Jegliches braucht seine Zeit

30.03.2012 um 18:36 Uhr

Elvis auf dem Mond

Verschwörungstheorien - die gibt es schon eine ganze Weile. Früher galten sie meistens berühmten Persönlichkeiten, die verstorben sind, dies jedoch angeblich nur vorgetäuscht worden ist: Elvis etc. etc. Danach war eine zeitlang die angeblich gefakte Mondlandung immer wieder Thema. Seit einigen Jahren haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Ich weiß nicht genau, ob der 11. September dazu den Anstoß gab, dass diese sich weit verbreiteten und zu immer neuen Themen wie Pilze aus dem Boden schossen, oder ob ich sie selbst ab dann erst verstärkt bemerkt habe. In jedem Fall aber sind sie seitdem in der breiten Öffentlichkeit und finden immer mehr Anhänger.

Mich haben Verschwörungstheorien von Anfang an genervt. Vor allem deshalb, weil sie wissenschaftlich tun, allerdings alles andere als wissenschaftlich vorgehen. Statt stichhaltiger Argumente werden pseudowissenschaftliche Phrasen gedroschen bis zum Abwinken. Viele springen darauf an - mir genügt das nicht, um überzeugt zu sein. Vernünftig argumentieren kann man mit Anhängern von pseudowissenschaftlichem Gedankengut leider auch nicht. 

In diesem Jahr stolperte ich nun über Verschwörungstheorien, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Die eine besagt (ich gebe das jetzt nur ganz grob wieder), dass es sich bei den Kondenzstreifen der Flugzeue am Himmel um ein geheimes Projekt der Regierung handelt, die da irgendwelche Chemikalien verbreitet. Was genau, habe ich vergessen und was das bewirken soll, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden aber solche Fragen stellen sich Verschwörungstheoretiker sowieso nicht. Unglaublich? Nein, das Internet ist voll von dieser Theorie. Keine Ahnung wie viele Menschen, posten Fotos und Filme im Netz, auf denen sie die "Vergiftung" am Himmel dokumentieren. Eigentlich ja nur Kondensstreifen aber für sie ist das da eben mehr da oben am Himmel. Manche trauen sich sogar nicht aus dem Haus, wenn am Himmel Streifen erscheinen ... Ganz ehrlich, was soll da bitte am Himmel verbreitet werden und was soll das bewirken? Wäre ich die Regierung und wollte unbemerkt irgendetwas bewirken, dann würde ich doch nicht klar sichtbare Zeichen am Himmel hinterlassen, sondern eher was ins Trinkwasser kippen. Das trifft viel effektiver wirklich jeden Bürger, ohne dass er etwas davon bemerkt. Aber wie gesagt: um Argumente gehts den Anhängern der Theorien wie gesagt sowieso nicht ...

Mich völlig umgehauen hat mich nun aber eine Verschwörungstheorie, die ich nie für möglich gehalten hätte und bisher nur aus deutlich rechten Kreisen kannte. Diese besagt, dass der Holocaust so, wie er uns in der Schule gelehrt wurde und wie ihn Hollywood darstellt, gar nicht stattgefunden hat. ... ... ... Ja wirklich ... ... ... Ich bin sprachlos! Um mehr darüber zu erfahren habe ich mich durch einige YouTube-Videos zum Thema gequält, die ich allesamt jedoch nicht komplett durchhalten konnte. Außerdem hatte ich auch genug gesehen. Resumee: wenig Argumente und noch weniger davon stichhaltig. Statt dessen bloß unhaltbare Behauptungen. An sich geht es wohl darum, dass es zwar Lager und Tötungen gab aber eben nicht so, wie uns gelehrt wird und wie Hollywood es darstellt, weil: 1. Vergasung unglaubwürdig und angeblich in den Kammern unmöglich waren, 2. Lager gab es auch in anderen Ländern, 3. Juden und andere Völker wurden auch woanders verfolgt.
Ich kapiere die Argumentationen nicht!? Der Fakt, dass gemordet wurde, wird nicht bestritten - nur die Art und die Gesamtsumme. Ehrlich gesagt ist es doch völlig pupsegal, wie die Menschen umkamen! Dass auch andere Nationen Verbrechen begangen haben, relativiert das doch auch nicht. Niemand bestreitet, dass auch andere Völker Verbrechen begangen haben aber das als Relativierung für  die eigenen Verbrechen zu nehmen, ist haarsträubend ...

Hollywood wird als Propagandamaschinerie hingestellt, die versucht uns einen Schuldkomplex einzureden. Mein Eindruck ist allerdings eher der, dass die Menschen, die dieser abstrusen Verschwörungstheorie anhängen, einen Schuldkomplex haben, den sie versuchen abzulegen, indem sie das, was früher geschah versuchen zu relativieren und kleinzureden. Ganz ehrlich, mir fehlen die Worte. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob sie sich darüber klar sind, dass sie sich damit auf rechten Pfade bewegen. Ich bin schockiert und irgendwie auch wütend!

