Jegliches braucht seine Zeit

17.06.2010 um 18:19 Uhr

Wiederholungstäter

Herr Arcor hat mich heute schon wieder in Abwesenheit angerufen. Sind das da Stalker?! Ich bekomme Angst ... Ich sehe mich schon mein Leben lang von der Störungsstelle telefonisch verfolgt. Egal, ob ich noch hier wohne oder bereits eine andere Nummer habe. Sie werden sie ausfindig machen und immer und immer wieder anrufen, wenn ich nicht zuhause bin und mich außerdem auch nicht auf meinem Handy anrufen. Hilfe!

16.06.2010 um 18:09 Uhr

Irrungen und Wirrungen

Es ist putzig mit den Telefonanbietern heutzutage – extrem putzig! Eigentlich wollte ich die Geschichte gar nicht erzählen aber die neuesten Ereignisse nötigen mich quasi dazu. Zur Vorgeschichte: Im Dezember versagte meine Telefonleitung zum ersten Mal. Das Telefon ging gar nicht mehr und das Internet nur langsam mit Ausfällen zwischendrin. Es folgten verzweifelte Anrufe meinerseits bei der Störungsstelle von Vodafone (ehemals Arcor). Irgendwann ließ man sich dort dazu herab mir einen Telekomtechniker ins Haus zu schicken. Allerdings erst, nachdem ich am Telefon fast ausgeflippt war und mit Schaum vorm Mund nur noch mühsam die Worte röcheln konnte. Da Telekomtechniker nicht dazu in der Lage sind präzise Termine zu vereinbaren, wie z.B. Dienstag um 15 Uhr, sondern stattdessen nur Zeitfenster anbieten: zwischen 8 und 13 Uhr oder zwischen 13 und 17 Uhr, was für uns Arbeitnehmer ausgesprochen "günstig" ist, einigte ich mich mit dem Call-Center-Agent darauf (immer noch röchelnd), dass der Techniker mich auf meinem Handy anrufen solle, wenn er bei mir ist, damit ich von der Arbeit sofort nach Hause eile. Er rief natürlich nicht an … stattdessen lag eine Karte im Briefkasten, dass er mich nicht angetroffen habe und ich doch meinen Telefonanbieter erneut anrufen solle. Freundlicherweise hatte der Techniker aber trotzdem etwas gemacht, nämlich meine Leitung "verschaltet". Das Internet ging nun auch nicht mehr und unter meiner eigenen Telefonnummer war plötzlich ein fremder Mann zu erreichen.

Ergo rief ich wutschnaubend wieder die Hotline an. Es gab einen neuen Termin und diesmal lungerte ich ab 13 Uhr zuhause rum, nur um festzustellen, dass der bescheuerte Techniker diesmal eh erst um 16:30 Uhr bei mir auflief – zu einer Zeit, zu der ich sowieso bereits zuhause gewesen wäre! Er werkelte rum, prüfte, gab kleinlaut zu, dass das Verschalten der Leitung ein Fehler des Kollegen gewesen sei, fand aber keinen weiteren Fehler und wollte schon verschwinden. Ich nötigte ihn allerdings dazu tätig zu werden und so legte er mir eine Notleitung, die reibungslos funktionierte – immerhin! Sein Fazit: Die Leitung in der Wohnung sei kaputt und da ist der Vermieter zuständig. Toll!! Also rief ich meine Vermieterin an, die schickte einen Elektriker und nach 30 Minuten Arbeitszeit funktionierte wieder alles reibungslos. Bis zu meiner Rückkehr aus dem Urlaub vor zwei Wochen … Da war es nämlich wieder genau so: Telefon ging gar nicht – Internet immerhin einigermaßen.

