Jegliches braucht seine Zeit

25.04.2010 um 14:09 Uhr

Ein einprägsames Zitat

Einige werden es bereits mitbekommen haben, dass Filme eine große Leidenschaft von mir darstellen. Ich liebte Filme schon immer und habe bereits unzählige gesehen. Gerade in den letzten Jahren habe ich mich quer durch die Genres und die ganze Welt gearbeitet. Dabei bin ich auf allerhand Schrott gestoßen. Blasse, nichts sagende B-, C- und zum Teil sogar D-Movies, denen ich keine 10 Minuten gab, ehe ich sie ausschaltete, weil klar war, dass sie genau so weitergehen, wie sie begannen: Schrecklich schlecht! Dazwischen gibt es jedoch immer wieder erfreuliche Highlights. Filme, die durch eine innovative Handlung oder auch Machart positiv heraus stachen. Die mich in irgendeiner Form berührten und Spuren in mir hinterließen. Nach diesen Filmen suche ich und diese Filme liebe ich.

Ein Film, der mich neulich erst positiv berührte, war der Film "Yes" einer ubekannten Regisseurin - Britin, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Der Film bestach gar nicht mal so sehr durch seine Handlung, die zwar bisweilen anrührend aber nicht sonderlich bewegend war: Eine unglückliche Frau aus gutem Hause, deren Ehe nur noch zum Schein aufrecht erhalten wird, trifft auf einen (ich glaube jordanischen?) Kellner. Beide beginnen eine Affäre, entwickeln jedoch starke Gefühle zueinander. Wodurch dieser Film bestach, war die Inszenierung der Dialoge, denn der gesamte Film ist in Versen verfasst. Er wirkt dadurch, wie ein klassisches Drama und verleiht den Szenen eine ganz eigene Stimmung - allein durch den Rhythmus und Klang der Dialoge. Ganz besonders bewegte mich ein Brief, den die Frau dem Mann am Ende schrieb. Beide hatten sich getrennt, obwohl sie sich liebten. Sie reiste nach Cuba und lud ihn ein, ihr zu folgen. Ihr Brief schloss mit den Worten: "Wir haben nur dies eine Leben - eine zweite Chance wird es niemals geben." Das blieb bei mir hängen und berührte mich. Berührte mich so sehr, dass mich der Satz nicht mehr los lässt. So sehr, dass ich gern um ihn herum ein Gedicht schreiben würde, doch bisher formte es sich leider nicht richtig.Gedichte "geschehen" mir meistens - anders kann ich es nicht beschreiben. Wer weiß, vielleicht entsteht es irgendwann - das Zitat wäre es wert.

24.04.2010 um 09:47 Uhr

Telefonat der seltsamen Art

Call-Center gibt es ja nun bereits eine ganze Weile und auch ich habe vor zig Jahren dort mal eine Weile mein Geld fürs Studium verdient. Horror war das - der pure Horror!! Seitdem sprossen immer mehr Call-Center aus dem Boden und Anrufe von sonstwo wegen sonstwas sind ja mittlerweile absolute Normalität. Neulich aber erreichte mich ein Anruf, der war absolut neuartig!

Das Telefon klingelte, ich hob ab und ein freundlicher junger Mann meldete sich: "Guten Tag, mein Name ist xyz, ich rufe sie von xyz an. Mit wem rede ich nochmal?" Ich stammelte meinen Namen - war etwas verwirrt, wusste aber nicht genau warum. Er redete weiter: "Sie haben neulich Post von uns bekommen zu einem Gewinnspiel. Ich hoffe sie sitzen gut?" "Post? Was für Post? Von wo rufen Sie nochmal an?" Meine Gegenfrage ignorierte der freundliche junge Mann und plapperte statt dessen munter weiter. Ich grübelte darüber nach, ob man ihn schlecht geschult hatte, weil das Übergehen meiner Frage mir schon sehr unhöflich vor kam oder aber, ob das neue psychologische Tricks seien. Eine ganze Weile grübelte ich und sagte gar nichts mehr, während der Mann mir erklärte, was und warum und wie ich gewonnen hätte. Irgendwann stellte er wieder eine Frage, auf die ich widerum nur fragte: "Bitte woher rufen Sie an??" Wieder ignorierte er meine Gegenfrage und plötzlich dämmerte mir: Ich sprach mit einem Tonband! Dieses war jedoch so geschickt gemacht, dass ich es wirklich zunächst gar nicht gemerkt hatte. Sofort legte ich auf und war etwas schockiert darüber, welch seltsame neue Tricks die Call-Center heutzutage anwenden.