26.03.2012 um 17:39 Uhr

Überflüssig

Wann endlich wird die völlig überflüssige und einfach nur lästige Zeitumstellung abgeschafft?! Eine Woche Jet-Lag und wozu?

24.03.2012 um 16:44 Uhr

Psssssst ...

Manche Verhaltensweisen meiner Mitbürger werden mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Mit einer davon wurde ich konfrontiert, als ich heute 1,5 Stunden bei herrlichstem Wetter (draußen) in der Notfallsprechstunde eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes verbrachte. Mal ganz abgesehen vom eigentlichen Thema: es ist erstaunlich und erschreckend, wie viel Zeit ich in diesem Jahr bereits in Arztpraxen verbracht habe! Zwei Termine pro Woche sind zum Teil bereits Normalität und fast keine Seltenheit. Momentan schlage ich mich seit vier Wochen mit Erkrankungen der unterschiedlichsten Art herum und schlucke jetzt zum zweiten Mal Antibiotika. Dabei werde ich nie krank. Eigentlich ... Ist das das Alter? Wie auch immer: eine hartnäckige Erkältung, die seit fast zwei Wochen in mir tobt und sich nun bereits quasi häuslich in meinen Bronchen, meinen Nebenhöhlen und (sehr schmerzhaft) in der Stirnhöhle niedergelassen hat, trieb mich heute dann resigniert zum Notdienst. Eigentlich wollte ich nicht schon wieder zum Arzt, hatte ich doch bereits vorgestern (Krebsvorsorge) und gestern (Lichttherapie) einen Termin. Der hämmernde Druck im Stirnbereich überzeugte mich heute morgen dann aber doch den Notdienst aufzusuchen. Naiv dachte ich, dass dort doch eigentlich niemand außer mir sein könnte. Wer sucht schon an einem Samstagmorgen bei herrlichstem Wetter einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf? Richtig: erstaunlich viele Menschen ... Ich fand mich also in einem Wartebereich mit etlichen Leidensgenossen und -genossinnen wieder. Von Hörsturz, bis hin zur Erkältung, wie bei mir, war alles dabei. Ein junges Paar war es dann, was genau das Verhalten an den Tag legte, was ganz typisch ist für viele Menschen, die beim Arzt im Wartezimmer sitzen: sie flüsterten. Sie unterhielten sich eine ganze Weile so dermaßen leise flüsternd, dass sie selbst teilweise Probleme hatten den jeweils anderen zu verstehen. Warum? Ich verstehe das nicht. Man stört doch niemanden, wenn man sich normal laut unterhält?! Dass andere hören könnten, was man da sagt, kann auch nicht wirklich der Grund sein, denn in Restaurants, Cafés, Kinos, Öffentlichen Verkehrsmitteln etc. etc. stört es ja auch niemanden, wenn man den Gesprächen unfreieillig beiwohnt. Unerklärlich also ...

21.03.2012 um 18:14 Uhr

Eine neue Liebe

Keine Ahnung, warum ich Birken früher nie besonders beachtet habe. Seit Januar nun ist meine Liebe für sie entfacht!

18.03.2012 um 19:23 Uhr

Preisfrage

Was ist in einer Verpackung enthalten, die der folgende Satz ziert:

Vor Wärme geschützt und trocken lagern. Trotz größter Sorgfalt bei der Herstellung können vereinzelt Schalenreste enthalten sein.

 Na? Kleiner Tipp: der erste Gedanke ist vermutlich weder völlig falsch noch völlig richtig ...

Nachtrag 19.03.2012: Traut sich keiner zu raten? Kleiner Hinweis: Der Satz auf der Verpackung ist völlig widersinnig.

17.03.2012 um 15:11 Uhr

Im Strudel

Wie soll man erklären, wie es ist mit einem Strudel zu leben. Denen, die sich glücklich schätzen können, weil sie diesen Strudel nicht kennen. Diesen Strudel, der ohne Unterlass an einem zieht und zerrt. Der immer da war, sich irgendwann immer stärker bemerkbar machte, drohte einen zu verschlingen. Wie erklären, dass es Jahre brauchte, um überhaupt zu erkennen, dass es nicht normal ist, dass der Strudel an einem zieht und zerrt. Dass man da etwas hat, was nicht jeder hat. Dass man es aber nicht loswerden kann, sondern nur damit leben. Leben mit einem Strudel, der nur noch stärker wird, je mehr Kraft man für andere Dinge aufbringen muss.