Ich telefonierte wieder mit dem echt nervigen Callcenter von Vodafone (Arcor). Die eifrige Frau am anderen Ende maß meine Leitung durch und verkündete stolz, dass sie den Fehler gefunden habe: Einen Kurzschluss! Bestimmt sei mein Splitter kaputt! Aha?! Ich fragte rhetorisch, ob sie mir dann einen neuen zukommen lassen würde. Die erstaunliche Antwort: Nein! Nein? Nein! Ich könne aber ein Gerät kaufen, da seien Splitter und Modem kombiniert – das kostet auch nur 40€. Ich fragte sie, was ich damit solle, denn mein Modem funktioniere ja einwandfrei und dass es ja außerdem nicht sicher sei, dass wirklich der Splitter das Problem ist. Doch, doch, der Fehler weise ganz eindeutig darauf hin. Aha?! Ich merkte an, dass es schon erstaunlich sei, dass ich als Kundin selber dafür sorgen müsse, dass ich funktionierende Endgeräte habe. Ich dachte bisher immer, dass dies Aufgabe des Telefonanbieters sei. Das stimme zwar grundsätzlich aber meine Geräte seien schon so alt. "Aha", sagte ich, "man wird also bei Ihnen auch noch dafür bestraft, dass man so lange Kunde ist, oder wie?!" Da wusste sie nichts mehr entgegenzusetzen. Ich wies darauf hin, dass ich mir den Splitter woanders besorgen würde und legte auf. Also echt …

Irgendwie konnte ich es dann nicht glauben, dass man mich wirklich so dermaßen im Regen stehen ließ und rief erneut die Hotline an. Auch diese Dame wollte mir ein neues Endgerät verkaufen – diesmal für 100€! Ich war fassungslos und resignierte ein wenig. Bei ebay ersteigerte ich mir einen neuen Splitter für 1€! Da dieser aber auf sich warten ließ, schaute ich in einem Telekomshop vorbei und fragte, ob man dort nicht einen Splitter für mich hätte. Da ich keine Kundin sei, könne man mir aber keinen geben, hieß es. Verzweifelt wies ich darauf hin, dass ich aber mal Kundin war. Die Frau sagte, ja wenn ich vielleicht die Absicht habe mal wieder zu wechseln, dann könne sie mir einen geben. Da grinste ich nur und sagte: "Nach dem, was mein Telefonanbieter sich in der letzten Zeit geleistet hat, könnte sich das sehr gut zutragen!" Also kramte sie, schaute in die alten Daten und schenkte mir den Splitter. Ja, sie schenkte ihn mir liebe Vodafone/Arcor!! Ich raste nach Hause, schloss den Splitter an und … alles wie gehabt: Telefon tot und Internet lahm. Also rief ich wieder bei Vodafone an. Diesmal recht ungehalten. Die arme Frau bekam alles ab aber mir war das fast egal. Irgendwie kommt man bei diesen Call-Center leider nicht weiter, wenn man nett bleibt. Ich wütete und machte mein Unverständnis absolut deutlich. Wies auf die Frechheit hin, mir ein neues Endgerät verkaufen zu wollen, obwohl das Endgerät gar nicht kaputt war. Sie maß noch einmal meine Leitung durch und versprach, dass sich der Störungsservice darum kümmern und mich kontaktieren würde. Ich fragte tausendfach nach, ob ich mich darauf verlassen könne. Doch, das könne ich wirklich. Sehr erstaunlich: Ein paar Stunden später gegen 18 Uhr – an einem Samstag! – rief mich die Störungsstelle auf meinem Handy an. Ich solle doch mal alle Geräte aus der Dose ziehen. Man würde dann schauen, ob noch immer ein Kurzschluss angezeigt werde. Ja, wurde er – das Gerät ist also nicht defekt!! So schlau war ich vorher und schade, dass vorher niemand auf die Idee gekommen ist das Gerät auszustöpseln, um einen Gerätedefekt auszuschließen! Aber warum eigentlich, dann kann man ja nicht teure Geräte an alte Kunden verkaufen.

