Jegliches braucht seine Zeit

20.11.2010 um 18:13 Uhr

Neues vom alten Kater

Vielleicht fragt ihr euch, wie es dem Kater geht, der ja im Sommer eine so verheerende Diagnose erhalten hatte. Laut Tierarzt war es recht unwahrscheinlich, dass er den Herbst noch erlebt. Was soll ich sagen? Es geht ihm nach wie vor sehr gut! Still und heimlich nenne ich ihn manchmal ganz für mich den kleinen "Holzmichel". Ich darf das! Ich bin oft erstaunt und kann gar nicht fassen, dass er nach wie vor sehr quietschfidel ist. Er frisst brav sein doofes Diätfutter, hat sogar zugenommen. Außerdem hat er in letzter Zeit damit aufgehört seine Tablette aus dem Futter rauszupulen und auszuspucken. Vielleicht hat er ja doch endlich kapiert, dass sie ihm gut tut?!

In ganz irrationalen Momenten denke ich, dass die Diagnose doch falsch sein muss, denn benimmt sich jemand so "normal", der totkrank ist? Dann wieder werde ich traurig, weil ich letztlich doch ständig mit dem Schlimsten rechne und ja auch rechnen muss. Oft bin ich unruhig, wenn ich nachhause fahre, weil ich befürchte, dass sich sein Zustand plötzlich drastisch verändert haben könnte. Manchmal bereitet mir dieses "Warten auf den Tod", dieser "Abschied auf Raten" Magenschmerzen und macht mich traurig. Letztlich ist es eine Dauerbelastung. Ich versuche mich aber immer wieder auf das Leben, statt auf den Tod zu besinnen und die letzten gemeinsamen Momente zu genießen. Ich erfreue mich daran, wenn er sich zu mir kuschelt oder ausgelassen spielt, wie ein Jungkater. Ich lasse ihn nach Draußen und beobachte ihn beim Herumstreunen.

Eigentlich sollte ich mit ihm im Herbst nochmal zum Bluttest "wenn dann überhaupt nochmal", wie der Tierarzt sagte. Ich habe mich dagegen entschieden. Der Kater war in diesem Jahr so oft beim Tierarzt, dass er nur die Transportbox sehen muss und schon verschwindet er unter dem Bett. Meine Mutter - die oft mit mir gefahren ist in diesem Jahr - meidet er völlig und versteckt sich auch vor ihr unter dem Bett. Für den Kater ist die Fahrt zum Tierarzt, der Aufenthalt dort und die Behandlung der reinste Horror. Die letzten Male war er vor lauter Stress hinterher erkältet und nieste und hustete sogar. Ich fragte mich irgendwann, was der Besuch bringen würde. Letztlich würde ich nur Informationen darüber erhalten, ob die Blutwerte gleich geblieben oder schlechter geworden sind. Eine Diagnose ist sowieso sehr vage, wie der letzte Besuch zeigte. Tun kann der Tierarzt sowieso nichts. Er würde bis zum Ende weiterhin die Tabletten und das Diätfutter bekommen - so oder so. Mehr tun kann man nicht. Also erspare ich ihm und auch mir den Besuch ...

19.11.2010 um 17:08 Uhr

Sonne ...

... was war das nochmal? Es ist nicht zum aushalten momentan ... Mein Neid gilt jenen, für die egal ist, ob es bewölkt ist oder die Sonne scheint und die keine Misstimmungen quälen, wenn es länger nicht mehr hell wird ...

14.11.2010 um 19:41 Uhr

Zur rechten Zeit ...

... am rechten Ort. Wie oft habe ich mich schon geärgert, dass ich meinen Fotoapparat nicht dabei hatte, zu spät parat hatte o. ä. und so ein schönes Motiv nicht verewigen konnte. Nicht so heute morgen. Da sah ich zum richtigen Zeitpunkt aus dem Fenster und konnte einfangen, wie die Morgensonne einen Baukran und Bäume mit Krähen darin zum glühen brachte.