18.04.2010 um 19:00 Uhr

Asche

Erstaunlich, wie sehr ein einziger Vulkan ganz Europa beeinflussen kann. Seit Tagen bleiben Flugzeuge am Boden, weil sie wegen der Aschewolke über uns nicht starten können. Als ich im Internet gestern las, dass der Vulkan, als er das letzte Mal aktiv war, zwei Jahre durchgängig ausbrach, wurde mir plötzlich klar, dass dieses Ascheproblem am Himmel vielleicht nicht so schnell wieder verschwindet. Von allen Konsequnzen, die das mit sich bringen wird: Kaum Lebensmittel mehr von Übersee, ganze Branchen die pleite gehen könnten etc. etc. ist ausserdem mein Urlaub bedroht! Was ist, wenn in einem Monat immer noch Asche am Himmel hängt? Oder zwischendrin zwar verschwindet aber die Rückreise behindert? Nicht auszudenken ... Traurig

18.04.2010 um 14:07 Uhr

Das Geheimnis wird gelüftet

Sooo, weil ihr ja alle so neugierig seid, hier also mal zum besseren Verständnis, was "stilisierte Blätter" sind, ein Foto von meinem neuen Bikini (ohne "Inhalt" Fröhlich)

 

Außerdem, weils so süß ist, der alte Kater, der sich auf dem Sofa in der Morgensonne räkelt.

 

12.04.2010 um 18:48 Uhr

Dann doch Floral!

Ich war nach der Arbeit nochmal in der Stadt, um dann doch den immerhin unischwarzen "Luxusbikini" für 80€ anzuprobieren, frei nach dem Motto: Wenn nicht der, dann vermutlich keiner aber ich brauch halt einen und der hält sich ja ne Weile. Mit lockerem Portemonnai stürmte ich also das Kaufhaus, das momentan grad stark von Insolvenz bedroht ist und meine 80€ deshalb mal erstrecht gebrauchen könnte. Man kann ja für alles gute Grüne finden. Fröhlich Zielsicher steuerte ich den Bikiniständer an, suchte mir einige Größen heraus (man weiß ja nie so wirklich, welche nun richtig sitzt) und stürmte die nächste Umkleidekabine. Ich probierte das teure Stück an aber selbst die Größe, die im Prinzip passte, saß ja sowas von total bescheuert. Das teure Ding für 80€ konnte eins echt verdammt gut: Alle Problemzonen betonen und zwar gleichzeitig, weil es einfach bekloppt geschnitten war und deshalb mal völlig bescheuert aussah.

Genervt hängte ich das teure und mal echt beknackte Ding zurück und stand erneut vor dem Problem, dass ich einen neuen Bikini bräuchte aber noch keinen gefunden hatte. Ich ging kurz in mich und machte das, was mir nun letztlich nur noch übrig blieb, da ich ja bereits sämtliche Geschäfte durchforstet hatte, das aktuelle Angebot also verdammt gut kannte: Ich beschloss mich den gemusterten Bikinis gegenüber kompromissbereiter zu zeigen. Also guckte ich nochmal brav alle der Reihe nach durch, war gnädig beim Betrachten der Farben und nachsichtig bei der Musterung. Doch, doch, ich kann so sein - wirklich! Trotzdem murmelte ich permanent "Fürchterlich! Schrecklich" Bah!", vor mich hin, was die Verkäuferin zu einem irritierten Blick in meine Richtung verleiteitet. In die enge Wahl kam nun ein schwarzer Bikini mit - sagen wir mal: lateinamerikanisch anmutender kunterbunter "Zierleiste" im oberen Bereich mit Zickzackmuster. Leicht verächtlich schnaufte ich dennoch: "Boah ...", weil mich die Musterung doch etwas blendete. Dennoch: Ich probierte ihn an und: Er passte leider wie angegossen. Skeptisch betrachtete ich die wilbunte Zickzickleiste und versuchte sie mir etwas schön zu reden: "Also die Farben stehen mir schon. Doch, doch, ganz sicher. Also zumindest einige von den ca. 100, die sich auf dem schmalen 1,5 cm breiten Streifen tummeln." So sehr ich ihn mir aber versuchte schön zu reden, eines war ganz klar: Eine Liebeshochzeit würde das mit uns beiden ganz sicher nicht werden. Obwohl ich zu allem bereit war, guckte ich noch einmal alle Bikini durch und versuchte mich noch unbefangerner an die Musterungen heranzupirschen. 