Der Mann wollte nun wieder einmal einen Telekomtechniker schicken, weshalb wir einen Termin vereinbarten. Ich war resigniert, muckelig, enttäuscht und wütend. Pausenlos klagte ich meinen Nachbarn vom bösen "Herrn Arcor", wie ich den Verein nur noch mit Galgenhumor verniedlichend nannte, etwas vor. Solange, bis sich mein einer Nachbar – ein gelernter Elektriker – der Sache annahm und schaute, was bei mir los ist. Das Problem war rasch gefunden, handelte es sich doch um dasselbe Problem, wie beim letzten Mal: Die Verlängerungsleitung meiner Telefonleitung war zusammengebrochen. Er schloss die Dose an die Originalleitung an und alles ging wieder! So einfach – so schnell! Freundlich, wie ich bin rief ich "Herrn Arcor" an, dass alles wieder ginge und ich keinen Techniker brauche, man ihn also getrost abbestellen könne. "Werde ich so weitergeben", tönte es mir entgegen. Im Prinzip war ich wenig überrascht, als ich dann letzten Dienstag eine Postkarte im Briefkasten hatte. Der Telekomtechniker, der natürlich nicht Bescheid bekommen hatte, hatte mich nicht angetroffen. Na sowas?! Ich ignorierte den Umstand, denn es ging ja alles wieder.

Gestern dann allerdings registrierte ich, dass ich einen Anruf in Abwesenheit hatte. Siehe da: "Herr Arcor" hatte versucht mich anzurufen. Warum war mir ein absolutes Rätsel. Wieder ignorierte ich den Umstand. Ja und heute Nacht bekam ich dann eine sehr süße SMS von der Störungsstelle von Vodafone: "Sehr geehrter Kunde, die von Ihnen gemeldete Störung wurde beseitigt! Funktioniert ihr Anschluss dennoch nicht, bitten wir Sie um Kontaktaufnahme über unsere Servicenummer. Ihr Vodafone-Team" Wie kann ein Satz so absurd sein und gleichzeitig in sich noch nicht einmal stimmig?! Die Störung, lieber Herr Arcor, ist bereits seit 9 Tagen beseitigt und zwar von mir selbst bzw. dem freundlichen Nachbarn! Fraglich bleibt, warum in einer Nachricht behauptet wird, dass eine Störung beseitigt ist aber eingeräumt wird, dass der Anschluss ggf. dennoch noch gestört sein könnte und ich mich dann melden solle. Echt liebe Leute, ich kapiere euch nicht und ich hoffe, ich muss nie wieder bei euch anrufen … Irritierend ist allerdings die Tatsache, dass heute schon wieder jemand von euch versucht hat mich auf dem Festnetz zu erreichen. Warum nur? Hallo?! Ihr habt meine Handynummer - schon vergessen?! Ausserdem geht alles wieder. Lasst mich in Ruhe, ich mag euch nicht! Kündigen werde ich sowieso! Dennoch: Wenn ihr morgen trotzdem nochmal durchruft und mich vielleicht doch persönlich erreicht, um mir dann stolz mitzuteilen, dass die Leitung wieder geht, werde ich lachend zusammenbrechen. Versprochen!


06.06.2010 um 11:49 Uhr

Forza Italia!

Ne, nich wegen der WM, denn trotz aller Liebe zu der Mannschaft bin ich realistisch genug, um zu wissen, dass sie diesmal nicht Weltmeister werden. Aber egal - sie waren es ja im letzten Jahr und deshalb kann diesmal auch ruhig wer anders mal drankommen! Fröhlich

Ich könnte grad auch viel dazu schreiben, warum Arcor/Vodafone bei mir nun sowas von unten durch sind und ich die Telekom dafür ein ganz bischen lieb habe. Kein Witz - habe ich sie wirklich, denn im Gegensatz zu Arcor/Vodafone zeigte die Telekom überraschend guten Kundenservice und das sogar, obwohl ich bei denen gar kein Kunde bin! Mal drüber nachdenken Arcor/Vodafone! Ich formuliere bereits die Kündigung!