 

 

 

13.11.2010 um 18:35 Uhr

"Selbstbetrug"

Wie bereits erwähnt bereitet es mir in letzter Zeit häufiger Schwierigkeiten aus- bzw. durchzuschlafen. Selbst am Wochenende klappt dies nicht immer; erst Recht nicht von Freitag auf Samstag, weil meine innere Uhr dann noch komplett auf "Arbeitstag" gepolt ist und nicht davor zurück schreckt, mich spätestens gegen 7 aufzuwecken - und zwar endgültig. Das ist herzlos von meiner inneren Uhr!! Letzte Nacht aber habe ich mich quasi selbst überlistet.

Ich war gestern ziemlich erschöpft und ko, weil die letzte Woche irgendwie sehr anstrengend war. Auch, weil Mittwoch um 4 (!!) Uhr morgens sich Menschen vor meinem Schlafzimmerfenster verabschiedeten. Sie quasselten und quasselten. Erstaunlich, wie viel sich manche Menschen zu so einer unmöglichen Zeit zu sagen haben - und das dann auch noch mitten in aller Öffentlichkeit, die krampfhaft versucht weiterzuschlafen. Als es der Öffentlichkeit fast gelungen war - also mir - wieder einzuschlafen, gingen die Nervensägen zu Phase 2 ihrer Verabschiedung über: der Automotor wurde angelassen und man unterhielt sich munter weiter. Klar, warum auch nicht ... In mir grummelte es bereits gewaltig und als dann der, der irgendwann endlich abfuhr, zum Abschied noch zweimal hupte, war die Nacht für mich endgültig gelaufen. Völlig durch den Wind stand ich auf und schleppte mich zur Arbeit, wo ich so gegen 5:45 Uhr ankam. Was für eine Zeit ... Der Tag war der Horror und sich richtig erholt habe ich mich davon nicht bis gestern.

Mir graute etwas davor wieder früh wach zu werden, doch ich schlug mir selbst ein Schnippchen (was ist das eigentlich?): ich schlief früh ein. Tief und fest wie ein Stein. Als morgens die kritische Phase einsetzte, fing ich an zu träumen: ich träumte davon, dass ich wach liege und nicht mehr einschlafen kann! Das war großartig, denn während ich mir selbst simulierte, dass ich wieder mal nicht mehr einschlafen kann, schlief ich währenddessen tief und fest und unglaublich erholsam. Nach 10 Stunden wachte ich zwar etwas darüber verwirrt auf, dass ich ja doch gar nicht wach gewesen bin, war aber sowas von ausgeschlafen. Herrlich war das! Das muss ich unbedingt wieder so machen! Fröhlich

11.11.2010 um 13:01 Uhr

Internetwahnsinn

von: lousalome   Kategorie: Strange World

Gestern ging eine Meldung durch die Medien, die mich sehr erschütterte: ein Japaner übertrug seinen Selbstmord live im Internet. Ich war erst mal sprachlos. Danach stiegen zig Fragen in mir auf - inklusive der vermutlich „üblichen" Frage danach, was einen Menschen dazu bringt, sich selbst das Leben zu nehmen: was bringt einen Menschen dazu seinen Freitod live zu übertragen? Wie fühlt er sich dabei, wenn „die Welt" dabei zuschaut? Was ging in den Menschen vor, die dabei tatsächlich zugesehen haben? Wie verarbeiten sie das Gesehene? In der Meldung hieß es, dass in dem Live-Chat oder Forum, das parallel lief, einige den Mann ermunterten den Schritt zu gehen - andere versuchten immerhin ihn davon abzubringen und einige riefen den Provider an, der irgendwann endlich die Seite sperrte. Was ist das für eine Welt, in der Menschen sich nicht nur dazu getrieben fühlen, ihr eigenes Leben vorzeitig zu beenden, sondern dies dann auch noch in die ganze Welt tragen? Und was ist das vor allem für eine Welt bzw. was sind das für Menschen, die sich dies anschauen und den Betroffenen auch noch dazu ermuntern? Ich begreife das nicht. Dieser Mangel an Gefühl und Empathie ist mir vollkommen fremd und erschüttert mich einfach nur ...