Wild entschlossen kehrte ich zum dritten Male in die Umkleidekabine zurück. Diesmal bewaffnet mit: Einem undefinierbaren Muster in überwiegend Türkis, einer gestreiften Variante in braun und keine Ahnung mehr was noch, einer extrawildgeblümten Blumenkreation die mir wohl irgendwie sympathisch war weil sie mich an die Schürzen erinnert die meine Oma in Italien immer trug und einem schwarzen mit dünnen rosa Rändern und einem stark stilisierten Blätteraufdruck in weiß. So, nun bitte alle mal raten, welche Bikini es geworden ist?! Hmm?! Ne, der lateinamerikanische mal nich. Das wildgeblümte Ding auch nich. Ne, der schwarze mit stilisiertem Blattaufdruck wurde es. Irgendwie stand er mir ganz gut. Also zumindest unter den gegebenen Umständen - redete ich mir ein. Er wär nicht erste Wahl gewesen aber ich denke mal, ich bin mit ihm zufrieden. Ja und er hat dann auch "nur" 45€ gekostet. Ein absolutes "Schnäppchen" also. Zumindest für Bikinizustände ...

11.04.2010 um 14:54 Uhr

Luxusproblemchen

Bei meinem langen Sonntagslauf dachte ich so über dies und jenes nach. Unter anderem auch über mein kleines Luxusproblem die Unmöglichkeit betreffend, einen neuen Bikini für meinen anstehenden Urlaub zu finden. Man muss ja hier nicht immer über "echte" Probleme berichten. Fröhlich

Wirklich, ich suche seit Wochen seit einem neuen Bikini aber alles, was einem so in der Stadt präsentiert wird, ist die reinste Zumutung! Mal davon ab, dass schonmal nicht jedes Geschäft meine Größe bereit hält, scheint sich in diesem Jahr eine wild geblümte Musterung durchzusetzen, bei der ich schreiend weglaufen möchte! Wer bitte zieht so etwas an?! Orange-blau geblümt z.B.? Schrecklich! Ich bevorzuge klare Linien bei der Farbgebung und vor allem Musterung aber das, was man da anfindet, ist absolut inakzeptabel! 

Ja und wenn ich dann schonmal einen Bikini auftat, bei dem man durch das bloße Anschauen nicht gleich Kopfschmerzen bekam, hatte der in irgendeiner Form blinkendes Metall intregriert. Warum ich das nicht möchte? Ganz einfach! Ich plane schon irgendwie in absehbarer Zeit mal wieder im Indischen Ozean oder vergleichbar schnorcheln zu gehen. Dort gibt es allerdings verdammt viele Raubfische. Gar nicht unbedingt jetzt Haie - das selbe Problem ergibt sich auch bei Barakudas, Drückerfischen, Makrelen etc. etc. Diese könnten nämlich so ein blinkendes Bikiniteil schnell mal für einen Beutefisch halten und *zack* tuts höllisch weh und der Fisch kann noch nicht mal was dafür. Gabs schon solche Fälle. Deshalb: Kein Metall und bitte nichts wild geblümtes!

Eine Variante fand ich gestern. Schlicht schwarz und dadurch etwas sehr klare Linie, was die Farbgebung und Musterung anging, weil quasi nicht vorhanden. Was mich spontan vom Anprobieren abhielt war der Preis: Ober- und Unterteil hätten zusammen rund 80€ gekostet. Hallo?! Ist da irgendwo Gold eingewebt, oder wie?! 80€ ... pfff ... Ich bin jetzt allerdings versucht da morgen nochmal vorbeizufahren, denn ich sehe es schon kommen: Wenn ich den nicht nehme, finde ich keinen anderen mehr und wenn ich noch warte, dann ist bei dem teuren Ding bald meine Größe vergriffen. Man kennt das ja ...