Wie erklären, wie ermüdent es sein kann, permanent gegen seinen Sog anzuschwimmen, zu versuchen, seiner Stimme nicht zu folgen und zu glauben. Diese Stimme, die immer wieder die gleichen Worte wiederholt. Regelmäßig und zuverlassig, wie eine Uhr. Tick du kannst nichts. Tack du bist nichts.

Wie erklären, wie viel Kraft es kostet dagegen anzukämpfen. Tick, Tack Wie sehr man auf sich achten muss, damit einen nicht die Kraft verlässt. Wie erklären, dass manchmal ein Punkt kommt, an dem die Arme müde und schwer werden. Tick, tick, tack Man nur noch aufgeben möchte, weil man nicht mehr kann. Das Ticken im Kopf immer lauter wird. Immer eindringlicher. Immer überzeugender. Wie schwer es ist, sich dann noch aufzubäumen und weiter zu schwimmen, weil man weiß, was kommt, wenn man aufgibt.

Wie die Dunkelheit und die Verzweiflung erklären, die einen einholt, wenn man sich dem Zentrum des Strudels nähert. Wenn das Ticken im Kopf dröhnt. Wenn sich die Realität verschiebt. Wenn alles nur noch Tick Tack ist und alles das Tick Tack bestätigt. Wenn es dann noch zunimmt das Ticken und neue Worte flüstert. Tick du verdienst nichts. Tack du erreichst nichts. Tick Tack du hast nichts besseres verdienst. Tack Tack du bist selbst schuld. Tick Tack es wird sich niemals ändern.

Wie erklären, wie schwer es manchmal wird das Ticken zu ignorieren. Dem Ticken nicht zu glauben. Wie unmöglich es ist einen klaren Blick zu behalten. Wenn man nur noch kämpft und kämpft aber der Sog immer stärker wird und das Ticken immer lauter. Wie erklären, dass man es nicht schaffen kann den Stimmen doch zu glauben. Tick Tick Tack

Wie erklären, wie sehr man lernte sich zu kontrollieren. Man zeigen kann, dass alles gut ist, obwohl nichts gut ist. Wie erklären, dass es von Vertrauen zeugt, wenn man die Tränen zeigt. Wenn man die Kontrolle aufgibt und einen Blick gewähren lässt. Die Tränen, die man sonst niemandem zeigen möchte und die man stets verbirgt. Wie erklären, dass man dann jemanden braucht, der sagt, dass alles gut ist oder alles gut werden wird, weil man selbst es nicht mehr weiß.

Wie jemandem das erklären, der noch nie das Ticken der Uhr hörte.  Wie erklären, dass niemand schuld daran ist, dass dies passiert. Dass es passiert, weil da dieser Strudel ist, der immer da ist und der immer wieder seine Worte gurgelt. Wie nur erklären.

13.03.2012 um 19:28 Uhr

Relativierung

Warum gibt es immer, wenn eigentlich alles so schön sein könnte, mindestens ein "aber"?

09.03.2012 um 11:54 Uhr

Erkenntnis des Tages

Ich wohnte einem Gespräch in der Straßenbahn bei. Unbeabsichtigt aber äußerst fröhlich, weil sich das Gespräch duch einen unfreiwilligen Unterhaltungswert für mich auszeichnete. Akteuere waren eine Frau und ein Mann über 50. Thema des Gespräches: Das Arbeitsamt, an dem kein gutes Haar gelassen wurde. Dorn im Auge: vor allem die Angestellten dort, die sich "eine goldene Nase" an den Arbeitslosen verdienen würden. Warum genau hat sich mir nicht ganz erschlossen aber immerhin waren sich die beiden diesbezüglich einig und das ist ja auch schonmal schön. Dies war jedoch noch nicht die Erkenntnis des Tages für mich. Diese folgte aus einer Äußerung der Frau, als sie sich über die Art von Stellen äußerte, die man ihr doch mal anbieten könnte: "So vom kaufmännischen - da hat man ja eh Grundkenntnisse, wenn man rechnen kann."

Erkenntnis des Tages: Die Ausbildung zum Kaufmann ist völlig überbewertet. Ausüben kann den Beruf jeder, der rechnen kann!

08.03.2012 um 14:29 Uhr

Die richtige Wahl

Manchmal schaut man den richtigen Film zur richtigen Zeit. Einen Film, über den man vorher wenig wusste und kaum Erwartungen hatte. Manchmal überrascht dieser dann und man kann etwas für sich mitnehmen. Etwas, was andere vielleicht nicht sehen, aber was für einen selbst in diesem Moment genau das Richtige war. Danke an (eine in der Rolle wundervolle) Charlize Theron in "Young Adult"!