Aber nein, darum soll es auch nicht gehen ... Heute soll es um "den Italiener" an sich gehen. Vor allem den Urlaubsitaliener an sich.  Es war schon putzig, wie schnell und treffsicher ich im Urlaub Italiener erkennen konnte. Es ist schon ein unglaublich kommunikatives Völkchen: sie kommen plappernd an den Strand, plappern dort über den gesamten Zeitraum weiter und ziehen nach Stunden plappernd wieder davon. Dem Italiener an sich ist Ruhe nämlich völlig schnuppe. Mit so etwas kann er nichts anfangen und schweigen und entspannen ist ihm absolut fremd. Italiener entspannen ganz offensichtlich dadurch, dass sie sich mal alles von der Seele reden. Zur Not plappern sie per Handy mit irgendjemandem, den sie anrufen oder der grad anruft und es ruft erstaunlich oft jemand an! Allerdings unterhalten sie sich bei ihren Endlosgesprächen gar nicht über hochtrabende Dinge - im Prinzip wird einfach drauf los geredet und gern auch einfach das kommentiert, was grad passiert oder grad in dem Betroffenden vorgeht. Da ich als Halbitalienerin der Sprache einigermaßen mächtig bin, kam ich in den Genuss die Gespräche verfolgen zu können.

Ein Beispiel: Ich marschierte ins Meer. Eine Gruppe Italiener, die einige Meter weiter weg saßen beobachteten mich argwöhnisch. Da sich mich entweder auch für eine Italienerin hielten oder ainfach davon ausgingen, dass alle Welt Italienisch beherrscht, riefen sie mir schließlich die Frage zu: "Freddo?" (Kalt?) Ich antwortete mit einem schlichten "No!", denn so gut kann ich die Sprache leider nicht sprechen - nur verstehen. Fröhlich Auf Seiten der Italiener deutliches Zögern. Schließlich machte sich ein Mann (natürlich) auf, die Situation heldenhaft zu erkunden. Er watete also ins Wasser und dokumentierte für alle anderen deutlich vernehmbar, seine Efahrungen und Gedanken: "Stimmt, heute ist es anders, als gestern. Heute ist es wärmer. Oh, hier ist es noch wärmer. Aber ein paar Algen sind hier. Aber es ist wärmer. Doch, es ist wärmer. Heute ist es wärmer." Italiener wiederholen sich auch ganz gerne mal. Im Übrigen war es gar nicht wirklich warm im Wasser an dem Tag. Hätte ich die Sprache besser beherrscht, hätte ich darauf hingewiesen, dass es zwar nicht saukalt war aber dennoch etwas kühl. Der heldenhafte Italiener konnte nun aber aus Höflichkeit nicht meiner Aussage widersprechen, denn Italiener sind ausgesprochen höflich. Wenn ich gesagt hatte, es ist warm, dann ist es das auch - egal, wie saukalt es ist. Putzig ...

01.06.2010 um 20:21 Uhr

Rückgekehrt

Mein Urlaubsbeginn war in diesem Jahr äußerst turbulent und drohte mehrfach zu scheitern. Letztlich konnte ich dann doch noch fliegen - verspätet zwar aber egal: hauptsache weg. Die Sonne, die Wärme, das Meer - das tat alles unglaublich gut. Dennoch war ich noch nie so "unvollständig" in Urlaub gefahren, wie in diesem Jahr. So richtig angekommen bin ich dort bis zum Ende nicht, denn mein Herz war eindeutig in Deutschland geblieben. Nun ist auch der Rest wieder hier und fragt sich, warum das Klima in Deutschland eigentlich immer so furchtbar ist. Aber keine Bange: Die Sonne habe ich mitgebracht! Wegen ihrer Größe hat sich Airberlin aber geweigert sie im Flieger zu transportieren. Sie wird deshalb etwas verspätet eintreffen. Ganz bald. Versprochen! Fröhlich

Auch folgen werden Reiseberichte. Darüber, warum man Deutsche aber auch Italiener im Ausland sofort erkennt. Warum nach der Landung des Flugzeuges unter Deutschen geklatscht wird - bei Schweizern aber nicht. Warum es äußerst schade ist, wenn ein Zickenkrieg unter Stuardessen dazu führt, dass eine arme Reisende (ich) ihren Kopfschmerz nicht loswerden kann. Warum zunehmender Tourismus stille Paradise langsam aber sicher zerstört.