10.04.2010 um 12:24 Uhr

Ein schwerer Weg. Teil 2: Trennung für immer

Was Männer und Beziehungen angeht, habe ich schon so einiges erlebt. Ich glaube, ich habe oft ein gewisses Händchen dafür bewiesen, mich zielsicher für die Falschen zu entscheiden. Nicht immer zum Glück. Es gab da jemanden, mit dem ich mich einließ, der war einfach herzensgut. Er behandelte mich so, wie es vermutlich auch sein soll: Mit Respekt, Rücksicht und Verständnis. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen und ihm voll vertrauen. Unsere gemeinsame Zeit war im Prinzip auch sehr harmonisch, wenn ... ja wenn es nicht das Problem gegeben hätte, dass er leider nicht in der Lage war sich zu öffnen. Was ihn und seine Gefühle und Gedanken anging, so konnte er sich in keinster Weise öffnen. Bei meinen Problemen konnte er zwar gut zuhören und mich trösten, doch irgendwie so gar nichts dazu sagen. Auf eine gewisse Art und Weise war er sehr, sehr introvertiert. Mir fehlte das direkte Gespräch. Auch, weil ich so wenig darüber erfuhr, was in ihm los war, was er fühlte und was er dachte. Ich sprach die Problematik oft an - hatte jedoch fast den Eindruck, dass er gar nicht wirklich verstand, was ich meinte. Ihm war meine Art fremd und mir seine.

Ich wurde unzufrieden und irgendwie auch unglücklich, weil ich feststellen musste, dass ich nun bereits eine ganze Weile mit einem Mann zusammen war, den ich im Grunde gar nicht kannte. Ich kam einfach nicht an ihn heran - hatte keine Möglichkeit ihn wirklich kennen zu lernen. Mir war klar, dass so, wie er war, nicht "falsch" war - es entsprach nur eben nicht mir und meinem Wesen, das so ganz anders ist. Ja, er war irgendwie "anders" und eine andere Frau, die ihm ähnlicher wäre, würde mit ihm vermutlich sehr, sehr glückich werden, dachte ich oft bei mir. Ich konnte es nicht, weil mir etwas fehlte, was für mich sehr, sehr wichtig ist, das wurde mir immer klarer.

Es passierte, was so häufig geschieht, wenn man innerhalb einer Beziehung unzufrieden und unglücklich ist: Ich verliebte mich in einen anderen Mann. Mich plagten Schuldgefühle deswegen. Vor allem auch deshalb, weil ich immer ungeduldiger und gereizter meinem Freund gegenüber wurde. Er konnte ja im Prinzip nichts dafür, bekam aber meine schlechte Stimmung ab. Obwohl es mir sehr leid tat, konnte ich es die meiste Zeit über nicht kontrollieren oder bändigen. So wechselten Genervtheit und Schuldgefühle sich beständig ab. Ich begann über eine Trennung nachzudenken - nicht primär wegen des anderen Mannes, sondern eben, weil mir etwas für mich sehr Wesentliches innerhalb der Beziehung fehlte, was ich dort auch nie bekommen würde, wie mir klar wurde. Ich wollte ihm nicht weh tun, hatte er es doch wirklich auch gar nicht verdient, dass ich ihm weh tue. Allerdings war mir klar, dass ihn mein Verhalten ja auch bereits verletzen musste. Ich konnte den Schritt aber noch nicht gehen.