08.11.2010 um 18:35 Uhr

Schlaflos

In letzter Zeit schlafe ich meistens sehr schlecht. Schlafe spät ein und/oder wache zu früh auf oder liege zwischendrin wach. Ich wache nur noch selten mit dem Gefühl auf mich wirklich erholt zu haben. Das ist fürchterlich und zermürbt mich maßlos - schon allein, weil ich ein Mensch bin, der viel Schlaf braucht. Wirklich gut fühle ich mich nach 9 Stunden, 8 Sind grad noch ok aber alles darunter merke ich körperlich und geistig. Das Schlafbedürfnis ist ja bei jedem Menschen sehr unterschiedlich. Dass meines besonders hoch ist, zeigte sich bereits, als ich noch ein Baby war. Die meisten Babys schreien ja doch mal mehr, mal weniger, weil sie Hunger haben, müde sind u.ä. Ich nicht. Ich schlief und schlief und schlief ... Verrückt Meine Mutter musste mich sogar wecken, damit ich etwas esse! Sie witzelte sogar mal, dass ich auf jedem Babybild verquollene und verschlafene Augen hätte. Ich habe das geprüft: sie hat Recht! Fröhlich

Heute wende ich mein persönliches Gut-Schlafen-Programm an, um nächste Nacht Erholung zu finden: ein heißes Bad in einem Zusatz zur Entspannung, ein alkoholfreies Hefeweizen, zwei hochdosierte Baldrian-Hopfen-Tabletten und früh ins Bett gehen, um eine Stunde zu lesen. Das sollte klappen. Ich bin jetzt grad bei Punkt zwei der Liste und merke bereits, wie ich entspanne und schläfrig werde ...

07.11.2010 um 20:08 Uhr

Antriebsschwäche

Ich schreibe in letzter Zeit so selten hier. Dabei ist es gar nicht so, dass ich nichts zu sagen hätte. Wie auch, in meinem Kopf geht eigentlich ständig etwas vor und ich denke über dies oder jenes nach. Tausend Dinge beschäftigen mich, tausend Gedanken könnte ich niederschreiben. Könnte ... Faktisch fehlt mir oft die Motivation dazu in der letzten Zeit. Oft fühle ich mich einfach nur erschöpft und mag im Grunde nichts mehr tun. Alles erscheint irgendwie anstrengend - auch das Schreiben. Und das, obwohl Schreiben für mich seit jeher eine Möglichkeit war mich und meine Gedanken zu sammeln, zu ordnen und zu sortieren und zu verarbeiten.

Der November hat alles eigentlich nur noch schlimmer gemacht. Absolut pünktlich zum 1. November verkroch sich die Sonne standhaft hinter dicken Wolken und es wurde hier so gut wie gar nicht mehr hell. Viele leiden unter dem Sonnenmangel - vor allem mit Stimmungstiefs - und ich gehöre leider auch dazu. Keine Ahnung, ob meine italienischen Gene einfach muckeln, wenn sie keine Sonne zu Gesicht bekommen - in jedem Fall aber leidet meine Stimmung merklich. Mich würde es nicht wundern, wenn depressiv veranlagte Menschen jetzt im düsteren Herbst ein Megatief bekommen. Ich finde es schon furchtbar, dass es spät hell und früh dunkel wird. In Skandinavien würde ich vermutlich durchdrehen! Mich wundert auch nicht, dass in Island Tageslichtlampen in den Kneipen angebracht sind, damit die Menschen besser drauf kommen. Tatsächlich habe ich heute im Netz auch nach Tageslichtlampen gesucht und überlegt mir eine zuzulegen. Einige sind erstaunlich erschwinglich und erscheinen mir eine wirkliche Alternative, um den Lichtmangel auszugleichen und so die Stimmung etwas aufzuhellen.