohnemann abzuholen. Häh?! Denkt sich nun die aufmerksame Zuschauerin - also ich. Häh?! Es soll tödlich kalt werden, alle sollen sich verschanzen oder nach Süden flüchten, sonst gibts keine Überlebenschance aber Papa geht den Sohn holen!? Warum??? Wozu??? Ich meine: In welcher Form könnte er ihm denn helfen? Beim Feuer-machen? Ehrlich: Ich kam nicht dahinter, warum sich der Heldenpapa dieser Gefahr aussetzte ...

Papa stapft also drauf los, begleitet von zwei treuen Gefährten, die ihn nicht alleine losziehen lassen können. Logisch: Einer von denen überlebt die Reise nicht und opfert sich heldenhaft, damit die restlichen zwei beiden ihren Weg fortsetzen können. Hach ja, hach ja ... Oben im Orbit schwirren übrigens ulkigerweise Russen und Amis in einer Raumstation umher und gucken sich das Schneegestöber von oben an. Ab und zu senden sie ein paar Satellitenbilder zur Erde, damit die unten sich auch auf den Fotos angucken können, wie aussichtslos die Situation ist, in der sie sich momentan befinden. Sehr aufmerksam von denen da oben. So plätschert also die Geschichte vor sich hin, zwischendrin werden noch ein paar Klischees über den guten Friedrich Nietzsche losgelassen (nein, da wurde der Film erst Recht nicht mein Freund) und am Ende kommt der Herr Papa natürlich zum wohlbehaltenen Sohnemann - beide haben gerade so überlebt und zig Unbillen abgewendet aber immer ging alles gerade so gut. Auch so typisch für solche Filme: Immer geht alles grad noch so gut. Soll vermutlich die Spannung anheizen - wirkt allerdings auf Dauer eher etwas unglaubwürdig. Sie freuen sich also ein Loch in den Bauch, dass sie überlebt haben, der geneigte Zuschauer - also ich - fragt sich immer noch, warum der Papa so weit durch den Schnee gestapft ist, man sieht eine Großaufnahme der eingefrorenen Freiheitsstatue hinter der grad die Sonne aufgeht, weil sich rausstellte, dass die Unwetter doch gar nich so schlimm waren, wie gedacht, obwohl man zunächst annahm, sie würden Wochen und Monate wüten und alles zerstören. Warum es sich die Unwetter letztlich anders überlegt haben wurde natürlich nicht mehr erklärt. Warum auch - 99% der Zuschauer sind spätestens jetzt eh damit beschäftigt zu Schluchzen und sich zu freuen. Nur ich nicht. Ich lachte noch einmal herzlich, als ein Russe oben in der Raumstation auf die sich lichtenden Wolken unten auf der Erde schaut und sagt: "Die Luft war noch nie so klar!" Mehr Pathos geht irgendwie nicht. Danke Roland, in dieser Hinsicht bist du einfach unschlagbar ...

11.01.2010 um 17:32 Uhr

Glück und Unglück

Stimmung: Beglückt

Glück und Unglück liegen manchmal sehr dicht beieinander bzw. manchmal hatte man Glück und weiß es noch nicht einmal. Gestern erfuhr ich z.B. davon, dass ich verdammtes Glück gehabt hatte - ohne es bisher zu wissen. Mein Nachbar war bei mir zu Besuch, erzählte von seinem Frankreichurlaub zwischen Weihnachten und Neujahr. Irgendwie hatte ich da was dunkel im Hinterkopf gehabt und hatte mich deshalb auch nur halb gewundert, dass es zu Silvester im Haus mucksmäuschenstill gewesen ist. Man muss dazu sagen, wenn meine Nachbarn da gewesen wären, dann hätte man sie ganz gewiss gehört! Sie erzählten mir im Sommer bei einer unseren Grillaktionen von einer legendären Silvesterparty, die sie gegeben hätten. So gegen 3:30 Uhr muss es wohl gewesen sein, da überfiel die beiden der starke Drang E-Gitarre zu spielen (beide machen das sehr gern - unterschiedlich gut. Mein einer Nachbar sagte mal kleinlaut zu mir, als ich anmerkte, dass ich beide bis zu mir herunter spielen höre: "Der, der schlecht spielt, das bin ich.") Sie gingen aber nicht etwa dazu über nun einfach die Verstärker anzuwerfen und zu spielen, nein - viel besser: Sie öffneten ein Fenster, einer hielt den Verstärker aus dem Fenster und der andere spielte bei voller Lautstärke Songs von Slayer (beide lieben Metal!). Ich musste bei der Vorstellung schon sehr lachen, verwies jedoch trotzdem darauf, dass ich, wäre ich zuhause gewesen, die Polizei gerufen hätte! Naja, ein kleines Augenzwinkern war schon dabei. Tja, so sind sie ...