Manchmal fing ich an mir zu wünschen, dass er eine andere Frau kennenlernt und dass er sich trennt. Blöde Gedanken (die ich auch schon von anderen in gleicher Situation hörte - auch, wenn da kein anderer Mann war) aber was dahinter steckte war eigentlich der Versuch die Verantwortung für die Situation abzugeben. Hätte er sich getrennt, dann hätte nicht ich die Verantwortung übernehmen müssen. Es wäre irgendwie einfacher gewesen. Aber auch besser? Vermutlich nicht. Also übernahm ich die Verantwortung und tat das, was das einzig Richtige war: Ich sprach mit ihm und erklärte ihm, warum es einfach nicht funktionierte mit uns. Ich erklärte ihm, dass wir in bestimmten Bereichen zu verchieden seien. Dass ich etwas anderes bräuchte, was er mir nicht geben konnte. Natürlich war er traurig, natürlich war er geknickt. Aber letztlich gab es keinen anderen Weg.

05.04.2010 um 17:50 Uhr

Danke doofes Wetter

Karfreitag war toll, da schien die Sonne und ich habe dies auch ausgiebig genossen: Sport, Fotos im Freien, mein Beet mit Saat bestückt und mit den Nachbarn das erste Mal vorm Haus gesessen und geplaudert. Obwohl letzteres auch so eine Sache ist. Seit 2006 verbringen wir die Sommer mehr oder weniger regelmäßig zusammen - erst recht, wenn grad WM oder EM ist, ja und irgendwie lernt man da doch die Marotten des anderen so langsam aber sicher kennen. Nicht verwunderlich, dass ich am Freitag quasi ein "Déjà-vu" hatte, was die Gespräche anging. Der eine Nachbar fing an mir Vorträge darüber zu halten, dass ich meinen Lavendel zurückschneiden solle, der ja außerdem zu nichts nutze sei und warum er keine Tomaten ins Beet setzen dürfe usw. usw. Der andere bezeichnete mich als "negativ", als ich den Wetterbericht für die nächsten Tage zitierte: Wolken, Regen, kalt. Jedes Jahr dasselbe - wirklich jedes Jahr! Das Schöne ist aber, dass man ihnen das auch genau so sagen kann. So sagte ich dem ersten: "Jedes Jahr höre ich von dir dasselbe. Der Lavendel ist zu groß. Den braucht man nicht. Ich will Tomaten ins Beet setzen. Gott, wie LANGWEILIG! Lass dir doch mal was neues einfallen und geh mir nich auf die Nerven!", und dem zweiten: "Jedes Jahr heißt es, ich sei negativ, nur weil ich den Wetterbericht zitiere und dann ja doch recht behalte. Du weißt doch, dass meine Wetterprognosen stimmen!" Beide lachten - ich war aber wirklich etwas genervt und dachte mir, was das nur bei der WM dies Jahr werden soll ... In jedem Fall behielt ich wie immer wirklich recht, was das Wetter angeht: Drei Tage blöd wolkig, verregnet und kühl. Sonne hätte ich wirklich gern gehabt aber nun ja, immerhin wars Freitag schön. Denen, die morgen noch frei haben (ja, du bist gemeint Fröhlich) gebe ich die Empfehlung, morgen die Sonne zu genießen, denn morgen wird es richtig schön! Sonne tut gut! Also ab ins Freie ... Ich muss neue Leute schulen. Gott, wie anstrengend. Ich mag grad voll nicht ...

05.04.2010 um 10:44 Uhr

Klischeefeuerwerk

Nachdem "Avatar" bereits seit Ewigkeiten im Kino läuft und mittlerweile mit Oscars prämiert wurde, habe nun auch ich mir diesen Film angetan. Vorsorglich schraubte ich meine Erwartungen herunter, denn ich fürchtete schon, dass der Film außer hübschen Animationen nicht viel zu bieten haben würde. Falsch gedacht, denn es kam schlimmer! Allerdings gibt es auch schöne Elemente - das sei zur Ehrerrettung vorweg genommen.

Positiv: Cameron hat mit Pandora eine wirklich schön anzusehende fremde Welt geschaffen, die es schafft zu bezaubern. Die Tiere und Pflanzen sind ausgesprochen bunt (vornehmlich in Blautönen gehalten) und des Nachts leuchten die Pflanzen wie unter Schwarzlicht. Die Tiere erinnern oftmals ein wenig zu sehr an Tiere unserer Welt aber das mag daran liegen, dass es uns Menschen einfach schwer fällt, uns Lebewesen vorzustellen, die so ganz anders sind, als jene, die wir kennen. So gibt es Raubkatzen, Flugsaurier, Pferde und irgendwie auch Menschen - nur etwas anders gestaltet, als die, die auf der Erde leben Doch das ist ok, wirkt die Welt doch stimmig. Besonders gefallen hat mir die Idee, dass auf Pandora sich alle Tiere und Pflanzen verbinden können. Alle dort verfügen über eine Tentakel mit Fäden am Ende, mit denen sie sich direkt mit anderen Wesen und Pflanzen verbinden können. Die Verbundenheit zwischen Naturvolk, Pflanzen und Tieren bekommt dadurch noch eine ganz andere Qualität, als sie sie hier auf unserem Planeten hat. Besonders schön war auch die Idee der Bäume, in denen die Ahnen "leben". Sie sind alle untereinander vernetzt und bilden so eine Art natürlichen "Computer", der sämtliche Erinnerungen und Erfahrungen speichert, die die Bewohner Pandoras machten und an sie abgeben, wenn sie sterben.

Negativ: Der Film bedient leider jedes Klischee, das man bei einem solchen Film erwarten kann bzw. - in meinem Fall - von dem man hofft, dass es nicht zur Verwendung kam. Aber hier kamen alle, wirklich alle Klischees zum Zuge - traurig! 1. Der Held des Filmes ist mehr oder weniger "zufällig" dabei und deshalb unbefangen und rein im Herzen. Ein absoluter Gutmensch, was die Göttin auf Pandora außerdem noch bestätigt und die wirds ja wissen. 2. Die Menschen, die nach Pandora kommen, sind absolut skrupellos und weichen keinen Millimeter davon ab. Leider wird niemals darauf hingewiesen, dass sie "Not" leiden, weil auf der Erde alle Energiequellen verbraucht sind und sie deshalb auf Pandora sind. Also quasi ihr Volk retten wollen! 3. Gibt es unter ihnen natürlich einen ganz besonders bösen Bösewicht, der bis zu seinem verdienten Tod (natürlich stirbt er als Letzter) keinerlei Einsicht zeigt und in seiner Versessenheit absolut nervig ist. 4. Verliebt sich unser Held 5. nicht in irgendwen, sondern die Tochter des Stammesführers. 6. Gibt es innerhalb des fremden Volkes einen, der dem Helden höllisch mistraut - am Ende des Filmes aber dann endlich überzeugt ist, dass der Held doch ein ganz dufter Typ ist und ist dann ab da sein bester Freund (gabs schon in "Der mit dem Wolf tanzt" - überhaupt erinnert der ganze Film verdammt stark an diese Story) 7. am Ende ist alles gut - auch wenn ein Teil der Welt in Schutt und Asche liegt.

Streckenweise war der Film für mich absolut unerträglich, weil das klischeehafte Gebahren mir an den Nerven zehrte. Unverständlich war für mich auch, warum man nicht einfach mit dem Volk redete. Warum gab es keinen Gesprächsversuch?! Warum machte man ihm nicht deutlich, dass das eigene Volk sterben würde, wenn man nicht die Rohstoffe Pandoras abbauen dürfte?! Die Story ist leider wirklich sehr, sehr dünn und ermüdend vorhersehbar. Gut, mir kamen dennoch die Tränen, als alle Tiere Pandoras angestiftet durch die große Göttin gemeinsam zum Gegenangriff gegen die Menschen übergingen. Manchmal bin ich aber einfach leicht zu rühren und zu bewegen und spätestens, als der "Viatnamveteran" (siehe 3.) wieder mit seiner grimmigen Besessenheit um sich schoss, wich jegliche Rührung. Ja und bis zum Ende wurde ich den Eindruck nicht los, dass ich im Grunde "Der mit dem Wolf tanzt" gucke - nur ein wenig bunter und auf einem anderen Planeten. Aber ansonsten: Die ganze Geschichte gabs doch einfach echt schonmal ...