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Gestern erzählte also der Nachbar, der nich so gut Gitarre spielt, von seinem Urlaub etc. Wir gerieten ins Plaudern und er berichtete von einem Freund, den ich auch kenne, bei dem ein Tag vor Heiligabend in der Wohnung drüber ein Wasserrohrbruch war. Ergebnis: Alles nass, Rechner kaputt und bis heute Ärger ohne Ende. Ja und dann kam der Punkt, an dem ich verdammtes Glück gehabt habe: Die rumpelige Dame über mir hatte nämlich an einem der ganz eisekalten Tage einfach mal ihr Fenster tagsüber, während sie bei der Arbeit war, auf Kipp gelassen um gut durchzulüften oder keine Ahnung warum. Hirnloses Verhalten bin ich von ihr ja gewohnt ... Ergebnis: Alle Heizungsrohre im Wohnzimmer und im Schlafzimmer waren bei ihr eingefroren. Mein Glück: Keines ist geplatzt und ersparte mir somit den "Wassersegen" von oben. Das wäre was gewesen ... oh hilfe! Zumal ich grad durchrenoviert habe. Aber, um es einfach mal festzuhalten: Manchmal, ja manchmal hat man auch einfach Glück und weiß es vielleicht noch nicht einmal.

10.01.2010 um 13:09 Uhr

Freier Fall

Nun hat es über Nacht doch wieder permanent geschneit und somit das Laufen zur erneuten Herausforderung werden lassen. Ich mag den Schnee nich mehr haben! Traurig Beim Laufen lief mein Kopf auf Hochtouren - wie so oft. Nächste Woche wird es auf der Arbeit sehr stressig werden, da Freitag Deadline für einen Projektteil ist und mir momentan unklar ist, wie das zu schaffen sein soll, zumal zig Teilbereiche noch nicht fertig sind bzw. nicht funktionieren. Morgen früh muss ich mit ca. hundert Personen tausend Dinge besprechen - also so grob geschätzt. Fröhlich Immerhin erfreulich: Auch meine Urlaubsplanung muss ich besprechen, da der Flug am Besten jetzt bald gebucht werden müsste. Diese vage Aussicht auf Strand, Sonne und Meer ließ mich beim Laufen ins Träumen geraten. Bei Schnee fatal, weil man höllisch aufpassen muss. Zweimal geriet ich in ein Schneeloch und wäre fast umgeknickt aber zum Glück fange ich mich immer instinktiv ab und somit passierte nichts. Zum Teil war es durch den hohen Schnee heute so, dass ich lief aber kaum von der Stelle kam, weil ich so arg wegrutschte. Dieses Auf-der-Stelle-Laufen erinnerte mich an Träume, die ich vor allem in meiner Kindheit hatte. Ich wollte weglaufen aber so sehr ich es auch versuchte, ich kam und kam einfach nicht von der Stelle. Ein bezeichnendes Bild so im Nachhinein betrachtet ...