 

03.04.2010 um 12:00 Uhr

Ein schwerer Weg. Teil 1: Abschied für immer

1994 legte ich mir zwei Katzen zu. Geschwister - ein Kater und eine Katze. Ich kannte sie vom ersten Tag an, weil ich meinen damaligen Freund überredet hatte, seine Katze einmal Junge kriegen zu lassen. Er erklärte sich einverstanden unter der Vorraussetzung, dass ich dafür Sorge tragen würde, dass die Katzen gut unterkommen. Klar - würde ich machen. Die Katze bekam fünf Junge: Vier schwarze Katzen und einen getiegerten Kater. Ich nahm sie auf die Hand, diese kleinen blinden Fellbündel, die mich protestierend lautlos anfauchten und natürlich war es um mich sofort geschehen. Ganz klar, dass zwei der Winzlinge zu mir ziehen würden, wenn sie alt genug wären. So nahm ich den Kater und eine der Katzen zu mir.

Die zwei waren wundervolle Katzen und sehr unterschiedlich. Der Kater war von anfang an sehr häuslich und sehr, sehr anhänglich. Die Katze war eher ein Streuner - oft bis zu einer Woche unterwegs, bis ich mir ernsthafte Sorgen machte. Doch dann kam sie jedes mal durch die Katzenklappe in die Wohnung gedüst, mit Kletten übersäht und konnte sich kaum entscheiden, ob sie mich erst begrüßen oder zum Futternapf eilen sollte. Meist entschied sie sich für einen raschen Wechsel: Ein kurzes aber stürmisches "Hallo", dann Fressen und wieder von Vorne. 

Als ich das erste mal mit beiden Katzen umzog in eine Wohnung, die nur ein paar Straßen weiter war, zeigte sich deutlich, dass der Kater eher auf mich fixiert war, die Katze jedoch auf ihr Revier. Dem Kater zeigte ich nach einer Eingewöhnungsphase den neuen Garten, er guckte sich das an, dachte wohl "ok, hier wohne ich jetzt" und gut. Die Katze musste ich monatelang bei der alten Wohnung abholen gehen, weil sie ständig dorthin zurück lief.

2004 zog ich erneut um - diesmal weiter weg. Beide Katzen waren wieder schockiert über den Wechsel der Umgebung, gewöhnten sich jedoch bald ein. Anfang 2005 dann begann das Drama. An meinem Geburtstag stellte ich fest, dass die Katze ungewöhnlich leicht war. Ich nahm sie selten auf den Arm, weil sie das im Gegensatz zum Kater nicht mochte. An dem Tag schon und ich erschrak! Es war klar, dass etwas nicht stimmte. Das Problem bei Katzen ist, dass sie Krankheiten und Schmerzen lange Zeit kompensieren können, so dass man ihnen nichts oder kaum etwas anmerkt. So war es wohl auch bei meiner Katze. Nun aber zeigte sich nach und nach deutlich, dass etwas nicht in Ordnung war: Sie fraß nur noch wenig, erbrach sich häufig und wurde still. Wenn Katzen still werden, dann leiden sie, denn sie leiden immer still. Sie kauern in einer Ecke und wirken angespannt. Man merkt das als Besitzer. Ich suchte meinen Tierarzt auf, der irgendwie keine wirkliche Diagnose stellen konnte. Ihr wurde dies und das verschrieben aber nichts half so wirklich. Der Zustand verschlechterte sich dramatisch. Die Katze fing bald an vor Schmerzen zu zittern und ich wusste nicht warum und fühlte mich so schrecklich hilflos. Mich rührte ihr Vertrauen zu mir, suchte sie doch trotz heftiger Schmerzen meine Nähe. Katzen verkriechen sich normalerweise, wenn sie ernsthaft krank sind, doch die Katze kam und legte sich auf meinen Bauch. Ich streichelte sie, um sie wenigstens zu beruhigen, damit sie kurz schlafen konnte.

Als mein Tierarzt anfing ihr Cortisontabletten zu verschreiben, dämmerte mir, dass er keine Ahnung hatte, was dem Tier fehlte. Zum Glück war mir ein Tierarzt zu Ohren gekomen, der absolut fähig sein sollte. Also ging ich dorthin. Die Katze wurde komplett durchgecheckt. Blutwerte, Röntgen etc. Auf dem Röntgenbild zeigte sich, dass da etwas war, was so nicht in Ordnung war. Was genau, sagte man mir nicht. Die junge Ärztin traute sich wohl auch nicht, weil sie spürte, wie verzweifelt mich der Zustand der Katze machte. Ich sollte nochmal wiederkommen - zum Ultraschall. Diesmal machte ein junger Arzt die Untersuchung. Nach dem Ultraschall klärte er mich auf. Er sagte, dass er sehen könne, dass es Zubildungen gäbe. Ob diese gutartig oder bösartig seien, wüsste er nicht. Dazu müsse er die Katze "aufmachen" (die Sprache der Tierärzte ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig). Er sagte auch, dass ein Tier in einem solchen Zustand meistens Krebs habe. Mir kamen die Tränen ... natürlich ... Er sagte, ich könne die Katze entweder über Nacht gleich dort lassen oder aber am nächsten Morgen wiederbringen, dann würde sie Operiert (bzw. "aufgemacht"). Sie dort zu lassen das war undenkbar! Sie hatte solche Angst, sie wäre alleine gewesen. Sie so in den Tod schicken? Denn sollte sich die Diagnose bestätigen, dann würde man sie nicht mehr aus der Narkose erwachen lassen, sagte der Arzt. Nein, undenkbar.

Ich nahm sie also mit und verbrachte mit ihr bewusst den Abend. Ich wusste ja, dass es unser letzter sein könnte. Nein, eigentlich wusste ich, dass es ganz sicher der letzte sein würde. Ich spürte ja, wie krank sie war. Also legte ich Musik auf, weinte, streichelte sie. Sie suchte meine Nähe und ich glaube sie spürte auch, dass der Abschied kam - und die Erlösung. Irgendwann gelang es mir sogar zu schlafen. Sie legte sich zu mir, was sie seit Wochen nicht getan hatte. Schlief an meiner Seite. Am nächsten Morgen - es war Mitte März - waren wir früh beim Tierarzt. Wir saßen noch eine Weile im Auto. Es war ein sonniger und kalter Tag. Ich öffnete die Transportbox und sie guckte aus dem Autofenster. Schaute sich aufmerksam die Welt an, als ob auch sie Abschied nehmen wollte. Schließlich brachte ich sie ins Gebäude und gab sie ab. Zhause wartete ich auf den Anruf des Arztes. Als er kam, war ich ganz gefasst. Er schilderte mir, was los sei: Es war Krebs, der sich bereits auf innere Organe ausbreitete. Er sagte, es sei richtig gewesen diesen Schritt zu gehen und mit meiner Einwilligung würde er die Katze nun für immer schlafen lassen. Ich sagte ihm, dass er das bitte tun solle. 

Nachmittags holte ich sie ab, um sie zu begraben. Ich schaute sie vorher nochmal an. Seltsam aber ich hatte keine Scheu vor ihr. Auch nicht davor, sie anzufassen. Es war seltsam, dass sie so kalt war und so starr aber es war nicht schlimm. Sie wirkte nun so ruhig und das war gut. Keine Schmerzen mehr - endlich. Ich begrub sie in dem Park, in dem ich immer Laufen gehe und immer, wenn ich dort vorbei komme, werfe ich ihr einen Kuss zu. Auch heute noch - nach 5 Jahren. Und auch heute noch nach 5 jahren kommen mir die Tränen, wenn ich hier davon schreibe.

Der Kater verstand ihr Verschwinden nicht. Suchte noch nach Wochen nach ihr und rief sie. Es war herzzerreissend.

Vermutlich wäre es "einfacher" gewesen, die Katze über Nacht beim Tierarzt zu lassen. Mich nicht weiter mit ihr zu konfrontieren. Aus den Augen aus dem Sinn? Aber das war undenkbar! Auf den ersten Blick wäre es der einfachere Weg gewesen, sie dort zu lassen aber das hätte ich mir nie verziehen und es hätte mir die Möglichkeit genommen Abschied von ihr zu nehmen. Also übernahm ich die Verantwortung für die Katze und für die Situation. Durchlebte sie und obwohl es ein schwerer Weg war, war es der richtige Weg. Für mich und auch für die Katze.

02.04.2010 um 18:37 Uhr

Frühlingsimpressionen