Letzte Nacht hatte ich auch wieder einen sehr deutlichen Traum: Ich war in einem Flugzeug, das abstürzen würde. Warum wusste ich nicht aber dass es abstürzen würde war unumgänglich. Um mich herum begannen die Menschen damit, sich Fallschirme umzuschnallen. Also griff auch ich nach einem. Meinen Rucksack aus dem Handgepäck schnallte ich mir vorne herum an. Immerhin ein wenig kann ich mitnehmen, dachte ich bei mir. Es herrschte keinerlei Panik an Bord des Flugzeuges. Seltsam ... Auch ich verspürte keinerlei Angst. Schließlich sprang ich. Ich wollte eine Weile warten, bis ich den Fallschirm öffne, doch dann merkte ich, dass ich bereits kurz vor den Baumspitzen unter mir angekommen war - also gar nicht so hoch gewesen war, wie ich angenommen hatte. Ich überlegte, ob es bereits zu spät sei, den Fallschirm zu öffnen, doch da ich jede Möglichkeit nutzen wollte, um sicher unten anzukommen, riss ich am Seil, um ihn zu öffnen. Nichts geschah. Der Fallschirm öffnete sich nicht. Ich riss noch ettlige Male und kann auch jetzt noch das Gefühl des Seiles in meiner Hand nachfühlen, so intensiv und deutlich war die Szene. Es blieb dabei: Der Fallschirm öffnete sich nicht. Noch immer kam keinerlei Angst in mir auf. Streng genommen kam gar kein Gefühl in mir auf. Dann kam ich unten an und das Überraschende passierte: Nichts! Ich landete auf beiden Beinen und tat mir nichts. Verwirrt stellte ich fest, dass ich den Fallschirm gar nicht gebraucht hätte.Ich schaute hoch und sah, dass alle anderen an geöffneten Fallschirmen zu Boden segelten und fragte mich, warum ich als Einzige einen hatte, der sich nicht öffnen ließ.

Nach dem Traum wurde ich kurz wach und fühlte einen stechenden Schmerz in meiner rechten Hand. Ein Ziehen, von einem Punkt unterhalb des Zeigefingers, das bis zur Fingerspitze hinaufzog. Bestimmt vom Ziehen an derReißleine, dachte ich bei mir. Dann wurde mir aber klar, dass das ja nur ein Traum gewesen, der Schmerz jedoch real war. Vielleicht lese ich zurzeit zu viel Haruki Murakami, denn bei ihm vermischen sich auch permanent Realitätseben. Das Ziehen ist in jedem Fall noch da. Es tritt plötzlich auf, als würde mir jemand einen Nagel in die Hand rammen, steigert sich bis ins fast Unerträgliche und stoppt dann abrupt. Keine Ahnung, was das ist. Vielleicht kommt es ja doch vom Ziehen an der Reißleine ...

09.01.2010 um 14:59 Uhr

Akzeptieren

Stimmung: Erschöpft aber ruhig

Meine Güte, die letzte Nacht habe ich verdammt lange geschlafen. Knapp 11 Stunden waren es. Ich wurde durch das Kratzen einer Schneeschaufel vor meinem Fenster wach und dachte noch bei mir: Wer räumt denn hier so früh schon Schnee?! Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir allerdings, dass es bereits 10 Uhr war, ich eigentlich mehr als ausgeschlafen sein müsste und das Schneeräumen um diese Zeit im Grunde ok ist. Also stand ich auf und marschierte los, um einzukaufen. Das große Wetterchaos blieb - hier zumindest - auch aus. Zwar schneit es vor sich hin aber das nur leicht und auch der Sturm hält sich bis jetzt in Grenzen. Raus mag ich dennoch nicht mehr gehen, weht doch der Schnee von den Dächern und sorgt für unangenehme Abkühlungen.

Trotz des langen Schlafes fühle ich mich noch immer sehr erschöpft und müde. Vielleicht eine Folge der arbeitstechnisch sehr anstrengenden, wenn auch sehr produktiven Woche. Vielleicht aber auch eine Folge der vorher emotional sehr anstrengenden Zeit. Vermutlich eine Mischung aus beidem. Wie so oft sind es eben verschiedene Faktoren, die das Befinden beeinflussen. Eines merke ich jedoch ganz deutlich: In mir beginnt sich etwas zu ändern. Eine Art stummes Akzeptieren der Situation bzw. der Tatsache, dass ein gemeinsamer Weg nicht möglich ist. Keine Resignation - eher ein Sich-Abfinden und es ok finden, dass es so ist, wie es ist, zumal ich weiß, dass sich an unserer Verbundenheit nichts ändern wird. Vielleicht auch ein Sich-in-sein-Schicksal-Fügen bzw. dieses zu akzeptieren - ein wenig das, was Nietzsche mit seinem "amor fati" meinte. Es ist so viel, was letztlich dazu führt - wie gesagt: oft sind es eben verschiedene Faktoren aber ich spüre, dass ich nicht mehr leide, sondern ruhig werde und das ist letztlich gut so. Ich hege auch keinen Groll. Es ist, wie es ist und es ist ok.